HIKMICRO Stellar SX75L 4.0 Wärmebild-Zielfernrohr
6.299,00 €
Das HIKMICRO Stellar SX75L 4.0 ist das Spitzenmodell der Stellar 4.0 Generation und unser erstes Gerät mit 1.280 × 1.024 Bildpunkten. Hinter dem 75 mm Objektiv bei F1.2 ergibt das 0,16 Milliradiant je Bildpunkt, den feinsten Wert unseres Sortiments. Dazu kommen unter 12 Millikelvin, ein Laser bis 1.200 Meter und 6.000 Joule Rückstoßfestigkeit.
- 0,16 mrad je Bildpunkt, Ansprechen bis rund 600 m
- 20,5 m Bildfeld auf 100 m trotz 75 mm Brennweite
- Entdeckung bis 3.600 m, Laser bis 1.200 m
- Lieferung in ganz Europa in 48 bis 72 Stunden
2 vorrätig (kann nachbestellt werden)
In Deutschland ist ein Wärmebildzielfernrohr mit eigenem Absehen und Waffenmontage nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 des Waffengesetzes eine verbotene Waffe; § 52 WaffG stellt den Besitz unter Strafe. Die Ausnahme nach § 40 Abs. 3 WaffG erfasst nur Vorsatzgeräte ohne eigenes Absehen.
In Österreich besteht kein waffenrechtliches Verbot. Erwerb und Besitz sind zulässig, und über die jagdliche Verwendung entscheiden die Bundesländer; mehrere haben sie für Schwarzwild freigegeben, Tirol und Vorarlberg beschränken sie auf die Nachsuche.
In der Schweiz gilt Nachtzieltechnik als verbotenes Waffenzubehör, der Erwerb verlangt eine kantonale Ausnahmebewilligung, und die jagdliche Nutzung ist untersagt.
Dieser Abschnitt ordnet die Lage allgemein ein und ersetzt keinen Rechtsrat. Die Einzelheiten je Land stehen in unserer Rechtsübersicht Wärmebildtechnik. Für Deutschland führen wir Vorsatzgeräte, etwa aus der HIKMICRO THUNDER 3.0 Serie.
Der Punkt, der dieses Gerät vom SQ50L unterscheidet
Hier wird eine Regel sichtbar, die im Markt fast immer falsch dargestellt wird. Vergleichen wir die beiden Modelle der Serie:
| Stellar SQ50L 4.0 | Stellar SX75L 4.0 | |
|---|---|---|
| Sensor | 640 × 512 | 1.280 × 1.024 |
| Pixelabstand | 12 µm | 12 µm |
| Objektiv | 50 mm, F1.0 | 75 mm, F1.2 |
| Bildfeld auf 100 m | 15,4 × 12,3 m | 20,5 × 16,4 m |
| Winkel je Bildpunkt | 0,24 mrad | 0,16 mrad |
| Ansprechgrenze | 250 bis 400 m | 400 bis 600 m |
| Entdeckung | 2.600 m | 3.600 m |
Lesen Sie die Zeilen „Bildfeld“ und „Winkel je Bildpunkt“ gemeinsam. Das SX75L hat das längere Objektiv und zeigt trotzdem das breitere Bild, und es löst gleichzeitig feiner auf. Beides zusammen gibt es sonst nicht.
Der Grund liegt im Sensor. Bei gleichem Pixelabstand von 12 Mikrometern wächst die Sensorbreite von 7,68 auf 15,36 Millimeter, also auf das Doppelte. Die Brennweite steigt nur um die Hälfte, von 50 auf 75 Millimeter. Weil das Bildfeld aus dem Verhältnis beider Größen folgt, wird das Bild breiter.
Für den Winkel je Bildpunkt gilt das nicht. Er hängt allein an Pixelabstand und Brennweite: 12 Mikrometer durch 75 Millimeter ergeben 0,16 Milliradian. Gegenüber 0,24 Milliradian beim SQ50L ist das ein Drittel feiner.
Praktisch heißt das: Ein Bildpunkt deckt auf 400 Meter 6,4 Zentimeter ab. Ein Rehkörper von rund 70 Zentimetern erscheint dort noch etwa elf Bildpunkte breit, was zum Beurteilen von Haltung und Umriss reicht. Daraus folgt eine Ansprechgrenze von etwa 400 bis 600 Metern, je nach Luftfeuchte, Untergrundtemperatur und Freistand.
Was die 75 Millimeter kosten
Zwei Nachteile gehören zur Wahrheit, und beide sind messbar.
