HIKMICRO Thunder TX70CL 4.0 Wärmebild-Vorsatzgerät
4.399,00 €
Das HIKMICRO Thunder TX70CL 4.0 ist das erste Vorsatzgerät, das zwei Dinge gleichzeitig kann, die sich bisher ausschlossen: 22 Meter Bildfeld auf 100 Meter, also nutzbar ab rund 1,5-facher Zielfernrohrvergrößerung, und 0,171 Milliradiant je Bildpunkt, also Ansprechen bis etwa 580 Meter. Möglich macht das der X-1280 Sensor mit 1.280 × 1.024 Bildpunkten bei unter 12 Millikelvin.
- 22 m Bildfeld und 0,171 mrad in einem Gerät
- Ansprechen bis rund 580 m, Entdeckung bis 3.500 m
- Laser bis 1.200 m, 6.000 J, unter 12 mK
- Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden
2 vorrätig
Warum dieses Gerät eine alte Regel bricht
Bei Vorsatzgeräten galt bisher ein Tauschhandel ohne Ausweg: Wer Reichweite wollte, nahm 50 Millimeter Brennweite und verlor Bildbreite. Wer Bildbreite wollte, nahm 35 Millimeter und verlor Reichweite.
Das TX70CL 4.0 hebt diesen Tauschhandel auf. Sehen Sie die drei Modelle der Serie nebeneinander:
| TQ35CL 4.0 | TQ50CL 4.0 | TX70CL 4.0 | |
|---|---|---|---|
| Sensor | 640 × 512 | 640 × 512 | 1.280 × 1.024 |
| Objektiv | 35 mm F1,0 | 50 mm F1,0 | 70 mm F1,3 |
| Bildfeld auf 100 m | 21,9 m | 15,4 m | 22,0 m |
| Nutzbar ab | 1,5-fach | 2,5-fach | 1,5-fach |
| Winkel je Bildpunkt | 0,343 mrad | 0,24 mrad | 0,171 mrad |
| Ansprechgrenze | 180 bis 280 m | 250 bis 400 m | 380 bis 580 m |
| Entdeckung | 1.800 m | 2.600 m | 3.500 m |
Lesen Sie die Zeilen „Bildfeld“ und „Winkel je Bildpunkt“ gemeinsam. Das TX70CL hat die längste Brennweite der Serie und liefert trotzdem das breiteste Bild, und es löst dabei doppelt so fein auf wie das 35-Millimeter-Modell.
Der Grund liegt im Sensor. Bei 12 Mikrometern Pixelabstand misst ein Sensor mit 1.280 Bildpunkten 15,36 Millimeter in der Breite, einer mit 640 nur 7,68 Millimeter, also die Hälfte. Die Brennweite steigt dagegen nur von 35 auf 70 Millimeter, also aufs Doppelte. Weil das Bildfeld aus dem Verhältnis beider Größen folgt, bleibt es gleich, obwohl sich die Brennweite verdoppelt.
Für den Winkel je Bildpunkt gilt das nicht. Er hängt allein an Pixelabstand und Brennweite: 12 Mikrometer durch 70 Millimeter ergeben 0,171 Milliradian. Gegenüber 0,343 beim 35-Millimeter-Modell ist das genau die Hälfte.
Praktisch heißt das: Auf 400 Metern deckt ein Bildpunkt 6,8 Zentimeter ab, ein Rehkörper belegt dort noch rund zehn Punkte. Daraus folgt eine Ansprechgrenze von etwa 380 bis 580 Metern, je nach Witterung und Freistand.
Was das für Ihr Zielfernrohr bedeutet
Bei einem Vorsatzgerät entscheidet eine Regel über die Eignung: Das Bildfeld des Geräts muss mindestens so groß sein wie das Sehfeld Ihres Glases bei der genutzten Vergrößerung, sonst erscheint ein dunkler Rahmen.
Zur Orientierung: rund 22 Meter Sehfeld bei 1,5-fach, etwa 15 Meter bei 2,5-fach.
Mit 22,0 Metern arbeitet das TX70CL bereits ab rund 1,5-fach randfrei. Das ist der eigentliche Umbruch: Bisher musste jeder, der jenseits von 400 Metern ansprechen wollte, ein 50-Millimeter-Gerät nehmen und dafür sein Glas auf 2,5-fach oder höher stellen. Hier entfällt diese Bedingung. HIKMICRO nennt als Rahmen Tagoptiken von 1-fach bis 15-fach. Ausführlich zur Regel im Pillar-Ratgeber zum Wärmebild Vorsatzgerät.
