Nocpix ACE 2 S60R Wärmebild-Zielfernrohr mit LRF

6.299,00 €

Das Nocpix ACE 2 S60R ist das Spitzenmodell der zweiten ACE Generation: 1280×1024 Bildpunkte, NETD unter 12 mK und damit der empfindlichste Wert im Nocpix Programm, dazu ein Gehäuse aus Magnesiumlegierung mit 980 Gramm. Der Okular-Zoom arbeitet optisch von 2- bis 4-fach und zusammen mit der Elektronik bis 28-fach.

  • 1280×1024 Sensor, 12 µm, NETD unter 12 mK
  • 60 mm Objektiv, Blende 1.0, umschaltbar 30 oder 60 Hertz
  • Okular-Zoom 2.0, optisch 2- bis 4-fach, gesamt bis 28-fach
  • 7000 Joule Rückstoßfestigkeit, Magnesiumgehäuse, 64 GB
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden

2 vorrätig

Beschreibung

Der Okular-Zoom ist der eigentliche Unterschied, nicht der Sensor.

Fast alle Wärmebild-Zielfernrohre vergrößern digital. Das heißt: Die Elektronik vergrößert einen Ausschnitt des vorhandenen Bildes, und mit jeder Stufe verteilen sich dieselben Bildpunkte auf mehr Fläche. Das Bild wird größer, nicht besser.

Das ACE 2 arbeitet anders. Der Okular-Zoom 2.0 verändert die Vergrößerung zunächst optisch, beim S60R von 2- auf 4-fach, und schaltet die elektronische Stufe erst darüber zu. In diesem optischen Bereich gewinnen Sie echte Vergrößerung ohne Verlust an Bildpunkten. Erst oberhalb von 4-fach greift die Elektronik, bis zu einer Gesamtvergrößerung von 28-fach.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens ist das Bild bei mittleren Vergrößerungen deutlich sauberer als bei einem rein digitalen Gerät gleicher Angabe. Zweitens lässt sich die Obergrenze festlegen: Sie können den maximalen Wert im Menü auf 20-, 24- oder 28-fach begrenzen, damit der Zoomweg nicht in einen Bereich führt, in dem das Bild ohnehin grob wird. Wer den Hybridzoom nicht möchte, schaltet ihn im Menü „Benutzerdefiniert“ ab und arbeitet rein digital.

Zum Vergleich innerhalb des Hauses: Die Rico 2 Reihe zoomt stufenlos, aber rein elektronisch, die Bolt Reihe in festen digitalen Stufen. Eine optische Zoomstufe bietet bei Nocpix nur die ACE 2 Reihe.

Unter 12 mK, und was diese Zahl wert ist

Mit NETD unter 12 mK liegt die ACE 2 Reihe vor allem, was Nocpix sonst im Zielfernrohr-Programm führt: Rico 2 und die ältere ACE Reihe kommen auf unter 15 mK, die Bolt Reihe auf unter 18 bis 20 mK. Der Wert beschreibt, wie kleine Temperaturunterschiede das Gerät noch voneinander trennen, und er entscheidet bei feuchter Luft, Nieselregen und geringem Kontrast zwischen Wild und Untergrund darüber, ob überhaupt ein Bild zustande kommt.

Zwei Einschränkungen nennen wir dazu. Erstens weist Nocpix nicht aus, ob es sich um einen Sensor- oder einen Systemwert handelt, weshalb ein Vergleich mit Fremdmarken nur eingeschränkt trägt. Was der NETD-Wert genau aussagt, erklären wir gesondert. Zweitens nützt der beste Sensor wenig ohne Bildaufbereitung; Nocpix nennt die des ACE 2 „R+ 2.0″ und beziffert die Verbesserung nicht in nachprüfbaren Größen.

Das Sichtfeld ist mit 14,7° × 11,7°, also 25,6 × 20,5 Metern auf 100 Meter, das breiteste aller Nocpix Zielfernrohre. Wir haben es nachgerechnet: 1280 Bildpunkte mal 12 µm ergeben 15,36 Millimeter Sensorbreite, hinter 60 Millimetern Brennweite genau diese Werte. Die Erkennungsreichweite beträgt 3100 Meter für ein Ziel von 1,7 × 0,5 Metern bei 99 Prozent Erkennungswahrscheinlichkeit, wobei stets das Wahrnehmen gemeint ist und nicht das Ansprechen.

