ThermTec Hunt 635 Pro Wärmebild-Vorsatzgerät
2.099,00 €
Das ThermTec Hunt 635 Pro bringt 640 × 512 Bildpunkte vor Ihr Zielfernrohr und verträgt dabei ein Tagesglas bis 18-fach, mehr als jedes andere Modell der Reihe. Das Sichtfeld beträgt 21,9 Meter auf 100 Meter, der NETD-Wert liegt unter 15 Millikelvin.
- 640 × 512 Sensor, 12 µm, NETD unter 15 mK
- 35 mm bei Blende 1.0, Tagesglas bis 18-fach nutzbar
- 21,9 Meter Bildbreite auf 100 Meter
- Kein eigenes Zielabsehen, für Jagdscheininhaber erlaubt
- Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
2 vorrätig (kann nachbestellt werden)
Warum hier ein Tagesglas bis 18-fach sinnvoll ist
ThermTec nennt für jedes Modell dieser Reihe eine empfohlene Obergrenze der Zieloptik: beim Modell mit kleinem Sensor 12-fach, beim Modell mit 50 Millimetern 16-fach und bei diesem Gerät 18-fach. Diese Zahlen wirken wie Marketing, folgen aber einer nachvollziehbaren Logik.
Ein Vorsatzgerät zeigt sein Bild auf einem Display, und Ihr Zielfernrohr vergrößert dieses Display. Je stärker es vergrößert wird, desto größer erscheinen auch die einzelnen Bildpunkte. Irgendwann sehen Sie nicht mehr Detail, sondern Raster. Wo diese Grenze liegt, hängt davon ab, wie viele Bildpunkte überhaupt zur Verfügung stehen.
Mit 640 mal 512 Punkten bringt dieses Gerät 2,2-mal so viele mit wie das Modell mit 384 × 288, und daraus folgt die höhere nutzbare Vergrößerung. Praktisch heißt das: Wenn auf Ihrer Waffe ein Glas mit 3–18×50 oder 2,5–15×56 sitzt, können Sie dessen oberen Bereich auch mit Wärmebild nutzen. Hinter dem Modell mit kleinem Sensor wäre derselbe Bereich unbrauchbar.
Das Sichtfeld beträgt 12,5 mal 10,0 Grad, auf 100 Meter also 21,9 mal 17,6 Meter. Gerechnet ist das aus 640 Bildpunkten mal 12 Mikrometern Sensorbreite und 512 mal 12 Mikrometern Höhe hinter 35 Millimetern Brennweite, und die Herstellerangabe geht ohne Rest auf. Im Vergleich der Reihe ist das der weiteste Blick: Das Modell mit kleinem Sensor zeigt bei gleicher Brennweite 13,2 Meter, das mit 50 Millimetern 15,4 Meter.
Pro Bildpunkt deckt die Optik 0,343 Milliradian ab, identisch mit dem Schwestermodell bei gleicher Brennweite, weil dieser Wert allein von Pixelabstand und Brennweite abhängt. Der größere Sensor liefert also kein feineres Bild, sondern dasselbe Feinheitsmaß über eine größere Fläche. Genau darin liegt der Nutzen beim Absuchen.
Die rechtliche Lage, kurz und belegt
Dieses Gerät ist ein Vorsatzgerät: Es wird über einen Adapter mit M52×0,75 Gewinde auf das Objektiv Ihres Zielfernrohrs geschraubt, nicht auf die Waffe, und es arbeitet im Vorsatzbetrieb einfach vergrößernd. Ein eigenes Absehen zum Zielen hat es nicht, Sie zielen mit dem Absehen Ihres Tagesglases.
Deshalb greift die Ausnahme in § 40 Abs. 3 WaffG, die Inhabern eines Jagdscheins nach § 15 Abs. 2 Satz 1 BJagdG für jagdliche Zwecke den Umgang mit Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen erlaubt. Vollintegrierte Zielfernrohre mit eigenem Absehen sind davon nicht erfasst und bleiben verbotene Waffen.
Die einblendbare Bezugslinie erscheint nur in Videoaufzeichnung und Wiedergabe, damit Sie den Sitz eines Schusses nachträglich beurteilen können. Sie ist kein Zielmittel im Live-Bild. Über die Verwendung entscheiden gesondert § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und das Jagdgesetz Ihres Bundeslandes. Eine ausführliche Darstellung steht auf der Seite zum Hunt 335 Pro, und dies ist keine Rechtsberatung.
