FLIR M232 Marine-Wärmebildkamera Pan/Tilt
4.199,00 €
Die FLIR M232 ist die kompakte Einstiegskamera für die Festmontage am Boot: ein 320×240 VOx-Mikrobolometer mit 24 Grad Bildwinkel, 360 Grad endlos schwenkbar und über das Display Ihres vorhandenen Kartenplotters steuerbar. Mit 2,7 Kilogramm und 161 Millimetern Durchmesser passt sie auf Hardtop, Mast oder Radarbügel kleinerer Motor- und Segelyachten.
- 360° endlos schwenkbar, Neigung +110 bis −90 Grad
- Steuerung per Touchscreen über Furuno, Garmin, Raymarine oder Simrad
- IPX6, Salznebel und EMV nach IEC 60945, automatische Scheibenentfrostung
- Lieferung in die gesamte EU in 48 bis 72 Stunden
Nachtsicht am Boot: Wofür 320 × 240 reichen und wofür nicht
Eine Wärmebildkamera auf dem Boot löst drei Probleme, die Radar und Scheinwerfer offenlassen: Sie zeigt unbeleuchtete Objekte wie Treibholz, verlorene Fender und Krabbenbojen, sie zeigt Menschen im Wasser, deren Körpertemperatur sich deutlich von der Wasseroberfläche abhebt, und sie zeigt Sportboote ohne Lichter oder mit ausgefallener Beleuchtung.
Die M232 ist dafür die kleinste Lösung im FLIR Festmontage-Programm, und das hat Folgen, die Sie vor dem Kauf kennen sollten.
Der Sensor liefert 320 × 240 Bildpunkte. Das genügt, um ein Objekt im Fahrwasser zu bemerken und anzusteuern. Es genügt nicht, um auf größere Entfernung zu beurteilen, was dort treibt. Wenn Sie regelmäßig nachts in dichtem Verkehr fahren oder auf große Reichweite ansprechen müssen, führt die Festmontage-Übersicht zu den hochauflösenden Modellen mit 640er Sensor.
Der Bildwinkel beträgt 24 × 18 Grad bei 19 Millimetern Brennweite und festem Fokus ab 3,6 Metern. Dieser weite Winkel ist für den Nahbereich richtig gewählt: Beim Manövrieren in der Hafeneinfahrt oder in einer engen Ansteuerung wollen Sie Breite sehen, nicht Vergrößerung. Der Digitalzoom reicht stufenlos bis vierfach, vergrößert aber nur vorhandene Bildpunkte.
Die 9 Hertz: der wichtigste Punkt, über den kaum ein Händler schreibt
Die M232 arbeitet mit 9 Hertz Bildwiederholrate. Die größeren Modelle der Reihe sind mit 30 Hertz erhältlich, und dieser Unterschied ist bei einer Bootskamera bedeutsamer als bei einem stationären Gerät.
Praktisch macht sich das in Wellen bemerkbar. Ein Boot in Fahrt bewegt sich in allen drei Achsen. Bei 9 Hertz steht alle 111 Millisekunden ein neues Bild bereit; was sich zwischen zwei Bildern bewegt, erscheint als Sprung. Bei ruhiger See und Hafengeschwindigkeit fällt das kaum auf. Bei Welle und über fünfzehn Knoten wird das Bild deutlich unruhiger als bei 30 Hertz.
Der Grund für die 9 Hertz liegt nicht in der Technik, sondern in der Ausfuhrregelung. Wärmebildsensoren oberhalb bestimmter Bildraten unterliegen strengeren Exportvorschriften. Hersteller bieten deshalb bewusst Varianten mit unter 9 Hertz an, die sich einfacher international ausliefern lassen. FLIR selbst weist bei dieser Produktgruppe darauf hin, dass die Geräte je nach Endausführung unter die US-Vorschriften ITAR oder EAR fallen können.
Für Sie als Käufer in der EU heißt das zweierlei: Die 9-Hertz-Variante ist die unkomplizierteste, und bei Modellen mit höherer Bildrate oder gekühltem Sensor lohnt die Frage nach der Einstufung. Abschnitt 8 führt das aus.
