Liemke Keiler-2 Wärmebild-Monokular

3.350,00 €

Das Liemke Keiler-2 trägt denselben Sensor wie das Keiler-1, aber ein 50 mm Objektiv. Daraus entsteht der feinste Winkel je Bildpunkt der Liemke Handgeräte: 0,24 Milliradiant, also rund 30 Prozent feiner als bei 35 Millimetern. Das Sichtfeld schrumpft dafür auf 15,4 Meter auf 100 Meter. Entdeckung bis 2.500 Meter, 510 Gramm, Wechselakku mit bis zu neun Stunden.

  • 0,24 mrad je Bildpunkt, feinste Auflösung der Serie
  • Entdeckung bis 2.500 m, Grundvergrößerung 2,7-fach
  • Digitalzoom bis 14-fach, Wechselakku, 32 GB
  • Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden

2 vorrätig (kann nachbestellt werden)

Beschreibung

Was die 50 Millimeter tatsächlich bringen

Keiler-1 und Keiler-2 unterscheiden sich in einem einzigen Bauteil, dem Objektiv. Der Sensor ist in beiden Fällen identisch: 640 × 512 Bildpunkte bei 12 Mikrometern Abstand. Alles, was dieses Modell anders macht, folgt aus der längeren Brennweite.

Keiler-1, 35 mm Keiler-2, 50 mm
Sichtfeld auf 100 m 22 × 17,6 m 15,4 × 12,3 m
Winkel je Bildpunkt 0,343 mrad 0,24 mrad
Grundvergrößerung 1,9-fach 2,7-fach
Entdeckung 1.750 m 2.500 m
Blende f/1,0 f/1.1

Der entscheidende Wert ist 0,24 Milliradiant. Ein Bildpunkt deckt damit auf 300 Meter 7,2 Zentimeter ab. Ein Rehkörper von etwa 70 Zentimetern belegt dort noch knapp zehn Bildpunkte, was zum Beurteilen von Haltung und Umriss ausreicht. Beim 35-Millimeter-Modell ist diese Marke bereits bei rund 200 Metern erreicht.

Daraus folgt eine Ansprechgrenze von etwa 250 bis 400 Metern. Wie weit Sie innerhalb dieser Spanne tatsächlich kommen, hängt von der Luftfeuchte, von der Temperatur des Untergrunds und davon ab, ob das Stück frei steht oder im Bestand. Die Herstellerangabe von 2.500 Metern beschreibt nicht das Ansprechen, sondern den Punkt, an dem eine Wärmequelle als Fleck sichtbar wird.

Bezahlt wird das mit Bildbreite. 15,4 statt 22 Meter auf 100 Meter bedeuten rund 30 Prozent weniger Fläche je Blick. Beim Absuchen einer Wiese brauchen Sie entsprechend mehr Schwenks, und ein Stück, das sich am Rand bewegt, fällt leichter aus dem Bild. Das ist der eigentliche Tauschhandel bei der Brennweite, und er lässt sich nicht umgehen.

Die Blende f/1.1 und was sie kostet

Dieses Modell trägt f/1.1, das kleinere Schwestermodell f/1.0. Der Unterschied sieht klein aus und ist messbar: Weil der Blendenwert quadratisch in die Signalstärke eingeht, kommen bei f/1.1 rund 17 Prozent weniger Infrarotstrahlung auf dem Sensor an.

Warum Liemke das in Kauf nimmt, hat mit Physik zu tun. Eine Blende von f/1.0 bei 50 Millimetern Brennweite verlangt eine Frontlinse von 50 Millimetern freier Öffnung aus Germanium, und dieses Material kostet mit dem Durchmesser überproportional. Praktisch jedes 50-Millimeter-Gerät dieser Preisklasse liegt deshalb bei f/1.1 oder darüber.

Im Betrieb merken Sie das bei knappem Kontrast, also auf nassem Boden nach Regen und in schwülen Nächten. Dort zeigt das Keiler-2 ein etwas flaueres Bild als das Keiler-1, löst zugleich aber feiner auf. Für das Ansprechen auf 300 Meter gewinnt die feinere Auflösung, für das Suchen auf 80 Metern die Lichtstärke. Hintergründe zur Rauschkennzahl stehen in unserem Beitrag zum NETD-Wert.

Ausstattung, Laufzeit und Einordnung

Der Digitalzoom reicht bis 14-fach, deutlich weiter als beim Keiler-1 mit zehnfach. Neue Bildinformation entsteht dadurch nicht; nützlich ist der Zoom, um ein bereits entdecktes Stück formatfüllend zu betrachten.

Die Bedienung folgt dem Keiler-1. Wechselakku mit Schnellladung und bis zu neun Stunden Laufzeit, 32 Gigabyte Speicher für Foto und Video, WLAN zur Übertragung auf das Handy per Liemke App, IP67, Betriebsbereich von minus 20 bis plus 50 Grad. Mit 510 Gramm bei 163 × 75 × 56 Millimetern ist das Gerät 45 Gramm schwerer als das Keiler-1, was auf das größere Objektiv zurückgeht.

Es gibt eine Variante mit Laser. Liemke führt das Keiler-2 LRF mit eingebautem Entfernungsmesser. Auf 300 Meter und mehr, wo dieses Gerät seine Stärke hat, ist eine gemessene Entfernung für die Haltepunktwahl mehr wert als eine geschätzte. Wenn Sie die Serie führen, lohnt sich die LRF-Version als eigener Artikel.

