Nocpix Rico 2 H50R Wärmebild-Zielfernrohr mit LRF
4.399,00 €
Das Nocpix Rico 2 H50R verbindet den 640×512 Sensor der Reihe mit einem kürzeren 50 mm Objektiv und wiegt dadurch nur 926 Gramm, rund ein Drittel weniger als die 75-mm-Modelle. NETD unter 15 mK, 60 Hertz, Erkennung bis 2597 Meter, Laser bis 1200 m. Die Picatinny-Montage liegt bei.
- 640×512 Sensor, 12 µm Pixelabstand, NETD unter 15 mK
- 50 mm Objektiv, Blende 1.0, stufenlos 3- bis 24-fach
- 926 g, das leichteste Rico 2 Modell mit 640er Sensor
- 6000 Joule Rückstoßfestigkeit, sieben Einschießprofile
- Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
2 vorrätig
Das ausgewogene Modell der Reihe, und woran man das erkennt
Unter den vier Rico 2 Modellen ist das H50R dasjenige mit dem günstigsten Verhältnis aus Bildbreite, Reichweite und Gewicht. Es zeigt auf 100 Meter 15,4 Meter Breite, also mehr als die beiden 75-mm-Modelle mit 10,3 Metern, und bleibt mit 926 Gramm klar unter deren 1250 bis 1300 Gramm.
Der Grund ist das kürzere Objektiv. 50 Millimeter Brennweite hinter demselben 640×512 Sensor öffnen den Bildwinkel gegenüber 75 Millimetern um die Hälfte und verkürzen zugleich den Aufbau: 296 × 78 × 76 Millimeter gegenüber 336 × 116 × 90. Wer das Gerät zwischen mehreren Waffen wechselt oder im Ansitz oft nachführt, merkt diese Differenz bei jedem Handgriff.
Bezahlt wird das mit Reichweite. 2597 Meter statt 3896 Meter, jeweils bezogen auf ein Ziel von 1,7 × 0,5 Metern bei 99 Prozent Erkennungswahrscheinlichkeit. Nocpix nennt diese Bedingungen für die Rico 2 Reihe ausdrücklich, was die Zahl einordnen lässt; in der günstigeren Bolt Reihe fehlen beide Angaben. Und gemeint ist stets das Wahrnehmen einer Wärmequelle, nicht das Ansprechen des Stücks.
Für jagdliche Verhältnisse ist der Unterschied zwischen 2,6 und 3,9 Kilometern ohne Belang, weil beide Distanzen weit jenseits jeder Schussentfernung liegen. Bedeutsam bleibt allein das Verhältnis von Bildbreite zu Vergrößerung, und hier liegt das H50R mit 3- bis 24-fach in der Mitte der Reihe.
Die Angabe zum senkrechten Sichtfeld, offen gesagt
Beim waagerechten Sichtfeld stimmt alles: 8,8°, also 15,4 Meter auf 100 Meter, und diese Zahl geht rechnerisch exakt auf. 640 Bildpunkte mal 12 µm ergeben 7,68 Millimeter Sensorbreite, hinter 50 Millimetern Brennweite genau 8,8°.
Beim senkrechten Wert gibt Nocpix 6,6° und 11,5 Meter an. Rechnerisch müssten 512 Bildpunkte mal 12 µm, also 6,14 Millimeter, hinter derselben Brennweite 7,0° und 12,3 Meter ergeben. Die 6,6° entsprächen 480 Zeilen. Auffällig ist zudem, dass Nocpix für das Bolt H50R mit identischem Sensor und identischem Objektiv 7,0° veröffentlicht.
Wir übernehmen dennoch die Herstellerangabe, und zwar aus einem einfachen Grund: Alle Quellen nennen 6,6°, das Handbuch, die Herstellerseite und der aktive deutsche Händler. Es gibt keine abweichende Veröffentlichung, gegen die zu entscheiden wäre. Denkbar ist, dass das Gerät auf seinem quadratischen Display einen Teil der Bildhöhe nicht darstellt; dokumentiert ist das nirgends, und wir behaupten es nicht. Praktisch geht es um 0,8 Meter Bildhöhe auf 100 Meter, was die Kaufentscheidung nicht berührt. Die Frage ist beim Hersteller angefragt.
