ThermTec Wild Pro Wärmebild-Monokulare: 635L, 650L und 650DL

Die Wild Pro Serie ist die gehobene Handgeräte-Linie von ThermTec. Alle drei Modelle teilen den 640×512 Sensor, NETD unter 15 mK, ein AMOLED-Display mit 1600×1200 Punkten, stufenlosen Digitalzoom und einen Laser bis 1000 Meter. Unterschiedlich sind allein die Objektive. Die Gegenüberstellung folgt unter dem Grid.

  • Zwei Wechselakkus im Lieferumfang bei jedem Modell.
  • Ein echtes Doppelobjektiv im 650DL Pro, kein Digitalzoom.
  • Kürzere Laufzeit als die einfache Wild Reihe, Einzelheiten unten.
  • Frei verkäuflich, Handgeräte ohne Absehen und ohne Waffenmontage.
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Drei Modelle, und nur die Optik unterscheidet sie.

Wild 635L Pro Wild 650 L Pro Wild 650DL Pro
Sensor 640 × 512 640 × 512 640 × 512
NETD unter 15 mK unter 15 mK unter 15 mK
Objektiv 35 mm F0,8 50 mm F0,9 25 und 50 mm, F0.9
Grundvergrößerung 2,5-fach 3,6-fach 1,8 bis 3,6-fach optisch
Sichtfeld auf 100 m 21,9 × 17,6 m 15,4 × 12,3 m 30,7 m oder 15,4 m
Erkennungsreichweite 1800 m 2600 m 2600 m
Ansprechdistanz Rotwild 600 m 860 m 870 m
Display AMOLED 1600 × 1200 AMOLED 1600 × 1200 AMOLED 1600 × 1200
Entfernungsmesser 1000 m 1000 m 1000 m
Laufzeit je Akku rund 6 h rund 6 h rund 6 h
Gewicht 510 g 537 g 653 g
Maße 200 × 69 × 60 mm 200 × 66 × 76 mm 221 × 71 × 81 mm
Preis ab 2.189 € ab 2.479 € ab 2.748 €

Sensor, NETD, Display, Laser, Speicher und Akkukonzept sind bei allen dreien gleich. Was Sie wählen, ist die Optik, und daraus folgen drei klar getrennte Aufgaben.

Das 635L Pro ist das Suchgerät. Mit 21,9 Metern zeigt es das weiteste Feld und trägt als einziges Blende 0,8, also rund 23 Prozent mehr Signal als die 0,9er Optiken der beiden anderen. Bei Nieselregen und geringem Kontrast ist es damit das beste Bild der Serie. Es ist zugleich das leichteste und günstigste Modell.

Das 650L Pro ist das Reichweitengerät. 2600 statt 1800 Meter und eine höhere Grundvergrößerung, bezahlt mit einem Drittel weniger Bildbreite.

Das 650DL Pro ist beides. Zwei echte Objektive mit 25 und 50 Millimetern, zwischen denen mechanisch umgeschaltet wird. Anders als ein Digitalzoom, der dieselben Bildpunkte auf mehr Fläche verteilt, liefert jedes Objektiv ein Bild mit voller Sensorauflösung. Dafür wiegt es 653 Gramm und kostet am meisten.

Was Pro gegenüber der einfachen Wild Reihe ändert, mit beiden Seiten

ThermTec ändert gegenüber der einfachen Wild Reihe vier Dinge, und zwei davon sind Nachteile, die im deutschen Handel niemand erwähnt.

Wild (einfach) Wild Pro
NETD unter 18 mK unter 15 mK
Display OLED 1024 × 768, 0,39 Zoll AMOLED 1600 × 1200, 0,5 Zoll
Digitalzoom in festen Stufen stufenlos
Bildkalibrierung Standard reduzierte Shutter-Frequenz
Laufzeit je Akku rund 12 h rund 6 h
Augenabstand 40 mm 20 mm

Die halbierte Laufzeit ist der Preis für das hellere, höher auflösende Display. Zwei Akkus liegen bei, sodass Sie rechnerisch auf dieselbe Feldzeit kommen, aber Sie wechseln einmal mehr. Der halbierte Augenabstand betrifft vor allem Brillenträger: Mit 20 statt 40 Millimetern müssen Sie näher ans Okular.

