ThermTec Wild 635L Wärmebild-Monokular mit Laserentfernungsmesser
1.849,00 €
Das ThermTec Wild 635L verbindet das weiteste Bildfeld der 640×512 Modelle mit der lichtstärksten Optik der Serie: 35 mm bei Blende 0,8, dazu ein Laser bis 1000 Meter. Auf 100 Meter überblicken Sie 21,9 Meter, ein deutscher Langzeittest empfiehlt es für Wald und gemischtes Gelände.
- 21,9 m Sichtfeld auf 100 m, das weiteste der 640er Modelle
- Blende 0,8, rund 27 Prozent mehr Signal als F0,9
- Laser bis 1000 m, ±1 m, 905 nm, Laserklasse 1
- 640×512 Sensor, 40 mm Augenabstand, 505 g
- Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
Blende 0.8: der Wert, den drei deutsche Händler falsch führen
ThermTec gibt für dieses Objektiv 35 mm bei Blende 0.8 an. Drei deutsche Händler schreiben stattdessen F0.9. Diese Abweichung sieht nach einer Kommastelle aus, ist aber der wichtigste optische Unterschied innerhalb der Wild Reihe.
Der Grund liegt in der Physik: Die Blendenzahl geht im Quadrat in die Signalmenge ein. Von 0.9 auf 0.8 bedeutet daher rund 27 Prozent mehr Wärmestrahlung auf dem Sensor. Spürbar wird das nicht in klarer Frostnacht über offener Wiese, sondern dann, wenn es schwierig wird: bei Nieselregen, feuchter Luft, Nebel und geringem Temperaturunterschied zwischen Wild und Untergrund. Dort entscheidet die eingefangene Strahlungsmenge darüber, ob überhaupt ein verwertbares Bild entsteht.
Ich folge der Herstellerangabe, und zwar aus drei Gründen. Erstens gibt ThermTec F0.8 auf mehreren eigenen Seiten konsistent an, unter anderem auch für das Pro Modell mit demselben Objektiv. Zweitens sieht die deutsche F0.9 nach einer aus der 50 mm Spalte übernommenen Zahl aus, denn die 50 mm Objektive der Serie sind tatsächlich F0.9. Drittens bestätigt ein unabhängiger deutscher Langzeittest ausdrücklich ein 35 mm F0.8 Objektiv an diesem Gerät.
Daraus folgt eine Beratungsaussage, die auf keiner deutschen Seite steht: Innerhalb der Wild Reihe tragen die 35 mm Modelle nicht nur das weitere Bild, sondern auch die bessere Optik. Wer zum 50 mm Modell greift, kauft Reichweite und gibt dafür Bildfeld und Lichtstärke ab.
Weites Bild bei voller Sensorhöhe, und die Reviereignung
Das Sichtfeld beträgt 12,5 mal 10,0 Grad, auf 100 Meter also 21,9 mal 17,6 Meter. Das ist der weiteste Ausschnitt unter den 640×512 Modellen der Reihe, gut 42 Prozent mehr Breite als beim Wild 650L mit seinen 15,4 Metern.
Nachgerechnet geht die Angabe exakt auf: 640 Bildpunkte mal 12 Mikrometer ergeben 7,68 Millimeter Sensorbreite, 512 mal 12 ergeben 6,14 Millimeter Höhe, hinter 35 Millimetern Brennweite genau diese Werte. Die volle Sensorhöhe wird genutzt. Das ist erwähnenswert, weil andere Hersteller bei identischer Kombination ein senkrechtes Sichtfeld veröffentlichen, das nur 480 statt 512 Zeilen entspricht, weil das Display beschneidet.
Die Grundvergrößerung liegt bei 2,0-fach, der Digitalzoom arbeitet stufenlos bis vierfach, zusammen also bis 8-fach. Die niedrige Grundvergrößerung ist für die Suchaufgabe richtig, denn Sie sollen Flächen absuchen und nicht ansprechen.
Die Entdeckungsreichweite beträgt 1800 Meter. Der deutsche Vertrieb nennt daneben 600 Meter für das Ansprechen eines Stücks Rotwild und 200 Meter für das Identifizieren; beide Zahlen stehen nicht bei ThermTec und sind in der Tabelle entsprechend gekennzeichnet. Eine Erkennungswahrscheinlichkeit nennt der Hersteller zu keiner der Angaben.
