FLIR M364C LR Marine-Dual-Kamera für große Entfernungen
35.499,00 €
Die FLIR M364C LR ist die weitreichende Ausführung der Dual-Kamera: derselbe 640×512 Wärmebildsensor wie in der M364C, aber hinter 25 Millimetern Brennweite mit 18 mal 13,5 Grad Bildwinkel und 30 Hertz Bildrate. Dazu die HD-Sichtkamera mit 30-fachem optischen Zoom und Color Thermal Vision.
- 30 Hertz Bildrate, flüssiges Bild auch bei Marschfahrt in Welle
- 18° × 13,5° Bildwinkel bei 25 mm, rund ein Drittel mehr Reichweite
- HD-Sichtkamera mit 30-fach Zoom, Restlicht bis 0,006 Lux
- Lieferung in die gesamte EU in 48 bis 72 Stunden
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Enger Bildwinkel und 30 Hertz: zwei Änderungen, die zusammengehören
Gegenüber der FLIR M364C ändern sich im Wärmekanal genau zwei Dinge. Beide zielen auf denselben Einsatz, nämlich offenes Wasser bei Fahrt.
Erstens die Brennweite. 25 statt 18 Millimeter ergeben 18 mal 13,5 Grad statt 24 mal 18 Grad. Der Ausschnitt wird enger, dieselbe Anzahl Bildpunkte verteilt sich auf weniger Fläche, und ein Objekt in gleicher Entfernung wird von mehr Punkten abgedeckt. Die Reichweite steigt im Verhältnis der Brennweiten, also um knapp 40 Prozent.
Zum Einordnen: FLIR veröffentlicht die Entdeckungsreichweiten für die Modelle ohne Sichtkamera. Die FLIR M364 mit 18 Millimetern erreicht 3,20 Seemeilen für ein Boot von 30 Fuß. Nach dem Brennweitenverhältnis lägen es hier bei grob 4,4 Seemeilen. Das ist unsere Rechnung, keine Herstellerangabe, und Abschnitt 8 sagt, warum ich sie als Rechnung kennzeichne statt als Datenblattwert.
Zweitens die Bildrate. 30 Hertz statt 9 Hertz heißt: alle 33 Millisekunden ein neues Bild statt alle 111. Bei einem engen Bildwinkel ist das keine Komfortfrage, sondern Voraussetzung. Ein 18-Grad-Ausschnitt wandert bei Stampfen und Gieren deutlich schneller aus dem Bild als ein 24-Grad-Ausschnitt, weil derselbe Winkelversatz einen größeren Anteil des Sichtfelds ausmacht. Mit 9 Hertz wäre dieses Modell bei Fahrt kaum zu gebrauchen.
Die 2-Achsen-Gyro-Stabilisierung arbeitet dieser Bewegung zusätzlich entgegen: vertikal gegen das Stampfen, horizontal zum Halten einer Peilung. Wie das im Detail funktioniert, steht auf der Seite der FLIR M332.
Wann die LR die richtige Wahl ist und wann nicht
Diese Entscheidung ist klarer, als Datenblätter sie erscheinen lassen.
Die LR passt, wenn Sie überwiegend auf offenem Wasser unterwegs sind, nachts Marschfahrt gehen und Objekte früh sehen wollen, etwa auf Küstenpassagen, bei Nachtüberfahrten oder auf Revieren mit viel Berufsschifffahrt. Der enge Ausschnitt ist dort kein Nachteil, weil Sie voraus beobachten und nicht suchen.
Die Standardausführung passt besser, wenn Ihr Schwerpunkt Hafenmanöver, enge Ansteuerungen, Ankerplätze und Flussreviere sind. Dort brauchen Sie Breite: 24 Grad zeigen auf 100 Metern rund 42 Meter, 18 Grad nur rund 32 Meter. Beim Eindrehen in eine Box oder beim Passieren einer engen Fahrwasserbegrenzung ist das der Unterschied zwischen Übersicht und Tunnelblick.
Für beide Fälle gleich bleibt die Sichtkamera, und die ist hier das eigentliche Suchwerkzeug für Details: ein 1/2,8-Zoll-CMOS mit bis zu 1920 mal 1080 Bildpunkten bei 30 Bildern je Sekunde, 30-fachem optischen Zoom über 4,3 bis 129 Millimeter, 12-fachem Digitalzoom und einem Bildwinkel von 63,7 mal 35,8 Grad im Weitwinkel bis 2,3 mal 1,29 Grad im Tele. Mit eingeschalteter Restlichtfunktion arbeitet sie bis 0,006 Lux, ohne sie bis 0,1 Lux.