Ausstattung: stufenloser Zoom, sieben Waffen, Laserklasse 1
Gezoomt wird stufenlos über einen Hebel am Gehäuse, laut Nocpix mit über 150 Stufen innerhalb von 120 Grad Hebelweg. Gegenüber dem gestuften Digitalzoom günstigerer Reihen bedeutet das, dass Sie die Vergrößerung an die Distanz anpassen und nicht an die nächste verfügbare Stufe.
Der Speicher hält sieben Einschießprofile unter den Bezeichnungen A bis G vor, was den Wechsel zwischen sieben Waffen ohne neues Justieren erlaubt. Sieben Absehen sind fest hinterlegt, ein achtes gestalten Sie in der App. Der eingebaute Entfernungsmesser reicht bis 1200 Meter bei ±1 Meter Genauigkeit und arbeitet in Laserklasse 1, also der unkritischsten Klasse; die Bolt Reihe nutzt hier Klasse 3R. Recoil Activated Video sichert den Schuss, der Ballistikrechner rechnet mit der gemessenen Distanz, und WLAN überträgt Aufnahmen aus den 32 Gigabyte internen Speichers.
Zu beachten: Sicht und Messung fallen auseinander. Das Gerät erfasst bis 2597 Meter und misst bis 1200. Oberhalb dieser Grenze bleibt es ein Beobachtungsinstrument ohne Ballistikeingabe.
Montage, Strom und die Schwäche der Reihe
Ein Tubusdurchmesser existiert nicht, denn die Rico 2 Modelle sitzen auf einer Picatinny-Schnittstelle. Die passende Montage samt M5-Schrauben und Werkzeug liegt im Karton, dazu ein Heizziel zum Einschießen, Reinigungstuch, IBP-5 Akku, IBC-5 Ladegerät, USB-C Kabel, Magnetladekabel und Kurzanleitung. Kein deutschsprachiger Anbieter der Reihe schreibt ausdrücklich, dass die Montage enthalten ist. Wer Ringmontage bevorzugt, findet sie in der ACE Reihe, eine werkseitige Schienenaufnahme in der ACE RM Reihe.
Die Stromversorgung ist der wunde Punkt dieser Reihe. Es gibt eine einzelne wechselbare IBP-5 Zelle mit 4400 mAh und keinen festverbauten Reserveakku; genau eine Zelle wird mitgeliefert. Die Laufzeit beträgt 5,5 Stunden bei 22 Grad, ein voller Ansitz also, aber keine durchgehende Nacht. Dass die deutlich günstigere Bolt Reihe einen internen Akku zusätzlich zur Wechselzelle mitbringt und den Zellenwechsel im Betrieb überbrückt, ist in diesem Vergleich bemerkenswert. Planen Sie eine zweite IBP-5 Zelle ein.
Die Rückstoßfreigabe beträgt 6000 Joule, eine Zahl, die Nocpix für Rico 2 ausdrücklich nennt. Der Augenabstand liegt bei 60 Millimetern, die Austrittspupille bei 23, der Dioptrienausgleich reicht von minus fünf bis plus fünf. Das Gehäuse trägt IP67 und arbeitet von minus 20 bis plus 50 Grad, das Display löst mit 2560 × 2560 auf.
