Nocpix Slim H35 Wärmebild-Zielfernrohr

2.699,00 €

Das Nocpix Slim H35 wiegt 530 Gramm und damit weniger als die Hälfte jedes anderen Nocpix Zielfernrohrs. Möglich macht das eine andere Bauart: kein Tubus, sondern ein flacher Körper auf Picatinny-Schnellmontage, die mitgeliefert wird. Abgenommen dient das Gerät als Handgerät und lässt sich ohne neues Einschießen wieder aufsetzen.

  • 640 × 512 Sensor, 12 µm, NETD unter 18 mK
  • 530 g und 216 mm Baulänge, die kompakteste Bauform bei Nocpix
  • Picatinny-Schnellmontage im Lieferumfang, als einzige Nocpix Reihe
  • 2-in-1: Handgerät und Zielfernrohr ohne erneutes Einschießen
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
Beschreibung

Was hier tatsächlich verkauft wird, ist nicht die Bauhöhe

Der Name legt ein besonders flaches Gehäuse nahe. Nocpix selbst wirbt jedoch mit etwas anderem, nämlich mit Gewicht und mit dem Wechsel zwischen Handgerät und Zielfernrohr. Die Zahlen stützen das deutlich.

Slim H35 ACE H50 Bolt L35R
Gewicht 530 g 1090 g 880 g
Länge 216 mm 365 mm 376 mm
Breite 76 mm 90 mm 92 mm
Höhe 46 mm 68 mm 76 mm
Montage Picatinny, liegt bei 30-mm-Ringe, fehlen 30-mm-Ringe fehlen

Das Slim wiegt also weniger als die Hälfte eines ACE H50 und ist rund 40 Prozent kürzer. Erreicht wird das dadurch, dass Nocpix den 30-mm-Tubus ganz weggelassen hat: Der Körper sitzt direkt auf einer Schnellwechselmontage nach Picatinny MIL-STD 1913, die samt Schrauben und Werkzeug im Karton liegt. Das ist bei Nocpix einmalig, denn ACE und Bolt verlangen zugekaufte Ringe und die Rico 2 Reihe eine zugekaufte Aufnahme.

Der zweite Punkt ist der 2-in-1-Gedanke. Weil die Montage werkzeuglos löst und wiederholgenau schließt, nehmen Sie das Gerät ab und nutzen es als Handgerät zum Absuchen, setzen es wieder auf und schießen, ohne neu einzuschießen. Wer sonst ein Monokular und ein Zielfernrohr kaufen müsste, kommt hier mit einem Gerät aus. Reine Handgeräte finden Sie im Monokular-Programm.

Was die leichte Bauweise kostet, offen aufgelistet

Ein Gerät halbiert sein Gewicht nicht ohne Gegenleistung. Vier Punkte gehören genannt, und keiner davon steht auf einer deutschen Händlerseite.

Das Display löst niedriger auf. 1024 × 768 statt der 2560 × 2560 Punkte, die ACE und Rico 2 tragen.

Der Speicher ist halbiert. 32 statt 64 Gigabyte.

Es gibt keinen festverbauten Akku. Die Slim Reihe läuft ausschließlich über zwei mitgelieferte 18650 Zellen mit je gut vier Stunden. ACE führt zusätzlich einen internen Akku mit 4000 mAh mit, der den Zellenwechsel überbrückt.

Es gibt keinen Entfernungsmesser, und das Handbuch sagt das ausdrücklich. Damit fehlt auch die Eingabegröße für einen Ballistikrechner; einen solchen führt Nocpix für die Slim Reihe nirgends auf. Wer Laser und Ballistik braucht, findet beides im ACE H50R.

Dafür gibt es ein Gehäuse aus Magnesiumlegierung, das sonst nur die neue ACE 2 Reihe trägt, und einen Start in unter zehn Sekunden.

Das Sichtfeld, und warum 9,4 Grad statt 10,0 stehen

Nocpix nennt 12,5° × 9,4°, also 22 × 16 Meter auf 100 Meter. Nachgerechnet ergibt ein 640×512 Sensor mit 12 µm hinter 35 Millimetern jedoch 12,5° × 10,0° und 21,9 × 17,6 Meter. Die Breite stimmt, die Höhe nicht.

