Nocpix Rico 2 L42R Wärmebild-Zielfernrohr mit LRF

2.799,00 €

Das Nocpix Rico 2 L42R ist der Einstieg in die Rico 2 Reihe und mit 900 Gramm das leichteste Modell. Der 384×288 Sensor arbeitet hinter einem 42 mm Objektiv mit Blende 1.0 bei 60 Hertz, Erkennung bis 2197 Meter, Laser bis 1200 Meter. Rückstoßfreigabe, Display, Ballistikrechner und Montage entsprechen den großen Modellen.

  • 384×288 Sensor, 12 µm Pixelabstand, NETD unter 18 mK
  • 42 mm Objektiv, Blende 1.0, stufenlos 4- bis 16-fach
  • 6000 Joule Rückstoßfestigkeit, wie im Spitzenmodell
  • 900 g, leichtestes Modell der Reihe, Montage im Karton
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden

2 vorrätig

Beschreibung

Was der Einstieg kostet und was er nicht kostet

Beim L42R wird genau an zwei Stellen gespart und an keiner weiteren. Das ist ungewöhnlich, denn bei Einstiegsmodellen fallen üblicherweise auch Gehäuse, Rückstoßfreigabe oder Display zurück.

Gespart wird erstens am Sensor: 384 × 288 statt 640 × 512, also 40 Prozent weniger Bildpunkte in der Breite. Das wirkt sich auf die Detailtiefe beim Ansprechen aus und darauf, wie weit der Zoom trägt, bevor das Bild grob wird.

Gespart wird zweitens am NETD-Wert: unter 18 statt unter 15 mK. Dieser Wert beschreibt, wie kleine Temperaturunterschiede das Gerät noch trennt. Bei kaltem, feuchtem Wetter und geringem Kontrast zwischen Wild und Untergrund macht das einen sichtbaren Unterschied, bei klarer Nacht über einer Wiese kaum. Was der NETD-Wert genau aussagt, erklären wir gesondert.

Alles andere ist identisch mit dem Spitzenmodell: 6000 Joule Rückstoßfreigabe, das AMOLED-Display mit 2560 × 2560 Punkten, 60 Hertz Bildrate, Blende 1.0, Schutzart IP67, 32 Gigabyte Speicher, sieben Einschießprofile, Ballistikrechner, Recoil Activated Video, WLAN, der Laser bis 1200 Meter in Laserklasse 1 und die mitgelieferte Picatinny-Montage. Wer beim Einstieg üblicherweise ein abgespecktes Gerät erwartet, bekommt hier ein vollständig ausgestattetes mit kleinerem Sensor.

Das Sichtfeld ist breiter als bei den 75-mm-Modellen

Eine Zahl überrascht beim Vergleich innerhalb der Reihe: Das L42R zeigt auf 100 Meter 11 Meter Breite, das deutlich teurere Rico 2 H75R nur 10,3. Das Einstiegsmodell blickt also breiter als das Modell mit dem stärksten Objektiv.

Nachgerechnet geht das auf: 384 Bildpunkte mal 12 µm ergeben 4,61 Millimeter Sensorbreite. Hinter 42 Millimetern Brennweite sind das 6,3° in der Breite und 4,7° in der Höhe, also 11,0 × 8,2 Meter auf 100 Meter. Diese Werte deckten sich bei der Prüfung exakt mit den Angaben von Nocpix, was bei zwei der vier Modelle dieser Reihe nicht der Fall war.

Der Grund für das breitere Bild liegt im Verhältnis von Sensorbreite zu Brennweite. Ein kleiner Chip hinter einem kurzen Objektiv ergibt fast denselben Bildwinkel wie ein mittlerer Chip hinter einem langen. Was sich unterscheidet, ist die Bildqualität in diesem Ausschnitt: Das H75R verteilt seinen etwas engeren Winkel auf 640 statt 384 Bildpunkte. Gleiches Fenster, feineres Raster.

Praktisch heißt ein Ausschnitt von 11 Metern auf 100 Meter, dass dieses Gerät wie die ganze Reihe zum gezielten Ansprechen gebaut ist und nicht zum Absuchen. Flächen suchen Sie mit einem Handgerät aus dem Monokular-Programm ab.

