Nocpix ACE L35 Wärmebild-Zielfernrohr
2.099,00 €
Das Nocpix ACE L35 ist der Einstieg in die ACE Reihe und mit rund 1050 Gramm das leichteste Modell. Der 384×288 Sensor sitzt hinter einem lichtstarken 35 mm Objektiv mit Blende 0,9 und arbeitet mit 60 Hertz. Erkennung bis 1800 Meter, Montage über handelsübliche 30-mm-Ringe. Einen Entfernungsmesser hat dieses Modell nicht.
- 384×288 Sensor, 12 µm, NETD unter 18 mK, 60 Hertz
- 35 mm Objektiv, Blende 0,9, gleiche Lichtstärke wie die 640er Modelle
- Kein Entfernungsmesser, Ballistikrechner dennoch an Bord
- 1050 g, leichtestes Modell der Reihe, 30-mm-Mittelrohr
- Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
3 vorrätig
Wo gespart wird und wo ausdrücklich nicht
Beim Einstiegsmodell der ACE Reihe wird an genau zwei Stellen gespart, und es lohnt sich, beide zu kennen.
Am Sensor: 384 × 288 statt der 640 × 512 der mittleren Modelle. Das sind 40 Prozent weniger Bildpunkte in der Breite, was sich beim Ansprechen auf Distanz und bei starkem Zoom bemerkbar macht.
Am NETD-Wert: unter 18 statt unter 15 mK. Gemeint ist damit die kleinste Temperaturdifferenz, die das Gerät noch als Unterschied darstellt. Bei klarer Nacht über einer Wiese fällt das kaum auf, bei feuchter Luft und geringem Kontrast zwischen Wild und Untergrund schon. Was der NETD-Wert genau aussagt, erklären wir gesondert.
Nicht gespart wird dagegen an der Blende. Das L35 trägt wie ACE H50 und ACE H50R ein Objektiv mit Blende 0,9, während das doppelt so teure ACE S60R bei 1,0 bleibt. Da die Blendenzahl im Quadrat in die Signalmenge eingeht, sammelt auch dieses Objektiv rund 23 Prozent mehr Wärmestrahlung als eine Optik mit Blende 1.0. Der schwächere Sensor bekommt damit die bestmögliche Signalgrundlage, was den NETD-Nachteil zum Teil ausgleicht.
Ebenfalls unverändert sind Bildrate mit 60 Hertz, Display mit 2560 × 2560 Punkten, Speicher mit 64 Gigabyte, Gehäuse aus T-6063 Aluminium, Schutzart IP67, sieben Einschießprofile und der vollständige Funktionsumfang der Reihe. Wer beim Einstiegsmodell ein abgespecktes Gerät erwartet, bekommt hier ein vollwertiges mit kleinerem Sensor.
Dieses Modell hat keinen Entfernungsmesser.
Das ACE L35 trägt kein R im Namen, und das bedeutet: kein eingebauter Laser-Entfernungsmesser. Der Ballistikrechner mit fünf Profilen ist vorhanden, verlangt die Entfernung aber als Eingabe.
Diese Klarstellung ist nötig, weil ein deutscher Anbieter dem Modell einen Laser bis 1200 Meter zuschreibt. Die Ursache liegt bei Nocpix selbst: Die Serienbeschreibung auf der Herstellerseite nennt pauschal „einen integrierten LRF“ für die ganze ACE Reihe, obwohl zwei der vier Modelle ohne auskommen. Ein Händler hat diesen Satz auf alle Modellseiten übernommen.
Praktisch ist das für dieses Modell weniger einschneidend als bei den größeren. Ein 384er Sensor mit 35 mm Objektiv ist auf mittlere Distanzen ausgelegt, und dort trägt die Flugbahn gängiger Jagdkaliber flach genug, dass eine geschätzte Entfernung genügt. Wer dennoch messen will, nutzt ein Handgerät aus der Vista Reihe oder greift in derselben Preisklasse zu einem Gerät mit Laser.
Sichtfeld und Reichweite
Das Sichtfeld beträgt 7,5° × 5,7°, also 13,2 × 9,9 Meter auf 100 Meter. Die Rechnung bestätigt das: 384 Bildpunkte mal 12 µm ergeben 4,61 Millimeter Sensorbreite, 288 mal 12 µm ergeben 3,46 Millimeter Höhe, hinter 35 Millimetern Brennweite genau diese Winkel.
