ThermTec Vidar 335 2.0 Wärmebild-Zielfernrohr
1.649,00 €
Das ThermTec Vidar 335 2.0 ist der kompakte Einstieg in die Vidar Reihe: 384 × 288 Bildpunkte hinter 35 Millimetern, 3,2-fache Grundvergrößerung und bis zu 18 Stunden Laufzeit aus zwei Wechselzellen.
- Bis 18 Stunden aus zwei wechselbaren Zellen, Start in 3 Sekunden
- 35 mm, 384×288 Sensor, NETD höchstens 18 mK
- Fünf Nullungsprofile mit Auto-Zero, bis zu sieben Absehen
- 22-mm-Schiene im Lieferumfang, 64 GB Speicher, IP67
- Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
Kompaktbauweise: Was die Vidar Reihe von Ares unterscheidet
ThermTec baut zwei Linien vollwertiger Zielfernrohre. Die Ares Reihe ist die lange Tubusbauform, die Vidar Reihe die kurze. Der Unterschied ist erheblich: Ein vergleichbares Ares Modell misst rund 436 Millimeter, ein Vidar mit zwei Objektiven 233 Millimeter, also gut vierzig Prozent kürzer.
Für die Waffe heißt das zweierlei. Erstens bleibt auf kurzen Systemen und bei Mündungsbremsen oder Schalldämpfern Platz, wo ein langer Tubus nicht mehr sinnvoll montierbar ist. Zweitens verschiebt ein kürzeres Gerät den Schwerpunkt weniger nach vorn, was beim Führen aus der freien Hand zählt.
Bezahlt wird das nicht mit Ausstattung. Dieses Gerät teilt mit der langen Bauform die fünf Nullungsprofile mit Auto-Zero, die bis zu sieben Absehen, sechs Farbpaletten, Bild-im-Bild, den Fokus als Drehrad oben am Gehäuse, 64 Gigabyte Speicher, WLAN und IP67.
Optik, Auflösungsvermögen und die ehrliche Grenze
Das 35 mm Objektiv auf 384×288 Bildpunkten erfasst 7,5 mal 5,7 Grad, auf 100 Meter also 13,2 mal 9,9 Meter. Nachgerechnet aus 384 Bildpunkten mal 12 Mikrometern Sensorbreite und 288 mal 12 Mikrometern Höhe hinter 35 Millimetern Brennweite.
Die Grundvergrößerung liegt bei 3,2-fach, mit dem Digitalzoom bis vierfach also rechnerisch bei 12,8-fach. Der NETD-Wert beträgt höchstens 18 Millikelvin.
Auf einen Bildpunkt entfallen 0,343 Milliradiant, was sich auf 200 Meter zu 6,9 Zentimetern auswächst. Ein Rehkörper von 70 Zentimetern wird dort von etwa zehn Punkten überspannt, und daraus ergibt sich eine realistische Ansprechgrenze von 180 bis 280 Metern. Die Herstellerangabe zur Entdeckung von etwa 1800 Metern beschreibt dagegen, wann eine Wärmequelle überhaupt im Bild erscheint.
Dieselbe Grenze gilt für jedes Gerät mit 12 Mikrometern und 35 Millimetern, unabhängig von Sensorgröße, Display und Preis. Wer weiter ansprechen will, braucht eine längere Brennweite, nicht ein teureres Gerät: Das Vidar 650 2.0 mit 50 Millimetern kommt auf 250 bis 400 Meter.
Ohne Laser: Wann das die richtige Wahl ist
Dieses Gerät ermittelt die Entfernung über eine KI-gestützte Verhältnisschätzung, die per Joystick bedient wird und aus der Bildgröße eines erkannten Objekts eine Distanz ableitet. Das ist eine Schätzung und kein Messwert, und die ballistische Berechnung der Hersteller-App bleibt deshalb verschlossen, denn sie setzt eine gemessene Entfernung voraus.
Bei diesem Modell fällt das wenig ins Gewicht. Die Ansprechgrenze liegt bei 180 bis 280 Metern, und dort liegt ein auf 100 Meter eingeschossenes Jagdgeschoss meist nur wenige Zentimeter unter dem Haltepunkt, also innerhalb des Wildkörpers. Wer an eingemessenen Kirrungen und Ansitzeinrichtungen jagt, wo die Entfernungen feststehen, gewinnt durch eine Messung wenig und spart den Aufpreis.
Wer wechselnde Stände begeht oder Flächen bejagt, die er nicht in Metern kennt, greift besser zum Vidar 335L 2.0. Auf dessen Seite steht auch, welche Eingaben der Ballistikrechner braucht.
Stromversorgung und Einordnung
Zwei wechselbare Zellen tragen zusammen bis zu 18 Stunden, und das ist in dieser Geräteklasse ein Spitzenwert: Die Ibex Serie kommt auf sechs, die Oryx Serie auf acht Stunden je Zelle. Der Start dauert rund drei Sekunden, die Abschaltautomatik ist einstellbar. Freigegeben ist das Gerät von minus 20 bis plus 50 Grad.
In der Serie: Zwei Objektive mit 20 und 60 Millimetern bietet das Vidar 360 2.0 bei gleichem Sensor, den großen Sensor tragen das Vidar 650 2.0 und das Vidar 660 2.0. Alle stehen in der Vidar 2.0 Serie.
