HIKMICRO Thunder TQ50CL 4.0 Wärmebild-Vorsatzgerät
2.899,00 €
Das HIKMICRO Thunder TQ50CL 4.0 ist das Reichweitenmodell der 640er Klasse: 640 × 512 Bildpunkte bei 12 Mikrometern hinter 50 mm bei F1.0, daraus 0,24 Milliradiant je Bildpunkt und eine Ansprechgrenze von etwa 400 Metern. Das Gehäuse baut 30 Millimeter kürzer als beim Vorgänger, was das Hebelmoment am Objektiv messbar senkt. Laser bis 1.200 Meter, 6.000 Joule, unter 12 Millikelvin.
- 0,24 mrad, Ansprechen bis rund 400 m
- 30 mm kürzeres Gehäuse als das TQ50CL 3.0
- Laser bis 1.200 m, unter 12 mK, 6.000 J
- Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden
1 vorrätig (kann nachbestellt werden)
Die 30 Millimeter, die kein Datenblatt erklärt
HIKMICRO nennt zu diesem Modell eine Angabe, die zunächst nebensächlich klingt: Das Gehäuse ist 30 Millimeter kürzer als beim TQ50CL der dritten Generation. Das ist mehr als eine Designfrage.
Das Gerät sitzt vor dem Objektiv und wirkt dort als Hebel. Das Biegemoment auf Tubus, Glas und Montage ergibt sich aus Gewicht mal Hebelarm; ein kürzeres Gehäuse rückt den Schwerpunkt näher an die Klemmstelle und senkt das Moment.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens belastet das Gerät eine ältere oder weiche Montage weniger, was der häufigste Grund für eine wandernde Treffpunktlage ist. Zweitens ändert sich die Balance der Waffe weniger stark, was beim freihändigen Schuss zählt.
Dieses Argument spricht kein Händler aus, weil es im Datenblatt zwischen zwei Zahlen steht. Mehr dazu im Beitrag Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen.
Was die 50 Millimeter bringen und was sie kosten
Der Winkel je Bildpunkt beträgt 0,24 Milliradiant, also 12 Mikrometer geteilt durch 50 Millimeter. Auf 300 Meter deckt ein Bildpunkt damit 7,2 Zentimeter ab.
Die Ansprechgrenze liegt bei etwa 250 bis 400 Metern. Gegenüber dem TQ35CL 4.0 mit 0,343 Milliradiant sind das rund 40 Prozent mehr. Die beworbenen 2.600 Meter Entdeckungsreichweite beschreiben dagegen, wann eine Wärmequelle als Fleck erscheint.
Bezahlt wird das mit Bildbreite, und hier liegt die eigentliche Entscheidung.
| TQ35CL 4.0 | TQ50CL 4.0 | |
|---|---|---|
| Objektiv | 35 mm F1,0 | 50 mm F1,0 |
| Bildfeld auf 100 m | 21,9 m | 15,4 m |
| Nutzbar ab Vergrößerung | rund 1,5-fach | rund 2,5-fach |
| Winkel je Bildpunkt | 0,343 mrad | 0,24 mrad |
| Ansprechgrenze | 180 bis 280 m | 250 bis 400 m |
| Entdeckung | 1.800 m | 2.600 m |
| Herstellerpreis | 2.689 € | 3.239 € |
Die Regel dahinter: Das Bildfeld muss mindestens so groß sein wie das Sehfeld Ihres Glases bei der genutzten Vergrößerung, sonst erscheint ein dunkler Rahmen. Ein Jagdglas zeigt bei 2,5-fach etwa 15 Meter, bei 1,5-fach rund 22.
Daraus folgt: Dieses Gerät gehört auf ein Glas, das Sie ohnehin bei 2,5-fach oder höher führen, also auf das Ansitzglas im Feldrevier, nicht auf das Drückjagdglas in der kleinsten Stufe. HIKMICRO nennt als Empfehlung Tagoptiken von 1-fach bis 15-fach, was den mechanischen Rahmen beschreibt, nicht die randfreie Nutzung. Ausführlich im Ratgeber zum Wärmebild Vorsatzgerät.
Lohnt der Wechsel von der 3.0 auf die 4.0?
