ThermTec Vidar 360 2.0 Wärmebild-Zielfernrohr

1.849,00 €

Das ThermTec Vidar 360 2.0 trägt zwei Objektive in einem Gehäuse: 20 Millimeter für die Übersicht mit 23 Metern Bildbreite auf 100 Meter, 60 Millimeter für das Ansprechen mit 5,5-facher Vergrößerung. Umgeschaltet wird am Gerät. Als 360L 2.0 mit Laserentfernungsmesser.

  • Zwei echte Objektive, 20 und 60 mm, 1,8-fach und 5,5-fach
  • 23,0 Meter Bildbreite im Weitwinkel, 7,7 Meter im Tele
  • 384×288 Sensor, 12 µm, bis 18 Stunden Laufzeit
  • Fünf Nullungsprofile mit Auto-Zero, bis zu sieben Absehen
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
Beschreibung

Was zwei Objektive in einem Zielfernrohr leisten

Bei einem Zielfernrohr fällt die Entscheidung zwischen Übersicht und Vergrößerung normalerweise beim Kauf und bleibt dann für die Lebensdauer der Montage bestehen. Dieses Gerät umgeht das, indem es zwei vollwertige Objektive mitbringt und am Gehäuse zwischen ihnen umschaltet.

In der Stellung 20 Millimeter umfasst das Bild 13,1 mal 9,8 Grad, auf 100 Meter also 23,0 mal 17,3 Meter. In der Stellung 60 Millimeter schrumpft es auf 4,4 mal 3,3 Grad, also 7,7 mal 5,8 Meter, und die Vergrößerung steigt von 1,8-fach auf 5,5-fach. Beide Winkelangaben haben wir aus 384 Bildpunkten mal 12 Mikrometern Sensorbreite und 288 mal 12 Mikrometern Höhe nachgerechnet; sie nutzen die volle Sensorfläche ohne Beschnitt.

Der Unterschied ist das Dreifache in beiden Richtungen, und er entsteht optisch, nicht digital. Ein Digitalzoom rechnet vorhandene Bildpunkte größer und gewinnt nichts; hier wechselt tatsächlich die Brennweite. Entsprechend ändert sich auch das Auflösungsvermögen: 0,6 Milliradiant je Bildpunkt im Weitwinkel gegenüber 0,2 Milliradiant im Tele.

Praktisch heißt das: Sie suchen die Fläche im Weitwinkel ab, wo Sie auf 100 Meter einen Streifen von 23 Metern überblicken, und schalten um, sobald Sie etwas gefunden haben. Mit 0,2 Milliradiant im Tele liegt die Ansprechgrenze bei etwa 300 bis 450 Metern, während sie im Weitwinkel bei rund 80 bis 130 Metern endet. Kein anderes Zielfernrohr in Ihrem Sortiment deckt eine so große Spanne mit einem Gerät ab.

Die Herstellerangaben zur Entdeckung lauten entsprechend 1000 Meter im Weitwinkel und 3000 Meter im Tele und folgen damit der im ganzen Programm gültigen Regel von etwa 50 Metern je Millimeter Brennweite.

Ohne Laser: die Entfernung kommt aus der Bildgröße

Diese Ausführung ermittelt die Entfernung über eine KI-Verhältnisfunktion am Joystick, die aus der Bildgröße eines erkannten Objekts eine Distanz ableitet. Eine gemessene Zahl liefert sie nicht, und damit bleibt auch die ballistische Berechnung der Hersteller-App verschlossen.

Bei einem Gerät mit zwei Objektiven verdient das eine ehrliche Abwägung. Im 20 mm Weitwinkel, auf 80 bis 130 Meter, trägt die Waffe praktisch fleck, und eine Messung ändert am Haltepunkt nichts. Im 60 mm Tele dagegen sprechen Sie bis 450 Meter an, und dort fällt die Geschossbahn so weit ab, dass eine Schätzung von plus minus dreißig Metern bereits einen Treffpunktfehler erzeugt.

Die Entscheidung hängt also daran, welche Stufe Sie tatsächlich nutzen. Wer das Gerät überwiegend als weit sehendes Nahbereichsgerät führt, kommt ohne Laser aus. Wer die lange Brennweite ausreizt, nimmt das Vidar 360L 2.0.

Ausstattung und Einordnung

Zwei wechselbare Zellen tragen bis zu 18 Stunden, der Start dauert rund drei Sekunden. Dazu fünf Nullungsprofile mit Auto-Zero, bis zu sieben Absehen, sechs Farbpaletten, Bild-im-Bild, ein Fokusrad oben am Gehäuse, 64 Gigabyte Speicher, WLAN, IP67 und ein Betriebsbereich von minus 20 bis plus 50 Grad. Die Montage erfolgt über eine 22-mm-Schiene, die mitgeliefert wird.

In der Serie: Ein einzelnes 35 mm Objektiv bei gleichem Sensor trägt das Vidar 335 2.0, dieselbe Doppeloptik auf dem großen Sensor das Vidar 660 2.0, ein einzelnes 50 mm Objektiv auf großem Sensor das Vidar 650 2.0. Die Reihe steht vollständig in der Vidar 2.0 Serie; vergleichbare Geräte mit festem Objektiv führen Ibex Serie und Oryx Serie.

