Nocpix Rico 2 H75R Wärmebild-Zielfernrohr mit LRF
5.499,00 €
Das Nocpix Rico 2 H75R ist das Modell mit der stärksten Vergrößerung der Reihe: 4- bis 32-fach, stufenlos über einen Hebel. Hinter dem 75 mm Objektiv mit Blende 1.0 arbeitet ein 640×512 Sensor mit unter 15 mK bei 60 Hertz. Erkennung bis 3896 Meter, Laser bis 1200 Meter, Picatinny-Montage im Lieferumfang.
- 640×512 Sensor, 12 µm Pixelabstand, NETD unter 15 mK
- 75 mm Objektiv, Blende 1.0, stufenlos 4- bis 32-fach
- 5,5 Stunden Laufzeit, eine Stunde mehr als das S75R
- 6000 Joule Rückstoßfestigkeit, Montage im Karton
- Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
2 vorrätig
Das engste Bild der Reihe, und genau darum geht es
Eine Zahl dieses Datenblatts wirkt zunächst wie ein Nachteil: Das H75R zeigt auf 100 Meter nur 10,3 Meter Breite, weniger als jedes andere Modell der Reihe. Selbst das kleinste Modell mit 42 mm Objektiv zeigt 11 Meter. Das ist kein Fehler, sondern der Zweck des Geräts.
Die Blickbreite ergibt sich aus dem Verhältnis von Sensorbreite zu Brennweite. Der 640×512 Sensor misst bei 12 µm nur 7,68 Millimeter in der Breite, und dahinter steht die längste Brennweite der Reihe. Ein kleiner Chip hinter einem langen Objektiv erzeugt einen engen Bildwinkel, und genau dieser enge Bildwinkel ist die Vergrößerung: 4-fach als Grundwert und bis 32-fach mit Zoom, beides die höchsten Werte der Rico 2 Reihe.
Nachgerechnet ergeben 7,68 Millimeter Sensorbreite hinter 75 Millimetern Brennweite 5,9° in der Breite und 4,7° in der Höhe, das sind 10,3 × 8,2 Meter auf 100 Meter. Diese Werte deckten sich bei der Prüfung genau mit den Angaben von Nocpix, anders als beim Schwestermodell S75R, wo Handbuch und Herstellerseite auseinandergehen.
Praktisch heißt ein Ausschnitt von 10 Metern: Dieses Gerät ist zum Ansprechen auf Distanz gebaut, nicht zum Absuchen. Suchen Sie mit einem Handgerät aus dem Monokular-Programm und schießen Sie mit dem H75R.
Gleiche Reichweite wie das Spitzenmodell, eine Stunde mehr Laufzeit
Die Erkennungsreichweite von 3896 Metern ist beim H75R identisch mit der des Rico 2 S75R, obwohl dort ein viermal so hoch auflösender Sensor sitzt. Der Grund liegt in der Optik: Wie weit eine Wärmequelle überhaupt erfasst wird, entscheiden das Objektiv und der Temperaturunterschied, nicht die Bildpunktzahl. Beide tragen 75 Millimeter bei Blende 1.0.
Nocpix nennt für diese Angabe ausdrücklich das Zielmaß 1,7 × 0,5 Meter bei 99 Prozent Erkennungswahrscheinlichkeit. Solche Bedingungen fehlen bei den meisten Reichweitenangaben am Markt, auch bei Nocpix selbst in der günstigeren Bolt Reihe. Gemeint ist dabei stets das Wahrnehmen, nicht das Ansprechen.
Wo das H75R dem Spitzenmodell voraus ist: bei der Laufzeit. 5,5 Stunden gegenüber 4,5 Stunden, jeweils bei 22 Grad mit derselben IBP-5 Zelle. Der 640er Sensor braucht weniger Strom als der 1280er. Auch beim Gewicht liegt das H75R mit 1250 Gramm leicht unter den 1300 Gramm des S75R.
Die Entscheidung zwischen den beiden 75-mm-Modellen ist damit klar zu fassen: gleiche Reichweite, gleiche Optik, gleicher NETD-Wert. Das S75R gibt Ihnen die doppelte Bildbreite, das H75R die stärkere Vergrößerung, eine Stunde mehr Feldzeit und einen niedrigeren Preis.
