FLIR M400XR Marinekamera mit Objektverfolgung und Radiometrie

103.999,00 €

Die FLIR M400XR ist die M400 mit zwei zusätzlichen Funktionen: Objektverfolgung, bei der die Schwenk-Neige-Einheit ein eingerastetes Ziel selbständig nachführt, und Radiometrie, die Bildbereichen Temperaturwerte zuordnet. Sensoren, Zoombereiche, Scheinwerfer und Gehäuse sind mit der M400 identisch.

  • Objektverfolgung: Ziel einrasten, die Kamera führt selbst nach
  • Radiometrie im Wärmebild, von FLIR als Firefighter-Modus bezeichnet
  • 4-fach optischer Zoom im Wärmebild, 12,78 sm für ein Boot von 30 Fuß
  • Lieferung in die gesamte EU in 48 bis 72 Stunden

1 vorrätig

Beschreibung

Objektverfolgung: Was die Kamera übernimmt und wo die Grenze liegt

Dies ist die Funktion, für die der Aufpreis gegenüber der FLIR M400 steht, und sie wird in Angeboten gern mit Radar verwechselt. Gemeint ist etwas Anderes und Konkreteres.

Sie wählen im Videobild ein Objekt aus, etwa ein Schiff, eine Boje oder eine Person im Wasser. Die Kamera analysiert das Bild, erkennt dieses Objekt in den folgenden Bildern wieder und steuert Schwenk- und Neigemotoren so, dass es im Ausschnitt bleibt. Sie korrigieren nicht mehr am Joystick nach.

Wo das zählt: bei engem Bildwinkel und bei Bewegung. Im Tele deckt die Optik 6 Grad ab; bei zwanzig Knoten und Seegang verliert man ein Ziel dort in Sekunden. Die Objektverfolgung arbeitet zusammen mit der 2-Achsen-Gyro-Stabilisierung, die zuerst die Bootsbewegung herausrechnet, während die Verfolgung anschließend der Eigenbewegung des Ziels folgt. Zwei Aufgaben, zwei Mechanismen.

Praktisch nützlich wird das in drei Lagen. Beim Begleiten eines anderen Fahrzeugs, etwa im Berufs- oder Behördeneinsatz. Bei Mann-über-Bord, weil Sie manövrieren und zugleich das Ziel im Blick behalten müssen, was von Hand kaum gleichzeitig geht. Und beim Beobachten eines Ankerliegers oder einer Festmachstelle über längere Zeit.

Die Grenzen gehören dazu. Eine bildbasierte Verfolgung braucht Kontrast zum Hintergrund. Ein Objekt, das vor einer warmen Hafenmole oder vor einer beleuchteten Kaimauer liegt, kann verloren gehen; ebenso eines, das von einer Welle verdeckt wird oder hinter einem anderen Fahrzeug durchläuft. Rechnen Sie damit, dass die Funktion das Nachführen erleichtert und nicht ersetzt, und bleiben Sie beim Steuern verantwortlich.

Radiometrie: Temperaturen im Bild und was das nicht ist

Die zweite Zusatzfunktion ordnet Bildbereichen Temperaturwerte zu, statt nur Helligkeitsunterschiede darzustellen. FLIR nennt sie Firefighter-Modus, was ihren Ursprung verrät: Sie kommt aus dem Einsatzbereich der Feuerwehr.

An Bord gibt es drei sinnvolle Anwendungen. Die Kontrolle von Abgasanlagen und Turboladern im Maschinenraum von außen, wo eine ungewöhnliche Temperatur auf ein Problem hinweist, bevor ein Alarm anschlägt. Das Auffinden von Schwelbränden nach einem Zwischenfall, etwa an einer Batteriebank oder in einem Backskasten, wo offene Flammen fehlen, aber Wärme bleibt. Und im Behördeneinsatz die Beurteilung, ob ein Motor eines anderen Fahrzeugs gelaufen ist.

Was es nicht ist: ein kalibriertes Messgerät für Gutachten oder Abnahmen. Für eine belastbare Temperaturmessung brauchen Sie den bekannten Emissionsgrad, die bekannte Umgebungstemperatur, die bekannte Entfernung und eine kalibrierte Kamera mit Prüfnachweis. Eine Marinekamera auf einem Mast liefert davon nichts. Die Werte zeigen Unterschiede und Tendenzen zuverlässig, Absolutwerte nur näherungsweise.

Diese Unterscheidung ist kaufentscheidend. Wer ein Messgerät für Thermografie am Schiff braucht, etwa für Dokumentation gegenüber Versicherung oder Klassifikation, ist mit einem Handgerät aus der Inspektionsreihe besser bedient. Wer im Betrieb eine Abweichung früh sehen will, bekommt hier genau das.

