ThermTec Vidar 360L 2.0 Wärmebild-Zielfernrohr mit LRF

2.749,00 €

Das ThermTec Vidar 360L 2.0 trägt zwei Objektive in einem Gehäuse, 20 und 60 Millimeter, umschaltbar per Knopfdruck, dazu einen Laserentfernungsmesser. Sie suchen im weiten Bild, messen die Entfernung und wechseln für den Schuss auf die lange Optik, ohne das Gerät abzusetzen.

  • 20 mm und 60 mm optisch umschaltbar, 1,8-fach und 5,5-fach
  • Laserentfernungsmesser mit ballistischer Berechnung über die App
  • 23,0 Meter Bildbreite auf 100 Meter im Weitwinkel
  • Bis 18 Stunden aus zwei Wechselzellen
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
Beschreibung

Rechtslage: warum dieses Gerät nur nach Österreich geht

Der Versand ist auf Österreich beschränkt. In der Schweiz führt das Bundesamt für Polizei Nachtsichtzielgeräte als bewilligungspflichtiges Waffenzubehör, und die Bewilligung des kantonalen Waffenbüros zielt auf Sportschützen, Sammler und Museen; für die Jagd schließt Art. 2 Bst. e der Jagdverordnung sie ohnehin aus. In Deutschland macht das eigene Absehen in Verbindung mit der Waffenmontage das Gerät nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG zur verbotenen Waffe.

Österreich kennt kein solches Verbot. Erwerb und Besitz sind zulässig, über die jagdliche Nutzung entscheidet das Landesjagdrecht. Einzelheiten auf der Vidar 2.0 Serienseite. Dies ist keine Rechtsberatung.

Zwei Objektive und ein Laser: wie das zusammenarbeitet

Der Ansatz dieses Geräts ergibt erst im Zusammenspiel Sinn. Die Dual-Optik löst ein Problem, der Laser ein zweites, und beide treten in derselben Situation auf.

Das erste Problem ist das Suchen. Mit einem 60 mm Objektiv sehen Sie auf 100 Meter einen Ausschnitt von 7,7 Metern Breite. Das reicht für den Schuss, aber nicht zum Absuchen einer Wiese: Sie tasten sich in schmalen Streifen vorwärts und verlieren die Orientierung. Das 20 mm Objektiv zeigt auf derselben Entfernung 23,0 Meter, also die dreifache Breite, und darin finden Sie ein Stück in Sekunden statt in Minuten.

Das zweite Problem ist die Entfernung. Haben Sie das Stück gefunden und auf die lange Optik gewechselt, fehlt Ihnen der Bezug. Im Dunkeln und durch ein Wärmebild verschätzt man sich regelmäßig um dreißig Prozent, und gerade die lange Optik führt zu Schüssen auf Entfernungen, bei denen das zählt. Der Laser liefert die Zahl, und darauf baut die ballistische Berechnung über die Hersteller-App auf.

Der Arbeitsablauf daraus: im Weitwinkel absuchen, Stück finden, ansprechen, Entfernung messen, auf die lange Optik umschalten, Haltepunkt nach der ballistischen Lösung korrigieren, Schuss. Alles ohne das Gerät abzusetzen und ohne ein zweites Gerät in der Hand.

Der Unterschied zum Digitalzoom ist hier entscheidend. Beim Umschalten wechselt ein zweites Objektiv in den Strahlengang, und der Sensor bekommt mehr Licht und mehr Detail. Ein Digitalzoom vergrößert nur die vorhandenen Bildpunkte, also das, was bereits da ist. Diesen echten optischen Wechsel bieten in der Reihe nur die 60er Modelle.

Die zwei Reichweiten dieses Geräts

Weil zwei Optiken verbaut sind, hat das Gerät zwei Ansprechgrenzen, und das steht auf keiner Händlerseite.