Stufenloser Zoom und sieben Waffenprofile
Die Rico 2 Reihe zoomt stufenlos über einen Hebel am Gehäuse; Nocpix nennt mehr als 150 Zoomstufen innerhalb von 120 Grad Hebelweg. Bei einem Gerät mit 32-facher Endvergrößerung wirkt sich das stärker aus als bei den kürzeren Modellen, weil der nutzbare Bereich größer ist: Zwischen 4- und 32-fach liegen bei einem gestuften Zoom typischerweise vier oder fünf Sprünge, hier treffen Sie jede Zwischenstufe.
Hinterlegen können gesiebt werden Einschießprofile unter den Kennungen A bis G, also sieben Waffen ohne erneutes Justieren. Diese Angabe fehlt bei sämtlichen deutschsprachigen Anbietern der Reihe. Dazu kommen sieben feste Absehen und ein achtes, das Sie in der App gestalten. Der Ballistikrechner arbeitet mit der Lasermessung bis 1200 Meter bei ±1 Meter Genauigkeit, Laserklasse 1, und Recoil Activated Video sichert den Schuss.
Zu beachten ist das Verhältnis von Sicht zu Messung: Das Gerät erfasst Wärmequellen bis 3896 Meter, misst aber nur bis 1200. Oberhalb dieser Grenze arbeitet es als Beobachtungsinstrument ohne Ballistikeingabe. Das ist bei jagdlichen Distanzen ohne Belang, erklärt aber, warum die beiden Zahlen so weit auseinanderliegen.
Montage, Stromversorgung und was im Karton fehlt
Ein Tubusdurchmesser existiert bei dieser Reihe nicht. Die Rico 2 Modelle sitzen auf einer Picatinny-Schnittstelle, und die passende Montage samt M5-Schrauben, Innensechskantschlüssel und Werkzeug gehört zum Lieferumfang, ebenso ein Heizziel zum Einschießen, Reinigungstuch, IBP-5 Akku, IBC-5 Ladegerät, USB-C Kabel, Magnetladekabel, Kurzanleitung und eine Tragetasche. Wer von einem klassischen Rohrzielfernrohr wechselt, sucht die Ringe also vergeblich und braucht sie nicht. Ringmontage bietet die ACE Reihe, eine Schienenaufnahme die ACE RM Reihe.
Was im Karton fehlt, ist eine zweite Akkuzelle. Das Gerät läuft über eine einzelne wechselbare IBP-5 Zelle mit 4400 mAh, und es hat keinen festverbauten Reserveakku. Bei 5,5 Stunden Laufzeit reicht eine Zelle für einen langen Ansitz, aber nicht für eine Nacht mit Pausen und Wiederanlauf. Eine zweite Zelle ist deshalb sinnvoll. Über USB-C mit 5 Volt lässt sich das Gerät zusätzlich versorgen, was am Zielfernrohr jedoch ein Kabel bedeutet.
Die Rückstoßfreigabe liegt bei 6000 Joule, eine Zahl, die Nocpix für diese Reihe ausdrücklich veröffentlicht und für die Bolt Reihe nicht. Der Augenabstand beträgt 60 Millimeter, die Austrittspupille 23 Millimeter, der Dioptrienausgleich reicht von minus fünf bis plus fünf. Das Gehäuse trägt Schutzart IP67 und arbeitet von minus 20 bis plus 50 Grad, der Speicher umfasst 32 Gigabyte, WLAN ist an Bord, das Display löst mit 2560 × 2560 auf.
