Liemke Luchs-1 Wärmebild-Vorsatzgerät

2.300,00 €

Das Liemke Luchs-1 wird vor das Objektiv Ihres Zielfernrohrs gesetzt und arbeitet mit 640 × 512 Bildpunkten bei 12 Mikrometern hinter einem 35 mm Objektiv bei f/1.0. Mit 22 Metern Bildbreite auf 100 Meter gehört es zu den weitsichtigsten Vorsatzgeräten und harmoniert dadurch bereits ab etwa 1,5-facher Zielfernrohrvergrößerung. Anschluss über M43 × 0,75, Gewindeadapter auf M52 × 0,75 im Lieferumfang.

  • 22 Meter Bildbreite, nutzbar ab rund 1,5-facher Vergrößerung
  • 1-fach ohne eigenes Absehen, Treffpunktlage bleibt erhalten
  • 580 g, bis 9 Stunden, 32 GB, IP67
  • Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden
Beschreibung

Die Regel, an der Vorsatzgeräte scheitern

Ein Vorsatzgerät liefert ein Bild auf einem internen Display, und Ihr Zielfernrohr schaut auf dieses Display. Daraus folgt eine Bedingung, die kaum eine Produktbeschreibung nennt: Das Bildfeld des Vorsatzgeräts muss mindestens so groß sein wie das Sehfeld Ihres Zielfernrohrs bei der genutzten Vergrößerung. Ist es kleiner, sehen Sie einen dunklen Rand, und das nutzbare Bild schrumpft.

Beim Luchs-1 sind das 22 Meter auf 100 Meter. Ein typisches Jagdglas zeigt bei 1,5-facher Vergrößerung rund 22 Meter, bei 2,5-facher etwa 15 Meter und bei 3-facher ungefähr 13,5 Meter.

Praktisch heißt das: Das Luchs-1 passt bereits ab etwa 1,5-facher Vergrößerung randfrei, und damit zu jedem gängigen Drückjagdglas in dessen kleinster Einstellung. Das ist der eigentliche Vorzug dieses Modells gegenüber dem Luchs-2, dessen 15,4 Meter eine Vergrößerung von etwa 2,5-fach oder mehr voraussetzen.

Warum das zählt: Je kleiner die Vergrößerung, desto größer das Sehfeld im Glas und desto schneller finden Sie das Stück wieder, wenn es sich bewegt. Auf der Drückjagd und im Bestand ist genau das der entscheidende Punkt, und ein Vorsatzgerät, das Sie auf 2,5-fach oder höher zwingt, nimmt Ihnen diesen Vorteil.

Was 1-fach und kein Absehen bedeuten

Das Luchs-1 vergrößert optisch 1-fach. Es verändert also nicht, wohin Euer Zielfernrohr zeigt, sondern tauscht nur das sichtbare Licht gegen Wärmestrahlung aus. Ihre Treffpunktlage bleibt dadurch erhalten, und ein erneutes Einschießen ist nicht erforderlich. Eine Kontrolle auf dem Schießstand nach der Montage ist trotzdem sinnvoll, weil jede Adapterverbindung ein Restspiel hat.

Ein eigenes Absehen hat das Gerät nicht, und das ist waffenrechtlich der entscheidende Punkt. Gezielt wird mit dem Absehen Ihres Zielfernrohrs. Keine der geprüften Quellen weist für die Luchs-Reihe ein internes Absehen aus, und die 1-fache Bauweise setzt genau das voraus.

Der Digitalzoom verdient eine Warnung. Das Gerät bietet einen zweifachen Direktzoom. Der Zielpunkt in der Bildmitte bleibt dabei korrekt, aber die Unterteilungen eines ballistischen Absehens stimmen nicht mehr: Das Bild erscheint doppelt so groß, das Absehen behält seine Größe, und damit messen Mil- oder Zentimetermarken die halbe Entfernung. Wer mit Haltepunkten statt mit Verstellung arbeitet, lässt den Zoom beim Schuss aus.