Die Erklärung liegt hier nahe, anders als bei manch anderer Nocpix Angabe. Ein 640×512 Sensor hat das Seitenverhältnis 5:4, das Display der Slim Reihe mit 1024×768 Punkten dagegen 4:3. Rechnet man mit 640×480, also dem 4:3-Ausschnitt, ergeben sich 12,5° × 9,4° und 21,9 × 16,5 Meter, und das deckt sich auf die Nachkommastelle mit der Herstellerangabe. Das Gerät zeigt also aller Wahrscheinlichkeit nach einen 4:3-Ausschnitt seines 5:4-Sensors.

Bestätigt wird das durch das Schwestermodell: Das Slim L35 hat einen 384×288 Sensor, der bereits 4:3 ist, und dort stimmt die Herstellerangabe von 7,5° × 5,7° exakt mit der Rechnung überein. Nocpix erklärt das nirgends, aber die Zahlen sind eindeutig.

Praktisch verlieren Sie rund einen Meter Bildhöhe auf 100 Meter. Für die Kaufentscheidung ist das ohne Bedeutung; für den Vergleich mit anderen Datenblättern sollten Sie es wissen.

Reichweite, Vergrößerung und Ausstattung

Die Erkennungsreichweite gibt Nocpix ausschließlich in Yard an, nämlich 1750 Yard, was rund 1600 Metern entspricht. Ein Zielmaß und eine Erkennungswahrscheinlichkeit nennt der Hersteller für diese Reihe nicht, anders als bei ACE und Rico 2. Im deutschen Handel kursieren stattdessen 1800 Meter samt dem Zielmaß der ACE Reihe; beides ist auf die Slim Reihe übertragen worden und nicht belegt.

Die Grundvergrößerung beträgt 2-fach, mit vierfachem Digitalzoom also bis 8-fach. Ein deutscher Händler schreibt „Digitalzoom bis 8-fach“, was die Gesamtvergrößerung mit dem Zoomfaktor verwechselt.

An Ausstattung stehen bereit: acht Absehen, davon eines dynamisch, sechs fest und eines selbst gestaltet, in acht Farbkombinationen, dazu sieben Farbpaletten. Fürs Einschießen gibt es sechs Profile mit den Kennungen A bis F und bis zu zehn Entfernungen je Profil zwischen 1 und 999 Metern. Aufgezeichnet werden Foto, Video und Recoil Activated Video. Der Speicher fasst 32 Gigabyte, die Schutzart ist IP67, der Betriebsbereich reicht von minus 20 bis plus 50 Grad.

Zum Rückstoß nennt Nocpix 1000 g/s² mit dem Bezug .300 Winchester Magnum und 7 mm Magnum, also eine Beschleunigung. Eine Joule-Angabe veröffentlicht der Hersteller für die Slim Reihe nicht; die im Handel genannten 6000 Joule stammen aus der ACE Reihe und sind hier unbelegt.

Wer die Tagoptik behalten und die Rechtsfrage des ersten FAQ-Punkts umgehen möchte, findet die passende Bauart unter Wärmebild-Vorsatzgeräte. Beide Modelle der Reihe stehen in der Slim Serie, das gesamte Programm unter Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre und im Nocpix Bereich. Was der NETD-Wert aussagt, erklären wir gesondert.

