ThermTec Hunt 650 Pro Wärmebild-Vorsatzgerät

2.649,00 €

Das ThermTec Hunt 650 Pro ist das Vorsatzgerät für weite Sichtweiten: 50 Millimeter Brennweite auf 640×512 Bildpunkten lösen je Bildpunkt 0,24 Milliradian auf, ein Drittel feiner als die Modelle mit 35 Millimetern. Der NETD-Wert liegt unter 15 Millikelvin.

  • 0,24 mrad je Bildpunkt, das feinste Raster der Reihe
  • 50 mm bei Blende 1.0, 640×512 Sensor, 12 µm
  • NETD unter 15 mK, Display mit 1920 × 1080 Punkten
  • Kein eigenes Zielabsehen, für Jagdscheininhaber erlaubt
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden

1 vorrätig (kann nachbestellt werden)

Beschreibung

Was 0,24 Milliradiant je Bildpunkt praktisch bedeuten

Für die Frage, ob Sie ein Stück ansprechen können, ist nicht die Reichweitenangabe maßgeblich, sondern wie viele Bildpunkte auf das Stück fallen. Dieser Wert ergibt sich aus Pixelabstand geteilt durch Brennweite, und bei 12 Mikrometern hinter 50 Millimetern sind es 0,24 Milliradian.

In Zentimeter übersetzt, und das ist die nützlichere Form:

Entfernung Hunt 650 Pro, 50 mm Modelle mit 35 mm
100 m 2,4 cm je Bildpunkt 3,4 cm
200 m 4,8 cm 6,9 cm
300 m 7,2 cm 10,3 cm
400 m 9,6 cm 13,7 cm

Ein Rehkörper von rund 70 Zentimetern Länge wird mit diesem Gerät auf 300 Meter noch von etwa zehn Bildpunkten in der Breite erfasst. Bei den Modellen mit 35 Millimetern ist dieser Punkt bereits bei 200 Metern erreicht. Weil ein sicheres Ansprechen erfahrungsgemäß zehn bis zwanzig Bildpunkte über die Zielbreite verlangt, liegt die praktische Grenze dieses Geräts je nach Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und Wildart bei etwa 250 bis 400 Metern.

Bezahlt wird dieser Vorteil mit Bildfeld. Das Sichtfeld beträgt 8,8 mal 7,0 Grad, auf 100 Meter also 15,4 mal 12,3 Meter, nachgerechnet aus 640 Bildpunkten mal 12 Mikrometern Sensorbreite hinter 50 Millimetern Brennweite. Das Hunt 635 Pro zeigt an derselben Stelle 21,9 Meter, also 42 Prozent mehr. Zum Absuchen einer Fläche ist dieses Gerät deshalb das schwächste der Reihe, zum Beurteilen auf Distanz das stärkste.

Daraus folgt die Reviereignung. Offene Feldflächen, Agrarland, weite Schneisen und alles, wo Sie regelmäßig über 200 Meter ansprechen: dieses Gerät. Waldrand, Jungwuchs, dichter Bestand und schnelles Absuchen: das Modell mit 35 Millimetern.

Die 2600 Meter, und was sie beschreiben

ThermTec nennt für dieses Modell 2600 Meter, den höchsten Wert der Reihe. Die Zahl verdient eine Erklärung, denn sie entsteht nicht im Revier.

Über das gesamte ThermTec Programm folgen diese Angaben einer Regel von etwa 50 Metern je Millimeter Brennweite. Bei 50 Millimetern ergibt das 2500, und der Hersteller rundet hier auf 2600 auf. Dieselbe Rechnung liefert für die Modelle mit 35 Millimetern 1750, aufgerundet auf 1800.

In dieser Formel kommt die Sensorauflösung nicht vor. Ein Gerät mit 384 × 288 Bildpunkten und 50 Millimetern erhielte dieselben 2500 Meter, obwohl es praktisch weniger leistet. Was die Zahl beschreibt, ist die Entfernung, auf der eine Wärmequelle überhaupt noch als Signal im Bild erscheint, nicht die Entfernung, auf der Sie ein Stück beurteilen oder einen Schuss antragen können.

Wir nennen die Herstellerzahl, weil Sie sie zum Vergleich mit anderen Angeboten brauchen, und wir nennen daneben die 250 bis 400 Meter aus der Rechnung oben. Für ein Vorsatzgerät kommt eine zweite Grenze hinzu: Empfohlen ist ein Tagesglas bis 16-fach, weil Ihr Zielfernrohr das Display zusätzlich aufzieht und oberhalb davon die Bildpunkte sichtbar werden.

