Liemke Challenger 35 Wärmebild-Monokular

1.799,00 €

Das Liemke Challenger 35 stammt aus der Gerätegeneration vor der Keiler-Serie und arbeitet mit 384 × 288 Bildpunkten bei 17 Mikrometern hinter einem 35 mm Objektiv bei f/1.0. Daraus folgen 18,7 Meter Bildbreite auf 100 Meter bei 2,5-facher Grundvergrößerung. Die Rauschkennzahl von unter 35 Millikelvin ist besser als die der Nachfolger, die Ausstattung dagegen älter.

  • unter 35 mK, bester NETD-Wert im Liemke-Handgeräteprogramm
  • 18,7 Meter Bildbreite auf 100 Meter, 2,5-fach
  • Entdeckung 1.235 m bei definierter Zielgröße
  • Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden

1 vorrätig (kann nachbestellt werden)

Beschreibung

17 Mikrometer: der Wert, über den niemand spricht

Zwei Angaben bestimmen, was ein Wärmebildgerät auflösen kann: die Zahl der Bildpunkte und der Abstand zwischen ihnen. Die erste steht in jedem Werbetext, die zweite fast nie. Beim Challenger 35 beträgt der Pixelabstand 17 Mikrometer, bei allen Keiler-Modellen 12.

Rechnerisch bedeutet das: 384 Bildpunkte mal 17 Mikrometer ergeben eine Sensorbreite von 6,53 Millimetern. Hinter 35 Millimetern Brennweite entsteht daraus ein Sichtfeld von 10,66 Grad, also 18,7 Meter auf 100 Meter. Jeder einzelne Bildpunkt überdeckt dabei 0,486 Milliradian, womit er auf 150 Meter 7,3 Zentimeter abdeckt.

Daraus folgt eine Ansprechgrenze von etwa 120 bis 200 Metern. Ein Rehkörper von rund 70 Zentimetern belegt auf 150 Metern noch etwa zehn Bildpunkte, was zur Beurteilung von Haltung und Umriss genügt. Darüber hinaus wird das Bild zu grob für eine sichere Einschätzung.

Der interessante Teil liegt im Vergleich. Das aktuelle Liemke Keiler-25.1 hat denselben 384er Sensor, aber 12 Mikrometer und 25 Millimeter Brennweite. Sein Winkel je Bildpunkt beträgt 0,48 Milliradiant, sein Sichtfeld 18,5 Meter auf 100 Meter. Beide Geräte lösen also praktisch gleich fein auf und zeigen praktisch gleich viel Bild, obwohl das eine 35 und das andere 25 Millimeter Brennweite trägt. Der kürzere Weg durch das kleinere Pixel führt zum gleichen Ergebnis.

Wo das Challenger 35 vorn liegt und wo nicht

Challenger 35 Keiler-25.1
Sensor 384 × 288, 17 µm 384 × 288, 12 µm
NETD unter 35 mK 40 mK
Brennweite 35 mm, f/1.0 25 mm, f/1.0
Bildfeld auf 100 m 18,7 m 18,5 m
Winkel je Bildpunkt 0,486 mrad 0,48 mrad
Laufzeit bis 5 h bis 10 h
Akku fest eingebaut Wechselakku
Speicher 8 GB 32 GB
Gewicht unter 510 g 445 g
Länge 190 mm 147 mm

Der NETD-Wert von unter 35 Millikelvin ist der beste im Liemke-Handgeräteprogramm, besser als die 40 des Keiler-25.1 und deutlich besser als die 50 der beiden großen Keiler. Bemerkbar wird das bei knappem Kontrast, also auf nassem Boden nach einem Regentag und in schwülen Nächten, wenn sich der Untergrund der Körperwärme annähert. Wer vor allem bei solchen Bedingungen unterwegs ist, bekommt hier das sauberste Bild der Serie. Hintergründe im Beitrag zum NETD-Wert.

In allen übrigen Punkten zeigt sich das Alter. Der Akku ist fest eingebaut und hält höchstens fünf Stunden, womit eine lange Winternacht ohne Powerbank nicht durchzuhalten ist. Der interne Speicher von 8 Gigabyte ist für Videoaufnahmen knapp. Mit 190 Millimetern Baulänge ist das Gerät gut vier Zentimeter länger als das aktuelle Modell und wiegt mehr. Dafür reicht der Betriebsbereich mit minus 20 bis plus 55 Grad fünf Grad höher als bei den Nachfolgern.

Ausstattung, Reichweitenangabe und Recht

Die Entdeckungsangabe von 1.235 Metern ist bei diesem Gerät ausnahmsweise überprüfbar. Die Bedienungsanleitung nennt die Bedingungen mit: ein Ziel von 1,8 mal 0,5 Metern bei 99 Prozent Erkennungswahrscheinlichkeit. Das ist eine Angabe nach Norm, und sie ist deutlich mehr wert als die nackten Reichweitenzahlen, die Hersteller sonst nennen. Ein Ziel von 1,8 mal 0,5 Metern entspricht einem stehenden Menschen, nicht einem Stück Rehwild.

An Bildfunktionen bietet das Gerät vier Farbpaletten, nämlich Weißglut, Schwarzglut, Falschfarben und Rotglut, dazu eine automatische und eine manuelle Sensorkalibrierung. Ein stadiametrischer Entfernungsmesser schätzt die Distanz über die eingestellte Zielhöhe, wählbar zwischen Wolf, Bär, Rotwild und einem freien Wert von 0,1 bis 9,9 Metern. Eine Hotspot-Verfolgung markiert das wärmste Objekt im Bild. Ein Lasermodul ist nicht verbaut.

