Nocpix Slim L35 Wärmebild-Zielfernrohr

2.050,00 €

Das Nocpix Slim L35 ist der Einstieg in die leichteste Nocpix Bauform: 530 Gramm, 216 Millimeter Baulänge, kein Tubus, sondern ein flacher Körper auf mitgelieferter Picatinny-Schnellmontage. Der 384×288 Sensor arbeitet hinter 35 Millimetern Brennweite mit 3,5-facher Grundvergrößerung. Abnehmen und als Handgerät nutzen geht ohne neues Einschießen.

  • 384×288 Sensor, 12 µm, NETD unter 18 mK
  • 3,5-fach Grundvergrößerung, mit Digitalzoom bis 14-fach
  • 530 g, identisch mit dem größeren Slim H35
  • Schnellmontage im Lieferumfang, als einzige Nocpix Reihe
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden

3 vorrätig

Beschreibung

Gleiches Gewicht, gleiche Optik, kleinerer Sensor

Zwischen den beiden Slim Modellen ändert sich weniger, als man erwartet. Gehäuse, Maße, Gewicht, Objektiv, Blende, Bildrate, Display, Speicher, Akkukonzept und Montage sind identisch. Verschieden ist allein der Sensor, und daraus folgen zwei Zahlen.

Die Grundvergrößerung steigt auf 3,5-fach. Das Slim H35 beginnt bei 2-fach. Der Grund ist nicht ein anderes Objektiv, sondern der kleinere Chip: Ein 384×288 Sensor misst bei 12 µm nur 4,61 Millimeter in der Breite, ein 640×512 Sensor 7,68. Hinter derselben Brennweite erzeugt die kleinere Fläche einen engeren Bildwinkel, und ein engerer Bildwinkel ist die Vergrößerung. Mit vierfachem Digitalzoom reicht das Gerät bis 14-fach.

Das Sichtfeld schrumpft auf 13 × 10 Meter auf 100 Meter, gegenüber 22 × 16 Metern beim H35. Nachgerechnet ergibt ein 384×288 Sensor mit 12 µm hinter 35 Millimetern genau 7,5° × 5,7°, also 13,2 × 9,9 Meter, und das deckt sich exakt mit der Angabe von Nocpix. Erwähnenswert ist das, weil beim H35 die senkrechte Angabe des Herstellers von der Rechnung abweicht; hier tut sie es nicht, und der Grund liegt im Seitenverhältnis des Sensors, wie in Datei 42 beschrieben.

Was Sie mit dem kleineren Sensor verlieren, ist Detailtiefe beim Ansprechen und Spielraum beim Zoomen. Was Sie gewinnen, ist ein spürbar niedrigerer Preis bei unverändertem Gewicht und unveränderter Ausstattung.

Die Bauform ist das eigentliche Argument

Mit 530 Gramm wiegt dieses Gerät weniger als die Hälfte eines ACE L35, das bei gleichem Sensor und gleicher Brennweite auf rund 1050 Gramm kommt. Auch die Baulänge unterscheidet sich erheblich: 216 gegenüber 350 Millimetern.

Erreicht wird das durch den Verzicht auf den 30-mm-Tubus. Der Körper sitzt direkt auf einer Schnellwechselmontage nach Picatinny MIL-STD 1913, die samt geräteseitiger Schiene, M5-Schrauben, Innensechskant und Schlüssel im Karton liegt. Bei Nocpix ist das einmalig: ACE und Bolt verlangen zugekaufte Ringe, die ACE RM Reihe eine zugekaufte Aufnahme für ihre Innenschiene.

Daraus folgt der zweite Gedanke der Reihe: Weil die Montage werkzeuglos löst und wiederholgenau schließt, nehmen Sie das Gerät ab, suchen damit als Handgerät die Fläche ab, setzen es wieder auf und schießen, ohne neu einzuschießen. Ein Detail am Rande, das im Dunkeln hilft: Der Hebel trägt einen fluoreszierenden Ring, der nach einigen Minuten im Licht bis zu acht Stunden nachleuchtet.

Was die leichte Bauweise kostet

Vier Punkte gehören genannt, und keiner steht auf einer deutschen Händlerseite.

