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Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen: warum das funktioniert

wärmebild vorsatzgerät ohne einschießen

Ja, Sie können ein Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen nutzen, weil es optisch einfach vergrößert und die Blickrichtung Ihres Zielfernrohrs damit nicht verändert. Ein Kontrollschuss bleibt trotzdem Pflicht, denn die Mechanik der Adapterverbindung ist nie perfekt.

Das ist die Antwort in zwei Sätzen. Interessant wird es bei der Frage, warum das so ist und wann es nicht mehr stimmt.

Die Kurzfassung

FrageAntwort
Muss ich das Zielfernrohr neu einschießen?Nein
Muss ich die Treffpunktlage kontrollieren?Ja, einmal nach der Montage
Welche Abweichung ist normal?bis etwa 2 cm auf 100 m
Wo korrigiere ich, wenn es mehr ist?im Gerät, nie am Zielfernrohr
Darf ich den Digitalzoom beim Schuss nutzen?Nein
Wie oft muss ich erneut prüfen?nach jedem Adapterwechsel

Warum ein Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen funktioniert

Der Grund steckt bei jedem Wärmebild Vorsatzgerät in einer einzigen Zahl: der optischen Vergrößerung von 1-fach.

Was 1-fach beim Wärmebild Vorsatzgerät bedeutet

Ein Wärmebild Vorsatzgerät ist kein Fernrohr, sondern eine Kette aus drei Baugruppen. Ein Objektiv bildet die Szene auf dem Sensor ab. Ein Display zeigt das Ergebnis. Eine Kollimatorlinse schickt das Displaybild als paralleles Licht nach draußen, so als käme es aus der Unendlichkeit.

Entscheidend ist das Verhältnis der beiden Brennweiten. Hat die Kollimatorlinse dieselbe Brennweite wie das Objektiv, verlässt ein Lichtstrahl das Gerät unter genau demselben Winkel, unter dem er eingetreten ist.

Die Regel in einem Satz: Winkel hinein gleich Winkel hinaus, und damit zeigt Ihr Zielfernrohr weiterhin genau dorthin, wohin es vorher gezeigt hat.

Warum sogar eine schiefe Montage nichts verschiebt

Dieser Punkt überrascht die meisten und ist der eigentliche Kern der Sache.

Nehmen wir an, Ihr Wärmebild Vorsatzgerät sitzt um ein Zehntel Grad verkippt am Objektiv Ihres Glases. Die Szene steht dann um ein Zehntel Grad verschoben auf dem Sensor, also auch auf dem Display. Gleichzeitig ist die Kollimatorlinse um dasselbe Zehntel Grad mitverkippt und schickt das Bild um denselben Betrag in die andere Richtung hinaus.

Beide Fehler heben sich auf. Bei exakt 1-facher Vergrößerung bleibt der Treffpunkt stehen, auch wenn das Gerät schief sitzt. Genau deshalb sind Vorsatzgeräte so montagetolerant, und genau deshalb lautet die Antwort auf die Frage nach dem Einschießen nein.

Dasselbe gilt für eine seitlich versetzte Montage. Paralleles Licht trägt seine Information im Winkel, nicht im Ort. Ein um zwei Millimeter versetztes Gerät liefert dieselben Winkel wie ein zentriertes. Sichtbar wird der Versatz erst, wenn Ihr Zielfernrohr nicht mehr das ganze Bildfeld erfasst und am Rand Schwarz erscheint.

Was beim Wärmebild Vorsatzgerät die Treffpunktlage verschiebt

Wenn das 1-fach-Prinzip eines Wärmebild Vorsatzgeräts so robust ist, warum dann überhaupt ein Kontrollschuss? Weil drei Dinge in der Praxis nicht exakt sind.

Mechanismus 1: ein fester Restversatz aus der Fertigung

Die Rechnung aus Abschnitt 1 setzt voraus, dass die Mitte des Displays genau auf der Achse der Kollimatorlinse sitzt. In der Serienfertigung sitzt sie dort fast, aber nicht genau.

Ein Versatz von wenigen Mikrometern genügt für einen messbaren Fehler. Der austretende Winkel ergibt sich aus dem Versatz geteilt durch die Brennweite des Kollimators.

Display-Versatzbei 35 mm BrennweiteTreffpunkt auf 100 m
5 µm0,14 mrad1,4 cm
10 µm0,29 mrad2,9 cm
20 µm0,57 mrad5,7 cm

Dieser Fehler ist konstant. Er hängt nicht davon ab, wie Sie montieren, und er ändert sich nicht zwischen zwei Nächten. Das ist die gute Nachricht: Sie messen ihn einmal und wissen ihn dann für immer. Genau dafür ist der Kontrollschuss da, und genau deshalb bieten gute Geräte eine Bildkalibrierung an, dazu Abschnitt 4.

Mechanismus 2: Verkippung mal Vergrößerungsfehler

Das Aufheben der Fehler aus Abschnitt 1 funktioniert nur bei exakt 1,000-facher Vergrößerung. Weicht die tatsächliche Vergrößerung um ein Prozent ab, bleibt ein Rest stehen, und zwar das Produkt aus Verkippung und Abweichung.

Ein Rechenbeispiel. Bei einem Grad Verkippung, das ist schon viel, und einem Prozent Vergrößerungsfehler ergibt sich ein Fehler von 0,17 Milliradiant, also 1,7 Zentimeter auf 100 Meter. Bei realistischen 0,1 Grad Verkippung sind es noch 1,7 Millimeter.

