Nocpix ACE H50 Wärmebild-Zielfernrohr
Das Nocpix ACE H50 ist das ACE H50R ohne Entfernungsmesser: derselbe 640×512 Sensor, dasselbe lichtstarke 50 mm Objektiv mit Blende 0.9, dieselbe Bildrate von 60 Hertz und dieselbe Reichweite von 2600 Metern. Es wiegt 30 Gramm weniger und kostet im deutschen Handel 480 Euro weniger.
- 640×512 Sensor, 12 µm, NETD unter 15 mK, 60 Hertz
- 50 mm Objektiv, Blende 0.9, wie beim Schwestermodell mit Laser
- Kein Entfernungsmesser, dadurch 480 Euro günstiger
- 30-mm-Mittelrohr, Ringe nicht im Lieferumfang
- Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
Was Sie sparen und was Ihnen fehlt
Die Rechnung bei diesem Modell ist ungewöhnlich klar, weil es sich vom ACE H50R in genau einem Punkt unterscheidet: Es hat keinen eingebauten Laser-Entfernungsmesser. Alles andere ist identisch, nämlich Sensor, Objektiv, Blende, NETD, Bildrate, Vergrößerung, Sichtfeld, Erkennungsreichweite, Display, Akku, Laufzeit, Speicher und Gehäuse.
Im deutschen Handel kostet dieser Unterschied bei zwei Anbietern übereinstimmend 480 Euro, also rund 13 Prozent. Dazu kommen rund 30 Gramm weniger Gewicht.
Die Entscheidung hängt an einer einzigen Frage: Nutzen Sie den Ballistikrechner? Er ist auch in diesem Modell eingebaut, mit fünf Profilen und einem frei konfigurierbaren Rechner, aber er verlangt eine Entfernung als Eingabe. Ohne Laser schätzen Sie diese oder messen sie mit einem separaten Gerät. Bis etwa 150 Meter fällt das kaum ins Gewicht, weil die Flugbahn gängiger Jagdkaliber dort flach genug bleibt. Darüber entscheidet die Entfernung zunehmend über den Haltepunkt.
Zwei Situationen sprechen trotzdem für dieses Modell. Wer an bekannten Einrichtungen ansitzt, an Kirrung, Luderplatz oder eingemessenen Schneisen, kennt die Distanzen ohnehin. Und wer bereits ein Handgerät mit Entfernungsmesser führt, etwa aus der Vista Reihe, misst damit und braucht den Laser im Zielfernrohr nicht doppelt.
Die Optik ist dieselbe, und sie ist die lichtstärkste der Reihe.
Das ACE H50 trägt Blende 0.9, wie das H50R und das ACE L35, während das teurere ACE S60R mit Blende 1.0 arbeitet. Weil die Blendenzahl im Quadrat in die Signalmenge eingeht, sammelt dieses Objektiv rund 23 Prozent mehr Wärmestrahlung als eine Optik mit Blende 1.0 gleicher Brennweite.
Das ist der eigentliche Grund, dieses Modell in Betracht zu ziehen: Sie bekommen die lichtstärkste Optik der Reihe zum niedrigsten Preis unter den 640er Modellen. Spürbar wird der Unterschied bei feuchter Luft, Nieselregen und geringem Temperaturunterschied zwischen Wild und Untergrund.
Das Sichtfeld beträgt 8,8° × 7,0°, also 15,4 × 12,3 Meter auf 100 Meter. Nachgerechnet stimmt das auf die Nachkommastelle: Aus 640 mal 12 µm folgen 7,68 Millimeter Breite und aus 512 mal 12 µm 6,14 Millimeter Höhe, was hinter 50 Millimetern Brennweite exakt diese Winkel ergibt. Die Erkennungsreichweite liegt bei 2600 Metern und ist damit identisch mit der des Modells mit Laser, denn sie hängt an Optik und Sensor, nicht am Entfernungsmesser. Gemeint ist das Wahrnehmen einer Wärmequelle, nicht das Ansprechen. Die Bildrate von 60 Hertz liegt über den 50 Hertz des S60R.
