ThermTec Vidar 335L 2.0 Wärmebild-Zielfernrohr mit LRF

1.599,00 €

Das ThermTec Vidar 335L 2.0 ist die Laserausführung des kompakten Einstiegsmodells: 384×288 Bildpunkte hinter 35 Millimetern, 3,2-fache Vergrößerung, dazu ein Laserentfernungsmesser und der darauf aufbauende Ballistikrechner. Bis zu 18 Stunden Laufzeit.

  • Laserentfernungsmesser mit ballistischer Berechnung über die Hersteller-App
  • 35 mm, 384×288 Sensor, NETD höchstens 18 mK
  • Fünf Nullungsprofile mit Auto-Zero, bis zu sieben Absehen
  • Bis 18 Stunden aus zwei Wechselzellen, Start in 3 Sekunden
  • Versand innerhalb der EU in 48 bis 72 Stunden
Beschreibung

In Österreich sind Erwerb und Besitz zulässig; die Verwendung regelt Ihr Bundesland, überwiegend mit Ausnahmen für Schwarzwild. Einzelheiten auf der Vidar 2.0 Serienseite. Dies ist keine Rechtsberatung.

Was der Laser hier leistet, und wann er sich lohnt

Der Unterschied zur Ausführung ohne Zusatz besteht in einer Baugruppe. Das 335L misst die Entfernung, das Vidar 335 2.0 schätzt sie über eine KI-Verhältnisfunktion aus der Bildgröße eines erkannten Objekts. Eine Messung ist kein Schätzwert, und davon hängt eine zweite Funktion ab: Die ballistische Berechnung über die Hersteller-App arbeitet ausschließlich mit gemessenen Entfernungen und bleibt ohne Laser verschlossen.

Bei diesem Modell verdient die Frage eine ehrliche Antwort, denn es ist das Gerät der Reihe mit der kürzesten nutzbaren Reichweite. Das 35 mm Objektiv deckt je Bildpunkt 0,343 Millirad ab, woraus eine Ansprechgrenze von etwa 180 bis 280 Metern folgt.

Auf diesen Entfernungen fällt ein gängiges Jagdgeschoss noch wenig. Wer auf 100 Meter eingeschossen ist, liegt auf 200 Metern je nach Kaliber und Laborierung typischerweise im Bereich weniger Zentimeter unter dem Haltepunkt, also innerhalb des Wildkörpers. Der ballistische Nutzen ist hier also kleiner als bei den Modellen mit langer Optik.

Wofür der Laser dennoch taugt: für das sichere Ansprechen der Entfernung selbst, bevor Sie den Finger krümmen. Im Dunkeln verschätzt man sich regelmäßig um dreißig Prozent, und eine gemessene Zahl beantwortet auch die Frage, ob ein Stück überhaupt im sicheren Schussbereich steht und was dahinterliegt. Dieser Nutzen ist von der Geschossbahn unabhängig und gilt auf jeder Entfernung.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie überwiegend an eingemessenen Einrichtungen jagen, nehmen Sie die Ausführung ohne Laser und sparen den Aufpreis. Wenn Sie wechselnde Stände begehen oder auf Flächen jagen, die Sie nicht in Metern kennen, nehmen Sie diese.

Was der Ballistikrechner braucht, damit er stimmt

Die App verarbeitet Montagehöhe über der Laufachse, Geschossgewicht, Mündungsgeschwindigkeit, ballistischen Koeffizienten sowie Luftdruck und Temperatur. Zwei Punkte entscheiden darüber, ob das Ergebnis trägt.

Erstens muss die Waffe eingeschossen sein, bevor der Rechner nützt. Eine ballistische Lösung korrigiert gegenüber einer bekannten Nullentfernung; ohne saubere Nullung korrigiert sie gegenüber nichts. Dafür bietet das Gerät fünf Profile mit Auto-Zero: Sie geben einen Schuss ab, frieren das Bild ein und ziehen das Absehen auf das Einschussloch, statt Klicks zu zählen.

Zweitens sind die Eingabewerte Ihre Verantwortung. Die Mündungsgeschwindigkeit Ihrer Laborierung aus Ihrem Lauf weicht von der Herstellerangabe regelmäßig ab, und der ballistische Koeffizient variiert je nach Quelle. Ein Rechner mit falschen Eingaben liefert eine präzise aussehende falsche Zahl.

Optik und Ausstattung

Das 35 mm Objektiv auf 384×288 Bildpunkten erfasst 7,5 mal 5,7 Grad, auf 100 Meter also 13,2 mal 9,9 Meter, nachgerechnet aus Sensorbreite und Brennweite. Die Grundvergrößerung beträgt 3,2-fach, der Digitalzoom reicht bis vierfach. Der NETD-Wert liegt bei höchstens 18 Millikelvin, die Entdeckungsangabe bei rund 1800 Metern.

Zwei wechselbare Zellen tragen bis zu 18 Stunden, der Start dauert rund drei Sekunden. Dazu bis zu sieben Absehen, sechs Farbpaletten, Bild-im-Bild, ein Fokusrad oben am Gehäuse, 64 Gigabyte Speicher, WLAN mit Übertragung in die App, IP67, minus 20 bis plus 50 Grad und eine mitgelieferte 22-mm-Schiene.

In der Serie mit Laser: Zwei umschaltbare Objektive bietet das Vidar 360L 2.0, den großen Sensor tragen das Vidar 650L 2.0 und das Vidar 660L 2.0. Die Reihe steht vollständig in der Vidar 2.0 Serie; Alternativen mit festem Objektiv und feinerem Display führen Ibex Serie und Oryx Serie.