Magnesium statt Aluminium: 320 Gramm weniger als der Vorgänger

Nocpix hat das Gehäuse gewechselt. Die ältere ACE Reihe besteht aus hochfester Aluminiumlegierung, das ACE 2 aus Magnesiumlegierung. Nocpix beziffert den Gewinn mit 25 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration, und die Zahlen bestätigen das: Das ältere ACE S60R wiegt 1300 Gramm, dieses Modell 980 Gramm.

Auf einer Bergjagd oder bei langem Pirschen sind 320 Gramm auf der Waffe spürbar. Hinzu kommt, dass die Rückstoßfreigabe bei 7000 Joule liegt, was Nocpix in der eigenen FAQ ausdrücklich auf .308 Winchester und .338 Lapua bezieht. Auch die Montage an einem Luftgewehr ist laut Hersteller zulässig, was bei Wärmebildgeräten wegen der ungewöhnlichen Rückstoßrichtung nicht selbstverständlich ist.

Beim Bildaufbau ist das S60R das einzige Modell der Reihe mit umschaltbarer Bildrate, 30 oder 60 Hertz. Die niedrigere Stufe spart Strom, die höhere zeigt flüchtiges Wild flüssiger. Der Fokus sitzt als zentraler Drehknopf oben am Gerät, nicht als Ring am Objektiv, was das Nachfokussieren mit der Schießhand erleichtert.

Strom, Speicher und ein Punkt, der vor dem Kauf zu klären ist

Die Stromversorgung besteht aus einem festverbauten Akku mit 3650 mAh und einer wechselbaren 18650 Zelle mit ebenfalls 3650 mAh, von der zwei mitgeliefert werden. Daraus ergeben sich rund 7 Stunden Laufzeit bei 22 Grad, beim S60R etwas weniger als bei den beiden kleineren Modellen, weil der 1280er Sensor mehr Strom zieht. Über USB-C wird allerdings nur der interne Akku geladen; die Wechselzelle gehört ins mitgelieferte Ladegerät. Eine Besonderheit nennt Nocpix ausdrücklich: Die 18650 Zelle lässt sich ohne Rücksicht auf die Polung einlegen.

Der interne Speicher umfasst 64 Gigabyte, doppelt so viel wie bei Rico 2 und Bolt. Recoil Activated Video zeichnet wahlweise 5 oder 10 Sekunden vor dem Schuss und 5 bis 60 Sekunden danach auf. Der Ballistikrechner verwaltet bis zu acht Profile und bezieht nach Herstellerangabe neben der Entfernung auch Schusswinkel und Wind ein. Es stehen sieben Absehen in neun Farben und sechs Helligkeitsstufen zur Verfügung, während der Entfernungsmesser bis zu 1200 Meter mit einer Genauigkeit von ±1 Meter in Laserklasse 1 misst, sowohl in Einzel- als auch in Dauermessung.

Ein Punkt bleibt offen, und wir sagen das lieber, als etwas zu behaupten: Eine Montage liegt dem ACE 2 nicht bei, und welche Schnittstelle das Gerät nutzt, veröffentlicht Nocpix bisher nirgends, weder auf der Produktseite noch in der Pressemitteilung. Planen Sie die Montage also als Zukauf ein und sprechen Sie uns vor der Bestellung darauf an, damit wir das passende Teil mitliefern. Eine werkseitige Schienenaufnahme bietet dagegen die ACE RM Reihe, eine mitgelieferte Picatinny-Montage die Rico 2 Reihe.

Weitere Modelle der Reihe sind das ACE 2 H50R und das ACE 2 H35R, zusammengefasst in der ACE 2 Serie. Wer die Tagoptik behalten und die Rechtsfrage des ersten FAQ-Punkts vermeiden will, findet die passende Bauart unter Wärmebild-Vorsatzgeräte. Das gesamte Zielfernrohr-Programm steht unter Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre, die Marke insgesamt im Nocpix Bereich. Der nächstliegende Wettbewerber ist das Pulsar Thermion 2 LRF XL60.