Rechtliche Einordnung in drei Sätzen

Dieses Gerät wird über einen Adapter mit M52×0,75 Gewinde auf das Objektiv Ihres Zielfernrohrs geschraubt, nicht auf die Waffe, arbeitet im Vorsatzbetrieb einfach vergrößernd und besitzt kein eigenes Absehen zum Zielen; gezielt wird mit dem Absehen des Tagesglases.

Damit fällt es unter die Ausnahme des § 40 Abs. 3 WaffG, die Jagdscheininhabern nach § 15 Abs. 2 Satz 1 BJagdG den Umgang mit Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen für jagdliche Zwecke erlaubt. Für Geräte, die ihr Absehen selbst mitbringen und auf der Waffe sitzen, gilt diese Ausnahme gerade nicht; sie zählen weiterhin zu den verbotenen Waffen.

Die einblendbare Bezugslinie dient allein der Videoaufzeichnung und Wiedergabe; über die Verwendung entscheiden § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und Ihr Landesjagdgesetz. Die ausführliche Darstellung steht auf der Seite zum Hunt 335 Pro, und dies ist keine Rechtsberatung.

Ausstattung und Einordnung

Der NETD-Wert unter 15 Millikelvin ist der niedrigste im ThermTec Programm, wo die aktuelle Wild D Reihe bei 18 und die Cyclops Pro Reihe bei 25 liegt. Das AMOLED-Display zeigt 1920 mal 1080 Punkte bei 4,5 Mikrometern auf 0,39 Zoll, also deutlich feiner als die 1024 mal 768 der Handgeräte, was bei einem Gerät hinter einem Zielfernrohr doppelt zählt.

Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung misst 124 mal 70 mal 77 Millimeter und ist damit das größte der drei, was die längere Optik erklärt. Die Rückstoßfestigkeit liegt bei 6000 Joule, ein Verstellklick bei 1,1 Zentimetern auf 100 Meter. Der Akku ist wechselbar, ein zweiter liegt bei, eine Zelle trägt rund sechs Stunden.

Dazu 64 Gigabyte Speicher, WLAN, vier Waffenprofile, sechs Farbpaletten, manueller Fokus, IP67, minus 20 bis plus 50 Grad, Aufzeichnung von elf Sekunden vor und nach dem Schuss, Shutter-Kalibrierung mit lernendem Algorithmus und werkzeugloser Umbau zum Handgerät. Im Handgerätebetrieb ergibt das 50 mm Objektiv auf diesem Sensor etwa 2,8-fache Vergrößerung.

Einen Laserentfernungsmesser hat dieses Modell nicht. Mit Laser bis 1000 Meter arbeitet das Hunt 650L bei sonst gleicher Optik; es wiegt dafür 64 Gramm mehr und läuft rund eine Stunde kürzer. Bei einem Gerät, dessen Stärke das Ansprechen auf Distanz ist, lohnt sich dieser Vergleich: Wer auf 300 Meter anspricht, will die Entfernung meist auch messen.

Im Programm: Weiter blickt das Hunt 635 Pro, lichtstärker und günstiger ist das Hunt 335 Pro, alle in der Hunt Pro Serie. Als Beobachtungsgerät mit gleicher Optik passen das Wild 650L oder das Wild 650. Eine Gesamtübersicht der Handgeräte führt ThermTec Wärmebild-Monokulare, das vollständige Markensortiment des ThermTec Bereich. Vorsatzgeräte mit langer Optik führen auch Pulsar und HIKMICRO. Zur Rechtslage siehe die Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Vorsatzgerät für das Tagesglas, kein eigenes Zielabsehen
Sensor 640 × 512, Mikrobolometer, ungekühlt
Pixelabstand 12 µm
NETD unter 15 mK
Bildrate 50 Hz
Spektralbereich 8 bis 14 µm
Objektiv 50 mm, Blende F1.0, manueller Fokus
Vergrößerung im Vorsatzbetrieb 1-fach, Tagesglas bleibt maßgeblich
Vergrößerung im Handgerätebetrieb etwa 2,8-fach
Empfohlenes Tagesglas 1- bis 16-fach
Sichtfeld 8,8° × 7,0°, 15,4 × 12,3 m auf 100 m, nachgerechnet
Winkel je Bildpunkt 0,24 mrad, feinster Wert der Reihe
Entdeckung Personengröße 2600 m, Rechenwert des Herstellers, siehe oben
Display AMOLED, 0,39 Zoll, 1920×1080, 4,5 µm
Montage Adapter mit M52×0,75 auf das Objektiv des Tagesglases
Rückstoßfestigkeit 6000 J
Klickverstellung 1,1 cm auf 100 m
Bildangleich Verschiebung des Wärmebilds auf die Treffpunktlage des Tagesglases
Kalibrierung Shutter, lernender Algorithmus
Aufzeichnung Foto und Video, 11 s vor und nach dem Schuss
Bezugslinie im Video einstellbar, nicht zum Zielen
Waffenprofile 4
Farbpaletten 6
Zweitbetrieb Werkzeugloser Umbau zum Handgerät
Akku wechselbar, zweiter Akku im Lieferumfang
Laufzeit rund 6 h je Akku
Laden USB-C
Interner Speicher 64 GB
Entfernungsmesser Keiner, siehe Hunt 650L
Gehäuse Magnesiumlegierung
Schutzart IP67
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Gewicht 399 g
Maße 124 × 70 × 77 mm