Ein deutscher Langzeittest über sieben ThermTec Geräte ordnet dieses Modell klar zu: Es verbinde weites Sehfeld, hohe Bildqualität und präzise Entfernungsmessung und liefere aus dem 35 mm F0.8 Objektiv ein kontrastreiches, detailreiches Wärmebild; empfohlen wird es für Wald und gemischtes Gelände. Für das reine Feldrevier verweist derselbe Test auf die 50 mm Modelle.
Fünfzig Pfund zum Pro Modell, und warum die Antwort in Deutschland anders lautet
Hier liegt die eigentliche Kaufentscheidung, und sie hängt davon ab, wo Sie kaufen.
| Wild 635L | Wild 635L Pro | |
|---|---|---|
| Objektiv | 35 mm F0.8 | identisch |
| Sichtfeld und Reichweite | 21,9 m, 1800 m | identisch |
| Laser | 1000 m, ±1 m | identisch |
| NETD | 18 mK bei 300 K | unter 15 mK |
| Display | 0,39 Zoll, 1024×768 | 0,5 Zoll, 1600×1200 |
| Austrittspupille | 6 mm | 8 mm |
| Augenabstand | 40 mm | 20 mm |
| Laufzeit je Akku | 8 h | rund 6 h |
Beim Hersteller trennen die beiden 50 Pfund. Bei diesem Abstand ist die Empfehlung eindeutig: Nehmen Sie das Wild 635L Pro, es sei denn, Sie tragen eine Brille oder brauchen die längere Laufzeit. Der bessere Sensor und das deutlich feinere Display sind für 50 Pfund nicht zu schlagen.
Im deutschen Handel liegen dagegen rund 340 Euro dazwischen, also fast das Siebenfache. Dort dreht sich die Empfehlung: Für 340 Euro Unterschied ist die Frage berechtigt, ob Ihnen NETD und Displayauflösung das wert sind, wenn Sie dafür den halben Augenabstand und ein Viertel weniger Laufzeit in Kauf nehmen.
Für Brillenträger ist die Sache ohnehin entschieden. 40 statt 20 Millimeter Augenabstand bedeuten, dass Sie das Bildfeld mit Brille vollständig überblicken. Kein Displayfortschritt macht ein beschnittenes Bildfeld wieder gut.
Zur übrigen Ausstattung: AMOLED-Display mit 1024×768 Punkten auf 0,39 Zoll, Dioptrienausgleich von minus fünf bis plus fünf, 50 Hz, Spektralbereich 8 bis 14 Mikrometer, sechs Farbpaletten, die Bildmodi Wald und Ziel, 64 Gigabyte Speicher, WLAN mit der ThermTec App, IP67, Gehäuse aus Magnesiumlegierung, freigegeben von minus 20 bis plus 50 Grad, und eine wechselbare 18650 Zelle mit acht Stunden Laufzeit, geladen über USB-C. Gegenüber dem laserlosen Wild 635 kostet das Lasermodul 30 Gramm und rund 18 Millimeter Bauhöhe.
