Ferngläser mit Wärmebild zeigen das Bild beiden Augen zugleich, was über eine ganze Nacht hinweg deutlich weniger anstrengt als ein einäugiges Gerät. Die ThermTec Ventus Reihe umfasst drei Modelle, die sich alle einen Aufbau teilen: einen Wärmebildkanal mit eigenem Objektiv, eine Tagkamera mit zweitem Objektiv, einen abnehmbaren Infrarotstrahler und einen Laserentfernungsmesser bis 1000 Meter. Unterschiede gibt es bei Sensorgröße, Blende und Bildfeld. Alle drei sind reine Beobachtungsgeräte ohne Absehen und damit erlaubnisfrei in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden.

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Drei Modelle, drei verschiedene Stärken

Die Reihe ist nicht als einfache Leiter von günstig nach teuer gebaut. Jedes Modell führt in einer anderen Disziplin.

Ventus 335L Ventus 635L Ventus 650L
Wärmebildsensor 384 × 288 640 × 512 640 × 512
Wärmeobjektiv 35 mm, F0.8 35 mm, F0,9 50 mm
Bildfeld auf 100 m 13,2 m 21,9 m 15,4 m
Grundvergrößerung 4,3-fach 2,6-fach 3,7-fach
Winkel je Bildpunkt 0,343 mrad 0,343 mrad 0,24 mrad
Laufzeit je Akkupaar bis 7 h bis 6 h bis 6 h

Das Ventus 635L hat das weiteste Bild. Mit 21,9 Metern auf 100 Meter überstreichen Sie eine Wiesenbreite in einem Blick statt in dreien. Wer vom Hochsitz aus Flächen absucht, gewinnt hier am meisten, denn jeder zusätzliche Meter Bildbreite spart Schwenks und damit Zeit, in der sich Wild wieder bewegt.

Das Ventus 650L sieht am weitesten. Sein 50-Millimeter-Objektiv drückt den Winkel je Bildpunkt auf 0,24 Milliradian, womit ein Bildpunkt auf 300 Meter nur noch 7,2 Zentimeter abdeckt. Daraus folgt eine Ansprechgrenze von etwa 250 bis 400 Metern gegenüber 180 bis 280 Metern bei den beiden 35-Millimeter-Modellen. In offenem Gelände, auf Feldrevieren und im Gebirge ist das der entscheidende Wert.

Das Ventus 335L sammelt am meisten Licht. Seine Blende F0.8 lässt rund 27 Prozent mehr Infrarotstrahlung auf den Sensor als F0.9 und rund 56 Prozent mehr als F1.0, weil der Blendenwert quadratisch in das Signal eingeht. Dazu kommen die höchste Grundvergrößerung und die längste Laufzeit. Bezahlt wird das mit Bildbreite und Pixelzahl, nicht mit Reichweite: Die Ansprechgrenze ist dieselbe wie beim mehr als tausend Euro teureren 635L.

Daraus folgt eine einfache Zuordnung. Waldrevier mit Schussentfernungen unter 200 Metern: Das 335L reicht aus. Gemischtes Revier mit viel Suchen auf mittlere Distanz: das 635L. Feld, Gebirge und weite Sicht: das 650L.

Warum beide Augen besser sehen

Ein Monokular lässt ein Auge im Dunkeln, was sich nach ein, zwei Stunden als Druck über der Augenbraue und als nachlassende Konzentration bemerkbar macht. Binokulare Geräte liefern beiden Augen dasselbe Bild und entlasten entsprechend.

Räumliches Sehen entsteht dabei nicht. Beide Augen bekommen das Bild eines einzigen Sensors, also dieselbe Ansicht zweimal statt zweier versetzter Perspektiven. Händler, die mit dreidimensionalem Sehen werben, beschreiben etwas, das diese Bauart nicht leistet.

Beachten Sie Gewicht und Augenabstand. Alle drei Ventus wiegen 825 Gramm, was für längeres freihändiges Halten viel ist; am Gurt oder am Stock arbeitet es sich entspannter. Der Augenabstand ist einstellbar und sollte vor dem ersten Ansitz angepasst werden, sonst entsteht ein störender Schatten am Bildrand.

Zwei Kanäle, zwei Objektive, zwei Sichtfelder

Jedes Ventus trägt zwei getrennte Optiken: eine für das Wärmebild, eine für die Tagkamera mit 50 Millimetern bei Blende F1.4. Beide zeigen deshalb verschiedene Ausschnitte derselben Szene.