Praktische Folge: Solange das Gerät bei 1-fach arbeitet, ist dieser Anteil vernachlässigbar. Er wird erst wichtig, wenn Sie den Digitalzoom einschalten, siehe Abschnitt 9.

Mechanismus 3: die Mechanik der Adapterverbindung

Hier liegt in der Praxis der größte Teil der Abweichung, und zwar nicht als Treffpunktfehler, sondern als Wiederkehrfehler.

Spiel in der Klemmung verkippt das Gerät, und zwar um den Winkel, der sich aus dem Spiel geteilt durch die Klemmlänge ergibt.

Spiel in der KlemmungKlemmlänge 30 mmKlemmlänge 60 mm
0,01 mm0,33 mrad0,17 mrad
0,02 mm0,67 mrad0,33 mrad
0,05 mm1,67 mrad0,83 mrad
0,10 mm3,33 mrad1,67 mrad

Daraus folgt eine Kaufregel, die niemand ausspricht: Eine längere Klemmfläche halbiert den Winkelfehler. Ein Adapter, der über 60 Millimeter klemmt, ist bei gleichem Spiel doppelt so genau wie einer, der über 30 Millimeter klemmt. Wer zwischen zwei Adaptern wählt, sollte nach der Klemmlänge fragen, nicht nur nach dem Durchmesser.

Bei 1-facher Vergrößerung schlägt dieser Winkel kaum auf den Treffpunkt durch, weil er sich nach Abschnitt 1 aufhebt. Er sorgt aber dafür, dass Ihr Bild wandert, dass am Rand Schwarz erscheint und dass die Wiederkehrgenauigkeit leidet. Beim Schießen mit Zoom wird er dann voll wirksam.

Was noch dazukommt

Die Klemmkraft. Ein zu locker angezogener Adapter rutscht beim Rückstoß, ein zu fest angezogener verformt den Objektivtubus Ihres Zielfernrohrs. Beides verschiebt mehr als jede Fertigungstoleranz. Verwenden Sie den beiliegenden Schlüssel und, wenn der Hersteller ein Drehmoment nennt, einen Drehmomentschlüssel.

Das Gewicht. Ein Wärmebild Vorsatzgerät wiegt je nach Modell zwischen 399 und 625 Gramm und sitzt mit etwa acht Zentimetern Hebel vor dem Objektiv. Das erzeugt ein Biegemoment auf Objektiv, Zielfernrohr und Montage. Bei einer weichen Montage oder einem dünnwandigen Objektivtubus ist das die wahrscheinlichste Ursache für eine Verschiebung von mehr als zwei Zentimetern.

Die Montageposition. Setzen Sie das Gerät immer in derselben Drehlage auf, üblich ist 12 Uhr. Markieren Sie Adapter und Objektiv mit einem feinen Strich, damit Sie die Lage im Dunkeln wiederfinden.

Warum Sie das Zielfernrohr auf keinen Fall verstellen sollten

Dieser Abschnitt ist der wichtigste praktische Hinweis des ganzen Beitrags.

Angenommen, Ihr Kontrollschuss liegt mit montiertem Gerät vier Zentimeter zu hoch. Der naheliegende Reflex ist, die Höhenverstellung des Zielfernrohrs zu korrigieren. Tun Sie das nicht.

Der Grund: Sie hätten dann zwei Treffpunktlagen, eine mit und eine ohne Gerät. Am nächsten Morgen, wenn Sie bei Tageslicht ohne Vorsatzgerät ansitzen, schießen Sie vier Zentimeter zu tief, und Sie werden sich nicht daran erinnern.

Die Tagestreffpunktlage ist Ihre Referenz. Sie wurde unter kontrollierten Bedingungen ermittelt, sie gilt für jede Munition, die Sie geprüft haben, und sie ist die Lage, auf die Sie sich bei der Nachsuche und am Tag verlassen.

Richtig ist deshalb: Tagestreffpunktlage unverändert lassen, Abweichung mit montiertem Gerät messen und, wenn sie zu groß ist, im Gerät korrigieren.

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Die richtige Korrektur: Bildkalibrierung im Wärmebild Vorsatzgerät

Hier liegt die Lösung, die in den meisten Ratgebern fehlt, obwohl sie in den Handbüchern steht.

Was die Funktion macht

Moderne Wärmebild Vorsatzgeräte können das angezeigte Bild in kleinen Schritten nach links, rechts, oben und unten verschieben. Sie bewegen also nicht das Absehen, sondern das Bild unter dem Absehen, bis beide zusammenpassen.

Damit bleibt Ihre Tagestreffpunktlage unberührt, und die Korrektur steckt dort, wo sie hingehört: in dem Bauteil, das den Fehler verursacht hat.

Wie es bei HIKMICRO heißt und funktioniert

Bei der THUNDER 3.0 Serie heißt die Funktion Bild kalibrieren, und das Handbuch nennt einen wichtigen Zusatz: Sie ist ausschließlich im Clip-On-Modus verfügbar. Im Monokular-Modus gibt es sie nicht, weil es dort kein Absehen gibt, zu dem etwas passen müsste.