Für Deutschland und die Schweiz bleiben Vorsatzgeräte wie die Hunt Pro Serie. Dieselbe Idee zweier Objektive, aber als erlaubnisfreies Handgerät, verfolgt die Wild D Serie mit dem Wild 350D. Das Gesamtsortiment steht im ThermTec Bereich, weitere Marken bei Nocpix. Zur Rechtslage siehe die Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Vollintegriertes Zielfernrohr, Lieferung nur Österreich
Sensor 384×288, 12 µm
NETD höchstens 18 mK, siehe Abschnitt 8
Bildrate 50 Hz
Objektive 20 mm und 60 mm, umschaltbar
Grundvergrößerung 1,8-fach und 5,5-fach
Digitalzoom bis 4-fach
Sichtfeld Weitwinkel 13,1° × 9,8°, 23,0 × 17,3 m auf 100 m
Sichtfeld Tele 4,4° × 3,3°, 7,7 × 5,8 m auf 100 m
Winkel je Bildpunkt 0,6 mrad Weitwinkel, 0,2 mrad Tele
Entdeckung 1000 m und 3000 m, Rechenwerte des Herstellers
Entfernungsermittlung KI-Verhältnisschätzung über Joystick
Ballistikrechner nicht verfügbar
Display AMOLED, 0,39 Zoll, 1024×768
Absehen bis zu 7
Nullung 5 Profile, Auto-Zero
Montage 22-mm-Schiene im Lieferumfang
Akku zwei wechselbare Zellen
Laufzeit bis 18 h, Start in 3 s
Interner Speicher 64 GB
Schutzart IP67
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Gewicht und Maße modellgenau nicht belegt, siehe Abschnitt 8

Häufige Fragen

Was bringt ein Zielfernrohr mit zwei Objektiven?

Es verbindet zwei Aufgaben, die sonst zwei Geräte verlangen. In der Stellung 20 Millimeter überblicken Sie auf 100 Meter einen Streifen von 23 Metern bei 1,8-facher Vergrößerung und suchen damit Flächen ab. In der Stellung 60 Millimeter bleiben 7,7 Meter bei 5,5-facher Vergrößerung, und erst damit sprechen Sie an. Entscheidend ist, dass der Wechsel optisch erfolgt und nicht digital: Die Brennweite ändert sich tatsächlich, weshalb auch das Auflösungsvermögen von 0,6 auf 0,2 Milliradiant je Bildpunkt steigt. Ein Digitalzoom könnte das nicht leisten.

Wie weit kann ich mit dem Vidar 360 2.0 ansprechen?

Das hängt von der Objektivstellung ab. Im Tele mit 60 Millimetern liegt der Winkel je Bildpunkt bei 0,2 Milliradiant, woraus sich etwa 300 bis 450 Meter ergeben: Auf 400 Meter deckt ein Bildpunkt acht Zentimeter ab, sodass ein 70 Zentimeter langer Rehkörper noch von rund neun Punkten überspannt wird. Im Weitwinkel mit 20 Millimetern sind es 0,6 Milliradiant und damit nur etwa 80 bis 130 Meter. Die Herstellerangaben von 1000 und 3000 Metern beschreiben dagegen, wann eine Wärmequelle überhaupt im Bild erscheint.

Vidar 360 2.0 oder Vidar 660 2.0?

Beide tragen dieselben Objektive mit 20 und 60 Millimetern, der Unterschied ist der Sensor. Dieses Gerät hat 384×288 Bildpunkte und vergrößert dadurch stärker, nämlich 1,8-fach und 5,5-fach gegenüber 1,1-fach und 3,2-fach beim 660. Das 660 mit 640×512 Punkten zeigt dafür im Weitwinkel 38,4 statt 23,0 Meter Bildbreite auf 100 Meter. Die Ansprechentfernung ist bei beiden gleich, weil sie allein von Pixelabstand und Brennweite abhängt. Nehmen Sie dieses Gerät, wenn Ihnen das größere Bild im Okular wichtiger ist, das 660, wenn Sie Fläche absuchen.

Lohnt beim 360 die Laserversion?

Bei diesem Modell eher als bei den übrigen der Reihe. Das Tele mit 60 Millimetern ist bis etwa 450 Meter ansprechbar, und auf solchen Entfernungen fällt die Geschossbahn so weit ab, dass eine Schätzung von plus minus dreißig Metern bereits einen spürbaren Treffpunktfehler erzeugt. Das 360L misst per Laser und schaltet damit die ballistische Berechnung über die Hersteller-App frei. Wer die lange Brennweite tatsächlich ausnutzt, sollte den Laser nehmen; wer das Gerät überwiegend im Weitwinkel auf kurze Distanz führt, braucht ihn nicht.

Ist dieses Zielfernrohr in Österreich erlaubt?

Erwerb und Besitz ja, ein waffenrechtliches Verbot wie in Deutschland kennt Österreich nicht. Für die jagdliche Verwendung gelten die Landesjagdgesetze, die elektronische Zielhilfen zunächst untersagen und Ausnahmen überwiegend für Schwarzwild öffnen, häufig unter Auflagen wie einem Kurs oder der Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten. Niederösterreich regelt das in § 33a NÖ-JVO, Kärnten in § 68 Kärntner Jagdgesetz, das Burgenland in § 95 Jagdgesetz 2017; Tirol und Vorarlberg beschränken es im Kern auf die Nachsuche. Dies ist keine Rechtsberatung.

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