Nocpix Rico 2 S75R Wärmebild-Zielfernrohr mit LRF
8.899,00 €
Das Nocpix Rico 2 S75R ist das Spitzenmodell für große Entfernungen: 1280×1024 Bildpunkte hinter einem 75 mm Objektiv mit Blende 1.0, dazu 60 Hertz und ein Display mit 2560×2560 Punkten. Erkennung bis 3896 Meter auf ein Ziel von 1,7 × 0,5 Metern, Laser bis 1200 Meter. Die Picatinny-Montage liegt bei.
- 1280×1024 Sensor, 12 µm Pixelabstand, NETD unter 15 mK
- 75 mm Objektiv, Blende 1.0, stufenlos 3- bis 30-fach
- 6000 Joule Rückstoßfestigkeit, sieben Einschießprofile
- Montage im Lieferumfang, kein Tubus und keine Ringe nötig
- Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
2 vorrätig
Das Sichtfeld: Warum hier 20,5 Meter stehen und woanders 25,8?
Beim Sichtfeld dieses Modells widersprechen sich zwei Quellen von Nocpix selbst. Wir nennen 11,7° × 9,4°, also 20,5 × 16,4 Meter auf 100 Meter, und erklären, warum.
Die Herstellerseite nennt genau diese Zahl. Das Handbuch nennt dagegen 14,7° horizontal und 25,8 Meter, behält aber dieselben 9,4° und 16,4 Meter in der Senkrechten. Damit widerspricht sich das Handbuch in derselben Zeile: Ein Sensor kann nicht in der Breite eine andere Bildpunktgröße haben als in der Höhe.
Die Rechnung führt zu einem eindeutigen Ergebnis. 1280 Bildpunkte mal 12 µm führen auf eine Sensorbreite von 15,36 Millimetern, 1024 Bildpunkte mal 12 µm ergeben 12,29 Millimeter Höhe. Hinter 75 Millimetern Brennweite sind das 11,7° in der Breite und 9,4° in der Höhe. Beide Werte der Herstellerseite gehen auf, die 14,7° des Handbuchs bräuchten einen 19,4 Millimeter breiten Chip, also gut 1600 Bildpunkte. Ein solcher Sensor existiert in diesem Gerät nicht.
Ein Hinweis in eigener Sache: Der einzige derzeit aktive deutsche Händler dieser Reihe hat die Handbuchzahl übernommen und zeigt 25,8 Meter. Wenn Sie vergleichen, sehen Sie dort die größere Zahl. Sie ist rechnerisch nicht haltbar.
Warum 3896 Meter hier belastbarer sind als die meisten Reichweitenangaben
Reichweitenangaben bei Wärmebildgeräten sind meist wertlos, weil die Bedingungen fehlen. Bei der Rico 2 Reihe ist das anders: Nocpix nennt im Handbuch ausdrücklich das Zielmaß 1,7 × 0,5 Meter und eine Erkennungswahrscheinlichkeit von 99 Prozent. Damit lässt sich die Zahl einordnen, statt sie nur zu glauben.
Zum Vergleich: Für die Bolt Reihe veröffentlicht Nocpix weder Zielmaß noch Wahrscheinlichkeit, weshalb deren Reichweiten weniger aussagen.
Die 3896 Meter teilt das S75R mit dem Rico 2 H75R, weil beide dasselbe 75 mm Objektiv tragen. Wie weit ein Gerät eine Wärmequelle überhaupt wahrnimmt, entscheidet die Optik, nicht die Bildpunktzahl. Was der größere Sensor stattdessen liefert, ist Bildbreite: 20,5 Meter gegenüber 10,3 Metern auf 100 Meter, also die doppelte Übersicht bei gleicher Reichweite. Gemeint ist dabei stets das Wahrnehmen, nicht das Ansprechen; Wildart und Stück bestimmen Sie bei einem Bruchteil dieser Distanz.
Stufenloser Zoom, 80 Millimeter Augenabstand und sieben Einschießprofile
Die Rico 2 Reihe zoomt stufenlos über einen Hebel am Gerät. Nocpix gibt über 150 Zoomstufen innerhalb von 120 Grad Hebelweg an. Gegenüber dem gestuften Digitalzoom der Bolt Reihe heißt das: Sie wählen die Vergrößerung, die zur Distanz passt, und nicht die nächstgelegene Stufe.