Beim Ventus 635L sieht der Wärmekanal breiter aus als die Tagkamera, 21,9 gegenüber 14,1 Metern; beim Ventus 335L ist es umgekehrt, 13,2 gegenüber 15,4 Metern, weil dessen Tagsensor im 16:9-Format arbeitet.

Die praktische Regel lautet in beiden Fällen gleich: erst im Wärmebild entdecken und mittig stellen, dann auf die Tagkamera umschalten, um anzusprechen. Für diesen zweiten Schritt liefert der Infrarotstrahler das Licht, umschaltbar zwischen 850 und 940 Nanometern. 850 Nanometer reichen rund 400 Meter weit und erzeugen ein schwaches rotes Glimmen am Gerät, 940 Nanometer bleiben unsichtbar und kommen auf etwa 350 Meter.

Zum IR-Strahler eine rechtliche Anmerkung. Künstliche Lichtquellen sind bei der Jagd nach § 19 Abs. 1 BJagdG untersagt, und darunter fällt nach verbreiteter Lesart auch unsichtbares Infrarotlicht. Für das Beobachten außerhalb der Jagdausübung ist das bedeutungslos, im Übrigen entscheidet Euer Landesjagdrecht. Der Wärmebildkanal ist nie berührt, weil er ohne Beleuchtung auskommt. Alles Weitere steht in unserer Rechtsübersicht Wärmebildtechnik, die auch den Unterschied zu Vorsatzgeräten und Zielfernrohren erklärt.

Verwandte Kategorien: einäugige Geräte in den ThermTec Monokularen, Geräte für die Waffe bei den ThermTec Vorsatzgeräten, das Gesamtprogramm im ThermTec Markenbereich. Ferngläser anderer Hersteller führen wir bei HIKMICRO, Pulsar und Nocpix.

Häufige Fragen zu ThermTec Ferngläsern

Sind Wärmebildferngläser in Deutschland erlaubt?

Ja, Erwerb, Besitz und Führen sind erlaubnisfrei. Die Verbotsnorm der Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG greift nur bei Geräten, die zum Aufsetzen auf eine Schusswaffe bestimmt sind oder ein Absehen tragen; ein Fernglas erfüllt beides nicht. In Österreich und der Schweiz gilt dasselbe für reine Beobachtungsgeräte. Zu klären bleibt allein die Verwendung bei der Jagd, und dort geht es nicht um das Wärmebild, sondern um den zuschaltbaren Infrarotstrahler, den die Landesjagdgesetze unterschiedlich behandeln.

Welches Ventus Modell passt zu meinem Revier?

Entscheidend ist, ob Sie überwiegend suchen oder überwiegend auf Distanz ansprechen. Im Wald mit Entfernungen unter 200 Metern genügt das Ventus 335L, das trotz des kleineren Sensors dieselbe Ansprechgrenze erreicht wie das 635L. Wer größere Flächen absucht, profitiert vom weiten Bildfeld des Ventus 635L mit 21,9 Metern auf 100 Meter. Für Feldreviere und Gebirge ist das Ventus 650L die richtige Wahl, weil sein 50-Millimeter-Objektiv die Ansprechgrenze auf etwa 250 bis 400 Meter schiebt.

Was bedeutet das L in den Modellnamen?

Es steht für den Laserentfernungsmesser, der bei allen drei Geräten serienmäßig eingebaut ist und bis 1000 Meter misst. Das L kennzeichnet also keine Sonderausführung, sondern gehört zum Namen; Versionen ohne Laser gibt es in dieser Reihe nicht. Rechtlich ist das Modul unbedenklich, denn ein Messlaser sendet einen unsichtbaren Impuls aus und zeigt das Ergebnis im Display an. Er erzeugt keinen Leuchtpunkt im Ziel und ist deshalb kein Laserzielgerät im Sinne des Waffenrechts.

Wie lange halten die Akkus?

Je nach Modell sechs bis sieben Stunden pro Akkupaar, wobei das Ventus 335L mit bis zu sieben Stunden bei abgeschaltetem WLAN den höchsten Wert erreicht. Alle drei Geräte arbeiten mit zwei 18650-Zellen gleichzeitig, und vier Zellen gehören zum Lieferumfang, sodass ein vollständiger Wechselsatz bereitliegt. Rechnen Sie bei Frost mit kürzeren Zeiten und bedenken Sie, dass eingeschaltetes WLAN sowie der Infrarotstrahler zusätzlich Strom ziehen.