Color Thermal Vision legt die Wärmesignatur über das Sichtbild. Gerade bei engem Wärmebildwinkel ist das nützlich, weil der Sichtkanal mit seinem weiten Zoombereich den räumlichen Bezug liefert, den die 18 Grad nicht hergeben.
Anschluss, Strom und Einbau
Die Videoausgabe entspricht der Standardausführung: zwei HD-H.264-Hauptstreams, zwei Substreams, ein Livestream, dazu HD-SDI verlustfrei und analog NTSC oder PAL über BNC. Sie können Wärme- und Sichtbild gleichzeitig an verschiedene Displays geben.
Ein Unterschied, den Sie prüfen sollten: FLIR weist die ONVIF-Profile-S-Konformität auf der gemeinsamen Produktseite ausdrücklich für die M364C aus, für die LR nicht. Ob das eine Auslassung der Seite ist oder ein tatsächlicher Unterschied, konnte ich nicht klären. Wenn Sie die Kamera in ein Fremdsystem einbinden wollen, lassen Sie das vor dem Kauf bestätigen.
Gesteuert wird per Touchscreen von kompatiblen Displays von Furuno, Garmin, Raymarine und Simrad, alternativ über das JCU-4 Keypad. Die Bildanalyse Marine Video Analytics hebt alles hervor, was nicht Wasseroberfläche ist.
Strom, Gewicht und Maße sind identisch zur Standardausführung: 12 bis 24 Volt, 41 Watt nominal und 56 Watt mit Heizung, also bis zu 4,7 Ampere an einem 12-Volt-Netz. 6,3 Kilogramm bei 222 mal 328 Millimetern, mit Top-Down-Riser 6,8 Kilogramm bei 254 mal 366 Millimetern. Geschützt nach IPX6, Stoßfestigkeit 15 g vertikal und 9 g horizontal, Vibration nach IEC 60945, Betrieb von minus 25 bis plus 55 Grad.
Ein Montagehinweis speziell für die LR: Je enger der Bildwinkel, desto genauer muss die Ausrichtung der Grundplatte stimmen. Eine Montagefläche, die um zwei Grad aus der Waagerechten liegt, kostet bei 13,5 Grad senkrechtem Bildwinkel rund 15 Prozent des nutzbaren Bereichs, weil der Neigebereich einseitig früher endet. Richten Sie die Platte mit der Wasserwaage aus, bevor Sie bohren; weitere Hinweise im Ratgeber zur Montage von Marinekameras.
Technische Daten
| Merkmal | Technischer Wert |
|---|---|
| Wärmebildsensor | 640×512 VOx-Mikrobolometer |
| Bildwiederholrate Wärmebild | 30 Hz |
| Bildwinkel Wärmebild | 18° × 13,5° |
| Brennweite Wärmebild | 25 mm |
| Fokus Wärmebild | fest, ab 3 m bis unendlich |
| Zoom Wärmebild | 4-fach digital, stufenlos, kein optischer Zoom |
| Entdeckung | vom Hersteller nicht veröffentlicht, Rechnung in Abschnitt 8 |
| Sichtkamera | 1/2,8-Zoll-CMOS, bis 1920 × 1080 bei 30 fps |
| Zoom Sichtkamera | 30-fach optisch, 12-fach digital |
| Brennweite Sichtkamera | 4,3 bis 129 mm |
| Bildwinkel Sichtkamera | 63,7° × 35,8° bis 2,3° × 1,29° |
| Restlicht | 0,006 Lux mit Restlichtfunktion, 0,1 Lux ohne |
| Color Thermal Vision | ja |
| Bildanalyse | Marine Video Analytics |
| Schwenkbereich | 360° endlos |
| Neigebereich | ±90° |
| Gyro-Stabilisierung | 2 Achsen |
| Netzwerkvideo | zwei HD-H.264-Hauptstreams, zwei Substreams, ein Livestream |
| ONVIF Profile S | für dieses Modell nicht ausgewiesen, siehe Abschnitt 8 |
| HD-SDI | verlustfrei |
| Analogvideo | NTSC oder PAL, BNC |
| Steuerung | Kartenplotter-Touchscreen (Furuno, Garmin, Raymarine, Simrad), optional JCU-4 |
| Spannungsversorgung | 12 bis 24 V DC |
| Leistungsaufnahme | 41 W nominal, 56 W mit Heizung |
| Betriebstemperatur | −25 bis +55 °C |
| Lagertemperatur | −30 bis +70 °C |
| Schutzart | IPX6 |
| Stoßfestigkeit | 15 g vertikal, 9 g horizontal |
| Vibration | IEC 60945 |
| Gewicht | 6,3 kg, mit Top-Down-Riser 6,8 kg |
| Maße | 222 × 328 mm, mit Riser 254 × 366 mm |
| Artikelnummer | E70520 nach Händlerangabe, vom Hersteller nicht ausgewiesen |
Häufige Fragen
Was unterscheidet die FLIR M364C LR von der M364C?
