ThermTec Cyclops 3.0 Wärmebild-Monokulare: 635L und 335L

Die dritte Cyclops Generation bringt drei Neuerungen gegenüber den älteren Cyclops Modellen: eine Optik mit Blende 0,8, ein AMOLED-Display mit 1600 × 1200 Punkten und einen Laserentfernungsmesser bis 1000 Meter. Beide Modelle teilen diese drei Merkmale vollständig und unterscheiden sich allein im Sensor. Die Gegenüberstellung folgt unter dem Produktgrid.

  • Blende 0,8 bei beiden, rund 56 Prozent mehr Signal als eine F1.0 Optik.
  • Zwei Wechselakkus im Lieferumfang, dazu externes Ladegerät.
  • Frei verkäuflich, weil Handgerät ohne Absehen und ohne Waffenmontage.
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden.
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Zwei Modelle, ein Unterschied, drei gemeinsame Stärken

Cyclops 335 L 3.0 Cyclops 635L 3.0
Sensor 384 × 288 640 × 512
NETD unter 18 mK unter 15 mK
Objektiv 35 mm F0,8 35 mm F0,8
Bildrate 50 Hz 50 Hz
Grundvergrößerung 4,3-fach 2,6-fach
mit Digitalzoom bis 17,2-fach 10,4-fach
Sichtfeld auf 100 m 13,2 m 21,9 × 17,6 m
Detektionsreichweite 1800 m 1800 m
Entfernungsmesser 1000 m 1000 m
Display AMOLED 1600 × 1200 AMOLED 1600 × 1200
Speicher 64 GB 64 GB
Laufzeit je Akku rund 7 h rund 6 h
Gewicht 470 g 435 g
Maße 181 × 62 × 63 mm 187 × 56 × 71 mm

Verschieden ist allein der Sensor. Daraus folgen jedoch vier Zahlen, und zwei davon laufen dem Preis zuwider.

Das günstigere Modell vergrößert stärker. 4,3-fach gegenüber 2,6-fach, weil beide dasselbe 35-mm-Objektiv tragen und der kleinere Chip einen engeren Ausschnitt erfasst. Der 384er Sensor misst bei 12 µm 4,61 Millimeter in der Breite, der 640er 7,68 Millimeter. Das Verhältnis 1,67 deckt sich mit dem Verhältnis der Vergrößerungen von 1,65, die Angaben gehen also sauber auf.

Das günstigere Modell läuft länger und wiegt mehr. Rund sieben statt sechs Stunden je Akku, weil der kleinere Sensor weniger Strom zieht, und 470 statt 435 Gramm, weil beide Geräte unterschiedliche Gehäuse nutzen.

Die Reichweite ist identisch. Beide erfassen bis 1800 Meter, weil die Reichweite an der Optik hängt und nicht an der Bildpunktzahl. Der größere Sensor kauft nicht Weite, sondern Detail innerhalb dieser Weite. ThermTec nennt dazu keine Erkennungswahrscheinlichkeit; einzelne Händler führen daneben 827 Meter als Erkennungsreichweite, gegenüber 1800 Metern als Detektionsreichweite.

Die Wahl fällt damit nach Aufgabe. Das Cyclops 635L 3.0 zeigt mit 21,9 Metern das deutlich breitere Bild und löst feiner auf, passt also zum Absuchen großer Flächen und zum Ansprechen auf Distanz. Das Cyclops 335L 3.0 vergrößert stärker, läuft länger und kostet rund 500 Euro weniger, passt also zu kontrollierten Wechseln und knapperem Budget.

Warum Blende 0,8 die eigentliche Neuerung dieser Generation ist

Die Blendenzahl bestimmt, wie viel Wärmestrahlung auf den Sensor trifft, und sie geht im Quadrat ein. Von 1,0 auf 0,8 bedeutet deshalb rund 56 Prozent mehr Signal, von 0,9 auf 0,8 immer noch 27 Prozent.

Zum Einordnen: Blende 1.0 ist in dieser Geräteklasse der Normalfall, 0.9 gilt bereits als lichtstark, und ThermTecs eigene Hunt Vorsatzgeräte arbeiten mit 1.0. Eine 0,8 ist die Ausnahme. Bemerkbar macht sie sich nicht in der Reichweitenangabe, sondern bei Nieselregen, Nebel und geringem Temperaturunterschied zwischen Wild und Untergrund, also genau in den Nächten, in denen langsamere Optiken ein flaues Bild liefern.

