ThermTec Hunt 635L Wärmebild-Vorsatzgerät mit LRF
Das ThermTec Hunt 635L ist die weitwinklige Ausführung der LRF-Serie: derselbe 640×512 Sensor unter 15 Millikelvin, aber hinter 35 Millimetern bei F1.0 mit 12,5 mal 10 Grad Bildfeld. Das sind 21,9 Meter auf 100 Meter, rund 40 Prozent mehr als beim 50-mm-Modell. Dazu ein Laserentfernungsmesser bis 1000 Meter.
- 21,9 m Bildfeld auf 100 Meter, passend zu niedrigen Vergrößerungen
- 640×512 unter 15 mK, 35 mm bei F1.0, Laser bis 1000 m
- Beobachtungsmodus und Nutzung als Monokular oder Vorsatzgerät
- Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden
Das Bildfeld ist bei einem Vorsatzgerät wichtiger als bei einem Zielfernrohr.
Dies ist der Punkt, an dem die Wahl zwischen 35 und 50 Millimetern entschieden wird, und er wird in Angeboten praktisch nie erklärt.
Ein Vorsatzgerät bildet 1-fach ab. Ihr Tagesglas vergrößert anschließend dieses Bild. Daraus folgt eine Bedingung, die vielen Käufern erst nach der Montage auffällt: Das Bildfeld des Vorsatzgeräts muss mindestens so groß sein wie das Sehfeld Ihres Zielfernrohrs bei der genutzten Vergrößerung. Ist es kleiner, sehen Sie einen dunklen Rand, und der nutzbare Ausschnitt schrumpft auf das, was das Vorsatzgerät liefert.
Rechnen Sie das vor dem Kauf nach. Beide Werte stehen in Metern auf 100 Meter, lassen sich also direkt vergleichen:
| Ihr Zielfernrohr bei | Typisches Sehfeld auf 100 m | Hunt 650L, 15,4 m | Hunt 635L, 21,9 m |
|---|---|---|---|
| 1,5-fach | rund 22 m | zu eng | Passt knapp. |
| 2,5-fach | rund 15 m | Passt knapp. | Passt. |
| 3-fach | rund 13,5 m | Passt. | Passt. |
| 4-fach und mehr | unter 11 m | Passt. | Passt. |
Die Werte in der zweiten Spalte sind typische Angaben für Jagdgläser gängiger Bauart; Ihr Zielfernrohr kann abweichen, und der genaue Wert steht in dessen Datenblatt unter „Sehfeld“.
Praktisch heißt das: Wer sein Tagesglas beim Einsatz des Vorsatzgeräts auf die kleinste Vergrößerung stellt, also auf 1,5- bis 2-fach, braucht dieses Modell. Wer ohnehin mit 3-fach und mehr arbeitet, kommt mit dem 50-mm-Modell aus und gewinnt dort Reichweite.
Für die Drückjagd und für bewegtes Wild ist die Entscheidung damit klar: niedrige Vergrößerung, weites Bild, dieses Gerät.
Was Sie für das weitere Bildfeld eintauschen
Die Rechnung ist symmetrisch und gehört ehrlich dazu. Beide Geräte tragen denselben Sensor; die kürzere Brennweite verteilt dasselbe Bild auf einen weiteren Winkel, und der Winkel je Bildpunkt steigt entsprechend.
| Hunt 635L, 35 mm | Hunt 650 L, 50 mm | |
|---|---|---|
| Bildfeld auf 100 m | 21,9 × 17,5 m | 15,4 × 12,3 m |
| Winkel je Bildpunkt | 0,343 mrad | 0,24 mrad |
| Entdeckung, Herstellerangabe | 1800 m | 2600 m |
| Realistische Ansprechgrenze | 180 bis 280 m | 250 bis 400 m |
Die Ansprechgrenze ist der Wert, der zählt. Sie beschreibt, bis wohin Sie Wildart und Zielbereich sicher unterscheiden, und ergibt sich aus dem Winkel je Bildpunkt: Bei 0,343 Milliradiant deckt ein Punkt auf 200 Meter 6,9 Zentimeter ab, ein Rehkörper von 70 Zentimetern wird dort von etwa zehn Punkten überspannt, und das ist die untere Schwelle. Die Entdeckungsangaben des Herstellers von 1800 und 2600 Metern beschreiben dagegen nur, wann eine Wärmequelle überhaupt im Bild erscheint.