Sensor, Display und Ausstattung
Der NETD-Wert unter 15 Millikelvin ist der niedrigste im gesamten ThermTec Programm. Zum Einordnen: Die aktuelle Wild D Reihe der Handgeräte liegt bei 18, die Cyclops Pro Reihe bei 25, die Cyclops Standardreihe zwischen 30 und 40. Niedriger heißt, dass kleinere Temperaturunterschiede noch vom Eigenrauschen getrennt werden, und das zeigt sich bei Nieselregen, in feuchter Luft und wenn sich Wildkörper und Untergrund temperaturmäßig annähern.
Das AMOLED-Display löst 1920 mal 1080 Punkte bei 4,5 Mikrometern Rasterweite auf 0,39 Zoll auf. Bei einem Vorsatzgerät wiegt diese Feinheit doppelt, weil Ihr Zielfernrohr das Display zusätzlich aufzieht; mit den 1024 mal 768 Punkten der Handgeräte wäre die hohe nutzbare Vergrößerung nicht erreichbar.
Das Gehäuse besteht aus Magnesiumlegierung und misst 118 mal 66 mal 77 Millimeter, womit dieses Modell das kürzeste der drei ist. Bei 399 Gramm bleibt die Masse vor dem Lauf beherrschbar, was bei einem Vorsatzgerät über die Handhabung entscheidet. Die Rückstoßfestigkeit beträgt 6000 Joule, ein Klick der Verstellung entspricht 1,1 Zentimetern auf 100 Meter.
Der Akku ist wechselbar, ein zweiter gehört zum Lieferumfang, und eine Zelle trägt rund sechs Stunden. Dazu kommen 64 Gigabyte interner Speicher, WLAN, vier Waffenprofile, sechs Farbpaletten, manueller Fokus, IP67 und ein Betriebsbereich von minus 20 bis plus 50 Grad. Die Aufzeichnung speichert elf Sekunden vor und nach dem Schuss. Kalibriert wird über einen Shutter, dessen Auslösehäufigkeit ein lernender Algorithmus nach Herstellerangabe mit der Zeit senkt. Werkzeuglos lässt sich das Gerät zu einem Handgerät umbauen.
Einen Laserentfernungsmesser hat dieses Modell nicht. Mit Laser bis 1000 Meter und sonst gleicher Optik arbeitet das Hunt 635L, mit 50 Millimetern das Hunt 650L. Beide stehen in der Hunt LRF Serie.
Im Programm: Günstiger und lichtstärker, dafür mit kleinerem Sensor, ist das Hunt 335 Pro, mehr Reichweite bringt das Hunt 650 Pro, beide in der Hunt Pro Serie. Als Beobachtungsgerät mit gleichem Sensor und gleicher Brennweite passt das Wild 635 oder mit Laser das Wild 635L. Alle Handgeräte stehen in ThermTec Wärmebild-Monokulare, die Marke im ThermTec Bereich. Vorsatzgeräte anderer Marken führen HIKMICRO und Nocpix. Die Rechtslage fasst die Rechtsübersicht Wärmebildtechnik zusammen.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauart | Vorsatzgerät für das Tagesglas, kein eigenes Zielabsehen |
| Sensor | 640 × 512, Mikrobolometer, ungekühlt |
| Pixelabstand | 12 µm |
| NETD | unter 15 mK |
| Bildrate | 50 Hz |
| Spektralbereich | 8 bis 14 µm |
| Objektiv | 35 mm, Blende F1.0, manueller Fokus |
| Vergrößerung im Vorsatzbetrieb | 1-fach, Tagesglas bleibt maßgeblich |
| Empfohlenes Tagesglas | 1- bis 18-fach, Höchstwert der Reihe |
| Sichtfeld | 12,5° × 10,0°, 21,9 × 17,6 m auf 100 m, nachgerechnet |
| Winkel je Bildpunkt | 0,343 mrad |
| Entdeckung Personengröße | 1800 m, Rechenwert des Herstellers |
| Display | AMOLED, 0,39 Zoll, 1920×1080, 4,5 µm |
| Montage | Adapter mit M52×0,75 auf das Objektiv des Tagesglases |
| Rückstoßfestigkeit | 6000 J |
| Klickverstellung | 1,1 cm auf 100 m |
| Bildangleich | Verschiebung des Wärmebilds auf die Treffpunktlage des Tagesglases |
| Kalibrierung | Shutter, lernender Algorithmus |
| Aufzeichnung | Foto und Video, 11 s vor und nach dem Schuss |
| Bezugslinie im Video | einstellbar, nicht zum Zielen |
| Waffenprofile | 4 |
| Farbpaletten | 6 |
| Zweitbetrieb | Werkzeugloser Umbau zum Handgerät |
| Akku | wechselbar, zweiter Akku im Lieferumfang |
| Laufzeit | rund 6 h je Akku |
| Laden | USB-C |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Entfernungsmesser | Keiner, siehe Hunt 650L |
| Gehäuse | Magnesiumlegierung |
| Schutzart | IP67 |
| Betriebstemperatur | −20 bis +50 °C |
| Gewicht | 399 g |
| Maße | 118 × 66 × 77 mm, kürzestes Modell der Reihe |
Häufige Fragen
Welches Vorsatzgerät verträgt die höchste Vergrößerung?