Die zweite Neuerung ist das Display mit 1600 × 1200 Punkten auf 0,5 Zoll, wo die Klasse üblicherweise 1024 × 768 bietet. Ein Wärmebild kann nie besser wirken als seine Anzeige, weshalb das der im Feld unmittelbarste Fortschritt ist. Die dritte ist der Laserentfernungsmesser bis 1000 Meter, den die älteren Cyclops Modelle nicht haben; das L im Modellnamen steht dafür. Und der NETD-Wert des 640er Modells fällt gegenüber der Vorgängergeneration von 35 auf unter 15 mK.

Rechtslage und Einordnung im Programm

Anders als bei Zielfernrohren ist die Rechtslage hier unkompliziert, und das ist wichtig genug, um es deutlich zu sagen. Ein Handgerät ohne eigenes Absehen und ohne Montagevorrichtung für Schusswaffen fällt nicht unter Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes. Erwerb und Besitz sind frei, ohne Erlaubnis, ohne Nachweis, ohne Ausnahmegenehmigung.

Davon zu trennen ist die jagdliche Nutzung. § 19 des Bundesjagdgesetzes verbietet Nachtzielgeräte bei der Jagd, und die Bundesländer regeln nach § 19 Abs. 2 unterschiedlich, welche Hilfsmittel erlaubt sind. Ein reines Beobachtungsgerät gilt allgemein als der unkritischste Fall, doch die Einzelheiten unterscheiden sich von Land zu Land. Prüfen Sie vor der jagdlichen Verwendung Ihr Landesjagdgesetz. Dies ist keine Rechtsberatung.

Im ThermTec Programm ordnen sich die Handgeräte so: Die Wild Reihe und die Wild Pro Reihe setzen auf längere Laufzeit und größere Objektive bis 50 Millimeter, die Cyclone Reihe auf besonders leichte und kurze Bauformen. Eine Übersicht über sämtliche Handgeräte gibt ThermTec Wärmebild-Monokulare, über das vollständige Sortiment der ThermTec Bereich. Vergleichbare Handgeräte anderer Marken finden Sie bei Nocpix, HIKMICRO und Pulsar. Was der NETD-Wert aussagt, erklären wir gesondert.

Häufige Fragen zur Cyclops 3.0 Serie

Brauche ich für ein ThermTec Cyclops eine waffenrechtliche Erlaubnis?

Nein. Beide Cyclops 3.0 Modelle sind Handgeräte ohne eigenes Absehen und ohne Montagevorrichtung für Schusswaffen und fallen deshalb nicht unter die Verbotsregelung für Nachtzieltechnik in Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes. Erwerb und Besitz sind erlaubnisfrei, und kein deutscher Händler verlangt einen Nachweis. Für die Verwendung bei der Jagd gilt jedoch das Jagdrecht der Länder, das Sie gesondert prüfen sollten.

Welches Cyclops 3.0 Modell soll ich nehmen?

Das 635L, wenn Sie Flächen absuchen und auf Distanz ansprechen wollen: Es zeigt 21,9 statt 13,2 Meter Breite auf 100 Meter und löst mit 640×512 statt 384×288 deutlich feiner auf. Das 335L, wenn Sie bekannte Wechsel kontrollieren, stärkere Vergrößerung bevorzugen und rund 500 Euro sparen möchten. Optik, Display, Laser, Speicher und Reichweite sind bei beiden gleich.

Welchen NETD-Wert haben die Cyclops 3.0 Modelle?

Das 635L liegt unter 15 mK, das 335L unter 18 mK. Weil die Herstellerwerbung für die gesamte Serie pauschal unter 15 mK angibt, wandert dieser Wert in Produktlisten regelmäßig auch auf das kleinere Modell. Für das 335L bestätigen jedoch zwei voneinander unabhängige deutsche Fachhändler einheitlich die 18 mK. Beide Werte sind gut, und die ungewöhnlich schnelle F0.8 Optik gleicht einen Teil des Unterschieds aus.

Was ist an der 3.0 Generation neu?

Vier Punkte gegenüber den älteren Cyclops Modellen: die Optik mit Blende 0.8 statt 1.0, das Display mit 1600×1200 statt der üblichen 1024×768 Punkte, der Laserentfernungsmesser bis 1000 Meter, den die Vorgänger nicht haben, und beim 640er Modell ein NETD-Wert von unter 15 statt 35 mK. Die Gehäuse und die Akkukonzepte mit zwei wechselbaren 18650 Zellen bleiben.