Im Programm ordnet sich das Gerät so ein: Die vollständige Wild Serie führt mehrere Brennweiten, die Wild Pro Reihe dieselben Objektive mit besserem Sensor, die Wild D Serie zwei Brennweiten in einem Gerät. Sämtliche Handgeräte der Marke listet ThermTec Wärmebild-Monokulare auf, alle Produktgruppen zusammen der ThermTec Bereich. Vergleichbar sind das Nocpix Vista H35R und die Handgeräte von HIKMICRO. Zum NETD-Wert erscheint ein eigener Beitrag.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Sensor | 640×512 |
| Pixelabstand | 12 µm |
| NETD | 18 mK bei 300 K, siehe Abschnitt 8 |
| Bildrate | 50 Hz |
| Spektralbereich | 8 bis 14 µm |
| Objektiv | 35 mm, Blende F0.8, siehe Abschnitt 8 |
| Grundvergrößerung | 2,0-fach |
| Digitalzoom | stufenlos 1- bis 4-fach, gesamt bis 8-fach |
| Sichtfeld | 12,5° × 10,0°, 21,9 × 17,6 m auf 100 m, nachgerechnet |
| Entdeckungsreichweite | 1800 m |
| Ansprechen Rotwild | 600 m, Angabe des deutschen Vertriebs, nicht von ThermTec |
| Display | AMOLED, 0,39 Zoll, 1024×768 |
| Augenabstand | 40 mm |
| Austrittspupille | 6 mm |
| Dioptrienausgleich | −5 bis +5 dpt |
| Entfernungsmesser | Laser bis 1000 m, ±1 m, 905 nm, Laserklasse 1 |
| Farbpaletten | 6, dazu Bildmodi Wald und Ziel |
| Aufnahme | Foto und Video, WLAN, ThermTec App |
| Akku | wechselbare 18650 Zelle |
| Laufzeit | 8 h je Zelle |
| Laden | USB-C |
| Schutzart | IP67 |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Gehäuse | Magnesiumlegierung |
| Betriebstemperatur | −20 bis +50 °C |
| Gewicht | 505 g ±5 g |
| Maße | 190,2 × 69,3 × 77,1 mm |
| Garantie | von ThermTec nicht veröffentlicht, siehe Abschnitt 8 |
Häufige Fragen
Hat das ThermTec Wild 635L Blende 0.8 oder 0.9?
Blende 0.8. ThermTec gibt für das 35 mm Objektiv auf mehreren eigenen Seiten F0.8 an, und ein unabhängiger deutscher Langzeittest bestätigt diesen Wert. Drei deutsche Händler schreiben F0.9, was vermutlich aus der Spalte der 50 mm Modelle übernommen wurde, die tatsächlich F0.9 tragen. Der Unterschied ist erheblich, weil die Blendenzahl im Quadrat in die Signalmenge eingeht: F0.8 sammelt rund 27 Prozent mehr Wärmestrahlung als F0.9.
Wild 635L oder Wild 635L Pro?
Beide tragen dasselbe 35 mm F0.8 Objektiv, dasselbe Sichtfeld, dieselbe Reichweite und denselben Laser. Das Pro bringt NETD unter 15 statt 18 mK, ein Display mit 1600×1200 statt 1024×768 Punkten und eine Austrittspupille von 8 statt 6 Millimetern, kostet dafür aber die Hälfte des Augenabstands, nämlich 20 statt 40 Millimeter, und rund zwei Stunden Laufzeit. Bei ThermTec trennen die beiden 50 Pfund, im deutschen Handel rund 340 Euro. Für Brillenträger ist das einfache Modell die bessere Wahl.
Wie weit sieht das Wild 635L?
ThermTec nennt 1800 Meter Entdeckungsreichweite, also die Entfernung, auf der eine Wärmequelle als solche auffällt. Der deutsche Vertrieb nennt daneben 600 Meter für das Ansprechen eines Stücks Rotwild und 200 Meter für das Identifizieren, doch diese beiden Zahlen stehen nicht bei ThermTec. Eine Erkennungswahrscheinlichkeit gibt der Hersteller zu keinem Wert an, weshalb sich die Angaben nicht unmittelbar mit denen anderer Marken vergleichen lassen.
Für welches Revier eignet sich das Wild 635L?
Für Wald und gemischtes Gelände, so die Einordnung eines deutschen Langzeittests über sieben ThermTec Geräte. Der Grund ist das weite Bildfeld von 21,9 Metern auf 100 Meter, das schnelles Absuchen erlaubt, zusammen mit der niedrigen Grundvergrößerung von 2,0-fach. Für das offene Feldrevier verweist derselbe Test auf die 50 mm Modelle Wild 650 und Wild 650L, die weiter reichen, dafür aber nur 15,4 Meter Bildbreite zeigen.
Ist der Erwerb eines Wild 635L in Deutschland erlaubnisfrei?
Ja. Das Gerät hat kein Absehen und keine Vorrichtung zur Montage an einer Schusswaffe, weshalb die Verbotsregelung für Nachtzieltechnik in Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes es nicht erfasst. Weder Erlaubnis noch Jagdschein sind erforderlich. Für die jagdliche Verwendung gilt gesondert § 19 des Bundesjagdgesetzes, der Nachtzielgeräte bei der Jagd verbietet und dessen Einzelheiten die Länder unterschiedlich ausgestalten. Dies ist keine Rechtsberatung.
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