Bemerkenswert ist der Vergleich innerhalb des Hauses: Dieselbe Sensor-Objektiv-Kombination steckt im Bolt L35R der Bolt Reihe, und beide zeigen folgerichtig dasselbe Sichtfeld. Was das ACE L35 davon unterscheidet, sind der bessere NETD-Wert, die höhere Bildrate, der doppelt so große Speicher, die sieben statt fünf Einschießprofile und das erheblich längere Recoil Activated Video.
Die Erkennungsreichweite liegt bei 1800 Metern, also deutlich unter den 2600 Metern der 50-mm-Modelle. Erfasst wird damit eine Wärmequelle; ob es sich um ein zu erlegendes Stück handelt, beurteilen Sie erst weit darunter. Die Vergrößerung reicht von 4- bis 16-fach und beginnt damit höher als bei allen anderen ACE Modellen, weil der kleine Sensor hinter 35 Millimetern einen engeren Bildwinkel erzeugt und dieser enge Winkel gerade die Vergrößerung ist. Der Zoomfaktor von vier ist zugleich der kleinste der Reihe, was sachlich begründet ist: Ein 384er Sensor verträgt weniger digitale Vergrößerung, bevor die Bildpunkte sichtbar werden.
Montage, Strom und Ausstattung
Montiert wird über ein 30-mm-Mittelrohr mit handelsüblichen Ringen, die nicht beiliegen. Nocpix führt den Durchmesser nicht in den Spezifikationen, beschreibt das Gehäuse im Handbuch aber als klassische Bauform mit 30 Millimetern, und drei deutsche Fachhändler bestätigen ihn. Da dieses Modell mit 35 Millimetern das kleinste Objektiv der Reihe trägt, sind niedrige Ringe möglich, was die Kopfhaltung angenehmer macht.
Zum Lieferumfang gehören Objektivdeckel, Augenmuschel, zwei 18650 Zellen, Ladegerät, USB-C Kabel, Trageetui mit Riemen, Reinigungstuch und Handbuch. Eine Schienenvariante dieses Modells gibt es nicht; die ACE RM Reihe führt nur die beiden größeren Geräte.
Der Strom kommt aus einem festverbauten Akku mit 4000 mAh und einer wechselbaren 18650 Zelle, von der zwei mitgeliefert werden; zusammen ergeben sich rund 7 Stunden, aus dem internen Akku allein rund 3,5 Stunden. Diese zweite Zahl nennt kein deutscher Anbieter, obwohl sie im Revier die entscheidende ist.
Zur Ausstattung gehören sieben Einschießprofile mit den Kennungen A bis G und je bis zu zehn Entfernungen zwischen 1 und 999 Metern, fünf Ballistikprofile, Recoil Activated Video mit 8 Sekunden Vorlauf und 92 Sekunden Nachlauf, sieben Farbpaletten, sieben Absehen in acht Farbkombinationen plus eines aus der App, WLAN, Bild-in-Bild und der Ultra-Clear-Modus für Regen und Nebel. Der Augenabstand beträgt 50 Millimeter, der Dioptrienbereich reicht von minus fünf bis plus fünf, die Maße betragen 350 × 90 × 62 Millimeter.
