HIKMICRO Thunder TQ35CL 4.0 Wärmebild-Vorsatzgerät

2.399,00 €

Das HIKMICRO Thunder TQ35CL 4.0 ist das Einstiegsmodell der im Oktober 2026 vorgestellten Thunder 4.0 Generation: 640 × 512 Bildpunkte bei 12 Mikrometern, 35 mm bei F1.0 und unter 12 Millikelvin. Mit 21,9 Metern Bildfeld arbeitet es bereits ab etwa 1,5-facher Zielfernrohrvergrößerung randfrei. Dazu kommen ein in die Optik integrierter Laser bis 1.200 Meter und 6.000 Joule Rückstoßfestigkeit.

  • unter 12 mK, niedrigster Wert im HIKMICRO Programm
  • 21,9 m Bildfeld, nutzbar ab rund 1,5-fach
  • Laser bis 1.200 m in der Optik, 6.000 J
  • Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden

2 vorrätig (kann nachbestellt werden)

Beschreibung

Was die 4.0 Generation gegenüber der 3.0 ändert

Die Thunder 3.0 ist nicht veraltet, und das TQ35CL 4.0 ersetzt sie nicht einfach. Vier Punkte sind neu.

THUNDER TQ35C 3.0 THUNDER TQ35CL 4.0
NETD unter 15 mK unter 12 mK
Laserentfernungsmesser nur in der CL-Version serienmäßig, in der Optik
Bildgebung mit Verschluss verschlusslos im Betrieb
Display 0,49 Zoll, 1920 × 1080 gleich
Rückstoßfestigkeit 1000 g bei 0,4 ms 6.000 J

Die verschlusslose Bildgebung ist die auffälligste Neuerung. Herkömmliche Wärmebildgeräte schließen in Abständen einen mechanischen Verschluss, um den Sensor nachzukalibrieren, und das Bild steht dabei kurz still. Das HIKMICRO Shutterless Image System vermeidet das im laufenden Betrieb.

Mit einer Einschränkung, die der Hersteller selbst nennt: Ein Verschlussmodul ist weiterhin verbaut, und zwar für den Einschaltvorgang und für starke Temperaturwechsel. Verschlusslos heißt also im Betrieb verschlusslos, nicht bauartbedingt ohne Verschluss. Wir schreiben das so, weil die Werbung in diesem Punkt gelegentlich weiter geht als das Datenblatt.

Unter 12 Millikelvin ist der niedrigste Wert, den HIKMICRO ausweist. Er wirkt bei knappem Kontrast, also auf nassem Boden und in schwülen Nächten, und kaum bei Frost. Einordnung im Beitrag zum NETD-Wert.

Bildfeld: Warum dieses Modell zu Drückjagdgläsern passt

Bei einem Vorsatzgerät entscheidet eine Regel über die Eignung, und sie steht auf kaum einer Produktseite.

Das Bildfeld des Geräts muss mindestens so groß sein wie das Sehfeld Ihres Zielfernrohrs bei der genutzten Vergrößerung. Sonst erscheint ein dunkler Rahmen, und nutzbare Bildfläche geht verloren.

Das TQ35CL 4.0 liefert 21,9 mal 17,6 Meter auf 100 Meter, gerechnet aus 12,5 mal 10,0 Grad. Ein gängiges Jagdglas zeigt bei 1,5-facher Vergrößerung rund 22 Meter, bei 2,5-facher etwa 15 Meter.

Daraus folgt: Dieses Gerät arbeitet bereits ab etwa 1,5-fach randfrei und passt damit zu jedem Drückjagdglas in dessen kleinster Stufe. HIKMICRO nennt als Empfehlung Tagoptiken von 1-fach bis 15-fach. Die Regel erklären wir ausführlich im Pillar-Ratgeber zum Wärmebild Vorsatzgerät.

Reichweite: 0,343 Milliradiant und was daraus folgt

Der Winkel je Bildpunkt beträgt 0,343 Milliradiant, also 12 Mikrometer geteilt durch 35 Millimeter Brennweite. Auf 200 Meter deckt ein Bildpunkt damit 6,9 Zentimeter ab.

Daraus ergibt sich eine Ansprechgrenze von etwa 180 bis 280 Metern. Ein Rehkörper von rund 70 Zentimetern erscheint auf 200 Meter noch etwa zehn Bildpunkte breit, was für Haltung und Umriss ausreicht.

