FLIR M332 Marine-Wärmebildkamera Pan/Tilt mit Gyro-Stabilisierung

9.499,00 €

Die FLIR M332 ist die kleinste Festmontage-Kamera von FLIR mit 2-Achsen-Gyro-Stabilisierung: Sie gleicht das Stampfen des Bootes aus und hält das Bild auf einer gewählten Peilung, statt mit dem Rumpf mitzuwandern. Dazu ein 320×256 VOx-Sensor, 24 Grad Bildwinkel, 360 Grad endloser Schwenkbereich und Videoausgabe über Netzwerk, HD-SDI und analog.

  • 2-Achsen-Gyro-Stabilisierung für Stampfen und Peilungshaltung
  • Drei Videowege: zwei H.264-Netzwerkstreams, HD-SDI verlustfrei, NTSC/PAL analog
  • ONVIF Profile S, Marine Video Analytics zur Objekterkennung
  • Lieferung in die gesamte EU in 48 bis 72 Stunden
Beschreibung

Was Gyro-Stabilisierung auf einem Boot tatsächlich leistet

Dies ist das Merkmal, für das Sie den Aufpreis gegenüber der FLIR M232 zahlen, und es wird in Produktbeschreibungen meist als Schlagwort abgehandelt. Die Stabilisierung arbeitet in zwei Achsen mit zwei verschiedenen Aufgaben.

Die vertikale Achse gleicht das Stampfen aus. Wenn der Bug in der Welle steigt und fällt, schwenkt die Kameraoptik gegen, sodass der Bildausschnitt stehen bleibt. Ohne diese Funktion wandert bei jeder Welle die Horizontlinie durchs Bild, und Sie verlieren das Objekt, das Sie beobachten, mehrmals pro Minute aus dem Ausschnitt.

Die horizontale Achse hält eine gewählte Peilung. Sie richten die Kamera auf eine Tonne, einen Hafeneingang oder ein anderes Schiff, und die Kamera bleibt darauf gerichtet, auch wenn das Boot gieren oder einen Kurswechsel fahren. Praktisch heißt das: Sie peilen ein Objekt an und können sich wieder dem Steuern zuwenden, ohne nachzuführen.

Wo der Unterschied am größten ist: bei Nacht in Welle auf Marschfahrt. Dort ist eine unstabilisierte Kamera bei höherer Geschwindigkeit nur noch eingeschränkt brauchbar, weil Bildbewegung und niedrige Bildrate zusammenfallen. In der Hafeneinfahrt bei glattem Wasser merken Sie den Unterschied kaum.

Die Auflösung: Hier lohnt genaues Lesen

Die M332 trägt einen 320×256 VOx-Mikrobolometer. FLIR ordnet sie der Standardauflösung zu; die hochauflösende Schwester mit 640 mal 512 Bildpunkten ist die FLIR M364, die bei ansonsten identischem Gehäuse, gleicher Stabilisierung und gleicher Anschlusstechnik gebaut ist.

Diese Verwechslung kommt im Handel häufig vor, weil beide Modelle dasselbe Datenblatt teilen und äußerlich nicht zu unterscheiden sind. Wenn Sie Angebote vergleichen, prüfen Sie die Sensorzeile und nicht das Gehäusefoto.

Was die Auflösung praktisch bedeutet, zeigt FLIRs eigene Reichweitenangabe am deutlichsten. Für die M332 nennt der Hersteller:

Ziel Entdeckungsreichweite
Boot von 30 Fuß Länge 1,60 sm (2,96 km)
NATO-Standardziel 2,3 × 2,3 m bei 50 % 0,47 sm (879 m)
Person 0,20 sm (362 m)

Die M364 mit doppelter Sensorauflösung erreicht bei gleichem Bildwinkel 3,2 Seemeilen für dasselbe 30-Fuß-Boot, also genau den doppelten Wert. Wer wissen will, wo diese Zahlen herkommen und wie sie zu lesen sind, findet das in unserem Ratgeber zu Reichweite und Auflösung bei Marinekameras.

Die 362 Meter für eine Person sind die Zahl, die zählt, wenn Sie die Kamera für Mann-über-Bord-Lagen einplanen. Sie beschreibt das Entdecken einer Wärmequelle, nicht das Erkennen von Details. Für eine Suche im Nahbereich ist das brauchbar, für eine Suche über größere Flächen zu wenig; dort führt die Festmontage-Übersicht zu den Modellen mit optischem Zoom.