Soll die Tagoptik auf der Waffe bleiben und die Rechtsfrage aus dem ersten FAQ-Punkt gar nicht erst entstehen, führt der Weg zu den Wärmebild-Vorsatzgeräten. Alle vier Modelle stehen in der ACE Serie, das Gesamtprogramm führen Nocpix Wärmebild-Zielfernrohre und der Nocpix Bereich; aus dem Wettbewerb liegt das Pulsar Thermion 2 XQ PRO am nächsten.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Sensor | 384 × 288 |
| Pixelabstand | 12 µm |
| NETD | unter 18 mK |
| Bildrate | 60 Hz |
| Objektiv | 35 mm, Blende 0,9 |
| Vergrößerung | 4 bis 16-fach |
| Sichtfeld | 7,5° × 5,7°, 13,2 × 9,9 m auf 100 m, nachgerechnet und bestätigt |
| Erkennungsreichweite | 1800 m (Handbuch: 1970 yd) |
| Display | AMOLED 1,03 Zoll, 2560×2560 |
| Farbpaletten | 7 |
| Augenabstand | 50 mm |
| Dioptrienausgleich | −5 bis +5 dpt |
| Entfernungsmesser | nicht vorhanden, siehe Abschnitt 8 |
| Ballistikprofile | 5 plus freier Rechner, Entfernung muss eingegeben werden |
| Absehen | 7 plus 1 aus der App, 8 Farbkombinationen |
| Einschießprofile | 7, Kennungen A bis G, je bis zu 10 Entfernungen, 1 bis 999 m |
| Aufnahme | Foto und Video, Recoil Activated Video 8 s Vorlauf, 92 s Nachlauf, WLAN |
| Akku | fest verbaut 4000 mAh plus wechselbare 18650, 2 Zellen im Lieferumfang |
| Laufzeit | rund 7 h gesamt, 3,5 h nur aus dem internen Akku |
| Laden | USB-C, 5 V / 2 A |
| Rückstoß | ACE Handbuch: 6000 Joule; US-Material: 1000 g, siehe Abschnitt 8 |
| Schutzart | IP67 |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Gehäuse | T-6063 Aluminium |
| Betriebstemperatur | −20 bis +50 °C |
| Gewicht | rund 1050 g |
| Maße | 350 × 90 × 62 mm |
| Montage | 30-mm-Mittelrohr, Ringe nicht im Lieferumfang |
| Garantie | 3 Jahre Gerät, 2 Jahre Akku, 10 Jahre Detektor, laut Nocpix Garantiebestimmungen |
Häufige Fragen
Darf das Nocpix ACE L35 in Deutschland genutzt werden?
Für private Jäger nach ganz überwiegender Auffassung des deutschen Fachhandels nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung. Das Gerät erzeugt sein Absehen selbst; damit ordnet Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes ein an der Waffe geführtes Zielfernrohr den verbotenen Gegenständen zu, und § 52 WaffG erfasst schon das Innehaben. Auf § 40 Abs. 3 WaffG können sich Jagdscheininhaber nach denselben Quellen nur bei absehenfreien Bauarten berufen. Versendet wird nur an Genehmigungsinhaber sowie an Adressen in Staaten mit anderer Rechtslage. Dies ist keine Rechtsberatung.
Hat das Nocpix ACE L35 einen Entfernungsmesser?
Nein. Das fehlende R im Namen steht genau dafür. Der Ballistikrechner mit fünf Profilen ist zwar eingebaut, braucht die Entfernung aber als Eingabe. Ein deutscher Anbieter schreibt dem L35 dennoch einen Laser bis 1200 Meter zu; diese Angabe ist falsch und geht auf die Serienbeschreibung von Nocpix zurück, die pauschal von einem integrierten LRF für die ganze Reihe spricht.
Warum vergrößert das ACE L35 stärker als die teureren Modelle?
Weil ein kleiner Sensor hinter kurzer Brennweite einen engen Bildwinkel erzeugt, und dieser enge Winkel ist gerade die Vergrößerung. Das L35 beginnt bei 4-fach, die 640er Modelle bei 3-fach und das S60R bei 2-fach. Das ist kein Vorteil, sondern die Kehrseite des schmaleren Bildes: 13,2 Meter auf 100 Meter gegenüber 15,4 und 25,6 Metern bei den größeren Modellen.
Was unterscheidet das ACE L35 vom Bolt L35R?
Beide haben denselben 384×288 Sensor hinter 35 Millimetern und damit dasselbe Sichtfeld von 13,2 × 9,9 Metern auf 100 Meter. Das ACE L35 hat den besseren NETD-Wert, 60 statt 50 Hertz, 64 statt 32 Gigabyte Speicher, sieben statt fünf Einschießprofile und ein erheblich längeres Recoil Activated Video. Das Bolt L35R hat dafür einen Entfernungsmesser, den das ACE L35 nicht hat.
Welche Ringe passen auf das ACE L35?
Handelsübliche 30-mm-Ringe, die nicht zum Lieferumfang gehören. Weil das Objektiv mit 35 Millimetern das kleinste der Reihe ist, sind niedrige Ringe möglich, was eine natürlichere Kopfhaltung erlaubt als bei den 50- und 60-mm-Modellen. Eine Schienenvariante gibt es von diesem Modell nicht.
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