Montage, Stromversorgung und Dauerbetrieb an Bord
Die Steuerung läuft über Ihr vorhandenes Display. Die Kamera gibt einen H.264-Netzwerkvideostream aus und lässt sich per Touchscreen von kompatiblen Kartenplottern von Furuno, Garmin, Raymarine und Simrad schwenken und neigen. Wer lieber eine eigene Bedieneinheit will, nimmt das optionale JCU-3 Joystick-Keypad. Ein Analogausgang ist bei diesem Modell nicht vorgesehen; die Anbindung erfolgt über Netzwerk.
Beim Strom ist die M232 unkritisch. Sie läuft an 12 oder 24 Volt und zieht 15 Watt typisch, 18 Watt maximal. An einem 12-Volt-Netz sind das rund 1,5 Ampere, also eine gewöhnliche Sicherung und übliche Leitungsquerschnitte. Die großen Multisensor-Modelle der Reihe ziehen mit Heizung ein Vielfaches davon, was bei der Kabelauslegung ins Gewicht fällt.
Zwei Montagevarianten liegen bereit. Ohne Riser misst die Kamera 161 Millimeter Durchmesser bei 229 Millimetern Höhe und wiegt 2,7 Kilogramm. Mit dem Top-Down-Riser für die hängende Montage unter einem Hardtop werden es 190 mal 279 Millimeter und 3,0 Kilogramm. Planen Sie den Platz für den Schwenkbereich mit ein: 360 Grad endlos heißt, dass nichts im Weg stehen darf.
Die Umweltwerte sind auf Seegang ausgelegt. IPX6 gegen Spritzwasser, Salznebel und EMV nach IEC 60945, Vibration nach IEC 60945 und MIL-STD-810E, Stoßfestigkeit 15 g vertikal und 9 g horizontal, Blitzschutz gegen Naheinschlag bei 2 kV. Der Betriebsbereich reicht von minus 25 bis plus 55 Grad, die Lagerung von minus 30 bis plus 70 Grad. Beim Einschalten läuft eine automatische Scheibenentfrostung an, was im Frühjahr und Herbst den Unterschied zwischen Bild und Beschlag macht.
Zur Pflege: Die Germaniumscheibe vor dem Sensor ist beschichtet und verträgt keine Scheuermittel. Salzkrusten spülen Sie mit Süßwasser ab und tupfen nach, statt zu reiben. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Montage von Marinekameras.
Technische Daten
| Merkmal | Technischer Wert |
|---|---|
| Sensor | 320×240 VOx-Mikrobolometer |
| Bildwiederholrate | 9 Hz |
| Bildwinkel | 24° × 18° |
| Brennweite | 19 mm |
| Fokus | fest, ab 3,6 m bis unendlich |
| Optischer Zoom | nicht vorhanden |
| Digitalzoom | 4-fach, stufenlos |
| Schwenkbereich | 360° endlos |
| Neigebereich | +110° / −90° |
| Gyro-Stabilisierung | nicht vorhanden, siehe Abschnitt 8 |
| Videoausgang | ein H.264-Netzwerkstream |
| Bildanalyse | ClearCruise Objekterkennung, mit kompatiblen Raymarine Displays |
| Steuerung | Kartenplotter-Touchscreen (Furuno, Garmin, Raymarine, Simrad), optional JCU-3 |
| Spannungsversorgung | 12 oder 24 V DC |
| Leistungsaufnahme | 15 W typisch, 18 W maximal |
| Betriebstemperatur | −25 bis +55 °C |
| Lagertemperatur | −30 bis +70 °C |
| Schutzart | IPX6 |
| Stoßfestigkeit | 15 g vertikal, 9 g horizontal |
| Vibration | IEC 60945, MIL-STD-810E |
| Salznebel und EMV | IEC 60945 |
| Blitzschutz | Naheinschlag 2 kV |
| Scheibenentfrostung | automatisch beim Einschalten |
| Gewicht | 2,7 kg, mit Top-Down-Riser 3,0 kg |
| Maße | 161 mm Ø × 229 mm, mit Riser 190 mm Ø × 279 mm |
| Artikelnummer | E70354 |
Häufige Fragen
Was bedeuten die 9 Hertz bei der FLIR M232 in der Praxis?