Der Augenabstand beträgt 80 Millimeter und ist damit der größte der Reihe; die drei übrigen Rico 2 Modelle liegen bei 60. Das ist bei einem Gerät für schwere Kaliber kein Nebenaspekt, denn 6000 Joule Rückstoßfreigabe sind nur nutzbar, wenn das Okular weit genug vom Auge entfernt bleibt. Die Austrittspupille liegt bei 23 Millimetern, der Dioptrienausgleich reicht von minus fünf bis plus fünf.
Das Gerät speichert sieben Einschießprofile, bezeichnet mit A bis G, sodass Sie es auf sieben Waffen abstimmen und ohne Nachjustieren wechseln können. Diese Zahl steht bei keinem deutschsprachigen Anbieter der Reihe, obwohl sie für jeden mit mehr als einer Büchse den praktischen Unterschied macht. Sieben feste Absehen sind hinterlegt, ein achtes gestalten Sie in der App. Recoil Activated Video startet beim Schuss, und der Ballistikrechner arbeitet mit der Lasermessung bis 1200 Meter, Genauigkeit ±1 Meter, Laserklasse 1.
Montage, Stromversorgung und eine Schwäche, die wir nicht verschweigen
Die Rico 2 Reihe hat keinen Tubus und keinen Tubusdurchmesser, weil sie über eine Picatinny-Schnittstelle sitzt. Die passende Montage samt M5-Schrauben, Innensechskant und Schlüssel liegt bei. Das ist ein deutlicher Unterschied zur Bolt Reihe, wo Sie 30 mm Ringe zukaufen müssen, und es steht bei keinem deutschen Anbieter ausdrücklich im Lieferumfang. Im Karton liegen außerdem ein Heizziel zum Einschießen, Reinigungstuch, IBP-5 Akku, IBC-5 Ladegerät, USB-C Kabel, Magnetladekabel, Kurzanleitung und beim S75R eine Tragetasche.
Beim Strom liegt die Schwäche dieser Reihe, und sie fällt beim S75R am stärksten aus. Das Gerät läuft mit einer einzigen wechselbaren IBP-5 Zelle mit 4400 mAh, und genau eine Zelle gehört zum Lieferumfang. Einen festverbauten Reserveakku gibt es nicht. Die Laufzeit beträgt 4,5 Stunden bei 22 Grad und ist damit die kürzeste der Reihe, weil der 1280er Sensor mehr Strom zieht als ein 640er.
Bemerkenswert ist der Vergleich nach unten: Die günstige Bolt Reihe hat einen festverbauten Akku zusätzlich zur Wechselzelle und überbrückt den Wechsel damit im Betrieb. Das Spitzenmodell kann das nicht. Wer eine ganze Nacht ansitzt, sollte eine zweite IBP-5 Zelle mitbestellen; über USB-C mit 5 Volt lässt sich das Gerät zwar aus einer Powerbank versorgen, aber ein Kabel am Zielfernrohr ist keine Lösung für den Ansitz.
Das Gehäuse ist nach IP67 geschützt und für minus 20 bis plus 50 Grad freigegeben, der interne Speicher umfasst 32 Gigabyte, WLAN ist an Bord, und das Gerät wiegt 1300 Gramm bei 342 × 116 × 93 Millimetern.
Wer die Tagoptik behalten und die Rechtsfrage aus dem ersten FAQ-Punkt umgehen will, findet die Alternativen unter Wärmebild-Vorsatzgeräte. Die weiteren Rico 2 Modelle stehen in der Rico 2 Serie, namentlich das Rico 2 H50R und das Rico 2 L42R. Das Allround-Gegenstück mit Ringmontage ist die ACE Reihe, eine Schienenaufnahme bietet die ACE RM Reihe. Einen Überblick über sämtliche Zielfernrohre der Marke gibt Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre, über das vollständige Programm der Nocpix Bereich. Den nächstliegenden Vergleich aus dem Wettbewerb bildet das Pulsar Thermion 2 LRF XL60; zur Bedeutung des NETD-Werts haben wir einen eigenen Beitrag.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Sensor | 1280 × 1024, Vox |
| Pixelabstand | 12 µm |
| NETD | unter 15 mK |
| Bildrate | 60 Hz |
| Objektiv | 75 mm, Blende 1.0 |
| Vergrößerung | stufenlos 3 bis 30-fach |
| Sichtfeld | 11,7° × 9,4°, 20,5 × 16,4 m auf 100 m, siehe Abschnitt 8 |
| Erkennungsreichweite | 3896 m, Ziel 1,7 × 0,5 m, Erkennungswahrscheinlichkeit 99 % |
