ThermTec Hunt 650 Wärmebild-Vorsatzgerät
2.299,00 €
Das ThermTec Hunt 650 ist das Basismodell der Hunt Vorsatzgeräte: 640 × 512 Bildpunkte, 50 mm Objektiv mit manuellem Fokus, NETD unter 20 Millikelvin und ein Gehäuse aus Magnesiumlegierung. Bedient wird es wahlweise über einen Bluetooth-Fingerring mit Ladeschale. Für Jagdscheininhaber erlaubnisfrei.
- 640 × 512 bei unter 20 mK, 50 mm, Sichtfeld 15,4 m auf 100 Meter
- Magnesiumgehäuse, Bluetooth-Ringfernbedienung mit Ladeschale
- Erlaubnisfrei für Jagdscheininhaber, kein eigenes Absehen
- Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden
2 vorrätig (kann nachbestellt werden)
Wo dieses Gerät in der Hunt Familie steht
ThermTec führt die Hunt Vorsatzgeräte in drei Stufen, und diese Seite beschreibt die unterste. Der Unterschied liegt nicht in der Optik, sondern in drei anderen Punkten.
| Hunt 650 | Hunt 650 Pro | Hunt 650L | |
|---|---|---|---|
| Sensor und Objektiv | 640 × 512, 50 mm | gleich | gleich |
| Sichtfeld auf 100 m | 15,4 m | gleich | gleich |
| NETD | unter 20 mK | unter 15 mK | unter 15 mK |
| Display | 1024 × 768 | 1920 × 1080 | 1920 × 1080 |
| Akku | fest verbaut | wechselbar, zwei dabei | wechselbar, zwei dabei |
| Laserentfernungsmesser | Nein | Nein | bis 1000 m |
Der NETD-Wert beschreibt den kleinsten noch auflösbaren Temperaturunterschied. Von 20 auf 15 Millikelvin ist ein Viertel weniger, und bemerkbar macht sich das nicht bei Frost, wo ohnehin jedes Gerät dieser Klasse gut aussieht, sondern an feuchten Herbstabenden und auf nassem Boden, dessen Temperatur sich der des Wildes annähert.
Das Display wiegt bei einem Vorsatzgerät schwerer, als die Zahl vermuten lässt. Sie schauen durch zwei optische Systeme hintereinander: erst durch das Wärmebildgerät, dann durch Ihr Zielfernrohr. Jede Unschärfe des ersten wird vom zweiten mitvergrößert. 1024 mal 768 Punkte liefern ein brauchbares Bild; 1920 mal 1080 liefern ein deutlich ruhigeres, und der Unterschied fällt auf, sobald Sie das Tagesglas über 4-fach aufdrehen.
Der fest verbaute Akku ist die einschneidendste Einschränkung. Nach rund sechs Stunden ist Schluss, und geladen wird über USB-C. Auf einem Ansitz über eine lange Nacht oder bei mehrtägigen Ansätzen können Sie nicht wechseln, sondern müssen laden. Die Pro-Modelle liefern zwei Wechselakkus mit, was in der Praxis den größeren Unterschied macht als der NETD-Wert.
Optik, Reichweite und was die Zahlen bedeuten
Das 50 mm Objektiv mit manuellem Fokus erfasst 8,8 Grad, auf 100 Meter also rund 15,4 Meter Breite. Bei einem Vorsatzgerät ist diese Zahl kein Nebenwert, sondern ein Auswahlkriterium: Das Bildfeld muss mindestens so groß sein wie das Sehfeld Ihres Zielfernrohrs bei der genutzten Vergrößerung, sonst sehen Sie einen dunklen Rand. 15,4 Meter passen zu einem Glas ab etwa 2,5-fach; wer auf 1,5-fach zurückdreht und dort rund 22 Meter sieht, braucht ein 35-mm-Gerät. Die vollständige Rechnung steht in der Hunt LRF Serie.