Erstens die Blende. Das SX75L trägt F1.2, das SQ50L F1.0. Weil der Blendenwert quadratisch in die Signalstärke eingeht, kommen bei F1.2 rund 31 Prozent weniger Infrarotstrahlung auf dem Sensor an. Bei einem Objektiv von 75 Millimetern Durchmesser aus Germanium ist F1.0 kaum bezahlbar, und praktisch jedes Gerät dieser Brennweite liegt bei F1.2 oder darüber.
Spürbar wird das bei knappem Kontrast. Die Rauschkennzahl von unter 12 Millikelvin fängt einen Teil davon auf, aber nicht alles; mehr dazu im Beitrag zum NETD-Wert.
Zweitens der Preis. 6.790 Euro gegenüber 4.269 Euro sind 2.521 Euro Aufpreis, also knapp 60 Prozent. Dafür bekommen Sie rund 50 Prozent mehr Ansprechdistanz und ein um ein Drittel breiteres Bild.
Wer diesen Aufpreis braucht: Jäger im offenen Feldrevier, im Gebirge und bei der Rotwildjagd auf weite Distanz, wo regelmäßig jenseits von 400 Metern angesprochen wird. Wer ihn nicht braucht: jeder, dessen Reviergrenzen vorher liegen. Die beworbenen 3.600 Meter Entdeckungsreichweite sind kein Kaufargument, denn sie beschreiben, wann eine Wärmequelle als Fleck erscheint, nicht wann Sie ansprechen können.
Laser, Ballistik und verschlusslose Bildgebung
Der Laserentfernungsmesser ist in die Optik integriert und misst bis 1.200 Meter. Für ein Gerät mit 600 Metern Ansprechdistanz reicht das aus, denn darüber hinaus könnten Sie ohnehin nicht mehr sicher ansprechen.
Der Ballistikrechner verarbeitet die gemessene Entfernung und arbeitet mit fünf Einschießprofilen. Beim Einschießen lässt sich das Bild einfrieren, womit Sie den Haltepunkt am stehenden Bild setzen.
Die verschlusslose Bildgebung ist die technische Neuerung dieser Generation. Herkömmliche Geräte schließen regelmäßig einen mechanischen Verschluss, um den Sensor nachzukalibrieren, und das Bild steht dabei kurz still. HIKMICRO verzichtet in der Stellar 4.0 auf diesen Verschluss und ergänzt eine Funktion namens Sync Pro für ein durchgehendes Bild. Dazu kommen Image Pro 4.0 als Bildverarbeitung und eine KI-gestützte Zoomfunktion.
Ausstattung, Robustheit und Einordnung
Das Display löst mit 2.560 × 2.560 Punkten auf 1,03 Zoll auf. Austrittspupille 8 Millimeter, Augenabstand 55 Millimeter. Die Vergrößerung reicht von 3-fach bis 30-fach.
Die Rückstoßfestigkeit beträgt 6.000 Joule, wie beim SQ50L. HIKMICRO nennt als einziger Hersteller unseres Sortiments dazu eine Zahl, und sie liegt weit über gängigen Jagdkalibern.
Weiter an Bord: 64 Gigabyte Speicher, rückstoßausgelöste Aufzeichnung von Foto, Video und Ton, WLAN zur Hersteller-App, IP67, ein Betriebsbereich von minus 30 bis plus 55 Grad und eine Laufzeit von bis zu sieben Stunden. Montiert wird über ein 30-Millimeter-Mittelrohr in Standardringen; eine Ausführung mit Schienenmontage führt der Hersteller als SX75LR.