Rechtlich unbedenklich. Das Challenger 35 hat keine Vorrichtung zur Befestigung an einer Waffe und kein Absehen zum Zielen; die Markierung der Hotspot-Verfolgung und der Maßstab des stadiametrischen Messers sind Anzeigehilfen im Display, keine Zielmittel. Die Verbotsnorm der Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes setzt genau diese Merkmale voraus und greift hier folglich nicht. Einzelheiten in unserer Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Im Programm: Aktuelle Geräte mit demselben Sensorformat führt das Liemke Keiler-25.1. Mehr Auflösung bieten Keiler-1 und Keiler-2. Alle stehen in den Liemke Wärmebildmonokularen und im Liemke Markenbereich. Vergleichbare Einstiegsgeräte anderer Marken: ThermTec Cyclops 325 Pro und Nocpix Lumi L19; weiteres in den ThermTec Monokularen und bei HIKMICRO.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Handgerät, kein Absehen, keine Waffenmontage
Sensor 384 × 288, 17 µm
NETD ≤ 35 mK
Bildrate 50 Hz
Objektiv 35 mm, Blende f/1.0
Sichtfeld 10,66° × 8°, 18,7 × 14 m auf 100 m
Grundvergrößerung 2,5-fach
Digitalzoom 2-fach und 4-fach
Winkel je Bildpunkt 0,486 mrad
Entdeckung 1.235 m bei Ziel 1,8 × 0,5 m, 99 %
Ansprechgrenze, abgeleitet 120 bis 200 m, siehe Abschnitt 8
Display OLED, 1024 × 768
Farbpaletten Weißglut, Schwarzglut, Falschfarben, Rotglut
Kalibrierung automatisch oder manuell
Entfernungsschätzung stadiametrisch, kein Laser
Akku fest eingebaut, nicht wechselbar
Laufzeit bis 5 h
Interner Speicher 8 GB
Funk WLAN, App-Verbindung
Aufnahmeformate JPG und MP4
Betriebstemperatur −20 bis +55 °C
Gewicht unter 510 g
Maße 190 × 70 × 60 mm

Häufige Fragen

Was bedeuten 17 Mikrometer Pixelabstand?

Sie beschreiben den Abstand zwischen zwei Sensorpunkten und entscheiden zusammen mit der Brennweite, wie fein ein Gerät auflöst. 17 Mikrometer hinter 35 Millimetern ergeben 0,486 Milliradiant je Bildpunkt, also 7,3 Zentimeter auf 150 Meter. Aktuelle Geräte arbeiten mit 12 Mikrometern und erreichen bei gleicher Brennweite 0,343 Milliradian. Der größere Pixel sammelt dafür mehr Strahlung je Punkt, was der Rauschkennzahl zugutekommt, und genau deshalb liegt dieses Gerät mit unter 35 Millikelvin besser als seine Nachfolger.

Auf welche Entfernung kann ich mit dem Challenger 35 ansprechen?

Auf etwa 120 bis 200 Meter. Bei 0,486 Milliradian belegt ein Rehkörper von rund 70 Zentimetern auf 150 Meter noch etwa zehn Bildpunkte, was für Haltung und Umriss ausreicht. Darüber wird das Bild zu grob für eine sichere Einschätzung. Die Herstellerangabe von 1.235 Metern betrifft nicht das Ansprechen, sondern das Entdecken, und sie ist hier ungewöhnlich ehrlich dokumentiert: Sie gilt für ein Ziel von 1,8 mal 0,5 Metern bei 99 Prozent Erkennungswahrscheinlichkeit, also für einen stehenden Menschen.

Lohnt das Challenger 35 noch oder soll ich das aktuelle Modell nehmen?

Für den Preisunterschied ist das eine klare Rechnung. Beide Geräte lösen praktisch gleich fein auf und zeigen fast dasselbe Bildfeld, nämlich 18,7 gegenüber 18,5 Metern auf 100 Meter. Das Challenger 35 hat den besseren NETD-Wert, das Keiler-25.1 die doppelte Laufzeit, einen Wechselakku, viermal so viel Speicher, 65 Gramm weniger Gewicht und vier Zentimeter weniger Baulänge. Wer vor allem bei nassem Wetter und knappem Kontrast beobachtet, kann zum älteren Gerät greifen; für alle anderen ist das aktuelle Modell die praktischere Wahl.

Kann ich den Akku des Challenger 35 wechseln?

Nein, der Akku ist fest eingebaut, und das ist die deutlichste Einschränkung dieses Geräts. Mit bis zu fünf Stunden Laufzeit kommen Sie durch einen Ansitz, aber nicht durch eine lange Winternacht, zumal Kälte die Kapazität zusätzlich drückt. Planen Sie eine Powerbank mit Kabel ein, wenn Sie länger unterwegs sind. Alle aktuellen Liemke-Handgeräte arbeiten dagegen mit Wechselakku, bei dem der Tausch im Dunkeln keine halbe Minute dauert.

Darf ich das Gerät bei der Jagd mitführen?

Ja. Das Challenger 35 hat keine Vorrichtung zur Befestigung an einer Waffe und kein Absehen zum Zielen, weshalb das waffenrechtliche Verbot für Nachtsichtvorsätze nicht greift. Die Hotspot-Markierung im Display und der Maßstab der stadiametrischen Entfernungsschätzung sind Anzeigehilfen, keine Zielmittel. In allen drei Ländern dürfen Sie das Gerät daher ohne weitere Erlaubnis kaufen, besitzen und bei sich tragen. Ein Infrarotstrahler ist nicht verbaut, womit sich die Frage nach künstlichen Lichtquellen bei der Jagdausübung erledigt. Dies ist eine allgemeine Einordnung und kein Rechtsrat.

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