Alle 111 Millisekunden steht ein neues Bild bereit, statt alle 33 Millisekunden wie bei den 30-Hertz-Varianten der größeren Modelle. Bei ruhiger See und Hafengeschwindigkeit merken Sie davon wenig; bei Welle und über fünfzehn Knoten wirkt das Bild sichtbar unruhiger, weil ein Boot sich in allen drei Achsen bewegt und Zwischenbewegungen als Sprung erscheinen. Der Grund für die niedrige Bildrate ist nicht technischer, sondern exportrechtlicher Natur: Sensoren über bestimmten Bildraten unterliegen strengeren Ausfuhrvorschriften, weshalb Hersteller bewusst 9-Hertz-Varianten anbieten.
Reicht die Auflösung von 320×240 für eine Bootskamera?
Für den Nahbereich ja, für das Ansprechen auf Entfernung nicht. Mit 320 mal 240 Bildpunkten bemerken Sie zuverlässig, dass etwas im Fahrwasser treibt, und können es ansteuern; ob es ein Fender, ein Baumstamm oder ein Mensch ist, erkennen Sie erst deutlich näher als mit einem 640er Sensor. FLIR gibt für das nächstgrößere Modell mit 640 mal 512 Bildpunkten eine doppelt so große Entdeckungsreichweite für ein 30-Fuß-Boot an. Wenn Sie regelmäßig nachts in dichtem Verkehr fahren, ist die höhere Auflösung die bessere Investition.
Brauche ich für die FLIR M232 einen bestimmten Kartenplotter?
Einen netzwerkfähigen Plotter von Furuno, Garmin, Raymarine oder Simrad, der Videostreams über IP darstellen kann. Die Kamera gibt einen H.264-Netzwerkstream aus und wird per Touchscreen geschwenkt und geneigt; einen Analogausgang hat sie nicht. Prüfen Sie vor dem Kauf die Softwareversion Ihres Displays, denn die Kameraunterstützung kam bei einigen Herstellern erst mit späteren Firmwarestufen. Wer kein kompatibles Display hat oder eine getrennte Bedienung bevorzugt, steuert die Kamera über das optionale JCU-3 Keypad mit Joystick.
Wie viel Strom zieht die FLIR M232 an Bord?
15 Watt im typischen Betrieb, 18 Watt maximal, an 12 oder 24 Volt. An einem 12-Volt-Netz entspricht das rund 1,5 Ampere, also einer gewöhnlichen Sicherung und üblichen Leitungsquerschnitten. Das ist der geringste Verbrauch im FLIR Festmontage-Programm: Die Modelle mit Gyro-Stabilisierung liegen bei 41 Watt und mit Heizung bei 56 Watt, die großen Multisensor-Systeme erreichen mit Heizung bis zu 270 Watt, was bei 12 Volt über 22 Ampere bedeutet und eine entsprechende Verkabelung verlangt.
Unterliegt eine Marine-Wärmebildkamera waffenrechtlichen Beschränkungen?
Nein. Die Beschränkungen, über die im Zusammenhang mit Wärmebildtechnik meist gesprochen wird, betreffen Geräte mit eigenem Absehen, die auf eine Waffe montiert werden. Eine Marinekamera für die Festmontage hat kein Absehen und keine Waffenschnittstelle; sie ist ein Navigations- und Sicherheitsgerät und frei erwerbbar. Zu beachten ist etwas anderes: FLIR weist für diese Produktgruppe darauf hin, dass die Geräte je nach Endausführung unter die US-Ausfuhrvorschriften ITAR oder EAR fallen können. Für den innereuropäischen Versand dieser 9-Hertz-Variante ist das unproblematisch.
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