Die Entdeckungsangabe von 2600 Metern beschreibt, wann eine Wärmequelle überhaupt im Bild erscheint, nicht wann Sie sie ansprechen können. Für das sichere Unterscheiden von Wildart und Zielbereich rechnen Sie mit 250 bis 400 Metern: Bei 12 Mikrometern Pixelabstand hinter 50 Millimetern deckt ein Bildpunkt 0,24 Milliradiant ab, also 7,2 Zentimeter auf 300 Meter, und ein Rehkörper von 70 Zentimetern wird dort von etwa zehn Punkten überspannt.
Die Bildrate liegt bei 50 Hertz, was beim Schwenken und bei bewegtem Wild ein flüssiges Bild ergibt. Einen Digitalzoom bietet das Gerät nicht, und das ist bei einem Vorsatzgerät auch unnötig: Die Vergrößerung übernimmt Ihr Tagesglas.
Recht, Gehäuse und Bedienung
Für Jagdscheininhaber erlaubnisfrei. Das Gerät erzeugt keine eigene Zielmarke; gezielt wird mit dem Absehen Ihres bereits eingeschossenen Tagesglases. Damit greift die Ausnahme des § 40 Abs. 3 WaffG: Das Verbot der Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG trifft nur Zielgeräte, die ein eigenes Absehen einblenden. Die jagdliche Verwendung richtet sich nach § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und Ihrem Landesjagdgesetz, überwiegend beschränkt auf Schwarzwild und Nachsuche; eine Übersicht gibt die Rechtsübersicht Wärmebildtechnik. Dies ist keine Rechtsberatung.
Das Gehäuse besteht aus Magnesiumlegierung, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Magnesium leitet Wärme gut ab, was der Sensorstabilität über lange Ansitzzeiten zugutekommt, und es ist bei gleicher Steifigkeit leichter als Aluminium.
Die Bluetooth-Ringfernbedienung mit eigener Ladeschale gehört zum Lieferumfang. Sie tragen den Ring am Finger der Führhand und schalten Paletten oder Aufnahme, ohne die Hand vom Vorderschaft zu nehmen. Wer schon einmal bei Minusgraden mit Handschuhen eine Taste am Gerät gesucht hat, weiß, was das wert ist. Dazu kommt die RAV-Funktion, die Videos automatisch aufzeichnet, ohne dass Sie die Aufnahme starten müssen.
Die Montage erfolgt über einen Adapter, der auf das Objektiv Ihres Tagesglases gesetzt wird. Beigelegt ist er nicht, und maßgeblich ist der Außendurchmesser Ihres Objektivs. Teilen Sie uns Fabrikat und Modell mit, dann suchen wir den passenden heraus.
Im Programm: Das kleinere Schwestermodell ist das Hunt 335. Die Nachfolgereihe führt die Hunt Pro Serie mit Hunt 635 Pro und Hunt 335 Pro, mit Laser die Hunt LRF Serie. Alles steht im ThermTec Bereich; reine Beobachtungsgeräte bei den ThermTec Monokularen.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauart | Vorsatzgerät ohne eigenes Absehen |
| Sensor | 640 × 512, 12 µm, VOx |
| NETD | unter 20 mK |
| Bildrate | 50 Hz |
| Objektiv | 50 mm, manueller Fokus, Blende nicht ausgewiesen |
| Sichtfeld | 8,8°, rund 15,4 m auf 100 m |
| Winkel je Bildpunkt | 0,24 mrad |
| Entdeckung | 2600 m, Rechenwert des Herstellers |
| Realistische Ansprechgrenze | 250 bis 400 m, abgeleitet |
| Digitalzoom | 1-fach, keiner |
| Display | 1024 × 768, OLED |
| Laserentfernungsmesser | nicht vorhanden |
| Akku | fest verbaut, nicht wechselbar, Laden über USB-C |
| Laufzeit | bis 6 h |
| Aufnahme | RAV, automatische Videoaufzeichnung |
| Fernbedienung | Bluetooth-Ring mit Ladeschale |
| Gehäuse | Magnesiumlegierung |
| Montage | Adapter, nicht im Lieferumfang |
| Gewicht | 400 oder 450 g, Quellen uneins, siehe Abschnitt 8 |
| Status | Nicht mehr lieferbar, Nachfolger Hunt 650 Pro |
Häufige Fragen
Was unterscheidet das Hunt 650 vom Hunt 650 Pro?