Der Ablauf nach Handbuch:

  1. Modustaste halten, in die erweiterten Einstellungen gehen, Kalibrierung öffnen
  2. Größe der Anzeige festlegen
  3. Kalibrierprofil wählen oder benennen
  4. Entfernung zum Ziel eintragen
  5. Bild bei Bedarf einfrieren
  6. X-Achse oder Y-Achse wählen und verschieben, bis das Fenster auf dem Ziel liegt
  7. Taste halten und Kalibrierung verlassen

Zwei Details daran sind wertvoll. Erstens lassen sich mehrere Profile speichern, was bedeutet: ein Profil je Waffe oder je Zielfernrohr. Wer das Gerät zwischen zwei Waffen wechselt, muss nicht jedes Mal neu kalibrieren. Zweitens wird die Zielentfernung mit eingetragen, womit das Gerät die Verschiebung auf die Entfernung bezieht.

Was Sie zur Schrittweite wissen müssen

Das Handbuch nennt weder Schrittweite noch Verstellbereich. Beides müssen Sie am Gerät ermitteln, und das ist in zehn Minuten getan.

So gehen Sie vor: Notieren Sie die Lage auf der Scheibe, verstellen Sie um zehn Schritte in eine Richtung, schießen Sie erneut und messen Sie den Unterschied. Teilen Sie durch zehn, und Sie haben Ihre Schrittweite in Zentimetern auf der geschossenen Entfernung.

Ein Erfahrungswert aus dem Fachhandel zu einem älteren Liemke Merlin-35 liegt bei etwa 2,4 Zentimetern pro Schritt auf 50 Meter, also rund 4,8 Zentimetern auf 100 Meter. Übertragen Sie das nicht ungeprüft auf Ihr Gerät; nutzen Sie es nur als Hinweis auf die Größenordnung.

Wenn Ihr Gerät keine Bildkalibrierung hat

Hat Ihr Wärmebild Vorsatzgerät diese Funktion nicht, bleiben drei Möglichkeiten. Erstens: die Abweichung akzeptieren, wenn sie unter zwei Zentimetern liegt. Zweitens: den Adapter prüfen und gegen einen mit längerer Klemmfläche tauschen. Drittens: die Abweichung als bekannten Haltefehler notieren und im Ansitzbuch führen, so wie Sie es mit einer zweiten Munitionssorte auch täten.

Was Sie nicht tun: am Zielfernrohr drehen.

Kontrollschießen mit dem Wärmebild Vorsatzgerät in sieben Schritten

Dieses Protokoll dauert eine halbe Stunde und beantwortet die Frage für Ihr Wärmebild Vorsatzgerät endgültig.

Was Sie brauchen

Zielfernrohr mit gültiger Tagestreffpunktlage, Ihr Wärmebild Vorsatzgerät, den passenden Klemmadapter, den beiliegenden Schlüssel, eine Scheibe mit Wärmeziel und mindestens zwölf Patronen derselben Charge.

Zum Wärmeziel: Ein Wärmebild sieht keine gedruckten Ringe. Bewährt hat sich ein Taschenwärmer hinter einem etwa zwei mal zwei Zentimeter großen Loch in der Scheibe. Das ergibt einen klaren, kleinen Haltepunkt, der im Wärmebild eindeutig zu treffen ist.

Die sieben Schritte im Einzelnen

Schritt 1: Tagestreffpunktlage bestätigen. Drei Schuss ohne Vorsatzgerät auf 100 Meter. Liegt die Gruppe dort, wo sie liegen soll? Wenn nicht, hat das nichts mit dem Vorsatzgerät zu tun, und Sie müssen zuerst das klären.

Schritt 2: Gerät montieren. In der Drehlage, die Sie dauerhaft nutzen wollen, mit dem beiliegenden Schlüssel festgezogen, Konterring gesetzt. Markieren Sie die Lage.

Schritt 3: Drei Schuss mit Gerät, bei 1-facher Vergrößerung am Gerät, also ohne Digitalzoom, und bei der Zielfernrohrvergrößerung, die Sie jagdlich nutzen.

Schritt 4: Messen statt schätzen. Messen Sie den Abstand zwischen den Mittelpunkten beider Gruppen in Zentimetern, getrennt nach Höhe und Seite. Fotografieren Sie die Scheibe.

Schritt 5: Bewerten.

Abweichung auf 100 mBewertung
unter 2 cmnormal, keine Maßnahme
2 bis 5 cmim Gerät kalibrieren
über 5 cmAdapter und Montage prüfen, siehe unten

Schritt 6: Bei Bedarf im Gerät korrigieren, dann drei weitere Schuss zur Bestätigung.

Schritt 7: Dokumentieren. Datum, Munition, Entfernung, Abweichung, Kalibrierprofil, Klemmposition. Ein Foto der Scheibe im Handy genügt.

Wenn die Abweichung über fünf Zentimeter liegt

Dann liegt kein Fertigungsrest vor, sondern ein mechanischer Fehler. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Sitzt der Adapter spielfrei? Von Hand am Gerät wackeln, es darf sich nichts bewegen. Ist die Klemmung fest genug? Passt der Adapterdurchmesser wirklich? Ein halber Millimeter zu viel genügt für fünf Zentimeter. Ist die Zielfernrohrmontage in Ordnung? Das Gewicht des Vorsatzgeräts bringt schwache Montagen an die Grenze.