Alles Übrige entspricht der M400.

Damit Sie nicht zweimal lesen müssen: Wärmebildsensor mit 640 × 480 Bildpunkten, wählbar mit 30 Hertz oder unter 9 Hertz, 4-fach optischer Zoom über 26 bis 105 Millimeter mit 24 bis 6 Grad Bildwinkel und zusätzlich 4-fach digital. Sichtkamera mit 1/2,8-Zoll-CMOS bis 1920 mal 1080 Bildpunkten, 30-fach optischem Zoom und Restlicht bis 0,006 Lux. LED-Suchscheinwerfer mit 580 Lumen und 5 Grad Streuwinkel. 2-Achsen-Gyro-Stabilisierung, 360 Grad endloser Schwenkbereich, ±90 Grad Neigung.

Die Entdeckungsreichweiten sind dieselben, weil die Optik dieselbe ist: 12,78 Seemeilen für ein Boot von 30 Fuß, 3,79 Seemeilen für ein schlauchbootgroßes Ziel, 2,90 Kilometer für eine Person. Die Objektverfolgung verlängert diese Reichweiten nicht, sie hilft dabei, ein gefundenes Ziel zu halten. Woher die Werte kommen und wie sie zu lesen sind, steht im Ratgeber zu Reichweite und Auflösung bei Marinekameras.

Auch Elektrik und Mechanik sind identisch, und das heißt: 12 bis 24 Volt, unter 50 Watt nominal, 130 Watt Spitze, bis 270 Watt mit Heizung, also über 22 Ampere an einem 12-Volt-Netz. 12,7 Kilogramm bei 273 mal 398 Millimetern, mit Top-Down-Riser 324 mal 459 Millimeter. IPX6, Sand und Staub nach MIL-STD-810E, Stoß 15 g vertikal und 9 g horizontal, Vibration nach IEC 60945 und MIL-STD-810E, Windlast 100 Knoten, Blitzschutz serienmäßig, automatische Scheibenentfrostung. Betrieb von minus 25 bis plus 55 Grad, Lagerung von minus 50 bis plus 80 Grad.

Die Installationsanforderungen, die aus 270 Watt und 12,7 Kilogramm folgen, stehen ausführlich auf der Seite der FLIR M400 und gelten hier unverändert.

Anschlussseitig stehen vier unabhängige H.264-Netzwerkstreams, ein verlustfreier HD-SDI-Ausgang und ein analoges NTSC- oder PAL-Signal über F-Typ-BNC bereit, Adapter auf RCA im Lieferumfang. Gesteuert wird per Touchscreen von kompatiblen Displays von Furuno, Garmin, Raymarine und Simrad oder über das JCU-4 Keypad.

Technische Daten

Merkmal Technischer Wert
Objektverfolgung vorhanden, bildbasiert, mit Nachführung der Schwenk-Neige-Einheit
Radiometrie vorhanden, Firefighter-Modus, nicht kalibriert
Radar-Tracking vom Hersteller nicht ausgewiesen, siehe Abschnitt 8
Wärmebildsensor 640×480 VOx-Mikrobolometer
Bildwiederholrate Wärmebild 30 Hz oder unter 9 Hz, wählbar
Optischer Zoom Wärmebild 4-fach stufenlos, 26 bis 105 mm
Bildwinkel Wärmebild 24° bis 6° waagerecht, mit Digitalzoom bis 1,5°
Digitalzoom Wärmebild 4-fach stufenlos
Entdeckung Boot 30 ft 12,78 sm (23,67 km)
Entdeckung NATO-Ziel 3,79 sm (7,03 km)
Entdeckung Person 1,57 sm (2,90 km)
Sichtkamera 1/2,8-Zoll-CMOS, bis 1920 × 1080 bei 30 fps
Zoom Sichtkamera 30-fach optisch, 12-fach digital, 4,3 bis 129 mm
Restlicht 0,006 Lux mit Restlichtfunktion, 0,1 Lux ohne
LED-Suchscheinwerfer 580 Lumen, 5° Streuwinkel
Schwenkbereich 360° endlos
Neigebereich ±90°
Gyro-Stabilisierung 2 Achsen
Netzwerkvideo vier unabhängige H.264-Streams
HD-SDI verlustfrei
Analogvideo NTSC oder PAL, F-Typ-BNC, Adapter auf RCA im Lieferumfang
Steuerung Kartenplotter-Touchscreen (Furuno, Garmin, Raymarine, Simrad), optional JCU-4
Spannungsversorgung 12 bis 24 V DC
Leistungsaufnahme unter 50 W nominal, 130 W Spitze, 270 W mit Heizung
Betriebstemperatur −25 bis +55 °C
Lagertemperatur −50 bis +80 °C
Schutzart IPX6
Sand und Staub MIL-STD-810E
Stoßfestigkeit 15 g vertikal, 9 g horizontal
Vibration IEC 60945, MIL-STD-810E
Windlast 100 Knoten
Gewicht 12,7 kg
Maße 273 × 398 mm, mit Riser 324 × 459 mm
Artikelnummer vom Hersteller nicht ausgewiesen

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Objektverfolgung der FLIR M400XR?

