Ein Vorsatzgerät sitzt vor dem Objektiv Ihres Zielfernrohrs und tauscht sichtbares Licht gegen Wärmestrahlung, ohne die Treffpunktlage zu verändern. Liemke führt dafür die Luchs-Reihe: beide Modelle mit 640 × 512 Bildpunkten bei 12 Mikrometern, 1-facher optischer Vergrößerung, ohne eigenes Absehen und mit Anschluss über M43 × 0,75. Der Unterschied liegt in der Brennweite, und daraus folgt, welches Gerät zu Ihrem Glas passt. Jagdscheininhaber dürfen beide nach § 40 Abs. 3 WaffG erwerben. Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden.

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Die erste Frage ist nicht die Reichweite, sondern Ihr Zielfernrohr

Verglichen wird meist die Reichweite, obwohl zuerst eine Kompatibilitätsregel zählt: Das Bildfeld des Vorsatzgeräts muss mindestens so groß sein wie das Sehfeld Ihres Zielfernrohrs bei der genutzten Vergrößerung. Sonst erscheint ein dunkler Rahmen. Ein gängiges Jagdglas zeigt bei 1,5-fach rund 22 Meter auf 100 Meter, bei 2,5-fach etwa 15 Meter.

Luchs-1 Luchs-2
Brennweite 35 mm, f/1.0 50 mm, f/1.0
Bildfeld auf 100 m 22 m 15,4 m
Nutzbar ab rund 1,5-fach rund 2,5-fach
Winkel je Bildpunkt 0,34 mrad 0,24 mrad
Ansprechgrenze 180 bis 280 m 250 bis 400 m
Entdeckung 1.750 m 2.500 m
Gewicht 580 g 625 g

Daraus ergibt sich eine klare Zuordnung. Wer ein Drückjagdglas in dessen kleinster Stufe führen will, braucht das Luchs-1, denn dessen 22 Meter arbeiten bereits ab 1,5-fach randfrei. Wer ein Ansitzglas ohnehin bei 2,5-fach oder höher betreibt und auf Feldern jenseits von 250 Metern anspricht, nimmt das Luchs-2 und gewinnt etwa 40 Prozent Ansprechdistanz.

Beide teilen sich Sensor und Blende, also 640 × 512 bei 12 Mikrometern und f/1.0; alles Übrige folgt aus der Brennweite. Die Rauschkennzahl liegt bei beiden auf 50 Millikelvin, wirksam nur bei knappem Kontrast, siehe NETD-Wert.

Was beim Zubehör wirklich nötig ist

Hier entstehen die meisten Fehlkäufe, und es liegt an einer Wortgleichheit. Im Lieferumfang liegt ein Gewindeadapter von M43 × 0,75 auf M52 × 0,75 mit Konterring und Hakenschlüssel, also ein Übergang zwischen zwei Gewindegrößen am Gerät.

Die Verbindung zu Ihrem Zielfernrohr ist damit nicht hergestellt. Dafür brauchen Sie zusätzlich einen Klemm- oder Schraubadapter, der auf den Außendurchmesser Ihres Objektivs passt und je nach Hersteller rund 150 bis 200 Euro kostet. Messen Sie diesen Durchmesser vor der Bestellung, denn ein zu großer Adapter sitzt nicht fest und ein zu kleiner geht nicht darüber.

Zum Digitalzoom, für beide Modelle: Der zweifache Direktzoom lässt den Zielpunkt in der Bildmitte korrekt, verfälscht aber die Unterteilungen eines ballistischen Absehens, denn das Bild verdoppelt sich und das Absehen behält seine Größe. Wer mit Haltepunkten arbeitet, lässt den Zoom beim Schuss aus.

Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Deutschland. Vorsatzgeräte ohne eigenes Absehen sind für Inhaber eines gültigen Jagdscheins vom waffenrechtlichen Verbot ausgenommen; die Grundlage ist § 40 Abs. 3 des Waffengesetzes, die Verbotsnorm selbst steht in Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2. Erwerb und Besitz sind damit zulässig. Die Verwendung bei der Jagd ist eine getrennte Frage und richtet sich nach § 19 Abs. 1 Nr. 5a des Bundesjagdgesetzes sowie dem Landesjagdrecht. Die meisten Bundesländer haben den Einsatz für Schwarzwild freigegeben, für andere Wildarten häufig nicht. Prüfen Sie Ihre Landesregelung, bevor Sie das Gerät jagdlich führen.