Kein Entfernungsmesser. Das Handbuch führt unter Rangefinder ausdrücklich „None“. Damit fehlt die Eingabegröße für eine Ballistikberechnung, und einen Ballistikrechner listet Nocpix für die Slim Reihe nirgends auf. Wer beides braucht, findet es in den Modellen mit R im Namen.

Kein festverbauter Akku. Das Gerät läuft ausschließlich über zwei mitgelieferte 18650 Zellen mit je gut vier Stunden. Die ACE Reihe führt zusätzlich einen internen Akku mit 4000 mAh, der den Wechsel überbrückt. Ein deutscher Händler schreibt dem L35 fünf Stunden zu; Nocpix nennt für beide Slim Modelle denselben Wert.

Ein niedriger auflösendes Display. 1024×768 Punkte statt der 2560×2560, die ACE und Rico 2 tragen, und 32 statt 64 Gigabyte Speicher.

Keine veröffentlichte Joule-Freigabe. Nocpix nennt für die Slim Reihe 1000 g/s² mit dem Bezug .300 Winchester Magnum und 7 mm Magnum, also eine Beschleunigung. Die im deutschen Handel genannten 6000 Joule stammen aus der ACE Reihe und sind für Slim unbelegt.

Dafür besteht das Gehäuse aus Magnesiumlegierung, die sonst nur die neue ACE 2 Reihe trägt, und das Gerät ist in unter zehn Sekunden betriebsbereit.

Reichweite und Ausstattung

Die Erkennungsreichweite gibt Nocpix ausschließlich in Yard an, nämlich 1750 Yard, umgerechnet rund 1600 Meter, und zwar für beide Slim Modelle gleich. Dass ein 384er Sensor dieselbe Reichweite erreicht wie ein 640er, ist plausibel, weil beide dasselbe 35-mm-Objektiv mit Blende 1.0 tragen und die Reichweite an der Optik hängt, nicht an der Bildpunktzahl. Ein Zielmaß und eine Erkennungswahrscheinlichkeit nennt der Hersteller für diese Reihe nicht; die im Handel kursierenden 1800 Meter samt Zielmaß stammen aus der ACE Reihe.

An Ausstattung stehen acht Absehen bereit, davon eines dynamisch, sechs fest und eines selbst gestaltet, in acht Farbkombinationen, dazu sieben Farbpaletten. Einschießen lässt sich das Gerät auf sechs Waffen unter den Kennungen A bis F, mit jeweils bis zu zehn hinterlegten Entfernungen von 1 bis 999 Metern. Aufnahmen entstehen als Foto, als Video und rückstoßausgelöst. Die Schutzart ist IP67, der Betriebsbereich reicht von minus 20 bis plus 50 Grad, der Augenabstand beträgt 48 Millimeter und die Austrittspupille 10 Millimeter.

Soll die vorhandene Tagoptik erhalten bleiben und die Rechtsfrage aus dem ersten FAQ-Punkt gar nicht erst entstehen, führt der Weg zu den Wärmebild-Vorsatzgeräten. Beide Modelle stehen in der Slim Serie, das gesamte Programm unter Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre und im Nocpix Bereich. Was der NETD-Wert bedeutet, erklären wir gesondert.