Sie wählen im Videobild ein Objekt aus, etwa ein Schiff, eine Boje oder eine Person im Wasser; die Kamera erkennt es in den folgenden Bildern wieder und steuert Schwenk- und Neigemotoren so, dass es im Ausschnitt bleibt. Nachführen am Joystick entfällt. Zusammen mit der 2-Achsen-Gyro-Stabilisierung arbeiten zwei Mechanismen: Die Stabilisierung rechnet die Bootsbewegung heraus, die Verfolgung folgt der Eigenbewegung des Ziels. Verlassen Sie sich nicht blind darauf, denn eine bildbasierte Verfolgung braucht Kontrast zum Hintergrund und kann ein Ziel vor warmer Hafenmole, hinter einer Welle oder hinter einem anderen Fahrzeug verlieren.

Hat das FLIR M400XR Radar-Tracking?

Nach FLIRs Spezifikationstabelle nicht. Dort sind für die XR-Ausführung Objektverfolgung im Videobild und Radiometrie als zusätzliche Funktionen ausgewiesen; ein Eintrag zu Radar-Tracking fehlt, obwohl die Metabeschreibung derselben Herstellerseite den Begriff erwähnt. Gemeint ist offenbar die bildbasierte Verfolgung, die mit Radar nichts zu tun hat. Wenn Sie eine Kopplung von Radarzielen an die Kamera brauchen, also dass die Kamera auf ein im Radar erfasstes Ziel schwenkt, lassen Sie sich das vor dem Kauf ausdrücklich bestätigen; eine solche Funktion setzt eine entsprechende Plotter- und Radarkombination voraus.

Was kann die Radiometrie der M400XR und was nicht?

Sie ordnet Bildbereichen Temperaturwerte zu, statt nur Helligkeitsunterschiede zu zeigen. An Bord ist das nützlich zur Kontrolle von Abgasanlagen und Turboladern von außen, zum Auffinden von Schwelbränden ohne offene Flamme und im Behördeneinsatz zur Beurteilung, ob ein Motor gelaufen ist. Was sie nicht ist: ein kalibriertes Messgerät für Gutachten oder Abnahmen. Belastbare Absolutwerte verlangen bekannten Emissionsgrad, bekannte Umgebungstemperatur, bekannte Entfernung und einen Prüfnachweis; eine Mastkamera liefert davon nichts. Unterschiede und Tendenzen zeigt sie zuverlässig, Absolutwerte nur näherungsweise.

Lohnt der Aufpreis der M400XR gegenüber der M400?

Das hängt davon ab, ob Sie eine der beiden Zusatzfunktionen tatsächlich brauchen, denn optisch und mechanisch sind die Geräte identisch, einschließlich der Entdeckungsreichweiten. Die Objektverfolgung lohnt, wenn Sie regelmäßig ein bewegtes Ziel über längere Zeit beobachten, etwa im Berufs- oder Behördeneinsatz oder bei Mann-über-Bord, wo Sie manövrieren und beobachten gleichzeitig müssen. Die Radiometrie lohnt, wenn Sie Maschinenraum oder Batteriebank regelmäßig von außen kontrollieren wollen. Wer beides nicht braucht, bekommt mit der M400 die gleiche Bildleistung günstiger.

Verlängert die Objektverfolgung die Reichweite der Kamera?

Nein. Die Entdeckungsreichweiten sind bei M400 und M400XR gleich, nämlich 12,78 Seemeilen für ein Boot von 30 Fuß, 3,79 Seemeilen für ein schlauchbootgroßes Ziel und 2,90 Kilometer für eine Person, weil beide Modelle dieselbe Optik und denselben Sensor haben. Die Verfolgung hilft dabei, ein bereits gefundenes Ziel zu halten, und das ist bei 6 Grad Bildwinkel im Tele und bei Fahrt ein erheblicher praktischer Gewinn. Sie macht aber nichts sichtbar, was ohne sie unsichtbar bliebe.

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