Rechtlich unproblematisch. Ohne Absehen und ohne Montagemöglichkeit an der Waffe greift die Verbotsnorm der Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes nicht; das Gerät ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz frei erwerbbar und darf mitgeführt werden. Ein Infrarotstrahler ist nicht verbaut, womit sich die Frage nach künstlichen Lichtquellen bei der Jagd erledigt. Mehr in unserer Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Im Programm: Breiter sieht das Liemke Keiler-1, kompakter und günstiger das Liemke Keiler-25.1. Die Serie steht vollständig in den Liemke Wärmebildmonokularen, das Gesamtprogramm im Liemke Markenbereich. Vergleichbar aus anderen Häusern: das ThermTec Cyclops 650 Pro mit 50 Millimetern und das Nocpix Lumi H35R mit Laser. Weitere Handgeräte in den ThermTec Monokularen, den Nocpix Monokularen sowie bei HIKMICRO und Pulsar.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Handgerät, kein Absehen, keine Waffenmontage
Sensor 640 × 512, 12 µm, VOx
NETD ≤ 50 mK
Bildrate 50 Hz
Objektiv 50 mm, Blende f/1.1
Sichtfeld 8,8° × 7,0°, 15,4 × 12,3 m auf 100 m
Grundvergrößerung 2,7-fach
Digitalzoom bis 14-fach
Winkel je Bildpunkt 0,24 mrad
Entdeckung bis 2.500 m
Ansprechgrenze, abgeleitet 250 bis 400 m, siehe Abschnitt 8
Display OLED, 1024 × 768
Akku herausnehmbarer Wechselakku, Schnellladung
Laufzeit bis 9 h
Interner Speicher 32 GB
Funk WLAN, Liemke App
Schutzart IP67
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Lagertemperatur −40 bis +70 °C
Gewicht 510 g
Maße 163 × 75 × 56 mm
Variante mit Laser Keiler-2 LRF, eigenes Modell

Herstellerangaben: Liemke Produktübersicht


Häufige Fragen

Wie weit kann ich mit dem Liemke Keiler-2 ansprechen?

Auf etwa 250 bis 400 Meter. Die Rechnung: 0,24 Milliradiant je Bildpunkt bedeuten 7,2 Zentimeter auf 300 Meter, womit ein Rehkörper dort rund zehn Bildpunkte breit abgebildet wird. Das genügt für Haltung und Umriss, nicht für feine Merkmale. Wie weit Sie innerhalb der Spanne kommen, entscheiden Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und der Freistand des Stücks. Die Angabe von 2.500 Metern betrifft allein das Entdecken einer Wärmequelle als Fleck im Bild.

Lohnt der Aufpreis gegenüber dem Keiler-1?

Das hängt ausschließlich an Ihren Entfernungen. Beide Geräte haben denselben Sensor; das Keiler-2 löst durch die längere Brennweite rund 30 Prozent feiner auf und sieht dafür 30 Prozent weniger breit. Im Wald mit Entfernungen bis 200 Meter bringt der Aufpreis nichts, dort ist das weitere Bildfeld des Keiler-1 der praktischere Vorteil. Auf Feldrevieren, im Gebirge und überall, wo Sie regelmäßig jenseits von 250 Metern ansprechen, führt am Keiler-2 kein Weg vorbei.

Was bedeutet die Blende f/1.1 im Vergleich zu f/1.0?

Rund 17 Prozent weniger Infrarotstrahlung auf dem Sensor, denn der Blendenwert geht quadratisch in die Signalstärke ein. Bemerkbar wird das nur bei knappem Kontrast, also auf nassem Boden und in schwülen Nächten, wo das Bild etwas flauer wirkt als beim lichtstärkeren Keiler-1. Der Grund für diesen Wert liegt in den Kosten: Eine Blende von f/1.0 bei 50 Millimetern Brennweite verlangt eine entsprechend große Germanium-Frontlinse, und praktisch jedes Gerät dieser Preisklasse liegt deshalb bei f/1.1 oder darüber.

Gibt es das Keiler-2 auch mit Entfernungsmesser?

Ja, als Keiler-2 LRF, einem eigenen Modell mit eingebautem Lasermodul. Bei einem Gerät, das seine Stärke jenseits von 250 Metern hat, ist dieser Zusatz mehr als Zubehör, denn auf diesen Entfernungen entscheidet die gemessene statt der geschätzten Distanz über den Haltepunkt. Rechtlich ist das Modul unbedenklich: Ein Messlaser sendet einen unsichtbaren Impuls und zeigt das Ergebnis im Display; er erzeugt keinen Leuchtpunkt im Ziel und ist deshalb kein Laserzielgerät.

Brauche ich für das Keiler-2 eine waffenrechtliche Erlaubnis?

Nein. Das Gerät besitzt kein Absehen und keine Vorrichtung zur Befestigung an einer Waffe, weshalb das waffenrechtliche Verbot für Nachtsichtvorsätze nicht greift. In Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen Sie es frei erwerben, besitzen und mitführen. Für die Jagdausübung gilt das jeweilige Landesjagdrecht, wobei die häufig diskutierte Frage nach künstlichen Lichtquellen hier entfällt, weil kein Infrarotstrahler verbaut ist. Diese Einordnung ist allgemein gehalten und kein Rechtsrat.

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