Diese Frage stellt sich bei diesem Modell konkreter als bei jedem anderen, weil Sie die Vorgängerversion bei uns im Programm finden.
| TQ50CL 3.0 | TQ50CL 4.0 | |
|---|---|---|
| Sensor und Objektiv | 640 × 512, 50 mm F1.0 | gleich |
| Winkel je Bildpunkt | 0,24 mrad | gleich |
| NETD | unter 15 mK | unter 12 mK |
| Bildgebung | mit Verschluss | im Betrieb verschlusslos |
| Gehäuselänge | Basis | 30 mm kürzer |
| Rückstoßangabe | 1000 g bei 0,4 ms | 6.000 J |
| Laser | 1.000 m, ±1 m | 1.200 m |
| Preis | 2.299 € | 3.239 € |
Die Bildleistung auf Distanz ist identisch, weil Sensor, Pixelabstand und Brennweite gleich sind. Der Winkel je Bildpunkt entscheidet über die Ansprechgrenze, und er ändert sich nicht.
Was Sie für 940 Euro Aufpreis bekommen: drei Millikelvin weniger Rauschen, die verschlusslose Bildgebung, ein kürzeres Gehäuse und 200 Meter mehr Lasermessreichweite.
Unsere Einschätzung: Wer ein TQ50CL 3.0 führt, braucht den Wechsel nicht. Wer neu kauft und lange nutzen will, nimmt die 4.0; wer auf den Preis achtet, bekommt mit der 3.0 für 2.299 Euro dieselbe Reichweite.
Verschlusslose Bildgebung, Laser und Treffpunktlage
Die verschlusslose Bildgebung vermeidet die kurzen Bildstillstände, die entstehen, wenn ein mechanischer Verschluss den Sensor nachkalibriert. Beim Schuss auf bewegtes Wild zählt das. Mit einer Einschränkung, die der Hersteller selbst nennt: Ein Verschlussmodul bleibt für den Einschaltvorgang und für starke Temperaturwechsel verbaut.
Unter 12 Millikelvin wirkt bei knappem Kontrast, also auf nassem Boden und in schwülen Nächten, und kaum bei Frost. Einordnung im Beitrag zum NETD-Wert.
Der Laser sitzt in der Optik und misst bis 1.200 Meter. Bei einem Gerät, das bis 400 Meter ansprechen lässt, ist eine gemessene statt geschätzte Entfernung der eigentliche Nutzen, denn dort entscheidet sie über den Haltepunkt.
Zur Treffpunktlage nennt HIKMICRO eine Zahl: einschießfreier Aufbau, Verstellung in Schritten von 1 MOA, verbleibende Abweichung etwa 3 Zentimeter auf 100 Meter, jedes Gerät vor Versand geprüft. Neues Einschießen entfällt, ein Kontrollschuss bleibt sinnvoll.
Ausstattung, Montage und Rechtslage
An Bord: AMOLED mit 1920 × 1080, 64 GB, Wechselakku HM-3840DC mit bis zu 6 Stunden, IP67, minus 30 bis plus 50 Grad, Image Pro 4.0 und Sync Pro.
Montiert wird über HM-ADAPTER-30A bis 62A oder M52 × 0,75; welcher passt, klärt der Beitrag Adapter für Vorsatzgeräte finden. Das Okular HM-THUNDER 3.0-E macht daraus ein Handgerät.
Rechtlich zulässig in Deutschland. Vorsatzgeräte ohne eigenes Absehen dürfen Jagdscheininhaber nach § 40 Abs. 3 des Waffengesetzes erwerben und besitzen. Die jagdliche Verwendung regeln § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und das Landesrecht; Nordrhein-Westfalen nimmt Wärmebildgeräte aus, Bremen und Hamburg kennen keine Ausnahme. Österreich stellt keine waffenrechtlichen Hürden, die Schweiz verlangt eine kantonale Bewilligung und verbietet den jagdlichen Einsatz. Mehr in der Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.