Wiederkehrgenauigkeit prüfen: der Test in drei mal drei Schuss

Die Frage nach dem Einschießen eines Wärmebild Vorsatzgeräts hat eine zweite Hälfte, die seltener gestellt wird: Liegt der Treffpunkt auch nach dem zehnten Abnehmen noch dort?

Der Test ist einfach. Drei Schuss mit montiertem Gerät, Gerät abnehmen, wieder montieren, drei Schuss, noch einmal abnehmen, montieren, drei Schuss. Neun Patronen, drei Gruppen.

Bewertung: Liegen die drei Gruppenmittelpunkte innerhalb von zwei Zentimetern beieinander, ist Ihre Verbindung in Ordnung. Streuen sie über fünf Zentimeter, hat Ihr Adapter zu viel Spiel, und Sie müssen bei jedem Aufsetzen mit einer anderen Lage rechnen.

Dieser Test ist wichtiger als der erste. Ein fester Versatz lässt sich kalibrieren. Ein wandernder Versatz lässt sich nicht kalibrieren, weil Sie nicht wissen, auf welchen Wert.


Wie sich die Abweichung mit der Entfernung verändert

Dieser Abschnitt klärt einen Fehler, der beim Einschießen auf 50 Meter regelmäßig passiert.

Eine Treffpunktverlagerung ist ein Winkel, keine Strecke. Sie wächst deshalb linear mit der Entfernung. Wer auf 50 Meter zwei Zentimeter Abweichung misst, hat auf 200 Meter acht.

Winkelfehlerauf 50 mauf 100 mauf 200 mauf 300 m
0,1 mrad0,5 cm1,0 cm2,0 cm3,0 cm
0,2 mrad1,0 cm2,0 cm4,0 cm6,0 cm
0,5 mrad2,5 cm5,0 cm10,0 cm15,0 cm
1,0 mrad5,0 cm10,0 cm20,0 cm30,0 cm

Daraus folgen zwei praktische Regeln.

Erstens: Messen Sie auf 100 Meter, wenn der Stand es zulässt. Auf 50 Meter halbiert sich jede Abweichung, und ein Fehler von einem Zentimeter verschwindet in der Streuung Ihrer Munition. Sie würden also eine Abweichung übersehen, die auf 200 Meter vier Zentimeter beträgt.

Zweitens: Rechnen Sie jede gemessene Abweichung in Milliradiant um, bevor Sie sie bewerten. Teilen Sie die Zentimeter durch die Entfernung in Hundertmetern und dann durch zehn. Zwei Zentimeter auf 100 Meter sind 0,2 Milliradiant, drei Zentimeter auf 50 Meter sind 0,6 Milliradiant und damit dreimal so viel.

Für Ihre Schussentfernung heißt das: Wer nur bis 100 Meter schießt, kann mit 0,5 Milliradiant leben. Wer auf 250 Meter ansprechen und schießen will, weil er ein 50-Millimeter-Gerät führt, sollte unter 0,2 Milliradiant bleiben. Dieselbe Abweichung ist also je nach Revier harmlos oder entscheidend, und das ist der Grund, weshalb eine pauschale Toleranzangabe für ein Wärmebild Vorsatzgerät wenig wert ist.

Ein Wärmebild Vorsatzgerät einschießen: ein Beispiel von Anfang bis Ende

Damit das Protokoll greifbar wird, hier ein durchgerechneter Fall mit einem konkreten Gerät.

Die Ausgangslage. Ein HIKMICRO THUNDER TQ35C 3.0 soll auf eine Repetierbüchse in .308 Winchester mit einem Zielfernrohr 1,5 bis 8 mal 42 kommen. Das Objektiv hat 48 Millimeter Außendurchmesser, der Klemmadapter passt. Die Tagestreffpunktlage sitzt auf 100 Meter einen Zentimeter hoch.

Schritt 1 und 2. Drei Schuss ohne Gerät bestätigen die Tagestreffpunktlage: Gruppe liegt einen Zentimeter hoch, Streukreis vier Zentimeter. Das Wärmebild Vorsatzgerät wird in 12-Uhr-Lage montiert, Konterring gesetzt, Position mit einem Strich markiert.

Schritt 3 und 4. Drei Schuss mit Gerät bei 1-fach am Gerät und 3-fach am Glas. Die Gruppe liegt jetzt 4,5 Zentimeter hoch und 1,5 Zentimeter rechts. Gegenüber der Tagestreffpunktlage sind das 3,5 Zentimeter hoch und 1,5 Zentimeter rechts, zusammen also rund 3,8 Zentimeter.

Schritt 5: bewerten. 3,8 Zentimeter auf 100 Meter entsprechen 0,38 Milliradiant. Das liegt über zwei und unter fünf Zentimetern, also im Bereich, der im Gerät zu korrigieren ist, aber keinen mechanischen Fehler anzeigt.

Schritt 6: korrigieren. Im Menü unter Bild kalibrieren ein Profil mit dem Namen der Waffe anlegen, Zielentfernung 100 Meter eintragen, dann die Y-Achse so verschieben, dass sich das Bild nach oben bewegt und der Treffpunkt nach unten wandert. Die Schrittweite ist unbekannt, also zehn Schritte verstellen, drei Schuss, messen. Ergibt sich daraus eine Verschiebung von fünf Zentimetern, beträgt die Schrittweite 0,5 Zentimeter, und für die restlichen 3,5 Zentimeter sind sieben Schritte nötig.