Die beworbene Entdeckungsreichweite von 1.800 Metern beschreibt dagegen, wann eine Wärmequelle überhaupt als Fleck sichtbar wird. Zwischen beiden Werten liegt etwa der Faktor sieben.

Wer weiter ansprechen will, nimmt das THUNDER TQ50CL 4.0 mit 0,24 Milliradiant oder das TX70CL 4.0 mit 0,171 Milliradiant.

Laser, Treffpunktlage und Montage

Der Laserentfernungsmesser sitzt in der Optik und misst bis 1.200 Meter. Rechtlich ist das Modul unbedenklich: Ein Messlaser sendet einen unsichtbaren Impuls und zeigt das Ergebnis im Display; ein Leuchtpunkt im Ziel entsteht dabei nicht.

Zur Treffpunktlage nennt HIKMICRO eine konkrete Zahl. Der Hersteller beschreibt den Aufbau als einschießfrei, arbeitet mit Verstellschritten von 1 MOA und gibt die verbleibende Abweichung mit etwa 3 Zentimetern auf 100 Meter an, was ungefähr 1 MOA entspricht. Jedes Gerät wird vor dem Versand geprüft.

Das ist eine ehrliche Angabe, und sie ist nützlich. Ein Vorsatzgerät vergrößert 1-fach und verändert die Blickrichtung Ihres Glases nicht, weshalb neues Einschießen entfällt. Ein Kontrollschuss bleibt sinnvoll, und drei Zentimeter sind der Wert, mit dem Sie rechnen dürfen. Das Protokoll dazu steht im Beitrag Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen.

Montiert wird über die Adapterreihe HM-ADAPTER-30A bis 62A des Herstellers, deren Zahl dem Außendurchmesser Ihres Objektivgehäuses in Millimetern entspricht. Alternativ passen Klemmadapter mit M52 × 0,75. Welcher der richtige ist, klärt der Beitrag Adapter für Vorsatzgeräte finden.

Mit dem Okular HM-THUNDER 3.0-E lässt sich das Gerät zum Handgerät umbauen.

Ausstattung und Rechtslage

An Bord: AMOLED-Display mit 1920 × 1080 auf 0,49 Zoll, 64 Gigabyte Speicher, wechselbarer Akku HM-3840DC mit bis zu sechs Stunden, IP67, Betriebsbereich minus 30 bis plus 55 Grad, Image Pro 4.0 als Bildverarbeitung und Sync Pro für die Bedienreaktion.

Rechtlich zulässig in Deutschland. Ein Vorsatzgerät ohne eigenes Absehen dürfen Inhaber eines gültigen Jagdscheins nach § 40 Abs. 3 des Waffengesetzes erwerben und besitzen. Die Verwendung bei der Jagd richtet sich nach § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG und Ihrem Landesjagdgesetz; vierzehn Bundesländer haben sie für Schwarzwild freigegeben, Nordrhein-Westfalen nimmt Wärmebildgeräte aus, Bremen und Hamburg kennen keine Ausnahme. In Österreich bestehen keine waffenrechtlichen Hürden, in der Schweiz ist der Erwerb bewilligungspflichtig und der jagdliche Einsatz untersagt. Einzelheiten in der Rechtsübersicht Wärmebildtechnik.

Im Programm: Die ganze Reihe steht in der Thunder 4.0 Serie, die Vorgängergeneration bei den Thermo-Clip-ons, das Markenprogramm im HIKMICRO Bereich. Vorsatzgeräte anderer Marken führen die ThermTec Clip-ons und die markenübergreifende Vorsatzgeräte-Kategorie.