Im Programm: Günstiger und leichter ist das HIKMICRO Stellar SQ50L 4.0; beide stehen in der Stellar 4.0 Serie und im HIKMICRO Markenbereich. In Deutschland erlaubte Vorsatzgeräte derselben Marke stehen bei den Thermo-Clip-ons, etwa das THUNDER TQ35C 3.0. Zielfernrohre anderer Marken führen die ThermTec Zielfernrohre und die Nocpix Zielfernrohre; Beobachtungsgeräte stehen bei den HIKMICRO Wärmebildmonokularen.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauart | Wärmebildzielfernrohr, eigenes Absehen, Waffenmontage |
| Sensor | 1.280 × 1.024, 12 µm |
| NETD | unter 12 mK |
| Objektiv | 75 mm, Blende F1.2 |
| Sichtfeld, gerechnet | 11,7° × 9,4°, 20,5 × 16,4 m auf 100 m |
| Vergrößerung | 3-fach bis 30-fach |
| Winkel je Bildpunkt | 0,16 mrad |
| Entdeckung | bis 3.600 m |
| Ansprechgrenze, abgeleitet | 400 bis 600 m, siehe Abschnitt 8 |
| Laserentfernungsmesser | bis 1.200 m, in die Optik integriert |
| Ballistikrechner | vorhanden |
| Einschießprofile | fünf, mit Bildeinfrieren |
| Display | 1,03 Zoll AMOLED, 2.560 × 2.560 |
| Austrittspupille | 8 mm |
| Augenabstand | 55 mm |
| Bildgebung | verschlusslos, Image Pro 4.0, Zoom Pro, Sync Pro |
| Laufzeit | bis 7 h |
| Interner Speicher | 64 GB |
| Aufzeichnung | Foto, Video, Ton, rückstoßausgelöst |
| Rückstoßfestigkeit | 6.000 J |
| Schutzart | IP67 |
| Betriebstemperatur | −30 bis +55 °C |
| Montage | 30 mm Mittelrohr, Standardringe |
| Ausführung mit Schiene | SX75LR, eigenes Modell |
Herstellerangaben: HIKMICRO Stellar Programm
Häufige Fragen
Warum sieht das SX75L mit 75 mm breiter aus als das SQ50L mit 50 mm?
Weil der Sensor stärker wächst als die Brennweite. Bei gleichem Pixelabstand von 12 Mikrometern misst ein Sensor mit 1.280 Bildpunkten 15,36 Millimeter in der Breite, einer mit 640 nur 7,68 Millimeter, also die Hälfte. Die Brennweite steigt dagegen nur um 50 Prozent, von 50 auf 75 Millimeter. Weil das Bildfeld aus dem Verhältnis von Sensorbreite zu Brennweite folgt, wird das Bild breiter: 20,5 statt 15,4 Meter auf 100 Meter. Gleichzeitig löst das Gerät feiner auf, weil der Winkel je Bildpunkt allein vom Pixelabstand und Brennweite hängt.
Auf welche Entfernung kann ich mit dem SX75L 4.0 ansprechen?
Auf etwa 400 bis 600 Meter. Die Rechnung: 12 Mikrometer geteilt durch 75 Millimeter Brennweite ergeben 0,16 Milliradian je Bildpunkt, also 6,4 Zentimeter auf 400 Meter. Ein Rehkörper von rund 70 Zentimetern erscheint dort noch etwa elf Bildpunkte breit, was für Haltung und Umriss ausreicht. Die beworbenen 3.600 Meter betreffen das Entdecken einer Wärmequelle als Fleck im Bild und liegen um etwa den Faktor sieben darüber.
Lohnt der Aufpreis von 2.521 Euro gegenüber dem SQ50L?
Nur bei entsprechenden Entfernungen. Für den Aufpreis erhalten Sie rund 50 Prozent mehr Ansprechdistanz, nämlich bis etwa 600 statt bis 400 Meter, und ein um ein Drittel breiteres Bild. Wer im offenen Feldrevier, im Gebirge oder auf Rotwild auf weite Distanz jagt, nutzt das aus. Wer unter 400 Metern bleibt, zahlt für Reserve, die er nicht abruft, und nimmt zusätzlich die lichtschwächere Blende F1.2 in Kauf. Prüfen Sie Ihre tatsächlichen Entfernungen, bevor Sie entscheiden.
Was bedeutet F1.2 gegenüber F1.0 in der Praxis?
Rund 31 Prozent weniger Infrarotstrahlung auf dem Sensor, denn der Blendenwert geht quadratisch in die Signalstärke ein. Bemerkbar wird das dort, wo der Kontrast knapp ist: auf nassem Boden nach Regen, bei Nieselregen und in schwülen Spätsommernächten. Bei Frost und klarer Luft sehen Sie davon nichts. Der Grund für diesen Wert ist die Physik des Objektivs: F1.0 bei 75 Millimetern Brennweite verlangt eine entsprechend große Germaniumlinse und wäre kaum bezahlbar.
Darf ich das Stellar SX75L 4.0 in Deutschland nutzen?
Nein. Als Wärmebildzielfernrohr mit eigenem Absehen und Waffenmontage ist es dort nach Anlage 2 des Waffengesetzes eine verbotene Waffe, und § 52 WaffG stellt bereits den Besitz unter Strafe; die Ausnahme des § 40 Abs. 3 WaffG betrifft ausschließlich Vorsatzgeräte ohne eigenes Absehen. In Österreich dürfen Sie das Gerät erwerben und besitzen; über die jagdliche Verwendung entscheidet das Landesjagdrecht. Die Schweiz verlangt eine kantonale Bewilligung und schließt den Einsatz bei der Jagd aus.
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