Reichweite, Vergrößerung und wo die Grenze liegt

Die Erkennungsreichweite beträgt 2197 Meter, bezogen auf ein Ziel von 1,7 × 0,5 Metern bei 99 Prozent Erkennungswahrscheinlichkeit. Dass Nocpix diese Bedingungen für die Rico 2 Reihe ausdrücklich nennt, hebt die Angabe von den meisten am Markt ab; in der Bolt Reihe desselben Herstellers fehlen Zielmaß und Wahrscheinlichkeit. Gemeint ist auch hier das Wahrnehmen einer Wärmequelle, nicht das Ansprechen.

Die Vergrößerung reicht stufenlos von 4- bis 16-fach. Der Zoomfaktor von vier ist der kleinste der Reihe, und das hat einen sachlichen Grund: Ein 384er Sensor verträgt weniger digitale Vergrößerung als ein 640er oder 1280er, bevor die Bildpunkte sichtbar werden. Nocpix begrenzt hier also, statt eine hohe Zahl ins Datenblatt zu schreiben, die im Feld unbrauchbar wäre. Gezoomt wird über einen Hebel mit laut Hersteller mehr als 150 Stufen auf 120 Grad Hebelweg.

Sicht und Messung fallen wie bei der ganzen Reihe auseinander: 2197 Meter Erkennung gegenüber 1200 Metern Messreichweite. Für jagdliche Distanzen ist das ohne Belang, weil der Ballistikrechner weit unterhalb dieser Grenze arbeitet.

Gewicht, Montage und der Stromhaushalt

Mit 900 Gramm ist das L42R das leichteste Rico 2 Modell, bei Maßen von 296 × 78 × 76 Millimetern, die es mit dem Rico 2 H50R teilt. Gegenüber den 1300 Gramm des Spitzenmodells sind das 400 Gramm weniger auf der Waffe.

Einen Tubusdurchmesser gibt es nicht, weil die Reihe über eine Picatinny-Schnittstelle sitzt; die Montage mit M5-Schrauben und Werkzeug liegt bei, ebenso ein Heizziel zum Einschießen, Reinigungstuch, IBP-5 Akku, IBC-5 Ladegerät, USB-C Kabel, Magnetladekabel und Kurzanleitung. Ringmontage bietet die ACE Reihe, eine werkseitige Schienenaufnahme die ACE RM Reihe.

Beim Strom gilt die Einschränkung der ganzen Reihe: eine wechselbare IBP-5 Zelle mit 4400 mAh, eine im Lieferumfang, kein festverbauter Reserveakku. Die Laufzeit liegt bei 5,5 Stunden bei 22 Grad. Bemerkenswert bleibt, dass die günstigere Bolt Reihe einen internen Akku zusätzlich zur Wechselzelle führt und den Zellenwechsel im Betrieb überbrückt, während die teurere Rico 2 Reihe das nicht kann. Eine zweite Zelle gehört daher zur Planung.

Der Augenabstand beträgt 60 Millimeter, die Austrittspupille 23, der Dioptrienausgleich reicht von minus fünf bis plus fünf. Freigegeben ist das Gerät für minus 20 bis plus 50 Grad.

Wer die Rechtsfrage des ersten FAQ-Punkts umgehen und die vorhandene Tagoptik behalten will, findet die passende Bauart unter Wärmebild-Vorsatzgeräte. Die gesamte Reihe steht in der Rico 2 Serie, mit dem Rico 2 S75R als Spitzenmodell. Sämtliche Zielfernrohre der Marke bündelt Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre, das übrige Programm der Nocpix Bereich. Ein vergleichbar positioniertes Gerät aus dem Wettbewerb ist das Pulsar Thermion 2 XQ PRO.