Weites Bild gegen Reichweite, und beide Geräte kosten dasselbe an Gewicht. Die Entscheidung fällt über Ihr Revier und über die Vergrößerung, mit der Sie arbeiten.
Zwei Funktionen, die diese Baureihe mitbringt
Der Beobachtungsmodus weitet die Darstellung für das Suchen, bevor Sie an die Waffe gehen. Das klingt nach einer Nebensache und ist bei einem Vorsatzgerät keine: Ein Gerät, das Sie zum Absuchen abnehmen und in die Hand nehmen können, erspart Ihnen ein zweites Gerät.
Darauf baut die Doppelnutzung auf. Das Hunt 635L lässt sich als Monokular in der Hand oder als Vorsatzgerät an der Waffe einsetzen. Für die Praxis heißt das: Sie suchen die Fläche aus der Hand ab, und erst wenn Sie etwas gefunden haben, setzen Sie das Gerät auf das Tagesglas. Das ist nicht nur bequemer, sondern sicherer, weil die Waffe beim Suchen nicht dorthin zeigt, wohin Sie schauen.
Die KI-gestützte Kalibrierung reduziert nach Herstellerangabe die Häufigkeit des Shutter-Abgleichs. Jeder Abgleich friert das Bild kurz ein und erzeugt ein hörbares Klicken; seltenere Abgleiche bedeuten weniger Unterbrechungen im entscheidenden Moment und weniger Geräusch auf kurze Distanz.
Recht, Montage und Ausstattung
Für Jagdscheininhaber erlaubnisfrei. Das Gerät erzeugt kein eigenes Absehen; gezielt wird mit dem Absehen Ihres eingeschossenen Tagesglases. Deshalb greift die Ausnahme des § 40 Abs. 3 WaffG von der Verbotsnorm der Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG. Der Laserentfernungsmesser ist ein Messlaser und kein Zielmarkierer, wie auf der Seite des Hunt 650L ausgeführt. Die Verwendung regeln § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und Ihr Landesjagdgesetz; Einzelheiten in der Rechtsübersicht Wärmebildtechnik. Dies ist keine Rechtsberatung.
Montiert wird über einen Adapter mit M52×0,75 auf das Objektiv des Tagesglases. Der Adapter gehört nicht zum Lieferumfang und muss zum Außendurchmesser Ihres Objektivs passen. Nennen Sie uns Fabrikat und Modell Ihres Zielfernrohrs, dann nennen wir Ihnen den passenden Adapter.
Dazu 6000 Joule Rückstoßfestigkeit, ein Gewicht von rund 463 Gramm und die Ausstattung der Baureihe mit Display, Wechselakkus und Speicher.
In der Serie: Mehr Reichweite bei engerem Bild bietet das Hunt 650L. Ohne Laser führt die Hunt Pro Serie das Hunt 635 Pro mit derselben Optik, dazu Hunt 335 Pro und Hunt 650 Pro. Beide Vorsatzreihen stehen in der Hunt LRF Serie und im ThermTec Bereich; Vorsatzgeräte anderer Marken bei HIKMICRO.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauart | Vorsatzgerät ohne eigenes Absehen, auch als Monokular nutzbar |
| Sensor | 640×512, 12 µm |
| NETD | unter 15 mK |
| Objektiv | 35 mm, Blende F1.0 |
| Sichtfeld | 12,5° × 10°, 21,9 × 17,5 m auf 100 m |
| Winkel je Bildpunkt | 0,343 mrad |
| Entdeckung | bis 1800 m, Rechenwert des Herstellers |
| Realistische Ansprechgrenze | 180 bis 280 m, abgeleitet |
| Laserentfernungsmesser | bis 1000 m, Genauigkeit nicht ausgewiesen |
| Ballistikrechner | nicht vorhanden, bauartbedingt |
| Beobachtungsmodus | vorhanden |
| Kalibrierung | KI-gestützt, seltenerer Shutter-Abgleich |
| Montage | Adapter mit M52×0,75, nicht im Lieferumfang |
| Rückstoßfestigkeit | 6000 J |
| Gewicht | rund 463 g |
| Display, Akku, Speicher | Angaben der Baureihe, modellgenau offen, siehe Abschnitt 8 |
Häufige Fragen
Welches Bildfeld braucht ein Vorsatzgerät für mein Zielfernrohr?