Im Programm: Die Reihe steht in der Thunder 4.0 Serie, mehr Auflösung bietet das TX70CL 4.0, die Vorgängergeneration steht bei den Thermo-Clip-ons. Dazu der HIKMICRO Bereich, die ThermTec Clip-ons und die Vorsatzgeräte-Kategorie.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauart | Vorsatzgerät, 1-fach, ohne eigenes Absehen |
| Sensor | 640 × 512, 12 µm |
| NETD | unter 12 mK |
| Objektiv | 50 mm, Blende F1.0 |
| Bildfeld, gerechnet | 8,8° × 7,0°, 15,4 × 12,3 m auf 100 m |
| Nutzbar ab | rund 2,5-fache Zielfernrohrvergrößerung |
| Empfohlene Tagoptik | 1-fach bis 15-fach |
| Winkel je Bildpunkt | 0,24 mrad |
| Entdeckung | bis 2.600 m |
| Ansprechgrenze, abgeleitet | 250 bis 400 m |
| Laserentfernungsmesser | bis 1.200 m, in die Optik integriert |
| Treffpunktabweichung | etwa 3 cm auf 100 m, rund 1 MOA |
| Verstellschritte | 1 MOA |
| Display | 0,49 Zoll AMOLED, 1920 × 1080 |
| Bildgebung | im Betrieb verschlusslos, Image Pro 4.0, Sync Pro |
| Gehäuse | 30 mm kürzer als TQ50CL 3.0 |
| Akku | HM-3840DC, wechselbar |
| Laufzeit | bis 6 h |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Rückstoßfestigkeit | 6.000 J |
| Schutzart | IP67 |
| Betriebstemperatur | −30 bis +50 °C |
| Adapter | HM-ADAPTER-30A bis 62A oder M52 × 0,75 |
Herstellerangaben: Thunder 4.0 bei HIKMICRO
Häufige Fragen
Welche Vergrößerung muss mein Zielfernrohr für das TQ50CL 4.0 haben?
Mindestens etwa 2,5-fach. Das Bildfeld beträgt 15,4 Meter auf 100 Meter, und ein gängiges Jagdglas zeigt bei 2,5-facher Vergrößerung etwa 15 Meter Sehfeld. Führen Sie das Glas kleiner, erscheint ein dunkler Rahmen und nutzbare Bildfläche geht verloren. Auf ein Drückjagdglas, das Sie bei 1,5-fach betreiben, passt besser das TQ35CL 4.0 mit 21,9 Metern. Die vom Hersteller genannte Empfehlung von 1-fach bis 15-fach beschreibt den mechanischen Rahmen, nicht die randfreie Nutzung.
Lohnt der Aufpreis gegenüber dem TQ50CL 3.0?
Für die Reichweite nicht. Sensor, Pixelabstand und Brennweite sind identisch, der Winkel je Bildpunkt bleibt bei 0,24 Milliradiant, und damit liegt die Ansprechgrenze bei beiden Geräten zwischen 250 und 400 Metern. Die 940 Euro Aufpreis kaufen drei Millikelvin weniger Rauschen, die verschlusslose Bildgebung, ein um 30 Millimeter kürzeres Gehäuse und 200 Meter mehr Lasermessreichweite. Wer neu kauft und lange nutzen will, nimmt die 4.0; wer auf den Preis achtet, fährt mit der 3.0 für 2.299 Euro gut.
Was bringt das kürzere Gehäuse praktisch?
Ein geringeres Biegemoment auf Objektiv, Zielfernrohr und Montage. Ein Vorsatzgerät sitzt vor dem Objektiv und wirkt dort als Hebel; das Moment ergibt sich aus Gewicht mal Hebelarm. Rückt der Schwerpunkt um 30 Millimeter näher an die Klemmstelle, sinkt das Moment entsprechend. Daraus folgt zweierlei: Eine ältere oder weiche Montage wird weniger belastet, was wandernde Treffpunktlagen vermeidet, und die Balance der Waffe verändert sich weniger, was beim freihändigen Schuss zählt.
Muss ich das TQ50CL 4.0 einschießen?
Nein. Das Gerät vergrößert optisch 1-fach und verändert die Blickrichtung Ihres Zielfernrohrs nicht; gezielt wird weiterhin mit seinem Absehen. HIKMICRO beschreibt den Aufbau als einschießfrei, verstellt in Schritten von 1 MOA und gibt die verbleibende Abweichung mit etwa drei Zentimetern auf 100 Meter an. Prüfen Sie die Treffpunktlage dennoch einmal nach der ersten Montage, weil jede Adapterverbindung ein Restspiel mitbringt, und lassen Sie den Digitalzoom beim Schuss aus, wenn Sie mit Haltepunkten arbeiten.
Für welches Revier ist dieses Gerät gemacht?
Für Feldreviere, offene Flächen und alles, wo Sie regelmäßig jenseits von 250 Metern ansprechen. Mit 0,24 Milliradiant je Bildpunkt reicht die Ansprechdistanz bis etwa 400 Meter, rund 40 Prozent weiter als bei der 35-Millimeter-Variante. Im Wald und auf der Drückjagd ist es die falsche Wahl, weil das Bildfeld von 15,4 Metern eine Zielfernrohrvergrößerung von 2,5-fach erzwingt und Sie damit genau die Übersicht verlieren, auf die es dort ankommt.
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