Österreich. Waffenrechtlich zulässig, wobei jedes Bundesland die jagdliche Verwendung eigenständig regelt. Schweiz. Verbotenes Waffenzubehör, Erwerb nur mit Ausnahmebewilligung des kantonalen Waffenbüros, jagdlicher Einsatz untersagt.

Dies ist keine Rechtsberatung. Die ausführliche Darstellung mit Fundstellen steht in unserer Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Verwandte Kategorien: Handgeräte derselben Marke bei den Liemke Wärmebildmonokularen, das Gesamtprogramm im Liemke Markenbereich. Vorsatzgeräte aller Marken führt die Vorsatzgeräte-Übersicht, darunter die ThermTec Hunt Pro Serie, dazu HIKMICRO, Pulsar und Nocpix.

Häufige Fragen zu Liemke Vorsatzgeräten

Darf ich ein Liemke Vorsatzgerät in Deutschland kaufen?

Ja, wenn Sie einen gültigen Jagdschein besitzen. Vorsatzgeräte ohne eigenes Absehen sind nach § 40 Abs. 3 WaffG von der Verbotsnorm der Anlage 2 ausgenommen, und beide Luchs-Modelle erfüllen diese Bedingung, weil gezielt wird mit dem Absehen Ihres Zielfernrohrs. Die Verwendung bei der Jagd ist davon zu trennen und richtet sich nach § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und Ihrem Landesjagdgesetz; freigestellt ist meist nur die Schwarzwildjagd. In der Schweiz ist der Erwerb bewilligungspflichtig und der jagdliche Einsatz verboten.

Welches Luchs-Modell passt zu meinem Zielfernrohr?

Das richtet sich nach der Vergrößerung, die Sie am Glas führen. Das Luchs-1 mit 22 Metern Bildfeld arbeitet ab etwa 1,5-fach randfrei und passt damit zu jedem gängigen Drückjagdglas in der kleinsten Stufe. Das Luchs-2 mit 15,4 Metern verlangt rund 2,5-fach oder mehr und gehört deshalb auf ein Ansitzglas. Führen Sie das Glas kleiner als nötig, erscheint ein dunkler Rahmen und nutzbare Bildfläche geht verloren. Mechanisch passen beide Geräte an jedes Glas, für das ein Klemmadapter im richtigen Objektivdurchmesser erhältlich ist.

Muss ich nach der Montage neu einschießen?

Nein. Beide Geräte vergrößern optisch 1-fach und verändern nicht, wohin Ihr Zielfernrohr zeigt. Eine Kontrolle auf dem Schießstand nach der ersten Montage ist dennoch sinnvoll, weil jede Adapterverbindung ein geringes Restspiel besitzt. Wichtiger ist ein anderer Punkt: Schalten Sie den zweifachen Direktzoom beim Schuss ab, wenn Sie mit Haltepunkten arbeiten. Der Zielpunkt in der Mitte bleibt richtig, die Unterteilungen eines ballistischen Absehens entsprechen im Zoom aber nur noch der halben Entfernung.

Welche Adapter sind im Lieferumfang und welche brauche ich zusätzlich?

Enthalten ist ein Gewindeadapter von M43 × 0,75 auf M52 × 0,75 mit Konterring und Hakenschlüssel, also ein Übergang zwischen zwei Gewindegrößen am Gerät. Der Adapter zum Zielfernrohr gehört nicht dazu: Sie benötigen zusätzlich einen Klemm- oder Schraubadapter, der genau auf den Außendurchmesser Ihres Objektivs passt und rund 150 bis 200 Euro kostet. Messen Sie den Durchmesser vor der Bestellung. Für das M43-Gewinde der Luchs-Reihe sind Adapter mehrerer Hersteller erhältlich, was die Auswahl erleichtert.