Mindestens so viel, wie Ihr Zielfernrohr bei der genutzten Vergrößerung zeigt, sonst sehen Sie einen dunklen Rand. Beide Werte stehen in Metern auf 100 Meter und lassen sich direkt vergleichen: Das Hunt 635L liefert 21,9 Meter, das Hunt 650L 15,4 Meter. Ein Jagdglas zeigt bei 1,5-fach typischerweise rund 22 Meter, bei 2,5-fach rund 15 und bei 3-fach rund 13,5 Meter. Wer das Tagesglas beim Einsatz auf die kleinste Vergrößerung stellt, braucht dieses Modell; wer mit 3-fach und mehr arbeitet, kommt mit dem 50-mm-Gerät aus. Den genauen Wert finden Sie im Datenblatt Ihres Zielfernrohrs unter Sehfeld.
Gibt es ein ThermTec Hunt 335L?
Nein. Die Hunt LRF Serie besteht aus dem Hunt 650L mit 50 Millimetern und dem Hunt 635L mit 35 Millimetern, beide mit 640 × 512 Sensor. Ein Modell mit 384×288 und Laserentfernungsmesser führt ThermTec in dieser Reihe nicht; mit 384×288 gibt es das Hunt 335 Pro, und das hat keinen Laser. Die Verwechslung entsteht vermutlich dadurch, dass ThermTec in anderen Baureihen tatsächlich 335L-Bezeichnungen vergibt, etwa beim Ibex 335L, einem Zielfernrohr. Wenn Sie 384×288 mit 35 Millimetern suchen, ist das Hunt 335 Pro das richtige Gerät.
Wie weit kann ich mit dem Hunt 635L ansprechen?
Planen Sie 180 bis 280 Meter ein, abhängig von Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und bejagter Wildart. Grundlage ist der Winkel je Bildpunkt von 0,343 Milliradiant: Auf 200 Meter deckt ein Bildpunkt 6,9 Zentimeter ab, ein Rehkörper von 70 Zentimetern wird dort von etwa zehn Punkten überspannt, und das gilt als untere Schwelle für sicheres Unterscheiden von Wildart und Zielbereich. Die Herstellerangabe von 1800 Metern beschreibt dagegen die Entdeckung, also das bloße Erscheinen einer Wärmequelle. Das Hunt 650L mit 50 Millimetern kommt auf 250 bis 400 Meter.
Kann ich das Hunt 635L auch ohne Waffe verwenden?
Ja, es lässt sich als Monokular in der Hand führen oder als Vorsatzgerät an der Waffe einsetzen, und ein Beobachtungsmodus weitet dafür die Darstellung. Das erspart ein zweites Gerät und ist zugleich sicherer: Beim Absuchen einer Fläche aus der Hand zeigt die Waffe nicht dorthin, wohin Sie schauen, was beim Suchen durch ein montiertes Gerät unvermeidlich wäre. Der praktische Ablauf lautet deshalb: aus der Hand suchen, Stück finden und ansprechen, dann das Gerät auf das Tagesglas setzen.
Was bringt die KI-gestützte Kalibrierung?
Sie reduziert nach Herstellerangabe, wie oft der mechanische Shutter-Abgleich ausgelöst wird. Jeder Abgleich fährt eine Klappe vor den Sensor, friert das Bild für einen Moment ein und erzeugt ein hörbares Klicken. Seltenere Abgleiche bedeuten also zweierlei: weniger Unterbrechungen in dem Moment, in dem das Stück breit steht, und weniger Geräusch auf kurze Distanz, etwa an der Kirrung. Eine Zahl, um wie viel seltener kalibriert wird, nennt der Hersteller nicht; die Funktion ersetzt den Shutter nicht, sondern streckt die Abstände zwischen den Abgleichen.
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