Wer die vorhandene Tagoptik behalten und die Rechtsfrage aus dem ersten FAQ-Punkt umgehen möchte, findet die Alternativen unter Wärmebild-Vorsatzgeräte. Die übrigen Modelle stehen in der Rico 2 Serie, namentlich das Rico 2 H50R und das Rico 2 L42R. Sämtliche Zielfernrohre der Marke sind unter Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre gebündelt, das übrige Programm im Nocpix Bereich. Vergleichbar stark vergrößert aus dem Wettbewerb das Pulsar Thermion 2 LRF XG60.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Sensor | 640 × 512, Vox |
| Pixelabstand | 12 µm |
| NETD | unter 15 mK |
| Bildrate | 60 Hz |
| Objektiv | 75 mm, Blende 1.0 |
| Vergrößerung | stufenlos 4 bis 32-fach |
| Sichtfeld | 5,9° × 4,7°, 10,3 × 8,2 m auf 100 m, nachgerechnet und bestätigt |
| Erkennungsreichweite | 3896 m, Ziel 1,7 × 0,5 m, Erkennungswahrscheinlichkeit 99 % |
| Display | AMOLED, 2560 × 2560 |
| Augenabstand | 60 mm |
| Austrittspupille | 23 mm |
| Dioptrienausgleich | −5 bis +5 dpt |
| Entfernungsmesser | bis 1200 m, Genauigkeit ±1 m, Laserklasse 1 |
| Ballistikrechner | ja |
| Absehen | 8, davon 7 fest und 1 über die App gestaltet |
| Einschießprofile | 7, Kennungen A bis G |
| Aufnahme | Foto und Video, Recoil Activated Video, WLAN |
| Akku | IBP-5, 4400 mAh, wechselbar, 1 Zelle im Lieferumfang, kein Reserveakku im Gerät |
| Laufzeit | 5,5 h bei 22 °C |
| Laden | IBC-5 Ladegerät, extern; Betrieb über USB-C 5 V möglich |
| Rückstoß | 6000 Joule |
| Schutzart | IP67 |
| Interner Speicher | 32 GB |
| Betriebstemperatur | −20 bis +50 °C |
| Gewicht | 1250 g |
| Maße | 336 × 116 × 90 mm |
| Montage | Picatinny, Montage im Lieferumfang, kein Tubusdurchmesser |
| Gehäusematerial | von Nocpix nicht angegeben |
| Garantie | von Nocpix nicht angegeben |
Häufige Fragen
Darf ich das Rico 2 H75R in Deutschland führen?
Nur mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung, so jedenfalls die nahezu einheitliche Lesart des deutschen Fachhandels. Der Grund ist das im Gerät eingebaute Absehen: Damit zählt ein waffenmontiertes Zielfernrohr nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes zu den verbotenen Gegenständen, und die Strafdrohung des § 52 WaffG greift schon beim Besitz. § 40 Abs. 3 WaffG stellt Jagdscheininhaber nach diesen Quellen nur für Geräte frei, die selbst kein Absehen führen und vor eine vorhandene Zieloptik gesetzt werden. Vor dem Versand prüfen wir die Genehmigung; beliefert werden ausschließlich Genehmigungsinhaber und Anschriften in Staaten mit anderer Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.
Warum hat das H75R das engste Sichtfeld der Reihe?
Weil ein kleiner Sensor hinter einem langen Objektiv einen engen Bildwinkel erzeugt, und dieser enge Bildwinkel ist gerade die Vergrößerung. Der 640×512 Sensor ist bei 12 µm nur 7,68 Millimeter breit, das Objektiv hat 75 Millimeter Brennweite. Daraus folgen 5,9° und 10,3 Meter auf 100 Meter. Das H75R erreicht dafür mit 4- bis 32-fach die stärkste Vergrößerung der Rico 2 Reihe.
Rico 2 H75R oder S75R, was ist der Unterschied?
Nur der Sensor. Objektiv, Blende, NETD-Wert, Bildrate und Erkennungsreichweite von 3896 Metern sind identisch. Das S75R zeigt mit seinem 1280×1024 Sensor 20,5 Meter Bildbreite auf 100 Meter, das H75R 10,3 Meter. Dafür vergrößert das H75R stärker, läuft 5,5 statt 4,5 Stunden, wiegt 50 Gramm weniger und kostet weniger.
Wie viele Akkus gehören zum Lieferumfang?
Eine IBP-5 Zelle mit 4400 mAh, dazu das externe IBC-5 Ladegerät. Ein festverbauter Reserveakku ist nicht vorhanden, anders als bei der günstigeren Bolt Reihe, die einen internen Akku zusätzlich zur Wechselzelle besitzt. Bei 5,5 Stunden Laufzeit empfiehlt sich für lange Nächte eine zweite Zelle.
Für welche Kaliber ist das Rico 2 H75R freigegeben?
Nocpix gibt die Rückstoßfestigkeit mit 6000 Joule an. Das deckt die im deutschen Jagdbetrieb übliche Bandbreite bis hin zu schweren Magnumkalibern ab. Bemerkenswert ist, dass Nocpix diese Zahl für die Rico 2 und die ACE Reihe veröffentlicht, für die Bolt Reihe dagegen nicht, wo nur Bezugskaliber genannt werden.
MAECENAS IACULIS
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