Schritt 7: dokumentieren. Profilname, Schrittweite 0,5 Zentimeter auf 100 Meter, Verstellung sieben Schritte nach unten, zwei Schritte nach links, Markierung 12 Uhr, Munition und Datum. Foto der Scheibe.

Der Zeitaufwand liegt bei etwa 30 Minuten und 15 Patronen. Danach ist die Frage für dieses Wärmebild Vorsatzgerät auf dieser Waffe erledigt, und bei der nächsten Montage genügt der Blick auf die Markierung.


Die Zoomfalle beim Wärmebild Vorsatzgerät, und wo sie nicht gilt

Der Digitalzoom ist der einzige Bedienfehler, der aus einem montagetoleranten Wärmebild Vorsatzgerät ein ungenaues macht. Er wirkt auf zwei Wege, und beide folgen aus derselben Ursache.

Problem eins: der Zoom hebt die 1-fach-Bedingung auf

Bei zweifachem Digitalzoom zeigt das Display einen halb so großen Ausschnitt über die ganze Fläche. Damit beträgt die Vergrößerung des Geräts nicht mehr 1-fach, sondern 2-fach.

Damit fällt das Aufheben der Fehler aus Abschnitt 1 weg. Der Anteil der Verkippung, der sich vorher weggekürzt hat, wirkt jetzt teilweise durch.

ZoomstufeAnteil der Verkippung, der durchschlägt
1-fach0 %
2-fach50 %
4-fach75 %
8-fach88 %

Ein Rechenbeispiel. Bei 0,05 Millimeter Spiel über 60 Millimeter Klemmlänge beträgt die Verkippung 0,83 Milliradiant. Bei 1-fach bleibt der Treffpunkt stehen. Bei zweifachem Zoom schlagen 50 Prozent durch, also 0,42 Milliradiant, und das sind 4,2 Zentimeter auf 100 Meter.

Problem zwei: die Unterteilungen des Absehens stimmen nicht mehr

Dieses Problem trifft jeden, der mit Haltepunkten arbeitet.

Bei zweifachem Zoom erscheint die Szene doppelt so groß, Ihr Absehen behält aber seine Größe. Jede Mil- oder Zentimetermarke überdeckt damit nur noch die halbe Entfernung. Wer auf 200 Meter den Haltepunkt für 200 Meter nimmt, hält faktisch für 100.

Der Zielpunkt in der Bildmitte bleibt dabei korrekt. Falsch werden ausschließlich die Abstände davon.

Wo die Zoomfalle nicht gilt

Bei der HIKMICRO THUNDER 3.0 Serie können Sie diesen Fehler nicht machen. Das Handbuch stellt klar: Der Digitalzoom ist ausschließlich im Monokular-Modus verfügbar und durchläuft dort 1-, 2-, 4- und 8-fach. Im Clip-On-Modus gibt es ihn nicht.

Das ist eine bewusste Entscheidung des Herstellers, und sie ist technisch richtig. Umgekehrt gilt: Bei Geräten, die den Zoom im Vorsatzbetrieb zulassen, liegt die Verantwortung bei Ihnen. Die Pulsar Krypton 2 Serie und die Liemke Luchs Reihe nennen jeweils einen zweifachen Direktzoom, der im Vorsatzbetrieb verfügbar ist.

Die Regel für die Praxis: Zoom zum Ansprechen, 1-fach zum Schuss.

Montage des Wärmebild Vorsatzgeräts: fünf Punkte, die entscheiden

Erstens: der richtige Durchmesser. Messen Sie den Außendurchmesser des Objektivtubus Ihres Zielfernrohrs mit einem Messschieber, nicht die Linse und nicht das Mittelrohr. Ein halber Millimeter Abweichung genügt für mehrere Zentimeter auf 100 Meter.

Zweitens: eine lange Klemmfläche. Nach der Rechnung aus Abschnitt 2 halbiert die doppelte Klemmlänge den Winkelfehler. Fragen Sie beim Adapterkauf danach.

Drittens: immer dieselbe Drehlage. Üblich ist 12 Uhr. Markieren Sie Adapter und Objektiv mit einem feinen Strich oder einem Punkt Lackstift, damit Sie die Lage im Dunkeln blind wiederfinden.

Viertens: die richtige Klemmkraft. Festgezogen mit dem beiliegenden Schlüssel, Konterring gesetzt. Nicht mit der Zange, nicht nach Gefühl mit aller Kraft. Ein verformter Objektivtubus ist ein Garantiefall, der nicht als solcher anerkannt wird.

Fünftens: Gewicht einplanen. Zwischen 399 und 625 Gramm am Objektiv belasten Montage und Zielfernrohr. Bei einer Schwenkmontage oder einer älteren Montage mit Spiel prüfen Sie zuerst diese, bevor Sie dem Vorsatzgerät die Schuld geben.

Welcher Adapter zu welchem Gerät passt, behandeln wir ausführlich im Beitrag Adapter für Vorsatzgeräte finden.


Kälte, Nässe und Rückstoß beim Wärmebild Vorsatzgerät

Temperatur

Zwischen plus 20 Grad auf dem Schießstand und minus 10 Grad im Januar liegen 30 Kelvin. Aluminium dehnt sich dabei messbar, und Adapter wie Objektivtuben bestehen meist daraus.

