Pulsar Thermion 2 LRF XP60 Wärmebild-Zielfernrohr

4.499,00 €

Das Pulsar Thermion 2 LRF XP60 erreicht mit unter 18 mK den niedrigsten System-NETD der Thermion 2 LRF Baureihe. Verantwortlich ist der 17 µm Pixelabstand, der pro Bildpunkt mehr Strahlung einfängt als ein feinerer 12 µm Sensor. Hinter dem 60 mm Objektiv entsteht so ein Gerät für nasskalte Nächte, in denen Wild und Umgebung kaum Temperaturunterschied zeigen.

  • 640×480 Sensor, 17 µm, System-NETD unter 18 mK
  • Micro-OLED mit 2560 × 2560 wie die ganze 60er Reihe
  • F60 / 1.1 Objektiv, 3 bis 24-fach, Erkennung 2000 m
  • 65 mm Augenabstand, 6000 Joule Rückstoßfestigkeit
  • 10 Einschießprofile, Entfernungsmesser 800 m

2 vorrätig

Beschreibung

Der empfindlichste Wert der Baureihe steht beim kleineren Sensor.

Das XP60 hat 640 × 480 Bildpunkte, das XL60 daneben 1024 × 768. Trotzdem liegt der System-NETD des XP60 bei unter 18 mK und der des XL60 bei unter 20. Diese Zeile widerspricht der Preisliste, und sie ist der Grund, dieses Modell überhaupt zu führen.

Der Schlüssel ist der Pixelabstand. Das XP60 nutzt 17 Mikrometer umfassende Bildpunkte, die anderen Modelle der Reihe 12. Ein größerer Bildpunkt hat mehr Fläche, fängt eine größere Menge Strahlung ein und braucht deshalb weniger elektronische Verstärkung. Weniger Verstärkung bedeutet weniger Rauschen, und genau das misst der NETD-Wert.

Sie tauschen also Auflösung gegen Empfindlichkeit. Bei klarer Winterkälte, wenn ein Stück deutlich wärmer ist als der Hintergrund, spielt der feinere Sensor seine Stärke aus. Bei Nieselregen im November, wenn sich alles der Umgebungstemperatur angleicht, zeigt das XP60 Signaturen, die auf einem 12-µm-Gerät im Rauschen untergehen.

Zwei NETD-Werte, und warum nur einer zählt

Pulsar gibt für dieses Gerät Sensor-NETD unter 25 mK und System-NETD unter 18 mK an. Fast alle deutschen Händlerseiten nennen nur eine Zahl, meist die des Sensors, und dadurch entstehen falsche Vergleiche.

Ein Beispiel aus der eigenen Baureihe: Stellt man das XP60 mit Sensor-NETD 25 neben das XG60 mit Sensor-NETD 40, wirkt das XP60 um sechzig Prozent empfindlicher. Vergleicht man die Systemwerte, stehen 18 gegen 20, also rund zehn Prozent. Der Sensorwert beschreibt das Bauteil im Prüfstand, der Systemwert das fertige Gerät mit Objektiv und Bildverarbeitung. Am Okular zählt der zweite. Die ausführliche Erklärung steht im Beitrag zum NETD-Wert.

Achten Sie beim Vergleich mit anderen Anbietern darauf, welche der beiden Zahlen genannt wird. Steht nur eine da, ist sie in der Regel die günstigere.

2000 Meter statt 2800, und was das praktisch heißt

Das XP60 erkennt bis 2000 Meter, die beiden 12 µm Geschwister der Reihe bis 2800. Der Grund ist derselbe Tausch: Bei gleichem Objektiv liefert der feinere Sensor mehr Bildpunkte auf die Fläche und damit mehr Reichweite im Detail.

Praktisch spielt das selten eine Rolle. Zweitausend Meter Erkennungsreichweite liegen weit jenseits jeder jagdlich vertretbaren Schussdistanz, und die Grenze für sicheres Ansprechen liegt bei allen drei Geräten sehr viel früher. Wer nicht über extreme Feldflächen beobachtet, verliert durch diesen Wert nichts.

Die Vergrößerung beginnt bei dreifach und reicht bis 24-fach, das Sichtfeld beträgt 18,1 Meter auf 100 Meter. Damit liegt das XP60 zwischen dem weiter blickenden XL60 und dem stärker vergrößernden XG60.

Bedienung, Montage und Ausdauer

Der Aufbau folgt der Baureihe: fest verbauter APS5 mit 4900 mAh plus wechselbarer APS3 mit 3200 mAh, Wechsel im laufenden Betrieb möglich, weil der interne Akku überbrückt.

Die Montage verlangt 30 mm Ringe. Rechnen Sie mit 442 Millimetern Baulänge und 98 Millimetern Höhe zuzüglich Ringhöhe, und prüfen Sie die entstehende Anschlagposition gegen Ihren Schaftrücken, bevor Sie bestellen.

Der Klickwert liegt bei 14 Millimetern auf 100 Meter bei dreifacher Vergrößerung und geht bis 1,75 Millimeter bei 24-fach herunter. Der Verstellbereich beträgt 2840 Millimeter in beide Richtungen.