Technische Daten

Merkmal Wert
Sensor 384 × 288, VOx
Pixelabstand 12 µm
NETD unter 18 mK
Bildrate 50 Hz
Objektiv 35 mm, Blende 1.0
Vergrößerung 3,5-fach optisch, mit 4-fachem Digitalzoom bis 14-fach
Sichtfeld 7,5° × 5,7°, 13,2 × 9,9 m auf 100 m, nachgerechnet und bestätigt
Erkennungsreichweite 1750 yd, rund 1600 m, Zielmaß von Nocpix nicht angegeben
Display AMOLED, 0,39 Zoll, 1024×768
Augenabstand 48 mm
Austrittspupille 10 mm
Dioptrienausgleich −5 bis +5 dpt
Entfernungsmesser Keiner, laut Handbuch ausdrücklich nicht vorhanden
Ballistikrechner von Nocpix nicht aufgeführt
Absehen 8, davon 1 dynamisch, 6 fest, 1 selbst gestaltet, 8 Farbkombinationen
Einschießprofile 6, Kennungen A bis F, bis zu 10 Entfernungen je Profil, 1 bis 999 m
Aufnahme Foto, Video und Recoil Activated Video
Akku 2 mitgelieferte 18650 Zellen, je gut 4 h; kein interner Akku
Laden USB-C, externes Ladegerät und Magnetladekabel im Lieferumfang
Rückstoß 1000 g/s², Bezug .300 Win Mag und 7 mm Mag, keine Joule-Angabe
Schutzart IP67
Interner Speicher 32 GB
Gehäuse Magnesiumlegierung
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Gewicht 530 g
Maße 216 × 76 × 46 mm
Montage Picatinny MIL-STD 1913 Schnellwechselmontage, im Lieferumfang
Startzeit unter 10 Sekunden
Garantie 3 Jahre Gerät, 2 Jahre Akku, 10 Jahre Detektor, laut Nocpix Garantiebestimmungen

Häufige Fragen

Darf ich das Nocpix Slim L35 in Deutschland besitzen?

Ohne behördliche Ausnahmegenehmigung nach ganz überwiegender Darstellung des deutschen Fachhandels nicht. Maßgeblich ist das eingebaute Absehen, mit dem ein an der Waffe geführtes Zielfernrohr unter Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes fällt; nach § 52 WaffG ist bereits der Besitz strafbewehrt. § 40 Abs. 3 WaffG privilegiert Jagdscheininhaber nach denselben Quellen nur bei Bauarten ohne eigenes Absehen. Dass sich das Gerät abnehmen und als Handgerät nutzen lässt, ändert daran nichts, solange es ein eigenes Absehen führt. Beliefert werden nur Genehmigungsinhaber und Anschriften in Staaten mit abweichender Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.

Slim L35 oder Slim H35, was ist der Unterschied?

Nur der Sensor, nämlich 384×288 gegenüber 640×512. Gehäuse, Maße, Gewicht von 530 Gramm, Objektiv, Blende, Bildrate, Display, Speicher, Akkukonzept und Montage sind identisch. Daraus folgen zwei Zahlen: Das L35 vergrößert mit 3,5-fach stärker als das H35 mit 2-fach, zeigt dafür nur 13 statt 22 Meter Bildbreite auf 100 Meter. Die Erkennungsreichweite ist bei beiden gleich, weil sie an der Optik hängt.

Warum haben beide Slim Modelle dieselbe Reichweite?

Weil beide dasselbe 35-mm-Objektiv mit Blende 1.0 tragen. Wie weit ein Wärmebildgerät eine Wärmequelle überhaupt erfasst, entscheidet die Optik und der Temperaturunterschied, nicht die Zahl der Bildpunkte. Der größere Sensor des H35 liefert deshalb nicht mehr Reichweite, sondern ein breiteres Bild und mehr Detail im selben Ausschnitt. Nocpix nennt für beide 1750 Yard, also rund 1600 Meter.

Ist beim Slim L35 eine Montage im Lieferumfang?

Ja. Der Karton enthält eine Picatinny-Schnellwechselmontage nach MIL-STD 1913 samt geräteseitiger Schiene, M5-Schrauben, Innensechskant und Schlüssel, dazu zwei 18650 Zellen, Ladegerät, Magnetladekabel, USB-C Kabel, Objektivdeckel, Augenmuschel, Tasche, Reinigungstuch und Handbuch. Die Slim Reihe ist die einzige bei Nocpix, bei der eine Montage beiliegt.

Hat das Slim L35 einen Ballistikrechner?

Nocpix führt keinen auf, und das ist folgerichtig: Das Gerät hat keinen Entfernungsmesser, den das Handbuch unter Rangefinder ausdrücklich mit „None“ angibt, und ohne gemessene Entfernung fehlt einem Ballistikrechner die Eingangsgröße. Ausdrücklich verneint wird ein Rechner in der Dokumentation allerdings nicht. Wer Laser und Ballistik sicher braucht, greift zu einem Modell mit R im Namen.

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