Anschlusstechnik, Strom und Dauerbetrieb

Drei Videowege stehen bereit, und das ist der zweite praktische Vorsprung gegenüber dem Einstiegsmodell. Die Kamera liefert zwei unabhängige H.264- oder MJPEG-Netzwerkstreams, einen verlustfreien HD-SDI-Ausgang und ein analoges NTSC- oder PAL-Signal über BNC. Damit bedienen Sie gleichzeitig einen Kartenplotter im Cockpit, einen Monitor in der Messe und einen Videorekorder. Die Netzwerkstreams sind ONVIF Profile S konform, lassen sich also auch in Fremdsysteme einbinden.

Gesteuert wird per Touchscreen von kompatiblen Displays von Furuno, Garmin, Raymarine und Simrad, alternativ über das optionale JCU-4 Joystick-Keypad. Marine Video Analytics erkennt Objekte, die nicht Wasser sind, und markiert sie im Bild.

Beim Strom liegt die M332 deutlich über der M232. Sie läuft an 12 oder 24 Volt und zieht 41 Watt nominal, mit Heizung 56 Watt. An einem 12-Volt-Netz sind das bis zu 4,7 Ampere, also eine eigene Sicherung und ein Querschnitt, der die Leitungslänge bis zum Mast oder Hardtop berücksichtigt. Rechnen Sie bei Dauerbetrieb über eine Nacht mit grob 0,5 Kilowattstunden, was bei einer kleinen Verbraucherbatterie planungsrelevant ist.

Gehäuse und Umweltwerte. Mit 6,3 Kilogramm bei 222 Millimetern Durchmesser und 328 Millimetern Höhe ist die Kamera mehr als doppelt so schwer wie die M232; mit Top-Down-Riser für die hängende Montage werden es 6,8 Kilogramm bei 254 mal 366 Millimetern. Das hat Folgen für die Unterkonstruktion: Ein Hardtop, das für eine 2,7-Kilogramm-Kamera ausgelegt war, braucht bei 6,8 Kilogramm plus Hebelarm eine Verstärkung.

Geschützt ist das Gerät nach IPX6, Salznebel und EMV nach IEC 60945, Vibration nach IEC 60945, Stoßfestigkeit 15 g vertikal und 9 g horizontal. Zugelassen ist der Betrieb zwischen minus 25 und plus 55 Grad, die Lagerung zwischen minus 30 und plus 70 Grad.

Zur Pflege und Wartung: Die Schwenkmechanik ist gedichtet und wartungsfrei, die Germaniumscheibe beschichtet. Salzkrusten mit Süßwasser abspülen und abtupfen, nicht reiben; Scheuermittel und Lösemittel greifen die Beschichtung an. Prüfen Sie einmal je Saison die Dichtung des Kabeldurchlasses, denn dort dringt an Bord erfahrungsgemäß zuerst Wasser ein.

Technische Daten

Merkmal Technischer Wert
Sensor 320×256 VOx-Mikrobolometer, nicht 640×512
Bildwiederholrate 9 Hz, Variante mit 30 Hz verfügbar
Bildwinkel 24° × 18°
Brennweite 9,1 mm
Fokus fest, ab 3 m bis unendlich
Optischer Zoom nicht vorhanden
Digitalzoom 4-fach, stufenlos
Schwenkbereich 360° endlos
Neigebereich ±90°
Gyro-Stabilisierung 2 Achsen, vertikal gegen Stampfen, horizontal für Peilungshaltung
Entdeckung Boot 30 ft 1,60 sm (2,96 km)
Entdeckung NATO-Ziel 0,47 sm (879 m)
Entdeckung Person 0,20 sm (362 m)
Netzwerkvideo zwei unabhängige H.264- oder MJPEG-Streams, ONVIF Profile S
HD-SDI verlustfrei
Analogvideo NTSC oder PAL, einstellbar, BNC
Bildanalyse Marine Video Analytics
Steuerung Kartenplotter-Touchscreen (Furuno, Garmin, Raymarine, Simrad), optional JCU-4
Spannungsversorgung 12 bis 24 V DC
Leistungsaufnahme 41 W nominal, 56 W mit Heizung
Betriebstemperatur −25 bis +55 °C
Lagertemperatur −30 bis +70 °C
Schutzart IPX6
Stoßfestigkeit 15 g vertikal, 9 g horizontal
Vibration, Salznebel, EMV IEC 60945
Gewicht 6,3 kg, mit Top-Down-Riser 6,8 kg
Maße 222 × 328 mm, mit Riser 254 × 366 mm
Artikelnummer E70528 (9-Hz-Ausführung)

Häufige Fragen

Was macht die Gyro-Stabilisierung der FLIR M332 konkret?