An Nullstellungen sind zehn Profile mit je zehn Entfernungen hinterlegbar. Zum Vergleich speichert ein Krypton 2 Vorsatzgerät drei Profile.

Wo das XP60 innerhalb der Reihe steht

Zwei Modelle kommen diesem Gerät nahe, und beide treffen eine andere Entscheidung.

Das XP50 PRO nutzt denselben 17 µm Sensor und erreicht denselben System-NETD, baut aber um ein 50 mm Objektiv statt eines 60ers. Es ist leichter, kürzer und blickt mit 21,8 Metern weiter, reicht dafür nur bis 1800 Meter.

Das XL50 geht den umgekehrten Weg und setzt auf den größeren Sensor mit weitem Ausschnitt, bezahlt das aber mit zwei Millikelvin schlechterer Systemempfindlichkeit. Wer zwischen Wald und Feld wechselt, sollte beide gegen dieses Gerät halten.

Wer die deutsche Rechtsfrage umgehen möchte, findet die Vorsatzgerät-Route in unserer Anleitung zum Einschießen von Vorsatzgeräten beschrieben.

Alle Geräte der Baureihe stehen unter Thermion 2 LRF, alle Zielfernrohre unter Wärmebild-Zielfernrohre, Geräte ohne Montage an der Waffe unter Wärmebild-Vorsatzgeräte, Handgeräte zum Beobachten unter Wärmebild-Monokulare und das gesamte Sortiment im Pulsar Markenbereich.

Technische Daten

Merkmal Wert
Sensor ungekühltes Mikrobolometer, 640 × 480
Pixelabstand 17 µm
NETD Sensor unter 25 mK, System unter 18 mK
Bildrate 50 Hz
Objektiv F60 / 1.1
Vergrößerung 3 bis 24-fach
Sichtfeld 10,4° / 18,1 m auf 100 m
Erkennungsreichweite 2000 m
Display Micro-OLED, 2560 × 2560
Augenabstand 65 mm
Dioptrienausgleich −5 bis +2 dpt
Entfernungsmesser bis 800 m, ±1 m, 905 nm
Akku APS5 4900 mAh fest verbaut plus APS3 3200 mAh wechselbar
Laufzeit 7 h bei 22 °C
Klickwert 14 mm auf 100 m bei 3-fach, Verstellbereich 2840 mm
Einschießprofile 10, je bis zu 10 Entfernungen
Rückstoßfestigkeit 6000 J, Kaliber 12 bei glatten Läufen
Schutzart IPX7
Interner Speicher 64 GB
Aufnahme 1280 × 960, MP4 und JPG
Betriebstemperatur −25 bis +50 °C
Gewicht 1,2 kg mit Wechselakku
Maße 442 mm lang, 98 mm hoch, Breite siehe Abschnitt 8
Montage 30 mm Ringe oder einteilige Aufnahme

Häufige Fragen

Darf ich ein Wärmebild-Zielfernrohr in Deutschland besitzen?

Nach der Darstellung nahezu aller rankenden deutschen Fachhändler nicht. Geräte mit eigenem Absehen und Montagevorrichtung fallen unter Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG und gelten als verbotene Gegenstände, wobei schon der Besitz und nicht erst die Nutzung erfasst ist. Die Jagdschein-Regelung in § 40 Abs. 3 WaffG betrifft nach diesen Quellen ausschließlich Vorsatz- und Aufsatzgeräte ohne eigenes Absehen. Wir liefern nur an Inhaber einer Ausnahmegenehmigung und in Länder mit anderer Rechtslage. Das ist keine Rechtsberatung, bitte prüfen Sie Ihren Fall behördlich.

Warum hat das XP60 einen besseren NETD-Wert als das teurere XL60?

Weil seine Bildpunkte 17 statt 12 Mikrometer messen. Je mehr Fläche ein Bildpunkt hat, desto mehr Strahlung erreicht ihn, desto schwächer muss nachverstärkt werden und desto ruhiger bleibt das Bild. Das XL60 liegt dafür bei Auflösung, Sichtfeld und Erkennungsreichweite vorn.

Ist eine geringere Auflösung ein Nachteil?

Nur beim Ansprechen auf große Distanz. Beim Auffinden schwacher Wärmesignaturen, also bei Nässe, Nebel und geringem Temperaturunterschied, ist der empfindlichere 17 µm Sensor im Vorteil. Welches Gerät passt, entscheidet Ihr Revier und nicht die Auflösungszahl.

Welches Kaliber verträgt das XP60?

Pulsar gibt 6000 Joule für gezogene Läufe an, bei glatten Läufen Kaliber 12. Damit sind alle in Deutschland üblichen Jagdkaliber abgedeckt, einschließlich starker Magnumkaliber. Der Augenabstand von 65 Millimetern gibt zusätzlich Sicherheitsreserve beim Rückstoß.

Kann ich den Akku im Betrieb wechseln?

Ja. Der wechselbare APS3 lässt sich entnehmen, während der fest verbaute APS5 das Gerät weiterlaufen lässt. Eine Wärmequelle bleibt dabei im Bild, Sie verlieren die Beobachtung nicht.

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