Technische Daten

Merkmal Wert
Bauart Vorsatzgerät, 1-fach, ohne eigenes Absehen
Sensor 640 × 512, 12 µm
NETD unter 12 mK
Objektiv 35 mm, Blende F1.0
Bildfeld, gerechnet 12,5° × 10,0°, 21,9 × 17,6 m auf 100 m
Nutzbar ab rund 1,5-fache Zielfernrohrvergrößerung
Empfohlene Tagoptik 1-fach bis 15-fach
Winkel je Bildpunkt 0,343 mrad
Entdeckung bis 1.800 m
Ansprechgrenze, abgeleitet 180 bis 280 m
Laserentfernungsmesser bis 1.200 m, in die Optik integriert
Treffpunktabweichung etwa 3 cm auf 100 m, rund 1 MOA, Herstellerangabe
Verstellschritte 1 MOA
Display 0,49 Zoll AMOLED, 1920 × 1080
Bildgebung im Betrieb verschlusslos, Image Pro 4.0, Sync Pro
Akku HM-3840DC, wechselbar
Laufzeit bis 6 h
Interner Speicher 64 GB
Rückstoßfestigkeit 6.000 J
Schutzart IP67
Betriebstemperatur −30 bis +55 °C
Adapter HM-ADAPTER-30A bis 62 A oder M52 × 0,75
Okular für Handbetrieb HM-THUNDER 3.0-E

Herstellerangaben: HIKMICRO THUNDER 4.0


Häufige Fragen

Passt das Thunder TQ35CL 4.0 zu meinem Drückjagdglas?

Ja, und das ist seine Stärke. Mit 21,9 Metern Bildfeld auf 100 Meter arbeitet es bereits ab etwa 1,5-facher Vergrößerung randfrei, also in der kleinsten Stufe gängiger Drückjagdgläser. HIKMICRO empfiehlt Tagoptiken von 1-fach bis 15-fach. Die Regel dahinter: Das Bildfeld des Vorsatzgeräts muss mindestens so groß sein wie das Sehfeld Ihres Glases bei der genutzten Vergrößerung, sonst erscheint ein dunkler Rahmen. Geräte mit 50 Millimetern Brennweite liefern nur 15,4 Meter und verlangen 2,5-fach.

Muss ich mit dem TQ35CL 4.0 neu einschießen?

Nein. Das Gerät vergrößert optisch 1-fach und verändert die Blickrichtung Ihres Zielfernrohrs nicht; gezielt wird weiterhin mit dessen Absehen. HIKMICRO beschreibt den Aufbau ausdrücklich als einschießfrei und nennt eine verbleibende Abweichung von etwa drei Zentimetern auf 100 Meter, was rund 1 MOA entspricht; die Verstellung erfolgt in Schritten von 1 MOA. Ein Kontrollschuss nach der ersten Montage bleibt dennoch sinnvoll, weil jede Adapterverbindung ein Restspiel hat.

Was bedeutet verschlusslose Bildgebung genau?

Herkömmliche Wärmebildgeräte schließen regelmäßig einen mechanischen Verschluss, um den Sensor nachzukalibrieren, und das Bild steht dabei kurz still. Das HIKMICRO Shutterless Image System vermeidet das im laufenden Betrieb. Wichtig ist eine Einschränkung, die der Hersteller selbst nennt: Ein Verschlussmodul bleibt verbaut, und zwar für den Einschaltvorgang und für starke Temperaturwechsel. Verschlusslos heißt also im Betrieb verschlusslos und nicht bauartbedingt ohne Verschluss.

Auf welche Entfernung kann ich mit dem TQ35CL 4.0 ansprechen?

Auf etwa 180 bis 280 Meter. Die Rechnung: 12 Mikrometer Pixelabstand geteilt durch 35 Millimeter Brennweite ergeben 0,343 Milliradiant je Bildpunkt, also 6,9 Zentimeter auf 200 Meter. Damit belegt ein Rehkörper dort etwa zehn Punkte in der Breite, genug für Haltung und Umriss. Die Herstellerangabe von 1.800 Metern betrifft das Entdecken einer Wärmequelle als Fleck. Für größere Entfernungen gibt es das TQ50CL 4.0 und das TX70CL 4.0.

Darf ich das Gerät in Deutschland bei der Jagd nutzen?

Erwerb und Besitz sind für Jagdscheininhaber nach § 40 Abs. 3 WaffG zulässig, weil das Gerät kein eigenes Absehen trägt. Die jagdliche Verwendung ist davon zu trennen und richtet sich nach § 19 Abs. 1 Nr. 5a BJagdG sowie Ihrem Landesjagdgesetz. Vierzehn Bundesländer haben Ausnahmen für Schwarzwild erlassen, Nordrhein-Westfalen nimmt Wärmebildgeräte ausdrücklich aus, und Bremen sowie Hamburg kennen keine Ausnahme. Dies ist eine allgemeine Einordnung und kein Rechtsrat.

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