| Display | AMOLED, 2560 × 2560 |
| Augenabstand | 80 mm |
| Austrittspupille | 23 mm |
| Dioptrienausgleich | −5 bis +5 dpt |
| Entfernungsmesser | bis 1200 m, Genauigkeit ±1 m, Laserklasse 1 |
| Ballistikrechner | Ja |
| Absehen | 8, davon 7 fest und 1 über die App gestaltet |
| Einschießprofile | 7. Kennungen A bis G |
| Aufnahme | Foto und Video, Recoil Activated Video, WLAN |
| Akku | IBP-5, 4400 mAh, wechselbar, 1 Zelle im Lieferumfang, kein Reserveakku im Gerät |
| Laufzeit | 4,5 h bei 22 °C |
| Laden | IBC-5 Ladegerät, extern; Betrieb über USB-C 5 V möglich |
| Rückstoß | 6000 Joule |
| Schutzart | IP67 |
| Interner Speicher | 32 GB |
| Betriebstemperatur | −20 bis +50 °C |
| Gewicht | 1300 g |
| Maße | 342 × 116 × 93 mm |
| Montage | Picatinny, Montage im Lieferumfang, kein Tubusdurchmesser |
| Gehäusematerial | von Nocpix nicht angegeben |
| Garantie | von Nocpix nicht angegeben, siehe Abschnitt 8 |
Häufige Fragen
Darf ich das Rico 2 S75R in Deutschland besitzen?
Ohne behördliche Ausnahmegenehmigung ist es nicht erlaubt. Maßgeblich ist nach der nahezu einheitlichen Darstellung des deutschen Fachhandels ein einziges Merkmal: das eigene Absehen im Gerät. Damit ordnet Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes ein an der Waffe montiertes Zielfernrohr den verbotenen Gegenständen zu, und § 52 WaffG knüpft die Strafdrohung nicht erst an das Führen, sondern schon an das Haben. Die Erleichterung für Jagdscheininhaber in § 40 Abs. 3 WaffG setzt nach diesen Quellen voraus, dass das Gerät kein eigenes Absehen mitbringt, was auf Vorsatz- und Aufsatzgeräte zutrifft, aber nicht auf dieses. Bei einem Gerät dieser Preisklasse lohnt es sich, die Genehmigungsfrage vor der Bestellung zu klären: Wir versenden ausschließlich an Inhaber einer Ausnahmegenehmigung und an Anschriften in Staaten mit anderer Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.
Wie ausgedehnt ist das Sichtfeld des Rico 2 S75R wirklich?
11,7° × 9,4°, das sind 20,5 × 16,4 Meter auf 100 Meter. Im Handel und im Nocpix Handbuch steht teils 14,7° und 25,8 Meter in der Breite, bei unveränderten 9,4° in der Höhe. Diese Kombination ist nicht möglich, weil ein Sensor in Breite und Höhe denselben Pixelabstand hat. 1280 Bildpunkte mal 12 µm ergeben 15,36 Millimeter, hinter 75 Millimetern Brennweite also 11,7°. Für 14,7° wären rund 1600 Bildpunkte in der Breite nötig.
Wie lange läuft das Rico 2 S75R mit einem Akku?
4,5 Stunden bei 22 Grad, und das ist die kürzeste Laufzeit der Rico 2 Reihe, weil der 1280er Sensor mehr Strom zieht. Das Gerät nutzt eine einzelne wechselbare IBP-5 Zelle mit 4400 mAh, von der genau eine mitgeliefert wird, und hat keinen festverbauten Reserveakku. Für eine ganze Nacht sollten Sie eine zweite Zelle einplanen.
Brauche ich für das Rico 2 S75R Montageringe?
Nein. Die Rico 2 Reihe hat keinen Tubus, sondern eine Picatinny-Schnittstelle, und die passende Montage samt Schrauben und Werkzeug liegt bei. Ein Tubusdurchmesser existiert für diese Geräte nicht. Das unterscheidet die Reihe von der Bolt Reihe, wo 30 mm Ringe zukauft werden müssen, und von der ACE Reihe mit Ringmontage.
Was unterscheidet das S75R vom Rico 2 H75R?
Nur der Sensor, und damit die Bildbreite. Beide tragen dasselbe 75 mm Objektiv und erkennen bis 3896 Meter. Das S75R zeigt auf 100 Meter 20,5 Meter Breite, das H75R 10,3 Meter, also die Hälfte. Dafür vergrößert das H75R stärker (4- bis 32-fach gegenüber 3- bis 30-fach) und läuft eine Stunde länger, nämlich 5,5 statt 4,5 Stunden.
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