Für Deutschland und die Schweiz sind Vorsatzgeräte zulässig, etwa das Hunt 335 Pro mit gleicher Optik aus der Hunt Pro Serie. Geräte, die nur beobachten, unterliegen in keinem der drei Länder einer Sonderregel; sie stehen in ThermTec Wärmebild-Monokulare und im ThermTec Bereich. Außerdem im Sortiment: HIKMICRO und Pulsar. Zur Rechtslage siehe die Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauart | Vollintegriertes Zielfernrohr, Lieferung nur Österreich |
| Sensor | 384 × 288, 12 µm |
| NETD | höchstens 18 mK |
| Bildrate | 50 Hz |
| Objektiv | 35 mm |
| Grundvergrößerung | 3,2-fach, siehe Abschnitt 8 |
| Digitalzoom | 1- bis 4-fach, gesamt bis 12,8-fach |
| Sichtfeld | 7,5° × 5,7°, 13,2 × 9,9 m auf 100 m, nachgerechnet |
| Winkel je Bildpunkt | 0,343 mrad |
| Entfernungsermittlung | KI-Verhältnisschätzung über Joystick |
| Ballistikrechner | nicht verfügbar |
| Display | AMOLED, 0,39 Zoll |
| Absehen | bis zu 7 |
| Nullung | 5 Profile, Auto-Zero |
| Montage | 22-mm-Schiene im Lieferumfang |
| Akku | zwei wechselbare Zellen |
| Laufzeit | bis 18 h, Start in 3 s |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Schutzart | IP67 |
| Betriebstemperatur | −20 bis +50 °C |
| Gewicht und Maße | modellgenau nicht belegt, siehe Abschnitt 8 |
Häufige Fragen
Wie ermittelt das Vidar 335 2.0 ohne Laser die Entfernung?
Über eine KI-gestützte Verhältnisschätzung am Joystick: Das Gerät erkennt ein Objekt, setzt dessen Bildgröße ins Verhältnis zu einer hinterlegten Größe und leitet daraus eine Distanz ab. Das ist eine Schätzung und kein Messwert, weshalb die ballistische Berechnung der Hersteller-App bei dieser Ausführung nicht bereitsteht; sie setzt eine gemessene Entfernung voraus. Wer eine echte Messung braucht, nimmt das Vidar 335L 2.0. Bei einer Ansprechgrenze von 180 bis 280 Metern ist der Unterschied allerdings kleiner als bei den Modellen mit längerer Brennweite, weil die Geschossbahn dort noch wenig abfällt.
Was unterscheidet die Vidar Reihe von der Ares Reihe?
Die Bauform. Vidar ist die kurze Ausführung, Ares die lange Tubusbauform. Ein vergleichbares Ares Modell misst rund 436 Millimeter, ein Vidar mit zwei Objektiven 233 Millimeter. Das ist vor allem auf kurzen Systemen und an Waffen mit Schalldämpfer oder Mündungsbremse relevant, und es verschiebt den Schwerpunkt weniger nach vorn. An Ausstattung fehlt dem kürzeren Gerät nichts: fünf Nullungsprofile mit Auto-Zero, bis zu sieben Absehen, sechs Farbpaletten, Bild-im-Bild, 64 Gigabyte Speicher, WLAN und IP67 teilen beide Reihen.
Auf welche Entfernung kann ich mit dem Vidar 335 2.0 ansprechen?
Mit 180 bis 280 Metern sollten Sie rechnen, je nach Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und Wildart. Hergeleitet wird das über den Winkel je Bildpunkt von 0,343 Milliradiant, der auf 200 Meter 6,9 Zentimetern entspricht; ein 70 Zentimeter langer Rehkörper wird dort also von etwa zehn Punkten überspannt. Diese Grenze gilt für jedes Gerät mit 12 Mikrometern Pixelabstand und 35 Millimetern Brennweite, unabhängig von Sensorgröße, Display und Preis. Wer weiter ansprechen will, braucht eine längere Brennweite.
Wie lange hält der Akku?
Bis zu 18 Stunden aus zwei wechselbaren Zellen, und der Start dauert rund drei Sekunden. In der Geräteklasse ist das ein Spitzenwert: Die Ibex Reihe kommt auf bis zu sechs Stunden mit einer Zelle, die Oryx Reihe auf bis zu acht Stunden je Zelle. Eine einstellbare Abschaltautomatik verlängert den Einsatz zusätzlich. Freigegeben ist das Gerät von minus 20 bis plus 50 Grad; bei Kälte sinkt die Laufzeit erfahrungsgemäß, eine Messung dazu veröffentlicht der Hersteller für diese Reihe nicht.
Darf ich dieses Zielfernrohr in Österreich jagdlich einsetzen?
Erwerben und besitzen dürfen Sie es, ein waffenrechtliches Verbot wie in Deutschland besteht in Österreich nicht. Die Verwendung regeln die neun Landesjagdgesetze, die elektronische Zielhilfen zunächst untersagen und Ausnahmen überwiegend für Schwarzwild öffnen. Niederösterreich regelt das in § 33a NÖ-JVO und verlangt eine mindestens drei Jahre geführte Jagdkarte oder einen Kurs des Landesjagdverbandes sowie die schriftliche Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten; Kärnten in § 68 Kärntner Jagdgesetz, das Burgenland in § 95 Jagdgesetz 2017. In Tirol und Vorarlberg bleibt im Kern nur die Nachsuche. Dies ist keine Rechtsberatung.
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