Technische Daten

Merkmal Wert
Sensor 640 × 512, VOx
Pixelabstand 12 µm
NETD unter 18 mK, siehe Abschnitt 8
Bildrate 50 Hz
Objektiv 35 mm, Blende 1.0
Vergrößerung 2-fach optisch, mit 4-fachem Digitalzoom bis 8-fach
Sichtfeld 12,5° × 9,4°, 22 × 16 m auf 100 m, siehe Abschnitt 8
Erkennungsreichweite 1750 yd, rund 1600 m, Zielmaß von Nocpix nicht angegeben
Display AMOLED, 0,39 Zoll, 1024×768
Augenabstand 48 mm
Austrittspupille 10 mm
Dioptrienausgleich −5 bis +5 dpt
Entfernungsmesser keiner, laut Handbuch ausdrücklich nicht vorhanden
Ballistikrechner von Nocpix nicht aufgeführt
Absehen 8, davon 1 dynamisch, 6 fest, 1 selbst gestaltet, 8 Farbkombinationen
Einschießprofile 6, Kennungen A bis F, bis zu 10 Entfernungen je Profil, 1 bis 999 m
Aufnahme Foto, Video und Recoil Activated Video
Akku 2 mitgelieferte 18650 Zellen, je gut 4 h; kein interner Akku
Laden USB-C, externes Ladegerät und Magnetladekabel im Lieferumfang
Rückstoß 1000 g/s², Bezug .300 Win Mag und 7 mm Mag, keine Joule-Angabe
Schutzart IP67
Interner Speicher 32 GB
Gehäuse Magnesiumlegierung
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Gewicht 530 g
Maße 216 × 76 × 46 mm
Montage Picatinny MIL-STD 1913 Schnellwechselmontage, im Lieferumfang
Startzeit unter 10 Sekunden
Garantie 3 Jahre Gerät, 2 Jahre Akku, 10 Jahre Detektor, laut Nocpix Garantiebestimmungen

Häufige Fragen

Ist das Nocpix Slim H35 in Deutschland ohne Genehmigung zulässig?

Nein. Der deutsche Fachhandel stellt die Lage fast durchweg gleich dar, und ausschlaggebend ist das im Gerät erzeugte Absehen: Ein damit ausgestattetes, an der Waffe geführtes Zielfernrohr fällt unter Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes und gilt als verbotener Gegenstand, wobei § 52 WaffG schon das Innehaben mit Strafe bedroht. Die Erleichterung des § 40 Abs. 3 WaffG erreicht nach denselben Quellen nur absehenfreie Bauarten. Beachten Sie: Auch die Nutzung als Handgerät ändert daran nichts, solange das Gerät ein eigenes Absehen führt. Geliefert wird nur an Inhaber einer behördlichen Ausnahmegenehmigung und an Anschriften in Staaten mit abweichender Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.

Welchen NETD-Wert hat das Nocpix Slim H35?

Unter 18 mK, und derselbe Wert gilt für das Slim L35. In Katalogen und im Handel kursiert für das H35 teils unter 15 mK; diese Zahl gehört zu ACE und Rico 2, nicht zur Slim Reihe. Nocpix nennt auf der deutschen wie der englischen Produktseite und im Handbuch einheitlich unter 18 mK für beide Slim Modelle.

Ist beim Slim H35 eine Montage dabei?

Ja, und das ist bei Nocpix die Ausnahme. Im Karton liegen eine Picatinny-Schnellwechselmontage nach MIL-STD 1913 samt geräteseitiger Schiene, M5-Schrauben, Innensechskant und Schlüssel. ACE und Bolt verlangen zugekaufte 30-mm-Ringe, die ACE RM Reihe eine zugekaufte Aufnahme. Der Hebel der Montage trägt einen fluoreszierenden Ring, der nach einigen Minuten im Licht bis zu acht Stunden nachleuchtet.

Wie weit erkennt das Slim H35 wirklich?

Nocpix gibt die Reichweite ausschließlich mit 1750 Yard an, also rund 1600 Metern, und nennt dazu kein Zielmaß und keine Erkennungswahrscheinlichkeit. Im deutschen Handel stehen dagegen 1800 Meter, teils mit dem Zielmaß 1,7 × 0,5 Meter bei 99 Prozent. Beides ist von der ACE Reihe übernommen und für Slim nicht belegt. Wir nennen deshalb die Yard-Angabe des Herstellers und ihre Umrechnung.

Hat das Slim H35 einen Entfernungsmesser?

Nein. Das Handbuch führt unter Rangefinder ausdrücklich „None“. Damit fehlt auch die Eingabegröße für eine Ballistikberechnung, und einen Ballistikrechner listet Nocpix für die Slim Reihe nirgends auf. Wer beides braucht, findet es in den Modellen mit R im Namen, etwa im ACE H50R.

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