Montage und Lieferumfang
Montiert wird über ein 30-mm-Mittelrohr mit handelsüblichen Ringen, die nicht beiliegen. Nocpix nennt den Durchmesser in den Spezifikationen nicht, beschreibt das Gehäuse im Handbuch aber als klassische Bauform mit 30 Millimetern; drei deutsche Fachhändler bestätigen die Angabe. Rechnen Sie die Ringe zum Kaufpreis.
Beigelegt sind Objektivdeckel und Augenmuschel, zwei 18650 Zellen nebst Ladegerät, ein USB-C Kabel, Trageetui samt Riemen, Reinigungstuch und das Handbuch. Wer die Klemmkraft vom Gehäuse fernhalten möchte, findet die Schienenvariante in der ACE RM Reihe, dort allerdings nur mit Entfernungsmesser.
Ausstattung: vollständig, bis auf den Laser
Abgesehen vom fehlenden Entfernungsmesser ist dieses Modell technisch vollwertig ausgestattet, und mehrere dieser Angaben stehen auf keiner deutschen Händlerseite:
Sieben Einschießprofile mit den Kennungen A bis G, in jedem bis zu zehn Einschießentfernungen zwischen 1 und 999 Metern. Für Besitzer mehrerer Waffen ist das der wichtigste Ausstattungspunkt der Reihe.
Fünf Ballistikprofile und ein frei konfigurierbarer Rechner, der allerdings ohne gemessene Entfernung arbeiten muss.
Recoil Activated Video mit 8 Sekunden Vorlauf und 92 Sekunden Nachlauf, deutlich großzügiger als in der Bolt Reihe.
Sieben Farbpaletten sowie sieben Absehen in acht Farbkombinationen und ein weiteres aus der App.
3,5 Stunden aus dem internen Akku allein. Gespeist wird das Gerät von einem festverbauten 4000-mAh-Akku und einer wechselbaren 18650 Zelle, wovon zwei beiliegen; gemeinsam kommen sie auf rund 7 Stunden. Die 3,5 Stunden nennt im deutschen Handel niemand, dabei entscheidet gerade dieser Wert, wie viel Zeit Ihnen nach einer leeren Wechselzelle bleibt.
Dazu kommen ein AMOLED-Display mit 2560 × 2560 Punkten auf 1,03 Zoll, 64 Gigabyte Speicher, WLAN, Bild-in-Bild, der Ultra-Clear-Modus für Regen und Nebel, ein Gehäuse aus T-6063 Aluminium mit Schutzart IP67, freigegeben von minus 20 bis plus 50 Grad, 50 Millimeter Augenabstand und ein Dioptrienbereich von minus fünf bis plus fünf. Das Gerät wiegt rund 1090 Gramm bei 365 × 90 × 68 Millimetern.