In der Praxis bleibt das unter einem Zentimeter auf 100 Meter, solange die Klemmung richtig sitzt. Relevant wird es, wenn eine Klemmung bei Wärme gerade noch fest war: Bei Kälte schrumpft das Material, und das Gerät beginnt zu wandern. Prüfen Sie die Klemmung deshalb bei Kälte nach, nicht nur im Sommer.

Nässe und Beschlag

Alle Geräte unseres Sortiments tragen IP67 und sind damit gegen Regen und kurzes Untertauchen geschützt. Für die Treffpunktlage ist Nässe ohne Belang.

Was tatsächlich störend wirkt, ist Beschlag auf dem Objektiv Ihres Zielfernrohrs zwischen Vorsatzgerät und Glas. Dort kommt keine Luft hin, und wenn die Fläche beim Aufsetzen feucht war, bleibt sie es. Wischen Sie beide Flächen vor der Montage trocken.

Rückstoß

Ein Wärmebild Vorsatzgerät sitzt vor dem Objektiv und erfährt den vollen Rückstoß. Nur HIKMICRO nennt dazu eine Zahl, nämlich 1000 g bei 0,4 Millisekunden. Für ThermTec, Pulsar und Liemke fanden wir keine Angabe.

Was das für Sie bedeutet: Bei gängigen Jagdkalibern bis .30-06 ist diese Belastung unkritisch. Wer eine .300 Win Mag, eine 8x68 S oder eine 9,3x62 führt, sollte das freigegebene Höchstkaliber beim Hersteller erfragen, bevor er ein Gerät für mehrere tausend Euro vor das Objektiv setzt.


Nachtsicht Vorsatzgerät ohne Einschießen: gilt dasselbe?

Ja, und zwar aus demselben Grund. Der Suchbegriff nachtsicht vorsatzgerät ohne einschießen hat 140 Anfragen im Monat, und die Antwort unterscheidet sich nicht.

Ein digitales Nachtsichtvorsatzgerät arbeitet nach derselben Kette: Objektiv, Sensor, Display, Kollimator. Bei 1-facher Vergrößerung gilt die Winkelgleichheit genauso, und Ihre Tagestreffpunktlage bleibt erhalten.

Zwei Unterschiede sollten Sie kennen.

Der Infrarotstrahler. Digitale Nachtsichtgeräte brauchen bei völliger Dunkelheit einen IR-Strahler. Für die Treffpunktlage ist er ohne Bedeutung, jagdrechtlich gilt er als künstliche Lichtquelle, und das ist eine eigene Frage.

Die Auflösung. Digitale Nachtsichtgeräte zeigen ein Bild, das dem Tagbild ähnelt, mit deutlich mehr Detail als ein Wärmebild. Die Haltepunktkontrolle auf der Scheibe ist damit sogar einfacher, weil Sie die gedruckten Ringe sehen und kein Wärmeziel brauchen.

In unserem Sortiment finden Sie als Einstieg das HIKMICRO Cheetah C32F für 549 Euro und das HIKMICRO Cheetah C32F-N mit 940-Nanometer-Strahler für 589 Euro, beide in der Kategorie Digitales Nachtsicht-Vorsatzgerät.

Unsere Wärmebild Vorsatzgeräte und die Treffpunktlage

MarkeAnschlussBildkalibrierungZoom im VorsatzbetriebRückstoßangabe
HIKMICRO THUNDER 3.0M52 × 0,75ja, mit Profilennein, gesperrt1000 g / 0,4 ms
ThermTec HuntM52 × 0,75nicht geprüftnicht geprüftkeine Angabe
Pulsar Krypton 2Pulsar-Systemnicht geprüftja, 2-fachkeine Angabe
Liemke LuchsM43 × 0,75nicht geprüftja, 2-fachkeine Angabe

Was die einzelnen Wärmebild Vorsatzgeräte dazu beitragen

Die leichtesten Geräte entlasten die Montage am stärksten. Mit 399 Gramm sind das ThermTec Hunt 335 Pro, das Hunt 635 Pro und das Hunt 650 Pro die schonendsten Geräte für Ihr Zielfernrohr, denn das Biegemoment am Objektiv wächst direkt mit dem Gewicht.

Am anderen Ende stehen die schwersten. Das Liemke Luchs-2 mit 625 Gramm und das HIKMICRO THUNDER TQ50CL 3.0 mit 540 Gramm verlangen eine steife Montage. Bei einer älteren Schwenkmontage würde ich hier zuerst die Montage prüfen.

Beim Anschlussgewinde gibt es zwei Lager. ThermTec und HIKMICRO nutzen M52 × 0,75 direkt, das Liemke Luchs-1 und das Luchs-2 kommen mit M43 × 0,75 und einem beiliegenden Übergang auf M52. Jede zusätzliche Gewindeverbindung ist eine weitere Stelle, an der Spiel entstehen kann, auch wenn der Effekt bei sauberer Fertigung klein bleibt.

Pulsar geht einen eigenen Weg. Das Pulsar Krypton 2 FXQ35 und das FXG50 arbeiten mit dem Pulsar-Adaptersystem, und der Adapter ist nie im Lieferumfang. Für die Treffpunktlage ist das weder gut noch schlecht, für Ihre Planung aber wichtig: Ohne passenden Adapter können Sie nicht kontrollschießen.