Im Wärmekanal zwei Dinge: 25 statt 18 Millimeter Brennweite, also 18 mal 13,5 Grad statt 24 mal 18 Grad Bildwinkel, und 30 statt 9 Hertz Bildrate. Der engere Ausschnitt bringt nach dem Brennweitenverhältnis knapp 40 Prozent mehr Reichweite, die höhere Bildrate ein flüssigeres Bild bei Fahrt. Beides gehört zusammen, denn ein enger Ausschnitt wandert bei Stampfen und Gieren schneller aus dem Bild, sodass 9 Hertz hier kaum brauchbar wären. Sichtkamera, Zoom, Restlichtwerte, Color Thermal Vision, Gehäuse, Gewicht und Stromaufnahme sind bei beiden Modellen gleich.
Soll ich die LR-Ausführung nehmen oder die Standardversion?
Die LR, wenn Sie überwiegend auf offenem Wasser nachts Marschfahrt gehen, etwa auf Küstenpassagen oder in Revieren mit viel Berufsschifffahrt. Dort beobachten Sie voraus, und der enge Ausschnitt ist kein Nachteil. Die Standardausführung, wenn Hafenmanöver, enge Ansteuerungen, Ankerplätze und Flussreviere Ihr Schwerpunkt sind: 24 Grad zeigen auf 100 Metern rund 42 Meter Breite, 18 Grad nur rund 32 Meter, und beim Eindrehen in eine Box entscheidet das zwischen Übersicht und Tunnelblick.
Wie weit sieht die FLIR M364C LR?
FLIR veröffentlicht für die Modelle mit Sichtkamera keine Entdeckungsreichweiten, deshalb lässt sich die Frage nicht aus dem Datenblatt beantworten. Rechnen lässt sie sich: Das baugleiche Modell ohne Sichtkamera erreicht mit 18 Millimetern Brennweite 3,20 Seemeilen für ein Boot von 30 Fuß, und die Reichweite steigt im Verhältnis der Brennweiten, hier also auf grob 4,4 Seemeilen. Das ist eine Herleitung, keine Herstellerangabe, und sollte vor einer Kaufentscheidung mit dem Lieferanten abgeglichen werden. Alle genannten Werte beschreiben ohnehin das Entdecken einer Wärmequelle, nicht das Erkennen von Einzelheiten.
Warum braucht ein enger Bildwinkel eine höhere Bildrate?
Weil derselbe Winkelversatz bei engem Ausschnitt einen größeren Anteil des Sichtfelds ausmacht. Wenn das Boot um zwei Grad stampft, wandert das Bild bei 24 Grad Bildwinkel um ein Zwölftel des Ausschnitts, bei 18 Grad um ein Neuntel. Je enger die Optik, desto schneller verlieren Sie ein beobachtetes Objekt, und desto wichtiger sind kurze Abstände zwischen zwei Bildern. 30 Hertz bedeuten 33 Millisekunden, 9 Hertz 111 Millisekunden. Die Gyro-Stabilisierung arbeitet dieser Bewegung zusätzlich entgegen, kann aber nur glätten, was oft genug abgebildet wird.
Spielt bei der Montage der engere Bildwinkel eine Rolle?
Ja, mehr als bei den weitwinkligen Modellen. Je enger der Ausschnitt, desto genauer muss die Grundplatte ausgerichtet sein: Eine Montagefläche, die um zwei Grad aus der Waagerechten liegt, kostet bei 13,5 Grad senkrechtem Bildwinkel rund 15 Prozent des nutzbaren Bereichs, weil der Neigebereich einseitig früher endet. Richten Sie die Platte mit der Wasserwaage aus, bevor Sie bohren, und berücksichtigen Sie dabei die Lage des Bootes im Wasser bei normaler Beladung, nicht im Winterlager auf dem Trailer.
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