Objektiv Winkel je Bildpunkt Bildbreite auf 100 m Realistische Ansprechgrenze
20 mm 0,6 mrad 23,0 m 80 bis 130 m
60 mm 0,2 mrad 7,7 m 300 bis 450 m

Gemeint ist damit die Entfernung, auf der Sie Wildart, Stück und Zielbereich sicher unterscheiden, nicht die Entfernung, auf der eine Wärmequelle als heller Fleck erscheint. Letztere beschreibt der Herstellerwert von bis zu 3000 Metern.

Die Rechnung dahinter: Bei 0,2 Milliradiant deckt ein Bildpunkt auf 400 Meter acht Zentimeter ab, ein Rehkörper von 70 Zentimetern wird dort von etwa neun Punkten überspannt, und das ist erfahrungsgemäß die untere Schwelle. Der Laser verschiebt diese Grenze nicht. Er sagt Ihnen, wie weit es ist, nicht, was dort steht.

Weitere Ausstattung

Der Sensor misst 384×288 Bildpunkte bei 12 Mikrometern, der NETD-Wert wird mit höchstens 18 Millikelvin angegeben, siehe dazu Abschnitt 8. Sichtfeld 13,1 mal 9,9 Grad im Weitwinkel und 4,4 mal 3,3 Grad im Tele, jeweils nachgerechnet. Digitalzoom bis vierfach auf beiden Stufen.

Dazu fünf Nullungsprofile mit Auto-Zero, bis zu sieben Absehen, sechs Farbpaletten, Bild-im-Bild, ein Fokusrad oben, 64 Gigabyte Speicher, WLAN, IP67, minus 20 bis plus 50 Grad, Start in rund drei Sekunden und eine mitgelieferte 22-mm-Schiene.

In der Serie: Die zweite Dual-Optik mit großem Sensor ist das Vidar 660L 2.0, feste Objektive tragen das Vidar 335L 2.0 und das Vidar 650L 2.0. Ohne Laser gibt es dieses Modell als Vidar 360 2.0. Die Reihe steht in der Vidar 2.0 Serie, Alternativen in Ibex Serie und Oryx Serie.

Für Deutschland und die Schweiz bleiben Vorsatzgeräte wie das Hunt 635 Pro aus der Hunt Pro Serie. Alle ThermTec Geräte stehen im ThermTec Bereich, daneben führen wir HIKMICRO.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Vollintegriertes Zielfernrohr mit eigenem Absehen, Lieferung nur Österreich
Sensor 384×288, 12 µm
NETD höchstens 18 mK, Herstellerangabe, siehe Abschnitt 8
Bildrate 50 Hz
Objektive 20 mm und 60 mm, optisch umschaltbar
Grundvergrößerung 1,8-fach und 5,5-fach
Digitalzoom 1- bis 4-fach je Stufe
Sichtfeld 20 mm 13,1° × 9,9°, 23,0 × 17,3 m auf 100 m, nachgerechnet
Sichtfeld 60 mm 4,4° × 3,3°, 7,7 × 5,8 m auf 100 m, nachgerechnet
Winkel je Bildpunkt 0,6 mrad bzw. 0,2 mrad
Entdeckung bis 1000 m bzw. bis 3000 m, Rechenwerte
Laserentfernungsmesser vorhanden, Messreichweite nicht dokumentiert
Ballistikrechner ja, über die Hersteller-App, nach dem Einschießen.
Display AMOLED, 0,39 Zoll, 1024×768
Absehen bis zu 7
Nullung 5 Profile, Auto-Zero
Montage 22-mm-Schiene im Lieferumfang
Akku zwei wechselbare Zellen
Laufzeit bis 18 h, Start in 3 s
Interner Speicher 64 GB
Schutzart IP67
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Rückstoßfestigkeit für die Vidar Reihe nicht angegeben, siehe Abschnitt 8
Gewicht und Maße modellgenau nicht belegt, siehe Abschnitt 8
Garantie 24 Monate, Händlerangabe zur Reihe

Häufige Fragen

Wie arbeiten beim Vidar 360L 2.0 Dual-Optik und Laser zusammen?