Häufige Fragen

Auf welche Entfernung kann ich mit dem Hunt 650 Pro ansprechen?

Je nach Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und Wildart sind 250 bis 400 Meter eine realistische Erwartung. Abgeleitet ist das aus dem Winkel je Bildpunkt von 0,24 Milliradiant: Auf 300 Metern deckt ein Bildpunkt 7,2 Zentimeter ab, sodass ein Rehkörper von 70 Zentimetern noch von etwa zehn Punkten in der Breite erfasst wird, und das ist erfahrungsgemäß die untere Schwelle für ein sicheres Ansprechen. Die Herstellerangabe von 2600 Metern beschreibt etwas anderes, nämlich wann eine Wärmequelle überhaupt als Signal im Bild erscheint. Bei einem Vorsatzgerät gilt zusätzlich die Empfehlung, das Tagesglas nicht über 16-fach zu nutzen.

Hunt 650 Pro oder Hunt 635 Pro?

Beide tragen denselben 640×512 Sensor, unterscheiden sich aber in der Brennweite. Dieses Gerät löst mit 50 Millimetern je Bildpunkt 0,24 Milliradiant auf, das Hunt 635 Pro mit 35 Millimetern nur 0,343, weshalb Sie hier rund ein Drittel weiter ansprechen können. Dafür zeigt das Hunt 635 Pro auf 100 Meter 21,9 statt 15,4 Meter Bildbreite und verträgt ein Tagesglas bis 18-fach statt 16-fach. Für offenes Feld und weite Sichtweiten nehmen Sie dieses Gerät, für Waldrand, dichten Bestand und schnelles Absuchen das 635 Pro.

Warum nennt ThermTec 2600 Meter, wenn man nur 400 Meter ansprechen kann?

Weil beide Zahlen verschiedene Dinge beschreiben. Die 2600 Meter folgen einer Rechnung aus der Brennweite, nämlich etwa 50 Meter je Millimeter, hier von 2500 auf 2600 aufgerundet, und die Sensorauflösung kommt darin nicht vor. Gemeint ist die Entfernung, auf der eine Wärmequelle überhaupt als Signal im Bild sichtbar wird, vergleichbar damit, einen Lichtpunkt in der Ferne zu sehen, ohne sagen zu können, was dort leuchtet. Das Ansprechen verlangt dagegen genügend Bildpunkte auf dem Stück, und dafür ist der Winkel je Bildpunkt maßgeblich.

Ist ein Vorsatzgerät für Jagdscheininhaber erlaubt?

Ja, für jagdliche Zwecke, und zwar über die Ausnahme in § 40 Abs. 3 WaffG. Voraussetzung ist, dass das Gerät auf das Tagesglas und nicht auf die Waffe montiert wird und kein eigenes Absehen zum Zielen besitzt, was bei diesem Modell beides zutrifft. Ein vollintegriertes Wärmebild-Zielfernrohr mit eigenem Absehen bleibt dagegen eine verbotene Waffe, denn die Ausnahme erfasst es nicht. Welches Wild Sie mit einem erlaubten Vorsatzgerät bejagen dürfen, regeln § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und das Jagdgesetz Ihres Bundeslandes, wobei die meisten Länder Schwarzwild freigegeben haben. Dies ist keine Rechtsberatung.

Brauche ich dazu einen Laserentfernungsmesser?

Dieses Modell hat keinen, und bei einem Gerät für weite Distanzen ist das die Frage, die sich lohnt. Wenn Sie regelmäßig über 200 Meter ansprechen, wollen Sie die Entfernung meist auch kennen, und eine Schätzung über die Zielbreite ist auf diese Distanz ungenau. Bei gleicher Optik führt das Hunt 650L einen Laser bis 1000 Meter mit einer Genauigkeit von ±1 Meter sowie einen Ballistikrechner mit. Wer dagegen überwiegend auf bekannten Entfernungen ansitzt, etwa an gemessenen Kirrungen, spart sich den Aufpreis ohne Nachteil.

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