Sie arbeitet in zwei Achsen mit zwei verschiedenen Aufgaben. Die vertikale Achse gleicht das Stampfen des Bootes aus, sodass der Bildausschnitt stehen bleibt, statt mit jeder Welle durchs Bild zu wandern. Die horizontale Achse hält eine gewählte Peilung: Sie richten die Kamera auf eine Tonne oder ein Schiff, und sie bleibt darauf gerichtet, auch wenn das Boot giert oder den Kurs wechselt. Spürbar ist das vor allem bei Nacht in Welle auf Marschfahrt; in der Hafeneinfahrt bei glattem Wasser merken Sie den Unterschied kaum.

Hat die FLIR M332 640 × 512 Bildpunkte?

Nein, sie hat 320 × 256. FLIR ordnet die M332 der Standardauflösung zu; das hochauflösende Modell mit 640 mal 512 Bildpunkten ist die M364, die dasselbe Gehäuse, dieselbe Stabilisierung und dieselbe Anschlusstechnik hat und sich äußerlich nicht unterscheidet. Diese Verwechslung kommt im Handel häufig vor, weil beide Modelle ein gemeinsames Datenblatt teilen. Prüfen Sie beim Angebotsvergleich die Sensorzeile und nicht das Produktfoto. Praktisch bedeutet der Unterschied die doppelte Entdeckungsreichweite: 3,2 Seemeilen beim 640er Sensor gegen 1,60 Seemeilen hier, jeweils für ein Boot von 30 Fuß.

Auf welche Entfernung erkennt die FLIR M332 eine Person im Wasser?

FLIR gibt 0,20 Seemeilen an, also rund 362 Meter. Diese Zahl beschreibt das Entdecken einer Wärmequelle, nicht das Erkennen von Details: Sie sehen, dass dort etwas Warmes ist, und können darauf zufahren. Für eine Suche im Nahbereich rund um das Boot ist das brauchbar, für das Absuchen größerer Flächen zu wenig. Zum Vergleich innerhalb der Reihe: Die Modelle mit optischem Zoom erreichen für dasselbe Ziel ein Vielfaches. Rechnen Sie außerdem damit, dass warmes Oberflächenwasser im Sommer den Kontrast verringert und die praktische Reichweite senkt.

Welche Videoanschlüsse hat die FLIR M332?

Drei Wege gleichzeitig: zwei unabhängige H.264- oder MJPEG-Netzwerkstreams, einen verlustfreien HD-SDI-Ausgang und ein analoges NTSC- oder PAL-Signal über BNC. Damit lassen sich Kartenplotter im Cockpit, Monitor in der Messe und ein Videorekorder parallel versorgen. Die Netzwerkstreams sind ONVIF Profile S konform und damit auch in Fremdsysteme einbindbar, was bei größeren Yachten mit eigener Videoinfrastruktur den Unterschied macht. Das Einstiegsmodell M232 bietet nur einen einzigen Netzwerkstream und keinen Analogausgang.

Wie viel Strom und wie viel Gewicht muss ich für die M332 einplanen?

41 Watt nominal und 56 Watt mit zugeschalteter Heizung, an 12 oder 24 Volt. An einem 12-Volt-Netz sind das bis zu 4,7 Ampere, also eine eigene Sicherung und ein Leitungsquerschnitt, der die Länge bis Mast oder Hardtop berücksichtigt; über eine Nacht Dauerbetrieb kommen grob 0,5 Kilowattstunden zusammen. Beim Gewicht sind es 6,3 Kilogramm, mit Top-Down-Riser 6,8 Kilogramm. Eine Unterkonstruktion, die für die 2,7 Kilogramm der M232 ausgelegt war, braucht dafür eine Verstärkung, zumal der Hebelarm am Hardtop hinzukommt.

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