In einem Ablauf, der beide Schwächen eines Einzelobjektivs aufhebt. Sie suchen im 20 mm Weitwinkel ab, der auf 100 Meter 23,0 Meter Breite zeigt und damit die dreifache Fläche der langen Optik abdeckt. Haben Sie ein Stück gefunden und angesprochen, messen Sie die Entfernung, schalten Sie per Knopfdruck auf das 60 mm Objektiv und korrigieren Sie den Haltepunkt nach der ballistischen Lösung. Das geschieht ohne Gerätewechsel und ohne Absetzen. Der Laser zählt hier besonders, weil die lange Optik zu Schüssen auf Entfernungen führt, bei denen die Geschossbahn deutlich abfällt und eine Schätzung nicht mehr genügt.

Was ist der Unterschied zwischen dem Objektivwechsel und einem Digitalzoom?

Beim Umschalten tritt ein zweites, echtes Objektiv in den Strahlengang: Der Sensor bekommt mehr Licht und mehr Bilddetail, und der Winkel je Bildpunkt sinkt von 0,6 auf 0,2 Milliradian. Ein Digitalzoom vergrößert dagegen nur die vorhandenen Bildpunkte, gewinnt also keine zusätzliche Information und macht das Bild bei hohen Faktoren grob. Beides ist hier kombinierbar: zwei optische Stufen und darauf jeweils bis zu vierfacher Digitalzoom. In Ihrem Sortiment bieten diesen echten Wechsel nur die 60er Modelle der Vidar Reihe.

Wie weit kann ich mit dem Vidar 360L 2.0 ansprechen?

Das hängt vom gewählten Objektiv ab, weshalb dieses Gerät zwei Grenzen hat. Mit dem 20 mm Weitwinkel sollten Sie mit 80 bis 130 Metern rechnen, mit dem 60 mm Tele mit 300 bis 450 Metern. Dahinter steht der Winkel je Bildpunkt: Bei 0,2 Milliradiant deckt ein Punkt auf 400 Metern acht Zentimeter ab, ein Rehkörper von 70 Zentimetern wird dort von etwa neun Punkten überspannt, und das ist die untere Schwelle für sicheres Ansprechen. Die Entdeckungsangabe von bis zu 3000 Metern beschreibt dagegen nur, wann eine Wärmequelle überhaupt als Fleck erscheint.

Brauche ich für die ballistische Berechnung ein Smartphone dabei?

Für die Einrichtung ja, für die Jagd nicht. Sie hinterlegen Montagehöhe, Geschossgewicht, Mündungsgeschwindigkeit und ballistischen Koeffizienten einmal in der ThermTec Outdoor App und spielen das Profil auf das Gerät. Entscheidend ist zweierlei: Die Waffe muss eingeschossen sein, bevor eine ballistische Lösung überhaupt etwas korrigieren kann, und die Eingabewerte müssen zu Ihrer Laborierung aus Ihrem Lauf passen, nicht zur Herstellerangabe auf der Packung. Wer hier die Packungsangabe übernimmt, bekommt eine Korrektur, die exakt aussieht und es nicht ist.

Ist dieses Zielfernrohr in Österreich erlaubt?

Ja, das österreichische Waffenrecht enthält keine der deutschen Verbotsnorm entsprechenden Regelung, und auch die Schweizer Bewilligungspflicht gibt es dort nicht. Die Schranken setzt allein das Jagdrecht der neun Bundesländer, das elektronische Zielhilfen im Grundsatz untersagt und dann Ausnahmen öffnet, meist für Schwarzwild. In Kärnten regelt das § 68 des Jagdgesetzes, im Burgenland § 95 des Jagdgesetzes 2017, in Niederösterreich § 33a der Jagdverordnung, dort zusätzlich gebunden an eine dreijährige Jagdkarte oder einen Kurs und an die schriftliche Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten. Sprechen Sie Ihren Fall vor dem Kauf mit der Landesjägerschaft durch. Dies ist keine Rechtsberatung.


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