Was die 70 Millimeter kosten
Zwei Nachteile gehören dazu, und beide sind messbar.
Erstens die Blende. F1.3 statt F1.0 bedeutet rund 41 Prozent weniger Infrarotstrahlung auf dem Sensor, weil der Blendenwert quadratisch in die Signalstärke eingeht. Bei einem Objektiv von 70 Millimetern aus Germanium ist F1.0 nicht bezahlbar.
Unter 12 Millikelvin fängt einen Teil davon auf, aber nicht alles; spürbar bleibt es bei knappem Kontrast. Einordnung im Beitrag zum NETD-Wert.
Zweitens der Preis. 4.859 Euro sind 2.170 Euro mehr als das TQ35CL 4.0 und 1.620 Euro mehr als das TQ50CL 4.0. Das ist der höchste Preis für ein Vorsatzgerät in unserem gesamten Sortiment.
Wer das braucht: Feldrevier und Gebirge, jenseits von 400 Metern, und trotzdem kleine Vergrößerung. Wer nicht: jeder unter 280 Metern, denn dort leistet das TQ35CL 4.0 für 2.170 Euro weniger dasselbe.
Die Laufzeit ist kürzer, nämlich fünf statt sechs Stunden, was auf die größere Sensorfläche und deren Auslesung zurückgeht.
Laser, Treffpunktlage und verschlusslose Bildgebung
Der Laser sitzt in der Optik und misst bis 1.200 Meter. Bei 580 Metern Ansprechgrenze ist das passend bemessen, denn weiter draußen könnten Sie ohnehin nicht mehr sicher ansprechen.
Zur Treffpunktlage nennt HIKMICRO Zahlen. Der Aufbau ist als einschießfrei beschrieben, verstellt wird in Schritten von 1 MOA, und die verbleibende Abweichung gibt der Hersteller mit etwa 3 Zentimetern auf 100 Meter an. Jedes Gerät wird vor dem Versand geprüft. Das Kontrollprotokoll steht im Beitrag Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen.
Die verschlusslose Bildgebung vermeidet die kurzen Bildstillstände einer Verschlusskalibrierung. Der Hersteller nennt dazu eine Einschränkung: Ein Verschlussmodul bleibt für den Einschaltvorgang und starke Temperaturwechsel verbaut.
Ausstattung, Montage und Rechtslage
An Bord: AMOLED mit 1920 × 1080 auf 0,49 Zoll, 64 Gigabyte, Wechselakku HM-3840DC mit 5 Stunden, IP67, minus 30 bis plus 50 Grad, 6.000 Joule Rückstoßfestigkeit, Image Pro 4.0 und Sync Pro.
Montiert wird über HM-ADAPTER-30A bis 62A oder einen Klemmadapter mit M52 × 0,75. Details im Beitrag Adapter für Vorsatzgeräte finden.
In Deutschland zulässig. Für Vorsatzgeräte ohne eigenes Absehen greift bei Jagdscheininhabern die Ausnahme des § 40 Abs. 3 des Waffengesetzes, womit Erwerb und Besitz erlaubt sind. Über die Verwendung bei der Jagd entscheiden § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und das jeweilige Landesrecht, wobei Nordrhein-Westfalen Wärmebildgeräte ausschließt und Bremen sowie Hamburg keine Ausnahme kennen. In Österreich gibt es keine waffenrechtliche Hürde; die Schweiz verlangt eine kantonale Bewilligung und untersagt den Einsatz bei der Jagd. Einzelheiten in der Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.