Drei Dinge, und die Optik gehört nicht dazu: Sensor, Objektiv, Sichtfeld und Entdeckungsreichweite sind bei beiden gleich. Der NETD-Wert liegt beim Pro bei unter 15 statt unter 20 Millikelvin, was sich an feuchten Herbstabenden bemerkbar macht, nicht bei Frost. Das Display löst beim Pro mit 1920 mal 1080 statt 1024 mal 768 Punkten auf. Und der Akku ist beim Pro wechselbar, mit zwei Stück im Lieferumfang, während dieses Gerät eine fest verbaute Zelle hat. In der Praxis ist der Akku der größte Unterschied, nicht der NETD-Wert.
Warum zählt die Displayauflösung bei einem Vorsatzgerät besonders?
Weil Sie durch zwei optische Systeme hintereinander schauen: erst durch das Wärmebildgerät, dann durch Ihr Zielfernrohr. Jede Unschärfe des ersten wird vom zweiten mitvergrößert, anders als bei einem Handgerät, bei dem Sie das Display direkt betrachten. 1024 mal 768 Punkte liefern ein brauchbares Bild, und der Unterschied zu 1920 mal 1080 fällt auf, sobald Sie das Tagesglas über 4-fach aufdrehen. Wer überwiegend mit niedriger Vergrößerung arbeitet, etwa auf Drückjagden, merkt davon wenig.
Kann ich den Akku des Hunt 650 wechseln?
Nein, die Zelle ist fest verbaut und wird über USB-C geladen; die Laufzeit liegt bei bis zu sechs Stunden. Auf einem langen Ansitz oder bei mehrtägigen Ansätzen können Sie nicht tauschen, sondern müssen nachladen, weshalb eine Powerbank zur Ausrüstung gehört. In der Hunt Pro Reihe sind die Akkus dagegen wechselbar, und zwei liegen bei. Beachten Sie bei Lagerware zusätzlich, dass Lithium-Ionen-Zellen auch ohne Nutzung altern: Fragen Sie bei einem Auslaufmodell nach dem Herstellungsdatum.
Auf welche Entfernung kann ich mit dem Hunt 650 ansprechen?
Planen Sie 250 bis 400 Meter ein, abhängig von Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und Wildart. Hergeleitet ist das aus dem Winkel je Bildpunkt von 0,24 Milliradiant: Auf 300 Meter deckt ein Bildpunkt 7,2 Zentimeter ab, und ein Rehkörper von 70 Zentimetern wird dort von etwa zehn Punkten überspannt, was als untere Schwelle für sicheres Unterscheiden gilt. Die 2600 Meter des Herstellers meinen etwas anderes, nämlich den Moment, in dem eine Wärmequelle als Fleck sichtbar wird. Beide Werte stimmen, sie beantworten verschiedene Fragen.
Ist ein Wärmebild-Vorsatzgerät in Deutschland erlaubt?
Für Inhaber eines gültigen Jagdscheins ja. Ein Vorsatzgerät erzeugt keine eigene Zielmarke, sondern wird vor das Objektiv des bereits eingeschossenen Tagesglases gesetzt; gezielt wird weiterhin mit dessen Absehen. Aus diesem Grund nimmt § 40 Abs. 3 WaffG Vorsatz- und Aufsatzgeräte von dem Verbot aus, das Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG für Zielgeräte mit eigener Zielmarke vorsieht. Über die jagdliche Nutzung entscheiden § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und das Recht Ihres Bundeslandes, das sie meist auf Schwarzwild und Nachsuche begrenzt. Dies ist keine Rechtsberatung.
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