Liemke Keiler-1 Wärmebild-Monokular

3.050,00 €

Das Liemke Keiler-1 ist das Einstiegsmodell der Keiler Handgeräte und arbeitet mit einem 640 × 512 Sensor bei 12 Mikrometern hinter einem 35 mm Objektiv bei f/1.0. Daraus folgen 22 Meter Bildbreite auf 100 Meter und eine Grundvergrößerung von 1,9-fach. Der Wechselakku hält bis zu neun Stunden, das Gehäuse wiegt 465 Gramm und ist nach IP67 geschützt.

  • 640 × 512 bei 12 µm, 0,343 mrad je Bildpunkt
  • 22 Meter Bildbreite auf 100 Meter
  • Wechselakku, bis 9 Stunden, Schnellladung
  • Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden

2 vorrätig

Beschreibung

Was 640 × 512 bei 12 Mikrometern bedeutet

Die wichtigste Zahl an einem Wärmebildgerät steht auf keinem Datenblatt. Sie ergibt sich aus Pixelabstand geteilt durch Brennweite und beschreibt, welchen Winkel ein einzelner Bildpunkt abdeckt. Beim Keiler-1 sind das 0,343 Milliradiant.

Praktisch heißt das: Auf 100 Meter deckt ein Bildpunkt 3,4 Zentimeter ab, auf 200 Meter 6,9 Zentimeter. Ein Rehkörper von etwa 70 Zentimetern Länge belegt auf 200 Metern also rund zehn Bildpunkte in der Breite. Zehn Punkte genügen, um Körperhaltung und Umriss zu beurteilen, nicht aber für feine Merkmale.

Daraus ergibt sich eine Ansprechgrenze von etwa 180 bis 280 Metern, abhängig von Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und davon, wie frei das Stück steht. Die beworbene Entdeckungsreichweite von 1.750 Metern beschreibt etwas anderes: die Entfernung, auf der eine Wärmequelle überhaupt als heller Fleck erkennbar wird. Zwischen beiden Werten liegt ein Faktor von etwa sieben, und wer das nicht weiß, kauft an seinem Bedarf vorbei.

Der Digitalzoom bis zehnfach verschiebt diese Grenze nicht. Er vergrößert vorhandene Bildpunkte, ohne neue Information zu erzeugen. Für das Beurteilen eines Stücks am Bildrand ist er nützlich, als Reichweitenangabe ist er wertlos.

Zur Zahl 50 mK, und warum sie weniger wiegt, als sie klingt

Der NETD-Wert gibt an, welchen Temperaturunterschied der Sensor noch vom eigenen Rauschen trennen kann. Beim Keiler-1 sind es 50 Millikelvin, und damit liegt das Gerät über dem, was aktuelle chinesische Modelle derselben Preisklasse angeben, die oft bei 15 bis 25 Millikelvin stehen.

Diese Zahl ist real, aber sie wird regelmäßig überbewertet. NETD wirkt dort, wo der Temperaturunterschied zwischen Objekt und Hintergrund klein ist: auf nassem Boden nach einem Regentag, bei schwüler Luft im Spätsommer, auf aufgeheizten Steinflächen. In einer klaren Frostnacht mit zehn Grad Unterschied zwischen Wildkörper und Wiese sehen 50 und 20 Millikelvin praktisch gleich aus.

Wichtiger ist, was das Gerät auflöst. Ein 384er Sensor mit 20 Millikelvin zeigt ein sauberes, aber grobes Bild; der Keiler-1 zeigt ein etwas unruhigeres Bild mit der doppelten Pixelzahl in beiden Achsen. Für das Ansprechen auf Distanz gewinnt die Auflösung, denn Rauschen lässt sich durch längeres Hinsehen ausgleichen, fehlende Bildpunkte nicht. Mehr dazu in unserem Beitrag zum NETD-Wert.

Die Blende f/1.0 arbeitet dem entgegen. Sie gehört zum lichtstärksten, was in dieser Geräteklasse gebaut wird, und der Blendenwert geht quadratisch in das Signal ein. Gegenüber f/1.2, wie es ältere Geräte oft tragen, kommen rund 44 Prozent mehr Infrarotstrahlung auf dem Sensor an. Ein Teil des NETD-Nachteils wird dadurch im Betrieb wieder eingeholt.

Bedienung, Akku und Einordnung

Der Wechselakku ist das unterschätzte Merkmal dieses Geräts. Bis zu neun Stunden Laufzeit sind reichlich für eine volle Nacht, und wenn es doch knapp wird, dauert der Wechsel im Dunkeln keine halbe Minute. Geräte mit festem Akku zwingen Sie an diesem Punkt zur Powerbank und zum Kabel am Gürtel. Geladen wird per USB-C mit Schnellladefunktion.

465 Gramm sind für ein einäugiges Gerät dieser Sensorklasse wenig, und die Bauform von 158 mal 72 mal 47 Millimetern passt in eine Jackentasche. Dazu kommen 32 Gigabyte interner Speicher für Foto und Video, WLAN für die Übertragung auf das Handy, IP67 und ein Betriebsbereich von minus 20 bis plus 50 Grad.