Technische Daten

Merkmal Wert
Sensor 384 × 288, Vox
Pixelabstand 12 µm
NETD unter 18 mK
Bildrate 60 Hz
Objektiv 42 mm, Blende 1.0
Vergrößerung stufenlos 4 bis 16-fach
Sichtfeld 6,3° × 4,7°, 11,0 × 8,2 m auf 100 m, nachgerechnet und bestätigt
Erkennungsreichweite 2197 m, Ziel 1,7 × 0,5 m, Erkennungswahrscheinlichkeit 99 %
Display AMOLED, 2560 × 2560
Augenabstand 60 mm
Austrittspupille 23 mm
Dioptrienausgleich −5 bis +5 dpt
Entfernungsmesser bis 1200 m, Genauigkeit ±1 m, Laserklasse 1
Ballistikrechner Ja
Absehen 8, davon 7 fest und 1 über die App gestaltet
Einschießprofile 7. Kennungen A bis G
Aufnahme Foto und Video, Recoil Activated Video, WLAN
Akku IBP-5, 4400 mAh, wechselbar, 1 Zelle im Lieferumfang, kein Reserveakku im Gerät
Laufzeit 5,5 h bei 22 °C
Laden IBC-5 Ladegerät, extern; Betrieb über USB-C 5 V möglich
Rückstoß 6000 Joule
Schutzart IP67
Interner Speicher 32 GB
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Gewicht 900 g
Maße 296 × 78 × 76 mm
Montage Picatinny, Montage im Lieferumfang, kein Tubusdurchmesser
Gehäusematerial von Nocpix nicht angegeben
Garantie von Nocpix nicht angegeben

Häufige Fragen

Darf ein Jagdscheininhaber das Rico 2 L42R in Deutschland besitzen?

Nach der weitgehend übereinstimmenden Darstellung der deutschen Fachhändler nicht allein aufgrund des Jagdscheins. Weil das Absehen im Gerät selbst entsteht, ordnet Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes ein solches waffenmontiertes Zielfernrohr den verbotenen Gegenständen zu, und § 52 WaffG richtet die Strafdrohung bereits gegen den Besitz. § 40 Abs. 3 WaffG privilegiert Jagdscheininhaber nach diesen Quellen ausschließlich bei Geräten ohne eigenes Absehen, also bei Vorsatz- und Aufsatzgeräten. Versendet wird nur an Inhaber einer behördlichen Ausnahmegenehmigung sowie an Anschriften in Staaten mit abweichender Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.

Worin unterscheidet sich das L42R von den übrigen Rico 2 Modellen?

In genau zwei Punkten: Sensor 384×288 statt 640×512 oder 1280×1024, und NETD unter 18 statt unter 15 mK. Rückstoßfreigabe von 6000 Joule, Display mit 2560×2560, 60 Hertz, Blende 1.0, IP67, 32 GB, sieben Einschießprofile, Laser bis 1200 Meter in Klasse 1 und die mitgelieferte Picatinny-Montage sind identisch mit dem Spitzenmodell.

Warum zeigt das L42R ein breiteres Bild als das teurere H75R?

Weil die Blickbreite vom Verhältnis der Sensorbreite zur Brennweite abhängt, nicht vom Preis. Der 384er Sensor ist bei 12 µm 4,61 Millimeter breit und sitzt hinter 42 Millimetern, was 6,3° und 11 Meter auf 100 Meter ergibt. Das H75R kombiniert einen 7,68 Millimeter breiten Sensor mit 75 Millimetern und kommt auf 5,9° und 10,3 Meter. Das H75R zeigt denselben Ausschnitt jedoch mit deutlich mehr Bildpunkten und reicht weiter.

Warum vergrößert das L42R nur bis 16-fach?

Weil ein 384×288 Sensor weniger digitale Vergrößerung verträgt als ein größerer, bevor die Bildpunkte sichtbar werden. Nocpix begrenzt den Zoomfaktor deshalb auf vier, während die 640er Modelle bis acht und das 1280er Modell bis zehn gehen. Eine höhere Zahl im Datenblatt wäre hier im Feld nicht nutzbar.

Wie lange läuft das Rico 2 L42R?

5,5 Stunden bei 22 Grad mit der mitgelieferten IBP-5 Zelle zu 4400 mAh. Ein fest verbauter Reserveakku fehlt der Reihe, weshalb sich für längere Nächte eine zweite Zelle empfiehlt. Netzbetrieb über USB-C mit 5 Volt ist zusätzlich möglich, bedeutet am Zielfernrohr aber ein Kabel.

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