Für Deutschland und die Schweiz bleiben Vorsatzgeräte wie das Hunt 335 Pro aus der Hunt Pro Serie. Das vollständige Programm des Herstellers finden Sie im ThermTec Bereich; als weitere Marke führen wir HIKMICRO. Zur Rechtslage siehe die Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Vollintegriertes Zielfernrohr mit eigenem Absehen, Lieferung nur Österreich
Sensor 384 × 288, 12 µm
NETD höchstens 18 mK
Bildrate 50 Hz
Objektiv 35 mm, fest
Grundvergrößerung 3,2-fach
Digitalzoom 1- bis 4-fach, gesamt bis 12,8-fach
Sichtfeld 7,5° × 5,7°, 13,2 × 9,9 m auf 100 m, nachgerechnet
Winkel je Bildpunkt 0,343 mrad
Entdeckung rund 1800 m, Rechenwert des Herstellers
Laserentfernungsmesser vorhanden, Messreichweite nicht dokumentiert, siehe Abschnitt 8
Ballistikrechner Ja, über die Hersteller-App, nach dem Einschießen.
Display AMOLED, 0,39 Zoll, 1024×768
Absehen bis zu 7
Nullung 5 Profile, Auto-Zero
Montage 22-mm-Schiene im Lieferumfang
Akku zwei wechselbare Zellen
Laufzeit bis 18 h, Start in 3 s
Interner Speicher 64 GB
Schutzart IP67
Betriebstemperatur −20 bis +50 °C
Rückstoßfestigkeit Für die Vidar Reihe nicht angegeben, siehe Abschnitt 8
Gewicht und Maße modellgenau nicht belegt, siehe Abschnitt 8
Garantie 24 Monate, Händlerangabe zur Reihe

Häufige Fragen

Lohnt sich beim Vidar 335L 2.0 der Laser gegenüber der Ausführung ohne?

Das hängt davon ab, wie Sie jagen. Dieses Gerät spricht bis etwa 180 bis 280 Meter an, und auf diesen Entfernungen fällt ein gängiges Jagdgeschoss noch wenig: Wer auf 100 Meter eingeschossen ist, liegt auf 200 Metern meist nur wenige Zentimeter tiefer und damit innerhalb des Wildkörpers. Der ballistische Nutzen ist hier also geringer als bei den Modellen mit langer Optik. Wofür der Laser trotzdem taugt, ist das sichere Ansprechen der Entfernung selbst: Im Dunkeln verschätzt man sich leicht um dreißig Prozent, und eine gemessene Zahl beantwortet auch, ob das Stück im sicheren Schussbereich steht. Wer an eingemessenen Einrichtungen jagt, kann auf den Laser verzichten.

Was braucht der Ballistikrechner, damit er brauchbare Werte liefert?

Montagehöhe über der Laufachse, Geschossgewicht, Mündungsgeschwindigkeit, ballistischen Koeffizienten sowie Luftdruck und Temperatur. Entscheidend sind zwei Dinge: Die Waffe muss eingeschossen sein, bevor der Rechner nützt, denn eine ballistische Lösung korrigiert gegenüber einer bekannten Nullentfernung. Und die Eingabewerte müssen stimmen, insbesondere die Mündungsgeschwindigkeit Ihrer Laborierung aus Ihrem Lauf, die von der Herstellerangabe regelmäßig abweicht. Ein Rechner mit falschen Eingaben liefert eine präzise aussehende falsche Zahl.

Wie funktioniert Auto-Zero?

Statt Klicks zu zählen, geben Sie einen Schuss ab, frieren das Bild ein und ziehen das Absehen direkt auf das Einschussloch. Das Gerät speichert das Ergebnis in einem von fünf Profilen, zusammen mit Entfernung und Geschossdaten, sodass Sie zwischen mehreren Waffen oder Laborierungen wechseln können. Der Vorteil gegenüber der klassischen Klickverstellung liegt darin, dass Sie den Verstellwert je Klick nicht kennen und nicht umrechnen müssen. Auto-Zero bietet in seinem Sortiment nur die Vidar Reihe; Ibex und Oryx arbeiten mit sechs Profilen ohne diese Funktion.

Wie weit kann ich mit dem Vidar 335L 2.0 ansprechen?

Rechnen Sie mit 180 bis 280 Metern, abhängig von Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und bejagter Wildart. Der Winkel je Bildpunkt beträgt 0,343 Milliradiant, also 6,9 Zentimeter auf 200 Meter; ein Rehkörper von 70 Zentimetern wird dort von etwa zehn Punkten überspannt, und das ist erfahrungsgemäß die untere Schwelle für ein sicheres Ansprechen. Die Entdeckungsangabe von rund 1800 Metern beschreibt dagegen nur, wann eine Wärmequelle überhaupt im Bild erscheint. Der Laserentfernungsmesser ändert an dieser optischen Grenze nichts.

Ist dieses Zielfernrohr in Österreich erlaubt?

Erwerben und besitzen dürfen Sie es dort, denn eine der deutschen Verbotsnorm entsprechenden Regelung gibt es in Österreich nicht. Geregelt wird die Verwendung, und zwar jagdrechtlich auf Landesebene: Die neun Jagdgesetze untersagen elektronische Zielhilfen im Grundsatz und öffnen davon Ausnahmen, meist für Schwarzwild und oft unter Auflagen. Einschlägig sind etwa § 33a der Niederösterreichischen Jagdverordnung, § 68 des Kärntner Jagdgesetzes und § 95 des Burgenländischen Jagdgesetzes 2017, während Tirol und Vorarlberg im Kern nur die Nachsuche zulassen. Prüfen Sie Ihren Fall vor dem Kauf mit der Landesjägerschaft. Dies ist keine Rechtsberatung.

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