Im Programm: Die Reihe steht in der Thunder 4.0 Serie, der Vorgängergeneration bei den Thermo-Clip-ons, dem Markenprogramm im HIKMICRO Bereich. Vorsatzgeräte anderer Marken führen die ThermTec Clip-ons und die Vorsatzgeräte-Kategorie. Zielfernrohre mit demselben Sensor stehen in der Stellar 4.0 Serie.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauart | Vorsatzgerät, 1-fach, ohne eigenes Absehen |
| Sensor | 1.280 × 1.024, 12 µm, X-1280 |
| NETD | unter 12 mK |
| Objektiv | 70 mm, Blende F1.3 |
| Bildfeld, gerechnet | 12,5° × 10,0°, 22,0 × 17,6 m auf 100 m |
| Nutzbar ab | rund 1,5-fache Zielfernrohrvergrößerung |
| Empfohlene Tagoptik | 1-fach bis 15-fach |
| Winkel je Bildpunkt | 0,171 mrad |
| Entdeckung | bis 3.500 m |
| Ansprechgrenze, abgeleitet | 380 bis 580 m |
| Laserentfernungsmesser | bis 1.200 m, in die Optik integriert |
| Treffpunktabweichung | etwa 3 cm auf 100 m, rund 1 MOA |
| Verstellschritte | 1 MOA |
| Display | 0,49 Zoll AMOLED, 1920 × 1080 |
| Bildgebung | im Betrieb verschlusslos, Image Pro 4.0, Sync Pro |
| Akku | HM-3840DC, wechselbar |
| Laufzeit | 5 h |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Rückstoßfestigkeit | 6.000 J |
| Schutzart | IP67 |
| Betriebstemperatur | −30 bis +50 °C |
| Adapter | HM-ADAPTER-30 A bis 62 A oder M52 × 0,75 |
Herstellerangaben: THUNDER 4.0 Produktseite
Häufige Fragen
Wie kann ein 70-mm-Gerät breiter sehen als ein 35-mm-Gerät?
Weil der Sensor stärker wächst als die Brennweite. Bei 12 Mikrometern Pixelabstand ist ein Sensor mit 1.280 Bildpunkten 15,36 Millimeter breit, einer mit 640 nur 7,68, also halb so groß. Die Brennweite verdoppelt sich von 35 auf 70 Millimeter. Weil das Bildfeld aus dem Verhältnis von Sensorbreite zu Brennweite folgt, bleibt es nahezu gleich, nämlich 22,0 gegenüber 21,9 Metern auf 100 Meter. Der Winkel je Bildpunkt halbiert sich dagegen auf 0,171 Milliradian, weil er allein vom Pixelabstand und der Brennweite abhängt.
Auf welche Entfernung kann ich mit dem TX70CL 4.0 ansprechen?
Auf etwa 380 bis 580 Meter. Bei 0,171 Milliradiant je Bildpunkt deckt ein Punkt auf 400 Meter 6,8 Zentimeter ab, womit ein Rehkörper dort noch rund zehn Punkte breit erscheint. Das genügt für Haltung und Umriss. Die beworbenen 3.500 Meter Entdeckungsreichweite beschreiben etwas anderes, nämlich wann eine Wärmequelle überhaupt als heller Fleck im Bild auftaucht; zwischen beiden Werten liegt etwa der Faktor sieben.
Passt das TX70CL 4.0 auf ein Drückjagdglas?
Ja, und das ist das Besondere daran. Mit 22,0 Metern Bildfeld arbeitet es ab rund 1,5-facher Vergrößerung randfrei, also in der kleinsten Stufe gängiger Drückjagdgläser. Bisher musste man für Ansprechdistanzen jenseits von 400 Metern ein 50-Millimeter-Gerät nehmen und das Glas auf mindestens 2,5-fach stellen. Diese Bedingung entfällt hier. Mechanisch nennt der Hersteller Tagoptiken von 1-fach bis 15-fach als Rahmen.
Was kostet die Blende F1.3 im Vergleich zu F1.0?
Rund 41 Prozent weniger Infrarotstrahlung auf dem Sensor, denn der Blendenwert geht quadratisch in die Signalstärke ein. Bemerkbar wird das bei knappem Kontrast, also auf nassem Boden nach Regen und in schwülen Spätsommernächten; bei Frost und klarer Luft sehen Sie davon nichts. Die niedrige Rauschkennzahl von unter 12 Millikelvin fängt einen Teil des Nachteils auf. Der Grund für F1.3 ist die Physik: Eine Germaniumlinse mit 70 Millimetern bei F1.0 wäre nicht bezahlbar.
Lohnt der Aufpreis von 2.170 Euro gegenüber dem TQ35CL 4.0?
Nur bei entsprechenden Entfernungen. Beide Geräte zeigen praktisch dasselbe Bildfeld und arbeiten ab 1,5-facher Vergrößerung, aber das TX70CL löst doppelt so fein auf und verdoppelt damit die Ansprechdistanz von rund 280 auf rund 580 Meter. Wer im offenen Feldrevier oder im Gebirge jagt, nutzt das aus. Wer unter 280 Metern bleibt, bekommt beim TQ35CL 4.0 dasselbe Bildfeld, die lichtstärkere Blende F1.0 und eine Stunde mehr Laufzeit, und das für 2.170 Euro weniger.
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