Wer die Tagoptik behalten und damit die Rechtsfrage des ersten FAQ-Punkts vermeiden will, findet die Bauart unter Wärmebild-Vorsatzgeräte. Die übrigen Modelle der Reihe stehen in der Rico 2 Serie, darunter das Rico 2 H75R mit demselben Sensor und längerem Objektiv sowie das Rico 2 L42R als Einstieg. Eine Übersicht aller Zielfernrohre der Marke gibt Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre, das übrige Programm der Nocpix Bereich. Vergleichbar positioniert aus dem Wettbewerb ist das Pulsar Thermion 2 LRF XP50 PRO.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Sensor | 640 × 512, Vox |
| Pixelabstand | 12 µm |
| NETD | unter 15 mK |
| Bildrate | 60 Hz |
| Objektiv | 50 mm, Blende 1.0 |
| Vergrößerung | stufenlos 3- bis 24-fach |
| Sichtfeld | 8,8° × 6,6°, 15,4 × 11,5 m auf 100 m (Herstellerangabe, siehe Abschnitt 8) |
| Erkennungsreichweite | 2597 m, Ziel 1,7 × 0,5 m, Erkennungswahrscheinlichkeit 99 % |
| Display | AMOLED, 2560 × 2560 |
| Augenabstand | 60 mm |
| Austrittspupille | 23 mm |
| Dioptrienausgleich | −5 bis +5 dpt |
| Entfernungsmesser | bis 1200 m, Genauigkeit ±1 m, Laserklasse 1 |
| Ballistikrechner | Ja |
| Absehen | 8, davon 7 fest und 1 über die App gestaltet |
| Einschießprofile | 7. Kennungen A bis G |
| Aufnahme | Foto und Video, Recoil Activated Video, WLAN |
| Akku | IBP-5, 4400 mAh, wechselbar, 1 Zelle im Lieferumfang, kein Reserveakku im Gerät |
| Laufzeit | 5,5 h bei 22 °C |
| Laden | IBC-5 Ladegerät, extern; Betrieb über USB-C 5 V möglich |
| Rückstoß | 6000 Joule |
| Schutzart | IP67 |
| Interner Speicher | 32 GB |
| Betriebstemperatur | −20 bis +50 °C |
| Gewicht | 926 g |
| Maße | 296 × 78 × 76 mm |
| Montage | Picatinny, Montage im Lieferumfang, kein Tubusdurchmesser |
| Gehäusematerial | von Nocpix nicht angegeben |
| Garantie | von Nocpix nicht angegeben |
Häufige Fragen
Ist das Rico 2 H50R in Deutschland erlaubt?
Für private Jäger nach überwiegender Auffassung des deutschen Fachhandels nicht. Entscheidend ist, dass das Absehen im Gerät selbst erzeugt wird: Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes rechnet ein solches waffenmontiertes Zielfernrohr zu den verbotenen Gegenständen, und § 52 WaffG bedroht schon das Innehaben mit Strafe. Die Erleichterung des § 40 Abs. 3 WaffG für Jagdscheininhaber erfasst nach diesen Quellen nur absehenfreie Aufsatz- und Vorsatzgeräte. Eine Lieferung erfolgt daher nur an Inhaber einer behördlichen Ausnahmegenehmigung sowie an Anschriften in Staaten mit abweichender Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.
Wie groß ist das Sichtfeld des Rico 2 H50R?
Nocpix gibt 8,8° × 6,6° an, also 15,4 × 11,5 Meter auf 100 Meter, und alle Quellen stimmen darin überein. Der waagerechte Wert geht rechnerisch exakt auf. Der senkrechte weicht ab: 512 Bildpunkte mit 12 µm hinter 50 Millimetern ergäben 7,0° und 12,3 Meter, während 6,6° zu 480 Zeilen passen würden. Eine Erklärung veröffentlicht Nocpix nicht. Wir geben deshalb die Herstellerangabe wieder und nennen die Abweichung, statt sie zu verschweigen.
Rico 2 H50R oder H75R, welches passt besser?
Beide haben denselben 640×512 Sensor, denselben NETD-Wert und dieselben 60 Hertz. Das H50R zeigt mit 15,4 Metern auf 100 Meter die anderthalbfache Bildbreite und wiegt 926 statt 1250 Gramm. Das H75R reicht mit 3896 statt 2597 Metern weiter und vergrößert bis 32-fach statt 24-fach. Für Ansitz und wechselnde Waffen spricht das H50R, für reine Distanzarbeit im offenen Gelände das H75R.
Welche Laserklasse hat der Entfernungsmesser?
Laserklasse 1, die unkritischste Klasse, bei einer Reichweite bis 1200 Meter und ±1 Meter Genauigkeit. Das unterscheidet die Rico 2 Reihe von der Bolt Reihe, deren Entfernungsmesser in Klasse 3R arbeitet. In Klasse 1 ist der Strahl unter allen vorhersehbaren Betriebsbedingungen augensicher.
Wie lange läuft das Rico 2 H50R?
5,5 Stunden bei 22 Grad mit einer IBP-5 Zelle zu 4400 mAh, und genau eine Zelle gehört zum Lieferumfang. Einen festverbauten Reserveakku hat das Gerät nicht, anders als die günstigere Bolt Reihe. Für eine durchgehende Nacht sollten Sie eine zweite Zelle einplanen; über USB-C mit 5 Volt ist zusätzlich Netzbetrieb möglich.
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