Sensor, Bildleistung und der Punkt mit dem Adapter

Der Sensor ist derselbe wie im Keiler-1, nämlich 640 × 512 bei 12 Mikrometern. Auch die Brennweite von 35 Millimetern und die Blende f/1.0 stimmen überein. Daraus folgt derselbe Winkel je Bildpunkt von 0,34 Milliradiant, den Liemke hier selbst ausweist, dieselbe Entdeckungsreichweite von 1.750 Metern und eine vergleichbare Ansprechgrenze von etwa 180 bis 280 Metern.

Die Rauschkennzahl liegt bei 50 Millikelvin. Sie wirkt bei knappem Kontrast, also auf nassem Untergrund und in schwülen Nächten; bei Frost spielt sie kaum eine Rolle. Was hinter dem Wert steht, erklärt unser Beitrag zum NETD-Wert.

Beim Zubehör müssen Sie genau hinsehen, und hier täuschen viele Angebote. Im Lieferumfang liegt ein Gewindeadapter von M43 × 0,75 auf M52 × 0,75 samt Konterring und Hakenschlüssel. Das ist ein Übergang zwischen zwei Gewindegrößen, nicht die Verbindung zu Ihrem Zielfernrohr. Dafür brauchen Sie zusätzlich einen Klemm- oder Schraubadapter, der auf den Objektivdurchmesser Ihres Glases passt, und der kostet je nach Hersteller rund 150 bis 200 Euro. Rechnen Sie diesen Betrag von Anfang an ein.

Ausstattung im Übrigen: OLED-Display mit 1024 × 768 Punkten, 32 Gigabyte interner Speicher, WLAN mit Liemke App, Akku fest eingebaut mit bis zu neun Stunden Laufzeit und Ladung per USB-C, IP67, Betriebsbereich minus 20 bis plus 50 Grad, 580 Gramm bei 161 mal 64 mal 65 Millimetern. Alle Luchs-Modelle lassen sich laut Hersteller auch freihändig als Beobachtungsgerät nutzen.

Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Deutschland. Ein Vorsatzgerät ohne eigenes Absehen dürfen Inhaber eines gültigen Jagdscheins nach der Ausnahmeregelung des § 40 Abs. 3 WaffG erwerben und besitzen. Die Verwendung bei der Jagd richtet sich nach § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und dem jeweiligen Landesjagdgesetz, das für Schwarzwild meist freigestellt ist, für andere Wildarten jedoch häufig nicht. Prüfen Sie Ihre Landesregelung vor dem Einsatz.

Österreich. Kein waffenrechtliches Verbot; die jagdliche Nutzung regeln die Bundesländer unterschiedlich.

Schweiz. Nachtzieltechnik gilt als verbotenes Waffenzubehör, der Erwerb verlangt eine Ausnahmebewilligung des kantonalen Waffenbüros, und für die Jagd ist der Einsatz untersagt.

Dies ist keine Rechtsberatung. Die ausführliche Darstellung mit Nachweisen steht in unserer Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Im Programm: Mehr Reichweite bei engerem Bild bietet das Liemke Luchs-2; beide stehen in den Liemke Vorsatzgeräten und im Liemke Markenbereich. Handgeräte derselben Marke führen die Liemke Wärmebildmonokulare, etwa das Keiler-25.1. Vorsatzgeräte anderer Marken stehen in der Vorsatzgeräte-Kategorie, darunter die ThermTec Hunt Pro Serie mit dem Hunt 650 Pro, ergänzt um HIKMICRO und Pulsar.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Vorsatzgerät, 1-fach, ohne eigenes Absehen
Zweitnutzung freihändig als Beobachtungsgerät
Sensor 640 × 512, 12 µm, VOx
NETD 50 mK
Bildrate 50 Hz
Objektiv 35 mm, Blende f/1.0
Bildfeld 22 × 17,6 m auf 100 m
Nutzbar ab rund 1,5-fache Zielfernrohrvergrößerung
Vergrößerung 1-fach optisch, 2-fach Direktzoom
Winkel je Bildpunkt 0,34 mrad, Herstellerangabe
Entdeckung bis 1.750 m
Ansprechgrenze, abgeleitet 180 bis 280 m
Display OLED, 1024 × 768, farbig
Anschluss M43 × 0,75
Im Lieferumfang Gewindeadapter M43 × 0,75 auf M52 × 0,75, Konterring, Hakenschlüssel
Nicht enthalten Klemmadapter zum Zielfernrohr, siehe Abschnitt 8
Akku fest eingebaut, Ladung per USB-C
Laufzeit bis 9 h
Interner Speicher 32 GB
Funk WLAN, Liemke App
Schutzart IP67
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Gewicht 580 g
Maße 161 × 64 × 65 mm

Herstellerangaben: Liemke Luchs-1


Häufige Fragen

Passt das Luchs-1 zu meinem Zielfernrohr?