Technische Daten

Merkmal Wert
Sensor 1280 × 1024, VOx
Pixelabstand 12 µm
NETD unter 12 mK, von Nocpix nicht als Sensor- oder Systemwert gekennzeichnet
Bildrate 30 oder 60 Hz, umschaltbar
Objektiv 60 mm, Blende 1.0
Vergrößerung optisch 2 bis 4-fach, gesamt bis 28-fach, Obergrenze auf 20, 24 oder 28 einstellbar
Sichtfeld 14,7° × 11,7°, 25,6 × 20,5 m auf 100 m, nachgerechnet und bestätigt
Erkennungsreichweite 3100 m, Ziel 1,7 × 0,5 m, Erkennungswahrscheinlichkeit 99 %
Display AMOLED, 2560 × 2560
Fokus zentraler Drehknopf
Augenabstand 60 mm
Austrittspupille 10 mm
Dioptrienausgleich −5 bis +4 dpt
Entfernungsmesser bis 1200 m, ±1 m, Laserklasse 1, Einzel- und Dauermessung
Ballistikrechner Ja, bis 8 Profile, mit Schusswinkel und Wind
Absehen 7 Typen, 9 Farben, 6 Helligkeitsstufen
Aufnahme Foto und Video, Recoil Activated Video 5 oder 10 s Vorlauf, 5 bis 60 s Nachlauf
Akku fest verbaut 3650 mAh plus wechselbare 18650 mit 3650 mAh, 2 Zellen im Lieferumfang
Laufzeit rund 7 h bei 22 °C
Laden USB-C lädt nur den internen Akku, Wechselzelle im externen Ladegerät
Rückstoß 7000 Joule, Herstellerbezug .308 Win und .338 Lapua
Schutzart IP67
Interner Speicher 64 GB
Gehäuse Magnesiumlegierung
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Gewicht 980 g
Maße 397 × 73 × 92 mm
Montage Nicht im Lieferumfang, Schnittstelle von Nocpix nicht veröffentlicht, siehe Abschnitt 8
Garantie von Nocpix nicht angegeben

Häufige Fragen

Ist das ACE 2 S60R in Deutschland ohne Genehmigung erlaubt?

Nein, so jedenfalls die weitgehend übereinstimmende Auffassung des deutschen Fachhandels. Ausschlaggebend ist, dass das Absehen im Gerät selbst entsteht. Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes rechnet ein waffenmontiertes Zielfernrohr mit dieser Eigenschaft zu den verbotenen Gegenständen, und § 52 WaffG richtet die Strafdrohung schon gegen das Innehaben. Die Erleichterung des § 40 Abs. 3 WaffG erreicht nach diesen Quellen nur absehenfreie Aufsatz- und Vorsatzgeräte. Ausgeliefert wird daher ausschließlich an Inhaber einer behördlichen Ausnahmegenehmigung und an Anschriften in Staaten mit abweichender Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.

Welchen NETD-Wert hat das Nocpix ACE 2 S60R?

Unter 12 mK, und damit den niedrigsten im gesamten Nocpix Zielfernrohr-Programm. In Katalogen und im Handel kursiert für die ACE 2 Reihe teils unter 15 mK; dieser Wert gehört zur älteren ACE Reihe, die weiter angeboten wird. Nocpix nennt auf der deutschen Produktseite für alle drei ACE 2 Modelle einheitlich unter 12 mK.

Was bedeutet Okular-Zoom 2.0 beim ACE 2?

Dass ein Teil der Vergrößerung optisch erfolgt und nicht elektronisch. Beim S60R verändert sich die Vergrößerung optisch von 2- auf 4-fach, erst darüber schaltet die Elektronik bis zu 28-fach zu. Im optischen Bereich bleibt die volle Bildpunktzahl erhalten, während ein rein digitaler Zoom dieselben Bildpunkte auf mehr Fläche verteilt. Die Obergrenze lässt sich auf 20-, 24- oder 28-fach festlegen, und der Hybridzoom lässt sich im Menü abschalten.

Ist beim ACE 2 S60R eine Montage dabei?

Nein. Die Lieferumfangsliste der Händler enthält Heizziel zum Einschießen, Reinigungstuch, Kurzanleitung, USB-C Kabel, zwei 18650 Zellen, zwei Gummiringe für den Fokusknopf, Ladegerät und Transportkoffer, aber keine Montage. Welche Schnittstelle das Gerät nutzt, veröffentlicht Nocpix bislang nicht. Sprechen Sie uns vor der Bestellung an, damit wir das passende Teil mitliefern können.

Worin unterscheidet sich das ACE 2 S60R vom älteren ACE S60R?

In vier nachprüfbaren Punkten: Der NETD-Wert sinkt von unter 15 auf unter 12 mK, das Gehäuse wechselt von Aluminium- auf Magnesiumlegierung und das Gewicht von 1300 auf 980 Gramm, die Bildrate wird von 50 Hertz auf wahlweise 30 oder 60 Hertz umgestellt, und der Okular-Zoom bringt eine optische Vergrößerungsstufe hinzu. Der interne Speicher bleibt bei beiden Generationen bei 64 Gigabyte. Beide Reihen werden weiterhin angeboten.

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