Von der Hunt Pro Reihe das Hunt 635 Pro, mit einem empfohlenen Tagesglas bis 18-fach. Dahinter steht eine einfache Logik: Ihr Zielfernrohr vergrößert das Display des Vorsatzgeräts, und mit der Vergrößerung wachsen auch die einzelnen Bildpunkte, bis Sie Raster statt Detail sehen. Weil dieses Gerät mit 640 × 512 Punkten 2,2-mal so viele mitbringt wie die Ausführung mit 384 × 288, liegt diese Grenze höher. Das Modell mit kleinem Sensor ist bis 12-fach empfohlen, das mit 50 Millimetern Brennweite bis 16-fach.
Wie groß ist das Sichtfeld auf 100 Meter?
21,9 mal 17,6 Meter, entsprechend 12,5 mal 10,0 Grad. Nachgerechnet aus 640 Bildpunkten mal 12 Mikrometern Sensorbreite und 512 mal 12 Mikrometern Höhe hinter 35 Millimetern Brennweite, wobei die Herstellerangabe ohne Rest aufgeht. Innerhalb der Reihe ist das der weiteste Blick: Das Hunt 335 Pro kommt bei gleicher Brennweite auf 13,2 Meter, weil sein Sensor kleiner ist, und das Hunt 650 Pro auf 15,4 Meter, weil seine Brennweite länger ist.
Brauche ich für ein Vorsatzgerät einen Jagdschein?
Für den Umgang zu jagdlichen Zwecken ja. § 40 Abs. 3 WaffG erlaubt Inhabern eines Jagdscheins nach § 15 Abs. 2 Satz 1 BJagdG ausdrücklich den Umgang mit Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen, und dieses Gerät erfüllt die Voraussetzung, weil es auf das Tagesglas und nicht auf die Waffe montiert wird und kein eigenes Absehen zum Zielen besitzt. Ohne diese Ausnahme wäre der Umgang untersagt. Vollintegrierte Wärmebild-Zielfernrohre mit eigenem Absehen fallen nicht darunter und bleiben verbotene Waffen. Welches Wild Sie damit bejagen dürfen, regeln § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und Ihr Landesjagdgesetz. Dies ist keine Rechtsberatung.
Verschiebt das Gerät meine Treffpunktlage?
Nein, weil es im Vorsatzbetrieb einfach vergrößernd arbeitet und damit die Optik Ihres Zielfernrohrs unverändert lässt. Voraussetzung ist, dass das Tagesglas vor der Montage eingeschossen ist. Danach gleichen Sie das Wärmebild einmalig an, indem Sie es auf die Treffpunktlage des Tagesglases verschieben; ein Klick entspricht 1,1 Zentimetern auf 100 Meter. Dieser Vorgang verändert nichts an der Waffe, sondern verschiebt nur das Bild im Gerät, und er lässt sich in vier Waffenprofilen ablegen.
Hunt 635 Pro oder Hunt 650 Pro?
Der Unterschied ist die Brennweite, 35 gegen 50 Millimeter, bei identischem Sensor und gleicher Ausstattung. Dieses Gerät zeigt auf 100 Meter 21,9 Meter Bildbreite und verträgt ein Tagesglas bis 18-fach. Das Hunt 650 Pro zeigt 15,4 Meter, löst mit 0,24 statt 0,343 Milliradiant je Bildpunkt feiner auf und erreicht 2600 statt 1800 Meter Herstellerreichweite. Nehmen Sie dieses Gerät für gemischtes Gelände und zum Absuchen, das 650 Pro für offene Flächen und weite Sichtweiten.
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