Wer also lange Ansitze ohne Akkuwechsel bevorzugt oder Brille trägt, sollte die einfache Wild Reihe prüfen, bevor er zum Pro greift. Wer Bildgüte über alles stellt, ist hier richtig.

Rechtslage, Preislage und Einordnung

Ein Handgerät ohne eigenes Absehen und ohne Montagevorrichtung für Schusswaffen fällt nicht unter Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes. Erwerb und Besitz sind erlaubnisfrei, ohne Nachweis und ohne Ausnahmegenehmigung. Davon getrennt regelt das Jagdrecht die Verwendung: § 19 des Bundesjagdgesetzes verbietet Nachtzielgeräte bei der Jagd, und die Länder regeln nach § 19 Abs. 2 unterschiedlich, welche Hilfsmittel erlaubt sind. Als unkritischster Fall gilt dabei das reine Beobachtungsgerät, doch die Einzelheiten weichen je nach Land voneinander ab. Klären Sie die Verwendung deshalb vorab anhand des für Sie geltenden Landesjagdgesetzes. Dies ist keine Rechtsberatung.

Zur Preislage: Die drei Modelle liegen im deutschen Handel sehr eng beieinander, beim 650L Pro trennen drei Händler nur 20 Euro. Verhandlungsspielraum gibt es hier praktisch nicht, weshalb Beratung und Datenqualität über den Verkauf entscheiden.

Im Programm ordnen sich die Handgeräte so ein: Die Cyclops 3.0 Serie bietet dieselben optischen Eckwerte leichter und günstiger, die Cyclone Reihe besonders kompakte Einstiegsgeräte. Den Gesamtüberblick über die Handgeräte gibt ThermTec Wärmebild-Monokulare, über alle Produktgruppen der ThermTec Bereich. Wer markenübergreifend vergleichen möchte, findet Handgeräte derselben Klasse bei Nocpix, im HIKMICRO Bereich und in der Pulsar Telos Reihe, etwa das Nocpix Vista H50R. Was sich hinter dem NETD-Wert verbirgt und warum er nur eingeschränkt markenübergreifend vergleichbar ist, behandelt ein gesonderter Beitrag.

Häufige Fragen zur Wild Pro Serie

Welche Modelle gehören zur ThermTec Wild Pro Serie?

Genau drei: Wild 635L Pro mit 35 mm, Wild 650L Pro mit 50 mm und Wild 650DL Pro mit einem Doppelobjektiv aus 25 und 50 mm. Alle tragen einen 640×512 Sensor. Ein Wild 335L Pro oder ein anderes Modell mit 384×288 Sensor gehört nicht zur Pro Serie; Angebote unter diesem Namen verwechseln das einfache Wild 335L mit der Pro Reihe.

Was unterscheidet Wild Pro von der einfachen Wild Serie?

Vier Punkte: NETD unter 15 statt unter 18 mK, ein AMOLED-Display mit 1600 × 1200 statt eines OLED mit 1024 × 768, stufenloser statt gestufter Digitalzoom und eine Bildkalibrierung mit reduzierter Shutter-Frequenz. Sensor und Objektive bleiben gleich. Der Preis dafür sind eine halbierte Laufzeit, rund sechs statt zwölf Stunden je Akku, und ein von 40 auf 20 Millimeter verringerter Augenabstand.

Welches Wild Pro Modell passt zu welchem Revier?

Das 635L Pro für das Absuchen von Flächen: das weiteste Sichtfeld der Serie mit 21,9 Metern auf 100 Meter und als einziges Blende 0.8, also das stabilste Bild bei schlechtem Wetter. Das 650L Pro für offenes Gelände und weite Distanzen mit 2600 Metern Reichweite. Das 650DL Pro, wenn Sie beides in einem Gerät wollen und 653 Gramm tragen möchten.

Brauche ich eine Erlaubnis für ein ThermTec Wild Pro?

Nein. Alle drei sind Handgeräte ohne eigenes Absehen und ohne Montagevorrichtung für Schusswaffen und unterliegen deshalb nicht der Verbotsregelung für Nachtzieltechnik nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes. Erwerb und Besitz sind erlaubnisfrei. Für die jagdliche Verwendung gilt getrennt davon das Jagdrecht der Länder, das Sie prüfen sollten.