Die günstigen Geräte sind nicht die ungenaueren. Weder das ThermTec Hunt 335 für 1.349 Euro noch das HIKMICRO THUNDER TH35C 3.0 für 1.399 Euro haben bei der Treffpunktlage einen Nachteil gegenüber den teuren Modellen. Das 1-fach-Prinzip eines Wärmebild Vorsatzgeräts hängt nicht am Preis.

Für die Frage nach dem Einschießen ist HIKMICRO derzeit am besten aufgestellt. Die Bildkalibrierung mit mehreren Profilen löst den festen Restversatz, und der im Vorsatzbetrieb gesperrte Digitalzoom verhindert den häufigsten Bedienfehler. Beides steht im Handbuch.

Empfehlungen aus unserem Sortiment: Als universelles Wärmebild Vorsatzgerät das HIKMICRO THUNDER TQ35C 3.0 für 1.999 Euro, als leichtestes das ThermTec Hunt 635 Pro mit 399 Gramm für 2.099 Euro, für Feldreviere das HIKMICRO THUNDER TQ50CL 3.0 für 2.299 Euro und mit Laser das ThermTec Hunt 650L für 2.449 Euro. Wer bei kleiner Vergrößerung schießt, findet im HIKMICRO THUNDER TQ35CL 3.0 für 2.149 Euro die Kombination aus weitem Bildfeld und Laser. Die vollständige Wertung aller 15 Geräte steht im Wärmebild Vorsatzgerät Test.

Alle Modelle finden Sie in der Kategorie Wärmebild Vorsatzgeräte.

Sechs Fehler beim Einschießen und bei der Montage

1. Am Zielfernrohr korrigieren. Damit zerstören Sie Ihre Tagestreffpunktlage und haben am nächsten Morgen ohne Gerät einen Fehler, den Sie nicht mehr kennen.

2. Ohne Kontrollschuss jagen. Das 1-fach-Prinzip ersetzt die Theorie, nicht die Prüfung. Die Mechanik Ihrer Verbindung kennt niemand außer Ihnen.

3. Mit Digitalzoom schießen. Hebt die 1-fach-Bedingung auf und verfälscht die Unterteilungen des Absehens.

4. Die Drehlage nicht markieren. Jede andere Drehlage ist eine andere Verkippung und damit eine andere Lage im Bild.

5. Einen zu großen Adapter nehmen, weil er gerade passt. Ein halber Millimeter Luft wirkt als Spiel und erzeugt mehrere Zentimeter Abweichung.

6. Nur einmal prüfen und nie wieder. Nach jedem Adapterwechsel, nach jedem Wechsel auf eine andere Waffe und nach dem ersten Frost gehört ein Kontrollschuss dazu.

Häufige Fragen zum Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen

Kann ich ein Wärmebild Vorsatzgerät wirklich ohne Einschießen nutzen?

Ja. Ein Wärmebild Vorsatzgerät vergrößert optisch 1-fach, womit ein Lichtstrahl es unter demselben Winkel verlässt, unter dem er eingetreten ist. Ihr Zielfernrohr zeigt deshalb weiterhin dorthin, wohin es vorher gezeigt hat, und gezielt wird unverändert mit seinem Absehen. Ein Kontrollschuss bleibt trotzdem nötig, weil Fertigungstoleranzen und das Spiel in der Adapterverbindung eine Abweichung von bis zu zwei Zentimetern auf 100 Meter erzeugen können.

Welche Treffpunktverlagerung ist bei einem Vorsatzgerät normal?

Beim Wärmebild Vorsatzgerät gelten bis etwa zwei Zentimeter auf 100 Meter als normal, ohne jede Maßnahme. Zwischen zwei und fünf Zentimetern sollten Sie im Gerät kalibrieren, sofern es die Funktion bietet. Über fünf Zentimeter liegt kein Fertigungsrest vor, sondern ein mechanischer Fehler: zu großer Adapterdurchmesser, zu wenig Klemmkraft, Spiel in der Verbindung oder eine überlastete Zielfernrohrmontage. Prüfen Sie diese vier Punkte, bevor Sie etwas verstellen.

Warum verschiebt sich der Treffpunkt überhaupt, wenn das Gerät 1-fach vergrößert?

Aus drei Gründen. Erstens sitzt die Displaymitte in der Serienfertigung nie exakt auf der Achse der Kollimatorlinse; zehn Mikrometer Versatz ergeben bei 35 Millimetern Brennweite bereits 2,9 Zentimeter auf 100 Meter. Zweitens beträgt die Vergrößerung nie exakt 1,000, sodass eine Verkippung teilweise durchschlägt. Drittens, und in der Praxis am wichtigsten, bringt die Adapterverbindung Spiel und Klemmkraftunterschiede mit, und das Gewicht des Geräts belastet die Montage.

Wo korrigiere ich die Abweichung, am Gerät oder am Zielfernrohr?

Immer am Gerät. Moderne Wärmebild Vorsatzgeräte können das angezeigte Bild in X- und Y-Richtung verschieben, bei HIKMICRO heißt die Funktion Bild kalibrieren und ist ausschließlich im Clip-On-Modus verfügbar. Sie bewegen damit das Bild unter dem Absehen, bis beide zusammenpassen. Ihre Tagestreffpunktlage bleibt dabei unverändert, und genau darauf kommt es an: Wer am Zielfernrohr dreht, schießt am nächsten Tag ohne Vorsatzgerät falsch.

Darf ich beim Schuss den Digitalzoom nutzen?