In den meisten Fällen ja, und es ist dabei verträglicher als die meisten Vorsatzgeräte. Entscheidend ist, dass das Bildfeld des Vorsatzgeräts mindestens so groß ist wie das Sehfeld Ihres Glases bei der genutzten Vergrößerung, sonst entsteht ein dunkler Rand. Die 22 Meter auf 100 Meter des Luchs-1 decken ein typisches Jagdglas mit etwa 1,5-facher Vergrößerung ab, also bereits die kleinste Einstellung gängiger Drückjagdgläser. Mechanisch brauchen Sie einen Klemmadapter, der zum Objektivdurchmesser Ihres Glases passt.

Muss ich nach der Montage neu einschießen?

Nein. Das Gerät vergrößert optisch 1-fach und verändert nicht, wohin Ihr Zielfernrohr zeigt; gezielt wird weiterhin mit dessen Absehen. Eine Kontrolle auf dem Schießstand ist dennoch zu empfehlen, weil jede Adapterverbindung ein Restspiel besitzt und sich Abweichungen von einem bis zwei Zentimetern auf 100 Meter ergeben können. Wichtig ist außerdem: Nutzen Sie den zweifachen Direktzoom nicht beim Schuss, wenn Sie mit Haltepunkten arbeiten, denn die Unterteilungen des Absehens messen dann nur noch die halbe Entfernung.

Welche Adapter brauche ich zusätzlich?

Im Lieferumfang liegt nur ein Gewindeadapter von M43 × 0,75 auf M52 × 0,75 mit Konterring, also ein Übergang zwischen zwei Gewindegrößen. Die Verbindung zu Ihrem Zielfernrohr ist damit noch nicht hergestellt. Dafür benötigen Sie einen Klemm- oder Schraubadapter, der genau auf den Objektivdurchmesser Ihres Glases passt und je nach Hersteller rund 150 bis 200 Euro kostet. Messen Sie den Außendurchmesser Ihres Objektivs, bevor Sie bestellen, denn ein zu großer Adapter sitzt nicht fest und ein zu kleiner geht nicht darüber.

Darf ich das Luchs-1 in Deutschland besitzen und bei der Jagd nutzen?

Besitzen und erwerben dürfen es Inhaber eines gültigen Jagdscheins nach der Ausnahmeregelung des § 40 Abs. 3 WaffG, weil das Gerät kein eigenes Absehen hat. Die Verwendung bei der Jagd ist davon zu trennen: Sie richtet sich nach § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und nach Ihrem Landesjagdgesetz. Die meisten Länder haben den Einsatz für Schwarzwild freigestellt, für andere Wildarten oft nicht. In der Schweiz ist der jagdliche Einsatz untersagt und der Erwerb bewilligungspflichtig. Diese Einordnung ist allgemein und kein Rechtsrat.

Was unterscheidet das Luchs-1 vom Luchs-2?

Die Brennweite, und damit die Eignung. Beide haben denselben Sensor mit 640 × 512 bei 12 Mikrometern. Das Luchs-1 mit 35 Millimetern zeigt 22 Meter auf 100 Meter und arbeitet ab etwa 1,5-facher Vergrößerung randfrei, das Luchs-2 mit 50 Millimetern nur 15,4 Meter und setzt rund 2,5-fache Vergrößerung voraus. Dafür löst das Luchs-2 mit 0,24 statt 0,34 Milliradian feiner auf und erreicht eine Ansprechgrenze von etwa 250 bis 400 Metern. Wald und Drückjagd sprechen für das Luchs-1, Feld und weite Sicht für das Luchs-2.

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