Wer die vorhandene Tagoptik behalten und die Rechtsfrage des ersten FAQ-Punkts umgehen möchte, findet die Bauart unter Wärmebild-Vorsatzgeräte. Alle vier Modelle stehen in der ACE Serie, die neuere ACE 2 Reihe erreicht NETD unter 12 mK. Das Gesamtprogramm führen Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre und der Nocpix Bereich; was der NETD-Wert aussagt, erklären wir gesondert.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Sensor | 640 × 512 |
| Pixelabstand | 12 µm |
| NETD | unter 15 mK |
| Bildrate | 60 Hz |
| Objektiv | 50 mm, Blende 0,9 |
| Vergrößerung | 3 bis 24-fach |
| Sichtfeld | 8,8° × 7,0°, 15,4 × 12,3 m auf 100 m, nachgerechnet und bestätigt |
| Erkennungsreichweite | 2600 m (Handbuch: 2850 yd) |
| Display | AMOLED 1,03 Zoll, 2560×2560 |
| Farbpaletten | 7 |
| Augenabstand | 50 mm |
| Dioptrienausgleich | −5 bis +5 dpt |
| Entfernungsmesser | nicht vorhanden, siehe Abschnitt 8 |
| Ballistikprofile | 5 plus freier Rechner, Entfernung muss eingegeben werden |
| Absehen | 7 plus 1 aus der App, 8 Farbkombinationen |
| Einschießprofile | 7, Kennungen A bis G, je bis zu 10 Entfernungen, 1 bis 999 m |
| Aufnahme | Foto und Video, Recoil Activated Video 8 s Vorlauf, 92 s Nachlauf, WLAN |
| Akku | fest verbaut 4000 mAh plus wechselbare 18650, 2 Zellen im Lieferumfang |
| Laufzeit | rund 7 h gesamt, 3,5 h nur aus dem internen Akku |
| Laden | USB-C, 5 V / 2 A |
| Rückstoß | ACE Handbuch: 6000 Joule; US-Material: 1000 g, siehe Abschnitt 8 |
| Schutzart | IP67 |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Gehäuse | T-6063 Aluminium |
| Betriebstemperatur | −20 bis +50 °C |
| Gewicht | rund 1090 g |
| Maße | 365 × 90 × 68 mm |
| Montage | 30-mm-Mittelrohr, Ringe nicht im Lieferumfang |
| Garantie | 3 Jahre Gerät, 2 Jahre Akku, 10 Jahre Detektor, laut Nocpix Garantiebestimmungen |
Häufige Fragen
Hat das Nocpix ACE H50 einen Entfernungsmesser?
Nein. Das ACE H50 ist die Variante ohne Laser-Entfernungsmesser; das Modell mit Laser heißt ACE H50R. Ein deutscher Anbieter schreibt dem H50 dennoch einen Laser bis 1200 Meter zu. Diese Angabe ist falsch und stammt aus der Serienbeschreibung von Nocpix, die pauschal von einem integrierten LRF für die ganze ACE Reihe spricht, obwohl zwei der vier Modelle keinen haben.
Lohnt der Aufpreis vom ACE H50 zum ACE H50R?
Der Aufpreis beträgt im deutschen Handel bei zwei Anbietern übereinstimmend 480 Euro, also rund 13 Prozent, und bringt den Laser sowie rund 30 Gramm Mehrgewicht. Er lohnt, wenn Sie den Ballistikrechner auf wechselnden Distanzen über 150 Meter nutzen wollen, denn dieser braucht eine gemessene Entfernung. An bekannten Einrichtungen oder mit einem eigenen Entfernungsmesser im Handgerät kommen Sie ohne aus.
Ist das ACE H50 in Deutschland zulässig?
Für private Jäger nach der weit überwiegenden Auffassung des deutschen Fachhandels nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung. Das Gerät erzeugt sein Absehen selbst, und damit ordnet Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes ein an der Waffe geführtes Zielfernrohr den verbotenen Gegenständen zu, wobei § 52 WaffG schon das Innehaben erfasst. Die Erleichterung des § 40 Abs. 3 WaffG betrifft nach diesen Quellen nur absehenfreie Bauarten. Geliefert wird nur an Genehmigungsinhaber sowie an Adressen in Staaten mit anderer Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.
Ist die Reichweite ohne Entfernungsmesser geringer?
Nein. Die Erkennungsreichweite beträgt bei ACE H50 und ACE H50R gleichermaßen 2600 Meter, weil sie von Sensor und Optik abhängt und nicht vom Laser. Der Entfernungsmesser misst die Distanz zu einem bereits erkannten Ziel, er verändert nicht, wie weit das Gerät sieht.
Welches Objektiv hat das ACE H50?
Ein 50-Millimeter-Objektiv mit Blende 0,9, also die lichtstärkste Optik der ACE Reihe zusammen mit H50R und L35. Das größere ACE S60R arbeitet mit Blende 1.0. Da die Blendenzahl im Quadrat in die Signalmenge eingeht, sammelt dieses Objektiv rund 23 Prozent mehr Wärmestrahlung als eine Optik mit Blende 1.0, was sich bei Nebel und geringem Kontrast zeigt.
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