Nein. Der Zoom hebt die 1-fach-Bedingung auf, womit ein Teil der Montageverkippung auf den Treffpunkt durchschlägt: bei zweifachem Zoom die Hälfte, bei vierfachem drei Viertel. Zusätzlich verfälscht er die Unterteilungen eines ballistischen Absehens, weil die Szene größer erscheint und das Absehen seine Größe behält. Bei der HIKMICRO THUNDER 3.0 Serie können Sie den Fehler nicht machen, weil der Hersteller den Zoom im Clip-On-Modus gesperrt hat.

Wie prüfe ich die Wiederkehrgenauigkeit?

Mit neun Patronen in drei Gruppen: drei Schuss mit montiertem Wärmebild Vorsatzgerät, abnehmen, wieder montieren, drei Schuss, nochmals abnehmen und montieren, drei Schuss. Liegen die drei Gruppenmittelpunkte innerhalb von zwei Zentimetern beieinander, ist die Verbindung in Ordnung. Streuen sie über fünf Zentimeter, hat der Adapter zu viel Spiel. Dieser Test ist wichtiger als der erste Kontrollschuss, denn ein fester Versatz lässt sich kalibrieren, ein wandernder nicht.

Auf welche Scheibe schieße ich ein Wärmebild Vorsatzgerät?

Ein Wärmebild zeigt keine gedruckten Ringe, deshalb brauchen Sie ein Wärmeziel. Bewährt hat sich ein Taschenwärmer hinter einem etwa zwei mal zwei Zentimeter großen Loch in der Scheibe; das ergibt einen kleinen, eindeutigen Haltepunkt. Alternativ funktionieren handwarme Metallplättchen oder gezielt angewärmte Klebepunkte. Schießen Sie auf 100 Meter, wenn der Stand es zulässt, denn auf 50 Meter halbieren sich alle Abweichungen und kleine Fehler verschwinden in der Messunsicherheit.

Muss ich nach einem Adapterwechsel erneut prüfen?

Ja, und zwar immer. Beim Wärmebild Vorsatzgerät bestimmt der Adapter Verkippung und Spiel, also genau die beiden Größen, die die Abweichung verursachen. Dasselbe gilt, wenn Sie das Gerät auf eine andere Waffe oder ein anderes Zielfernrohr setzen, denn beide bringen eigene Objektivdurchmesser und eigene Montagesteifigkeiten mit. Wenn Ihr Gerät mehrere Kalibrierprofile speichern kann, legen Sie je Waffe ein Profil an.

Verändert Kälte die Treffpunktlage?

In der Regel um weniger als einen Zentimeter auf 100 Meter, solange die Klemmung richtig sitzt. Aluminium zieht sich bei Kälte zusammen, und zwischen Schießstand im Sommer und Ansitz im Januar liegen leicht 30 Kelvin. Kritisch wird es, wenn eine Klemmung bei Wärme gerade eben fest war: Dann beginnt das Gerät bei Frost zu wandern. Prüfen Sie die Klemmkraft deshalb einmal bei Kälte nach, nicht nur bei der Montage im Sommer.

Gilt das auch für ein Nachtsicht Vorsatzgerät?

Ja, vollständig. Ein digitales Nachtsichtvorsatzgerät arbeitet mit derselben Kette aus Objektiv, Sensor, Display und Kollimatorlinse und vergrößert ebenfalls 1-fach. Ihre Tagestreffpunktlage bleibt damit genauso erhalten wie beim Wärmebild Vorsatzgerät, und ein Kontrollschuss ist aus denselben mechanischen Gründen nötig. Das Kontrollschießen ist sogar einfacher, weil ein digitales Nachtsichtgerät die gedruckten Ringe der Scheibe sichtbar macht und Sie kein Wärmeziel brauchen.

Was mache ich, wenn mein Gerät keine Bildkalibrierung hat?

Dann akzeptieren Sie beim Wärmebild Vorsatzgerät eine Abweichung unter zwei Zentimetern, oder Sie verbessern die Mechanik. Ein Adapter mit längerer Klemmfläche halbiert bei gleichem Spiel den Winkelfehler, ein exakt passender Durchmesser beseitigt ihn weitgehend. Bleibt ein fester Rest, notieren Sie ihn als bekannten Haltefehler und führen ihn so, wie Sie eine zweite Munitionssorte führen würden. Am Zielfernrohr drehen Sie auch dann nicht.

Fazit zum Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen

Ein Wärmebild Vorsatzgerät ohne Einschießen zu nutzen ist nicht ein Zugeständnis an die Bequemlichkeit, sondern eine Folge der Bauweise. Bei 1-facher Vergrößerung verlässt das Licht das Gerät unter demselben Winkel, unter dem es eintrat, und selbst eine schiefe Montage hebt sich dabei heraus.

Was bleibt, ist Mechanik. Ein Restversatz aus der Fertigung von ein bis drei Zentimetern, Spiel in der Klemmung und das Gewicht am Objektiv. Deshalb gilt: nicht einschießen, aber kontrollieren.

Drei Sätze zum Mitnehmen. Erstens: Die Tagestreffpunktlage bleibt unberührt, korrigiert wird im Gerät. Zweitens: Der Kontrollschuss und der Wiederkehrtest sind in einer halben Stunde erledigt und beantworten die Frage für dieses Gerät endgültig. Drittens: Beim Schuss steht der Zoom auf 1-fach.

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