Rechtlich unproblematisch. Ein Handgerät ohne Absehen und ohne Montagemöglichkeit an der Waffe fällt nicht unter die Verbotsnorm der Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes; Erwerb, Besitz und Mitführen sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz frei. Das Gerät besitzt keinen Infrarotstrahler, weshalb sich die Frage nach künstlichen Lichtquellen nach § 19 BJagdG hier gar nicht stellt. Einzelheiten in unserer Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Im Programm: Mehr Reichweite bietet das Liemke Keiler-2 mit 50 mm Brennweite, kompakter und leichter ist das Liemke Keiler-25.1. Alle Modelle stehen in den Liemke Wärmebildmonokularen und im Liemke Markenbereich. Direkt vergleichbar aus anderen Häusern sind das ThermTec Cyclops 635L 3.0 und das Nocpix Lumi H35; weitere Handgeräte führen die ThermTec Monokulare, die Nocpix Monokulare sowie HIKMICRO und Pulsar.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Handgerät, kein Absehen, keine Waffenmontage
Sensor 640 × 512, 12 µm, VOx
NETD ≤ 50 mK
Bildrate 50 Hz
Objektiv 35 mm, Blende f/1.0
Sichtfeld 12,5° × 10,0°, 22 × 17,6 m auf 100 m
Grundvergrößerung 1,9-fach
Digitalzoom bis 10-fach
Winkel je Bildpunkt 0,343 mrad
Entdeckung bis 1.750 m
Ansprechgrenze, abgeleitet 180 bis 280 m, siehe Abschnitt 8
Display OLED, 1024 × 768
Akku herausnehmbarer Wechselakku, Schnellladung
Laufzeit bis 9 h
Interner Speicher 32 GB
Funk WLAN, Liemke App
Schutzart IP67
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Lagertemperatur −40 bis +70 °C
Gewicht 465 g
Maße 158 × 72 × 47 mm

Herstellerangaben: Liemke Produktseite


Häufige Fragen

Reicht das Liemke Keiler-1 mit 50 mK noch mit?

Ja, für Beobachtung und Ansprechen bis etwa 280 Meter. Der NETD-Wert beschreibt die Rauschschwelle und wirkt nur dort, wo der Temperaturunterschied zwischen Wild und Umgebung gering ausfällt, also auf nassem Boden und in schwülen Nächten. Bei Frost ist ein Gerät mit 20 Millikelvin kaum von einem mit 50 zu unterscheiden. Für das Ansprechen auf Distanz zählt stattdessen der Winkel je Bildpunkt, und dort liegt das Keiler-1 mit 0,343 Milliradian auf dem Niveau aktueller 640er Geräte mit 35 Millimetern Brennweite.

Auf welche Entfernung kann ich mit dem Keiler-1 ansprechen?

Auf etwa 180 bis 280 Meter, je nach Witterung und Freistand des Stücks. Die Rechnung dahinter: 0,343 Milliradiant bedeuten 6,9 Zentimeter je Bildpunkt auf 200 Meter, womit ein Rehkörper rund zehn Punkte breit erscheint. Das genügt für Haltung und Umriss. Die Herstellerangabe von 1.750 Metern betrifft dagegen das reine Entdecken einer Wärmequelle als Fleck im Bild und sagt über das Ansprechen nichts aus.

Wie lange hält der Akku und kann ich ihn wechseln?

Bis zu neun Stunden pro Akku, und wechseln können Sie ihn jederzeit, denn das Keiler-1 arbeitet mit einem herausnehmbaren Wechselakku samt Schnellladefunktion. Für eine Nacht genügt in der Regel eine Ladung; mit einem zweiten Akku in der Tasche sind Sie auch bei Frost sicher unterwegs, weil Kälte die Kapazität spürbar drückt. Geladen wird per USB-C, geeignet also auch an einer Powerbank im Rucksack.

Darf ich das Keiler-1 als Jagdscheininhaber führen?

Ja, ohne weitere Erlaubnis. Das Gerät hat kein Absehen und lässt sich nicht an einer Waffe befestigen, weshalb die waffenrechtliche Verbotsnorm für Nachtsichtvorsätze nicht greift. Erwerb, Besitz und Mitführen sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz frei. Da das Keiler-1 keinen Infrarotstrahler besitzt, entfällt auch die Diskussion um künstliche Lichtquellen bei der Jagdausübung. Dies ist eine allgemeine Einordnung und kein Rechtsrat.

Was unterscheidet das Keiler-1 vom Keiler-2?

Allein die Brennweite, und damit alles, was daraus folgt. Beide tragen denselben Sensor mit 640 × 512 Bildpunkten bei 12 Mikrometern. Das Keiler-1 sieht mit 35 Millimetern 22 Meter breit auf 100 Meter, das Keiler-2 mit 50 Millimetern nur 15,4 Meter, löst dafür aber feiner auf und kommt auf 0,24 statt 0,343 Milliradiant. Wer Flächen absucht, nimmt das Keiler-1; wer auf 300 Meter und mehr ansprechen will, das Keiler-2.

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